# Fürbitten zur Taufe: 30 Vorlagen zum Anpassen

URL: https://katholisch-thueringen.de/fuerbitten/taufe
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Fürbitten zur Taufe: 30 selbst formulierte Vorlagen für Kind, Eltern, Paten und Familie, kurze Varianten, Aufbau und Tipps, wer sie vorliest.

## Kurz beantwortet

Fürbitten zur Taufe sind kurze Gebetsanliegen, die nach der Lesung und der Predigt gesprochen werden. Man bittet Gott für das Kind, die Eltern, die Paten, die Familie und die ganze Welt. Üblich sind vier bis sechs Bitten mit je ein bis zwei Sätzen. Oft lesen Eltern, Paten oder Angehörige sie vor, nach jeder Bitte antwortet die Gemeinde.

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Die Taufe steht fest, das Taufkleid hängt schon bereit, und dann kommt die Frage aus dem Pfarrbüro: „Möchtet ihr eigene Fürbitten schreiben?“ Vielleicht bist du Patin, vielleicht der große Bruder, vielleicht die Mutter, die gerade kaum zum Schlafen kommt. Und du sitzt vor einem leeren Blatt.

Hier findest du 30 Fürbitten zur Taufe, die wir selbst formuliert haben: für das Kind, für Eltern und Paten, für die Familie, kurze Varianten und Bitten für die Taufe von Erwachsenen. Dazu erfährst du, wie eine Fürbitte aufgebaut ist, wer sie vorliest und wie du aus einer Vorlage etwas machst, das nach eurem Kind klingt.

## Was sind Fürbitten bei der Taufe?

Fürbitten sind kurze Gebete, in denen die Gemeinde Gott ihre Anliegen für andere Menschen vorträgt. Bei der Taufe stehen sie im Wortgottesdienst, direkt nach der Bibellesung und der Predigt.

Das liturgische Buch „Die Feier der Kindertaufe“ verbindet die Fürbitten mit der Anrufung der Heiligen, die auch später auf dem Weg zum Taufbecken gesungen werden kann. Danach folgen das Gebet um Schutz vor dem Bösen und die Salbung mit Katechumenenöl oder eine Handauflegung, erst dann geht die Feier zum Taufbecken. Wie die ganze [Taufe abläuft und was sie bedeutet](/katechismus/taufe), erklären wir in einem eigenen Artikel. Hier geht es nur um diesen einen Moment der [Liturgie](/glossar/liturgie).

Wichtig ist ein Satz aus diesem Buch: Die Fürbitten sollen von den Gläubigen, die bei der Feier dabei sind, vorbereitet und gesprochen werden (Nr. 48). Die Kirche will also, dass ihr mitbetet. Es ist kein Programmpunkt, den man an die Profis abgibt.

Warum beten Christen überhaupt für andere? Der Katechismus sagt: Wer für andere bittet, macht es wie Jesus, der selbst für alle Menschen eintritt (KKK 2634). Fürbitte ist Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen: Wer so betet, schaut nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auf das der anderen (KKK 2635). Bei einer Taufe passt das besonders gut. Ein kleiner Mensch kann noch nicht selbst beten. Also tun es die anderen für ihn.

> **Wusstest du?**
>
> Der Katechismus sagt, dass der Glaube bei der Taufe nicht fertig sein muss. Es reicht ein Anfang, der wachsen soll. Dafür braucht es die Eltern, die Paten und die ganze Gemeinde (KKK 1253–1255). Genau dafür betet ihr in den Fürbitten.

## Wie ist eine Fürbitte aufgebaut?

Eine Fürbitte ist ein einziger, klarer Gedanke, an Gott gerichtet, in ein bis zwei Sätzen. Den Rahmen setzt der Priester oder Diakon: Er lädt am Anfang zum Gebet ein und schließt am Ende mit einem Gebet ab. Dazwischen stehen eure Bitten, und nach jeder antwortet die Gemeinde mit einem Ruf.

Die Grundordnung des Römischen Messbuchs beschreibt, wie das gehen soll: schlicht, mit kluger Freiheit und in wenigen Worten (Nr. 71). Das gilt für die Taufe genauso.

So sieht eine einzelne Fürbitte mit Antwort aus:

**Eine Fürbitte, wie sie gesprochen wird**

Vorleser: Guter Gott, wir beten für N., die heute getauft wird.  
Lass sie spüren, dass sie geliebt ist, an guten und an schweren Tagen.  
Gott, unser Vater:  
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wo in den Vorlagen „N.“ steht, setzt du den Namen ein. So machen es auch die liturgischen Bücher.

