# Apostolisches Glaubensbekenntnis: Text und Erklärung Satz für Satz

URL: https://katholisch-thueringen.de/gebete/glaubensbekenntnis
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Das Apostolische Glaubensbekenntnis im katholischen Wortlaut, Satz für Satz erklärt. Dazu das Große Credo von Nizäa und warum „katholisch“ darin steht.

## Kurz beantwortet

Das Apostolische Glaubensbekenntnis fasst in zwölf kurzen Sätzen zusammen, was Christen glauben: an Gott den Vater und Schöpfer, an Jesus Christus, seinen Tod und seine Auferstehung, und an den Heiligen Geist, der in der Kirche wirkt. Es geht auf das alte Taufbekenntnis der Kirche von Rom zurück und wird bis heute in der Messe und bei der Taufe gebetet.

## Steckbrief

- **Name:** Apostolisches Glaubensbekenntnis, kurz Apostolikum, lateinisch Symbolum Apostolorum
- **Herkunft:** Aus dem Taufbekenntnis der Kirche von Rom, heutige Form seit dem frühen Mittelalter
- **Aufbau:** Drei Teile (Vater, Sohn, Heiliger Geist), traditionell in zwölf Artikel gegliedert
- **Deutscher Wortlaut:** Ökumenische Fassung von 1970, katholisch mit „heilige katholische Kirche“
- **Im Gotteslob:** Nr. 3,4 (Apostolikum), Nr. 586,2 (Großes Glaubensbekenntnis)
- **Gebetet bei:** Sonntagsmesse, Taufe, Firmung, Rosenkranz, persönlichem Gebet
- **Im Katechismus:** KKK 185–1065

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Stehen, alle sprechen gleichzeitig, und nach ein paar Zeilen merkst du: Die anderen können das auswendig. Viele erleben das Glaubensbekenntnis zum ersten Mal so, bei einer Taufe, einer Firmung oder einer Sonntagsmesse. Es klingt alt und feierlich, und manches darin versteht man auf Anhieb nicht. „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“? „Gemeinschaft der Heiligen“?

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist die kürzeste Zusammenfassung des christlichen Glaubens, die es gibt. In gut hundert Wörtern steht darin, woran Christen seit fast zweitausend Jahren glauben. Hier findest du den vollständigen Text, eine Erklärung Satz für Satz, den Unterschied zum Großen Glaubensbekenntnis und die Antwort auf die Frage, warum darin „katholisch“ steht.

**Apostolisches Glaubensbekenntnis**

Ich glaube an Gott,  
den Vater, den Allmächtigen,  
den Schöpfer des Himmels und der Erde.  
Und an Jesus Christus,  
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,  
empfangen durch den Heiligen Geist,  
geboren von der Jungfrau Maria,  
gelitten unter Pontius Pilatus,  
gekreuzigt, gestorben und begraben,  
hinabgestiegen in das Reich des Todes,  
am dritten Tage auferstanden von den Toten,  
aufgefahren in den Himmel;  
er sitzt zur Rechten Gottes,  
des allmächtigen Vaters;  
von dort wird er kommen,  
zu richten die Lebenden und die Toten.  
Ich glaube an den Heiligen Geist,  
die heilige katholische Kirche,  
Gemeinschaft der Heiligen,  
Vergebung der Sünden,  
Auferstehung der Toten  
und das ewige Leben.  
Amen.

## Was ist das Apostolische Glaubensbekenntnis?

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist ein kurzer Text, in dem Christen sagen, woran sie glauben. Man nennt es auch Apostolikum oder, nach dem ersten lateinischen Wort, Credo: „Ich glaube“.

Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt einen dritten Namen, der mehr verrät, als man denkt: Symbolum. Im Griechischen war ein „symbolon“ die Hälfte eines zerbrochenen Gegenstands, etwa eines Siegels. Wer die passende andere Hälfte hatte, konnte sich ausweisen (KKK 188). Das Glaubensbekenntnis ist also ein Erkennungszeichen. Wer es spricht, zeigt: Ich gehöre dazu, ich teile diesen Glauben.