### Die drei Teile einer guten Fürbitte

1. **Wen du meinst:** das Kind, die Eltern, die Paten, die Welt.
2. **Was du dir von Gott für diesen Menschen erbittest:** Schutz, Mut, Freude, Glauben, Geduld.
3. **Optional ein konkretes Bild:** der Name, der Taufspruch, eine Eigenheit der Familie.

Mehr braucht es nicht. Wer drei Sätze schreibt, sollte einen streichen.

## Wer liest die Fürbitten bei der Taufe vor?

Meist lesen Menschen aus dem engen Umfeld des Kindes: Eltern, Paten, Großeltern, Geschwister, Tanten, Freunde der Familie. Eine feste Regel, wer lesen muss, gibt es nicht. Die Grundordnung nennt neben Diakon, Kantor und Lektor ausdrücklich auch andere Gläubige (Nr. 71).

Bewährt hat sich: Jede Person liest eine Bitte, die zu ihr passt. Die Patin liest die Bitte für die Paten, die Oma die Bitte für die Großeltern. Wer nicht gern vor Leuten spricht, muss nicht. Einer kann auch alle lesen. Wer genau welche Aufgaben als Pate hat, steht in unserem Artikel über [das Amt des Taufpaten](/katechismus/taufpate).

In vielen Gemeinden lesen auch Menschen, die nicht katholisch sind, etwa ein evangelischer Onkel. Das entscheidet der Priester oder Diakon. Bei Kindern, die schon sicher lesen, ist eine kurze Bitte oft der berührendste Moment der Feier. Stimmt das vorher mit der [Pfarrei](/glossar/pfarrei) ab.

## Fürbitten zur Taufe für das Kind

Diese Bitten stehen meist am Anfang. Sie sagen, worum es an diesem Tag geht: um einen Menschen, der jetzt zu Christus gehört.

1. Guter Gott, heute wird N. getauft. Nimm sie an als dein Kind und begleite sie auf jedem Weg, den sie einmal gehen wird.
2. Jesus, du hast die Kinder zu dir kommen lassen und sie gesegnet. Halte deine Hand auch über N., wenn sie wächst, fällt und wieder aufsteht.
3. Gott, du rufst jeden Menschen bei seinem Namen. Lass N. nie vergessen, dass ihr Name bei dir aufgeschrieben ist.
4. Guter Gott, schenke N. Menschen, die ihr zuhören, sie trösten und ihr die Wahrheit sagen. Lass sie nie ganz allein sein.
5. Herr, die Taufkerze wird heute an der Osterkerze entzündet. Lass N. selbst ein Licht werden für die Menschen um sie herum.
6. Gott, gib N. ein weites Herz. Lass sie staunen können, teilen lernen und den Mut haben, für andere einzustehen.

Hinter einigen Bitten stehen Bibelstellen, die du im Gottesdienst wiedererkennst. Jesus segnet die Kinder, die man zu ihm bringt ([Mk 10,16](https://www.bibleserver.com/EU/Markus10%2C16)). Gott sagt seinem Volk, dass er es beim Namen gerufen hat und es zu ihm gehört ([Jes 43,1](https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja43%2C1)). Jesus nennt seine Jünger das Licht der Welt ([Mt 5,14](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us5%2C14)). Wenn ihr einen Taufspruch ausgesucht habt, kann eine Bitte ihn aufgreifen. Ideen dafür findest du bei den [Taufsprüchen aus der Bibel](/taufsprueche).

## Fürbitten für die Eltern und die Familie

Eltern versprechen bei der Taufe, ihr Kind im Glauben zu erziehen. Das ist ein großes Wort für Menschen, die gerade genug damit zu tun haben, durch die Nacht zu kommen. Diese Bitten tragen sie mit.

7. Guter Gott, wir beten für die Eltern von N. Schenke ihnen Geduld in den langen Nächten und Freude an den kleinen Fortschritten.
8. Gott, die Eltern haben heute versprochen, N. den Glauben vorzuleben. Hilf ihnen, das mit ihrem Alltag zu tun, mehr als mit Worten.
9. Herr, stärke die Liebe von N.s Eltern zueinander. Lass ihr Zuhause ein Ort sein, an dem man streiten und sich wieder versöhnen kann.
10. Guter Gott, lass die Familie von N. zusammenhalten, wenn es leicht ist und wenn es schwer wird. Schenke ihnen Zeit füreinander.