Der Text hat drei Teile, einen für jede Person Gottes: den Vater, den Sohn, den Heiligen Geist. Das ist kein Zufall. Das Bekenntnis stammt aus der Taufe, und getauft wird „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ ([Mt 28,19](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us28%2C19)). Wer den dreieinen Gott besser verstehen will, findet mehr dazu auf der Seite über die [Dreifaltigkeit, einfach erklärt](/katechismus/dreifaltigkeit). Traditionell teilt man das Bekenntnis zusätzlich in zwölf Artikel, passend zur Zahl der Apostel (KKK 191).

## Das Glaubensbekenntnis Satz für Satz erklärt

Jeder Satz im Credo ist dicht. Hinter fast jeder Zeile stehen Jahrhunderte des Nachdenkens. Hier die Kernaussage jeder Zeile, so einfach wie möglich und so genau wie nötig.

### „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen“

Das Bekenntnis beginnt mit „Ich“. Niemand kann für dich glauben. Gleichzeitig sprichst du es mit allen anderen, die denselben Satz sagen, heute und seit Jahrhunderten.

„Glauben an“ heißt mehr als „für wahr halten“. Du kannst glauben, dass es morgen regnet. An jemanden glauben heißt, ihm zu vertrauen. Gott wird hier zuerst Vater genannt, nicht Richter oder Weltenlenker. „Allmächtig“ bedeutet nicht, dass Gott Willkür betreibt. Es heißt: Nichts ist stärker als er, auch nicht das, was dir gerade Angst macht.

### „den Schöpfer des Himmels und der Erde“

Alles, was ist, kommt von Gott: das Sichtbare und das Unsichtbare. „Himmel und Erde“ ist eine biblische Formel für das Ganze. Das Credo sagt nichts darüber, wie die Welt physikalisch entstanden ist. Es sagt, warum es sie gibt: weil Gott sie gewollt hat. Das gilt auch für dich.

### „Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn“

Jetzt kommt der längste Teil des Credos, und das ist bezeichnend. Im Zentrum des christlichen Glaubens steht eine Person. „Jesus“ ist sein Name, „Christus“ ist ein Titel: griechisch für den Gesalbten, den Messias. „Eingeboren“ heißt „einzig“. Jesus ist nicht irgendein Kind Gottes, sondern der Sohn in einmaliger Weise.

„Unser Herr“ ist das älteste Bekenntnis überhaupt. Schon Paulus schreibt, wer mit dem Mund bekennt, dass Jesus der Herr ist, und im Herzen glaubt, dass Gott ihn auferweckt hat, wird gerettet ([Röm 10,9](https://www.bibleserver.com/EU/R%C3%B6mer10%2C9)). In einer Welt, in der der Kaiser als „Herr“ verehrt wurde, war das ein mutiger Satz.

### „empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“

Diese Zeile sagt zweierlei. Jesus ist ein echter Mensch: Er wurde geboren, hatte eine Mutter, Maria. Und er kommt ganz von Gott: Er wurde nicht durch einen menschlichen Vater gezeugt, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Mehr zur Mutter Jesu steht im Text über das [Gegrüßet seist du, Maria](/gebete/ave-maria), das biblisch direkt an diese Szene anknüpft.

### „gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben“

Warum steht ausgerechnet ein römischer Beamter im wichtigsten Text der Christenheit? Weil der Name die Geschichte verankert. Pontius Pilatus war Statthalter in Judäa, er ist auch aus nichtchristlichen Quellen bekannt. Das Credo erzählt keinen Mythos „es war einmal“. Es nennt eine Zeit und einen Verantwortlichen.

Gekreuzigt, gestorben, begraben: Drei Wörter, die nichts beschönigen. Jesus ist nicht scheinbar gestorben. Er hat den Tod durchlitten wie jeder Mensch.

### „hinabgestiegen in das Reich des Todes“

Diese Zeile verwirrt viele, und ältere Leute kennen sie noch als „abgestiegen zu der Hölle“. Gemeint ist nicht die Hölle als Ort der Verdammten. Die Bibel nennt den Aufenthaltsort aller Toten Scheol oder Hades, das Reich des Todes (KKK 633).

Der Katechismus sagt: Mit dieser Zeile bekennt die Kirche, dass Jesus wirklich tot war und durch seinen Tod den Tod besiegt hat (KKK 636). Er ist auch zu denen gegangen, die vor ihm gestorben waren, um ihnen die Rettung zu bringen (KKK 632–634). In der Ostkirche zeigt das berühmte Osterbild genau das: Christus reißt Adam und Eva an der Hand aus ihren Gräbern. Kein Mensch ist so tief gefallen, dass Gott dort nicht schon gewesen wäre.

### „am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel“

Das ist die Mitte des Glaubens. Paulus zitiert eine Formel, die schon zu seiner Zeit fest war: gestorben, begraben, am dritten Tag auferweckt, erschienen ([1 Kor 15,3–5](https://www.bibleserver.com/EU/1.Korinther15%2C3-5)). Ohne Auferstehung wäre das Christentum eine schöne Morallehre, mehr nicht. Warum Christen das für glaubwürdig halten, erklärt der Text über [die Auferstehung Jesu und die Argumente dafür](/apologetik/auferstehung).

„Aufgefahren in den Himmel“ meint keine Raumfahrt. Der Himmel ist hier kein Ort über den Wolken, sondern Gottes Wirklichkeit. Jesus ist mit seinem ganzen Menschsein dort angekommen.

### „er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“

Ein Bild aus der Königswelt: Wer rechts neben dem Herrscher sitzt, hat Anteil an seiner Macht. Der Satz sagt, dass Jesus nicht einfach verschwunden ist. Er herrscht mit dem Vater, und ein Mensch aus Fleisch und Blut ist jetzt bei Gott.

### „von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“

Die Geschichte läuft auf ein Ziel zu. Am Ende wird Christus wiederkommen, und alles kommt ans Licht. Gericht klingt bedrohlich. Aber es heißt auch: Unrecht bleibt nicht für immer stehen. Die Opfer werden nicht vergessen. Und der Richter ist derselbe, der für dich gestorben ist.

### „Ich glaube an den Heiligen Geist“

Der dritte Teil beginnt mit einem neuen „Ich glaube“. Der Heilige Geist ist keine unpersönliche Energie, sondern Gott selbst, die dritte Person. Er ist die Kraft, durch die Gott heute in Menschen wirkt. Wer genauer wissen will, wer das ist, liest am besten den Beitrag [Heiliger Geist: Wer oder was ist das?](/katechismus/heiliger-geist).

Alles, was im Credo jetzt folgt, ist Werk des Geistes: die Kirche, die Gemeinschaft, die Vergebung, das neue Leben.

### „die heilige katholische Kirche“

Christen glauben nicht „an“ die Kirche wie an Gott. Sie glauben, dass Gott durch diese Gemeinschaft handelt. „Heilig“ heißt nicht, dass alle darin fehlerlos wären. Die Kirche ist heilig, weil Christus sie heiligt, nicht weil ihre Mitglieder perfekt sind.

Dass die Kirche heilig genannt wird, macht ihre Sünden nicht kleiner. Es macht sie schwerer. Wer dort Schaden anrichtet, handelt gegen das, was die Kirche sein soll. Was „katholisch“ hier bedeutet, steht weiter unten in einem eigenen Abschnitt.

### „Gemeinschaft der Heiligen“

Die „Heiligen“ sind hier nicht nur Heilige mit Heiligenschein. Im Neuen Testament heißen alle Getauften so. Der Katechismus nennt zwei Bedeutungen: die Gemeinschaft an den heiligen Dingen, vor allem den Sakramenten, und die Gemeinschaft der heiligen Menschen untereinander (KKK 948).