## Fürbitten für die Taufpaten

Paten sind mehr als die Leute mit den Geschenken. Die Kirche erwartet von ihnen, dass sie dem Kind helfen, als Christ zu leben (KKK 1255). Das ist eine echte Verantwortung, oft über viele Jahre. Die folgenden Bitten eignen sich gut, wenn die Paten sie selbst lesen.

11. Guter Gott, wir beten für die Paten von N. Gib ihnen die Kraft, ihr Versprechen zu halten, auch wenn Jahre und Kilometer dazwischen liegen.
12. Gott, lass die Patin von N. eine Verbündete sein: jemand, zu dem N. kommen kann, wenn sie den Eltern etwas nicht erzählen will.
13. Herr, der Pate von N. hat heute Ja gesagt. Lass ihn selbst im Glauben wachsen, damit er weitergeben kann, was er lebt.
14. Guter Gott, schenke den Paten Zeit für N.: für Ausflüge, für Gespräche, für die großen Tage wie die Erstkommunion und die Firmung.
15. Gott, wir danken dir für alle, die heute Verantwortung für N. übernehmen. Lass sie ehrlich und treu bleiben.

Bitte 14 greift zwei Stationen auf, bei denen Paten oft wieder gefragt sind. Die [Firmung](/katechismus/firmung) vollendet, was in der Taufe begonnen hat, und viele wählen dafür wieder den Taufpaten. Falls du als Patin gerade unsicher bist, was da auf dich zukommt: Dass du darüber nachdenkst, ist schon ein guter Anfang.

## Kurze Fürbitten zur Taufe

Manchmal soll es schnell gehen, etwa bei einer Sammeltaufe mit mehreren Familien. Oder die Leserin ist sieben Jahre alt. Diese Bitten haben nur einen Satz.

16. Guter Gott, beschütze N. auf allen Wegen.
17. Gott, schenke den Eltern von N. Kraft und Freude.
18. Herr, lass die Paten treue Begleiter sein.
19. Guter Gott, lass N. ein fröhlicher Mensch werden.
20. Gott, lass uns alle nicht vergessen, dass auch wir getauft sind.

Kurz heißt nicht leer. Ein Satz, der ehrlich gemeint ist, trägt mehr als ein Absatz voller Bilder.

## Fürbitten für Geschwister, Großeltern und Verstorbene

Eine Taufe verändert die ganze Familie. Die Geschwister teilen plötzlich ihre Eltern, die Großeltern bekommen eine neue Rolle. Und oft fehlt jemand, der sich über diesen Tag am meisten gefreut hätte.

21. Guter Gott, wir beten für die große Schwester von N. Lass sie spüren, dass sie genauso geliebt ist wie vorher.
22. Gott, wir danken dir für die Großeltern von N. Schenke ihnen Gesundheit und viele Jahre, in denen sie N. aufwachsen sehen.
23. Herr, wir denken an alle aus unserer Familie, die heute nicht mehr bei uns sind. Nimm sie auf in dein Licht und lass sie mit uns feiern.
24. Guter Gott, wir beten für alle Kinder, die heute ohne Schutz und ohne Familie aufwachsen. Schicke ihnen Menschen, die für sie da sind.

Bitte 23 ist bewusst offen gehalten. Wenn der Verlust frisch ist, kann ein Name ohne Vorwarnung jemanden aus der Fassung bringen. Sprecht vorher darüber. Längere Bitten für Verstorbene gehören eher in eine Trauerfeier, dafür gibt es unsere [Fürbitten zur Beerdigung](/fuerbitten/beerdigung).

## Fürbitten für Kirche und Welt

Die Taufe ist kein Privatfest. Das Buch zur Kindertaufe sagt ausdrücklich, dass in den Fürbitten auch für die Anliegen der Kirche und der ganzen Welt gebetet werden soll (Nr. 48). Im ersten Timotheusbrief heißt es, die Gemeinde solle für alle Menschen beten ([1 Tim 2,1](https://www.bibleserver.com/EU/1.Timotheus2%2C1)). Eine dieser Bitten gehört in jeden Satz Fürbitten.

25. Guter Gott, wir beten für alle Kinder, die in Krieg, Hunger oder Angst geboren werden. Lass die Mächtigen der Welt Wege zum Frieden finden.
26. Herr, wir beten für deine Kirche. Lass sie ein Ort sein, an dem Kinder sicher sind und gern hinkommen.
27. Gott, wir beten für uns alle, die heute hier sind. Erinnere uns an unsere eigene Taufe und an das, was wir damals geschenkt bekommen haben.