Dazu gehören die Lebenden, die Verstorbenen und die, die schon bei Gott sind (KKK 962). Deshalb beten Katholiken für ihre Toten und bitten die Heiligen um ihr Gebet. Du bist in dieser Gemeinschaft nie allein, auch nicht, wenn gerade niemand neben dir sitzt.

### „Vergebung der Sünden“

Mitten im Credo steht ein Satz über Schuld. Das ist ehrlich. Menschen machen Fehler, verletzen andere und sich selbst. Der Glaube sagt: Es gibt einen Neuanfang. Die erste Vergebung geschieht in der Taufe (KKK 977), danach immer wieder, vor allem in der Beichte.

Vergebung heißt nicht, dass es egal war. Sie heißt, dass Schuld nicht das letzte Wort über dich hat.

### „Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“

Im lateinischen Text steht wörtlich „Auferstehung des Fleisches“. „Fleisch“ meint in der Bibel den Menschen in seiner Verletzlichkeit (KKK 990). Die Hoffnung ist also nicht nur, dass irgendeine Seele weiterlebt. Du wirst als ganzer Mensch auferweckt, mit allem, was dich ausmacht. Die Glaubenskongregation hat 1983 festgehalten, dass gegen die deutsche Übersetzung „Auferstehung der Toten“ kein grundsätzlicher Einwand besteht, auch wenn sie die wörtliche Fassung bevorzugt.

Das [Amen](/glossar/amen) am Schluss ist mehr als ein Punkt. Das hebräische Wort hat dieselbe Wurzel wie „glauben“ und bedeutet fest, verlässlich (KKK 1062). Du sagst am Ende noch einmal Ja zu allem, was du eben gesprochen hast.

## Woher kommt das Glaubensbekenntnis?

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist aus dem Taufbekenntnis der Kirche von Rom gewachsen (KKK 194). Es wurde nicht an einem Tag geschrieben, sondern über Generationen geformt.

Schon im Neuen Testament gibt es kurze Bekenntnisformeln. In den ersten Jahrhunderten fragte man Taufbewerber vor dem Untertauchen dreimal: Glaubst du an Gott, den Vater? An Jesus Christus? An den Heiligen Geist? Jedes Mal antworteten sie: „Ich glaube.“ Aus diesen Taufsätzen entstand in Rom ein fester Text, das sogenannte altrömische Bekenntnis. Die heutige, etwas längere Form bildete sich wahrscheinlich im 5. Jahrhundert in Gallien heraus und setzte sich im Mittelalter im ganzen Westen durch.

> **Die Legende von den zwölf Aposteln**
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> Im 4. Jahrhundert erzählte man, die zwölf Apostel hätten das Bekenntnis gemeinsam verfasst, jeder einen Satz. Erstmals erwähnt wird das im Jahr 390 in einem Brief einer Synode in Mailand an Papst Siricius. Schon im 15. Jahrhundert zeigte der Gelehrte Laurentius Valla, dass das historisch nicht haltbar ist. Die Legende lebt aber in der Kunst weiter: In vielen alten Kirchen hält jeder Apostel ein Spruchband mit „seinem“ Satz aus dem Credo.

Den heutigen deutschen Wortlaut hat die Arbeitsgemeinschaft für liturgische Texte der Kirchen des deutschen Sprachgebiets im Dezember 1970 verabschiedet. Seitdem beten katholische und evangelische Christen fast denselben Text. Dabei wurde aus „abgestiegen zu der Hölle“ das heutige „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ und aus „Auferstehung des Fleisches“ die „Auferstehung der Toten“.

## Das Große Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel

Neben dem Apostolikum gibt es ein zweites, längeres Bekenntnis: das Große Glaubensbekenntnis, auch Nizäno-Konstantinopolitanum genannt. Es stammt aus den ersten beiden großen Konzilien der Kirchengeschichte, Nizäa im Jahr 325 und Konstantinopel im Jahr 381 (KKK 195).

In Nizäa ging es um eine Frage, die bis heute entscheidend ist: Ist Jesus wirklich Gott oder nur das höchste Geschöpf? Der Priester Arius lehrte Letzteres. Das Konzil antwortete mit Wendungen, die du im Großen Glaubensbekenntnis noch heute hörst: „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ und „eines Wesens mit dem Vater“. In Konstantinopel wurde dann der Teil über den Heiligen Geist ausgebaut.

| | Apostolisches Glaubensbekenntnis | Großes Glaubensbekenntnis |
| --- | --- | --- |
| Herkunft | Taufbekenntnis der Kirche von Rom | Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) |
| Beginn | „Ich glaube“ | Im Deutschen „Wir glauben“ |
| Länge | kurz, gut hundert Wörter | etwa doppelt so lang |
| Besonderheit | nennt Pontius Pilatus und das Reich des Todes | betont, dass Jesus Gott ist, und beschreibt den Geist ausführlich |
| Gebetet von | vor allem im Westen, katholisch und evangelisch | Ost und West, auch von den orthodoxen Kirchen |

Ein Unterschied trennt Ost und West bis heute: das „Filioque“. Die westliche Kirche sagt, der Heilige Geist gehe „aus dem Vater und dem Sohn“ hervor. Diesen Zusatz hat Rom erst im Mittelalter in den Text übernommen, die orthodoxen Kirchen beten ihn ohne. Der Streit darüber gehört zu den Gründen für die Spaltung zwischen Ost- und Westkirche.

2025 jährte sich das Konzil von Nizäa zum 1700. Mal. Papst Leo XIV. reiste dafür im November 2025 nach İznik in der Türkei, dem alten Nizäa. Am 28. November beteten er, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus und Vertreter vieler Kirchen dort gemeinsam das Große Glaubensbekenntnis, und zwar ohne das Filioque. Das Große Credo ist der Text, der die Christen weltweit am stärksten verbindet, ein Stück gelebte Ökumene.

## Warum steht „katholisch“ im Glaubensbekenntnis?

„Katholisch“ bedeutet ursprünglich nicht eine Konfession, sondern „allumfassend“, „ganz“ (KKK 830). Das Wort kommt aus dem Griechischen. Der erste, der von der „katholischen Kirche“ spricht, ist Bischof Ignatius von Antiochien Anfang des 2. Jahrhunderts: Wo Christus ist, da ist die katholische Kirche.

Katholisch heißt also zweierlei. Die Kirche hat alles, was Christus ihr geben wollte. Und sie ist für alle Menschen da, an allen Orten und zu allen Zeiten (KKK 830–831). Im Glossar findest du den Begriff [katholisch kurz erklärt](/glossar/katholisch).

Evangelische Kirchen im deutschen Sprachraum sagen an dieser Stelle meist „die heilige christliche Kirche“. Das ist keine andere Lehre über diese Zeile. Es soll nur verhindern, dass man das Wort mit der römisch-katholischen Konfession verwechselt. Beide Seiten meinen dieselbe weltweite Kirche Christi. Darüber hinaus gibt es echte Unterschiede, etwa beim Verständnis von Amt und Sakramenten. Die wichtigsten stehen im Vergleich [katholisch und evangelisch, einfach erklärt](/glaube/katholisch-und-evangelisch).

Das Große Glaubensbekenntnis sagt übrigens ausführlicher: die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Diese vier Merkmale gehören untrennbar zusammen (KKK 811).

## Wann wird das Glaubensbekenntnis gebetet?

Das Glaubensbekenntnis wird überall dort gebetet, wo der Glaube ausdrücklich bekannt wird: in der Messe, bei Taufe und Firmung und im persönlichen Gebet.