Bitte 26 ist ernst gemeint. Die Kirche hat Kinder nicht immer geschützt. Diese Bitte zu sprechen heißt nicht, das zu übergehen. Es heißt, sich eine Kirche zu wünschen, die es besser macht.

## Fürbitten zur Erwachsenentaufe

Wer als Jugendlicher oder Erwachsener getauft wird, hat sich bewusst entschieden, meist nach einer längeren Vorbereitung. Oft geschieht das in der Osternacht, zusammen mit Firmung und Erstkommunion. Dort sind die Fürbitten meist vorgegeben. Findet die Taufe in einem eigenen Gottesdienst statt, sind eigene Bitten oft möglich. Frag in deiner Gemeinde nach.

28. Guter Gott, N. hat heute Ja zu dir gesagt. Lass dieses Ja an ganz normalen Montagen genauso tragen wie heute.
29. Herr, danke für alle, die N. auf dem Weg zur Taufe begleitet haben. Lass sie Freunde bleiben, auch wenn der Kurs vorbei ist.
30. Gott, schenke N. eine Gemeinde, in der sie willkommen ist, Fragen stellen darf und Menschen findet, mit denen sie glauben kann.

Du überlegst selbst, dich taufen zu lassen? Wie der Weg dahin aussieht, erklären wir unter [katholisch werden](/glaube/katholisch-werden).

## Was gehört nicht in eine Fürbitte?

Eine Fürbitte ist keine Rede an die Gäste. Sie ist ein Gebet. Daraus folgt fast alles andere.

- **Keine Ansprache ans Kind:** „Liebe N., wir wünschen dir …“ ist ein schöner Satz für die Karte. In der Fürbitte sprichst du mit Gott.
- **Keine Anekdoten:** Wie die Geburt lief, gehört in die Rede beim Essen.
- **Keine versteckten Botschaften:** „dass Onkel Frank endlich wieder in die Kirche geht“ beschämt, statt zu beten.
- **Keine Belehrung:** Gott muss nicht erklärt bekommen, was er tun soll. Bitte, statt zu befehlen.
- **Nicht zu viel Dank:** Ein Dank ist gut, aber eine Fürbitte bittet. Für den großen Dank gibt es eigene [Lob- und Dankgebete](/gebete/lobgebete).

Und wenn du selbst gar nicht so recht glaubst? Dann schreib nur, was du ehrlich sagen kannst. „Lass N. geliebt sein“ geht über fast jede Lippe. Das ist kein Schummeln, sondern ein guter Anfang.

## So passt du die Vorlagen an

Aus 30 Vorlagen werden in der Feier meist vier bis sechs. So findest du eure.

1. **Auswählen** · Nimm eine Bitte für das Kind, eine für Eltern oder Familie, eine für die Paten und eine für Kirche und Welt. Das ist der Kern.
2. **Persönlich machen** · Setze den Namen ein. Tausch ein Wort gegen etwas, das zu eurem Kind passt: der Taufspruch, der Name einer Heiligen, ein Ort.
3. **Laut lesen** · Lies jede Bitte einmal laut. Wo du stolperst, stolpert auch die Leserin. Kürzen hilft fast immer.
4. **Leser verteilen** · Jede Person bekommt ihre Bitte auf einem eigenen Zettel, in großer Schrift. Ein Handydisplay geht aus, wenn man es am wenigsten braucht.
5. **Abstimmen** · Schickt die Bitten vorher an den Priester oder Diakon. Er weiß, ob schon Fürbitten im Ablauf stehen und welchen Antwortruf die Gemeinde kennt.

Wenn ihr gleich mehrere Feiern plant, etwa Hochzeit und Taufe an einem Tag, lassen sich Bitten kombinieren. Vorlagen für das Paar findest du bei den [Fürbitten zur Hochzeit](/fuerbitten/hochzeit). Wer nach der Fürbitte noch einen Segen für das Kind sprechen möchte, findet Anregungen bei unseren [Segensgebeten](/gebete/segensgebete). Was ein [Segen](/glossar/segen) eigentlich ist, steht im Glossar.