**In der Messe:** An Sonntagen und Hochfesten sprechen oder singen alle nach der Predigt gemeinsam das Credo, so die Grundordnung des Römischen Messbuchs (Nr. 68). Dabei steht man. Das Messbuch sieht eigentlich das Große Glaubensbekenntnis vor, erlaubt aber auch das Apostolikum; in vielen deutschen Gemeinden ist das Apostolikum der Normalfall. Bei den Worten über die Menschwerdung verneigen sich alle, an Weihnachten und am Hochfest der Verkündigung des Herrn knien sie sogar (Grundordnung Nr. 137). Wie der ganze Gottesdienst aufgebaut ist, zeigt der Überblick über den [Ablauf der Heiligen Messe](/praxis/heilige-messe).

**Bei der Taufe:** Hier hat das Credo seinen Ursprung. Bei der Taufe eines Kindes fragt der Priester oder Diakon Eltern und Paten in drei Fragen nach dem Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist, und sie antworten jedes Mal: „Ich glaube.“ Wie die Feier genau abläuft, liest du im Text über [die Taufe und ihre Vorbereitung](/katechismus/taufe). In der Osternacht erneuert die ganze Gemeinde auf diese Weise ihr Taufversprechen.

**Bei Erstkommunion und Firmung:** Kinder lernen das Glaubensbekenntnis oft in der Vorbereitung auf die [Erstkommunion](/katechismus/erstkommunion). Bei der Firmung erneuern die Jugendlichen selbst das Bekenntnis, das bei ihrer Taufe andere für sie gesprochen haben.

**Im Rosenkranz:** Der [Rosenkranz](/glossar/rosenkranz) beginnt mit dem Kreuzzeichen und dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Wie das Kreuzzeichen geht und was es bedeutet, erklärt die Seite über [das Kreuzzeichen](/gebete/kreuzzeichen).

**Allein:** Du kannst das Credo auch morgens, abends oder unterwegs beten, genau wie das [Vaterunser mit seiner Erklärung Zeile für Zeile](/gebete/vaterunser). Das Vaterunser ist ein Gebet an Gott, das Credo ist eher eine Antwort: Das ist es, worauf ich mich verlasse.

## Was, wenn ich nicht alles glauben kann?

Viele stolpern an einzelnen Zeilen. Jungfrauengeburt, Auferstehung, Gericht: Das ist für einen Menschen von heute nicht selbstverständlich. Du bist mit diesem Zögern in guter Gesellschaft. Auch Menschen, die seit Jahrzehnten glauben, kennen Zeilen, bei denen sie kurz innehalten.

Klar ist aber auch: Das Glaubensbekenntnis ist kein Buffet. Man kann sich nicht die angenehmen Sätze herausnehmen und den Rest liegen lassen und dann sagen, das sei der christliche Glaube. Die Zeilen hängen zusammen. Ohne Auferstehung wäre das Kreuz nur ein Scheitern, ohne Heiligen Geist wäre die Kirche nur ein Verein.

Das heißt nicht, dass du alles schon verstanden haben musst. Glauben ist ein Weg. Das Credo spricht nicht jeder mit derselben Gewissheit, aber jeder spricht es mit der ganzen Kirche. Der Katechismus sagt: Wer „Ich glaube“ sagt, sagt auch „Ich bejahe das, was wir glauben“ (KKK 185). Die anderen tragen dich mit, wo dein eigener Glaube noch schwach ist.

Ehrlich gemeint ist das Bekenntnis dann, wenn du die Fragen nicht versteckst, sondern mitbringst. Sprich darüber mit jemandem, der glaubt, lies nach, bete trotzdem.

## So lernst und betest du das Glaubensbekenntnis

Das Credo auswendig zu lernen dauert meist nur ein paar Tage, wenn du es in Etappen machst. Und es verändert, wie du es betest.