Die Taufe ist das erste [Sakrament](/glossar/sakrament) und der Anfang von allem, was danach kommt. Eure Fürbitten sind die ersten Gebete, die öffentlich für dieses Kind gesprochen werden. Sie müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nur ehrlich sein. Und wenn ihr noch eine Gemeinde sucht, in der euer Kind getauft werden kann: Auf unserer Seite [Gemeinden in Thüringen](/gemeinden) findest du einen Anfang.

## Häufige Fragen

### Wie viele Fürbitten sind bei einer Taufe üblich?

Meist vier bis sechs. Das reicht, um für das Kind, die Eltern, die Paten, die Familie und die Anliegen der Welt zu beten, ohne dass die Feier ins Stocken kommt. Werden mehrere Kinder zusammen getauft, einigen sich die Familien vorher, damit es nicht zwanzig Bitten werden. Die genaue Zahl sprecht ihr im Taufgespräch mit dem Priester oder Diakon ab.

### Muss man bei der Taufe eigene Fürbitten schreiben?

Nein. Das liturgische Buch zur Kindertaufe enthält fertige Fürbitten, die der Priester oder Diakon verwenden kann. Es wünscht sich aber ausdrücklich, dass die Anwesenden die Fürbitten selbst vorbereiten und sprechen. Eigene Bitten sind also erwünscht, aber keine Pflicht. Viele Familien nehmen Vorlagen wie diese und passen sie an ihr Kind an.

### Was antwortet man auf die Fürbitten bei der Taufe?

Nach jeder Bitte antwortet die ganze Gemeinde mit einem kurzen Ruf. Am häufigsten ist „Wir bitten dich, erhöre uns.“ Manchmal leitet der Vorleser mit „Gott, unser Vater“ ein, und alle antworten mit „Wir bitten dich, erhöre uns“, oder es wird ein Liedruf gesungen. Welcher Ruf gilt, sagt der Priester vorher an oder er steht auf dem Liedblatt.

### Dürfen evangelische oder nicht getaufte Gäste eine Fürbitte lesen?

In vielen Gemeinden ja. Das liturgische Buch spricht von den „anwesenden Gläubigen“, die die Fürbitten vorbereiten und sprechen. Eine eigene Regel zur Kirchenmitgliedschaft nennt es nicht, anders als beim Patenamt. Oft liest deshalb auch ein evangelischer Onkel oder eine Freundin ohne Konfession eine Bitte, wenn sie das ehrlich mitsprechen kann. Die Entscheidung liegt beim Priester oder Diakon. Klärt es im Taufgespräch.

### Wann kommen die Fürbitten im Ablauf der Taufe?

Im Wortgottesdienst, also nach der Bibellesung und der kurzen Predigt. Mit ihnen ist meist die Anrufung der Heiligen verbunden. Danach folgen das Gebet um Schutz vor dem Bösen und die Salbung mit Katechumenenöl oder eine Handauflegung, erst dann geht es zum Taufbecken. Wird das Kind in einer Sonntagsmesse getauft, treten die Tauffürbitten an die Stelle der üblichen Fürbitten der Messe.

### Dürfen Kinder bei der Taufe Fürbitten vorlesen?

Ja, und viele Gemeinden freuen sich darüber. Geschwister, Cousinen oder Nachbarskinder, die schon sicher lesen, übernehmen oft eine kurze Bitte. Gib ihnen einen Satz in einfacher Sprache und große Schrift. Übt einmal laut, am besten am Mikrofon. Kleinere Kinder können neben einem Erwachsenen stehen, der liest, oder eine Kerze halten.

### Kann man für ein verstorbenes Familienmitglied eine Fürbitte sprechen?

Ja. Eine Bitte für Verstorbene gehört fest zur katholischen Gebetstradition. Bei einer Taufe denkt man oft an Großeltern oder andere Angehörige, die das Kind nicht mehr kennenlernen. Formuliere sie hoffnungsvoll und kurz, damit die Feier ein Freudenfest bleibt. Nenne den Namen nur, wenn die Familie damit einverstanden ist und es niemanden überfordert.


## Quellen

- [Die Feier der Kindertaufe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes (2007), Nr. 29 und 44–51, Online-Ausgabe](https://www.liturgie.de/liturgie/pub/litbch/kindertaufe_online.pdf)
- [Grundordnung des Römischen Messbuchs (Arbeitshilfen 215), Nr. 69–71: Das Allgemeine Gebet](https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/AH_215.pdf)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2634–2636: Das Fürbittgebet](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P9E.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1246–1261: Wer getauft wird, Glaube und Taufe, Paten](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3Q.HTM)