1. **In drei Teilen lernen** · Nimm dir jeden Tag einen Teil vor: den Vater, den Sohn, den Geist. Der Mittelteil über Jesus ist der längste, gib ihm zwei Tage.
2. **An der Geschichte entlang** · Der Jesus-Teil erzählt sein Leben in der richtigen Reihenfolge: Empfängnis, Geburt, Leiden, Tod, Grab, Auferstehung, Himmelfahrt, Wiederkunft. Wenn du die Stationen kennst, fehlt dir kein Wort.
3. **Laut sprechen** · Sprich den Text halblaut, zum Beispiel auf dem Weg zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit. Laut Gelerntes sitzt besser.
4. **Eine Zeile pro Woche** · Nimm dir jede Woche eine Zeile, über die du nachdenkst. Frag dich: Was würde sich ändern, wenn das stimmt?
5. **Mitbeten** · Geh an einem Sonntag in die Messe und sprich das Credo ohne Zettel mit. Es ist ein gutes Gefühl, wenn die eigene Stimme in den anderen aufgeht.

Wenn du nach dem Glaubensbekenntnis weiterbeten willst: Ein Lob- oder Dankgebet ist die natürliche Fortsetzung. Ideen dafür findest du bei den [Lobgebeten und Dankgebeten](/gebete/lobgebete). Und wenn du über einzelne Zeilen mit anderen jungen Leuten reden willst, ist [die Runde](/runde) ein guter Ort dafür. Dort darf man auch Zweifel aussprechen.

Das Credo ist alt, aber es ist nicht verstaubt. Es ist ein Satz, den Menschen seit fast zweitausend Jahren in Verfolgung, in Kathedralen und am Sterbebett gesprochen haben. Wenn du ihn heute mitsprichst, stehst du in dieser langen Reihe. Fang mit dem ersten Satz an: „Ich glaube an Gott.“ Der Rest kommt mit der Zeit.

## Häufige Fragen

### Wie lautet das Glaubensbekenntnis katholisch?

Katholiken im deutschen Sprachraum beten das Apostolische Glaubensbekenntnis in der ökumenischen Fassung von 1970. Es beginnt mit „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde“ und endet mit „Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“ Typisch katholisch ist nur ein Wort: Im dritten Teil heißt es „die heilige katholische Kirche“. Den ganzen Text findest du oben auf dieser Seite und im Gotteslob unter Nr. 3,4.

### Was heißt Credo?

Credo ist Latein und heißt „Ich glaube“. Mit diesem Wort beginnen die lateinischen Glaubensbekenntnisse, deshalb nennt man sie so. In der Messe heißt der Teil nach der Predigt, in dem alle gemeinsam ihren Glauben bekennen, ebenfalls Credo. Auch vertonte Glaubensbekenntnisse in Messkompositionen, etwa bei Bach, Mozart oder im gregorianischen Choral, tragen diesen Namen.

### Warum heißt es Apostolisches Glaubensbekenntnis?

Weil es als treue Zusammenfassung des Glaubens der Apostel gilt (KKK 194). Eine alte Legende aus dem 4. Jahrhundert erzählt, die zwölf Apostel hätten je einen Satz beigesteuert. Das stimmt historisch nicht: Der Text ist über Generationen aus dem römischen Taufbekenntnis gewachsen. Der Name bleibt trotzdem richtig, weil der Inhalt auf die Predigt der Apostel zurückgeht, wie sie im Neuen Testament steht.

### Wo steht das Glaubensbekenntnis in der Bibel?

Als fertiger Text steht es nicht in der Bibel. Es ist eine Zusammenfassung dessen, was die Bibel über Gott, Jesus und den Heiligen Geist sagt. Kurze Vorformen gibt es aber schon im Neuen Testament: das Bekenntnis „Jesus ist der Herr“ (Röm 10,9), die alte Formel über Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu (1 Kor 15,3–5) und der Taufauftrag im Namen von Vater, Sohn und Heiligem Geist (Mt 28,19).

### Wie viele Glaubensbekenntnisse gibt es?

In der Kirchengeschichte sind viele entstanden. Zwei haben besonderes Gewicht: das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Taufbekenntnis der römischen Kirche, und das Große Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel aus den Jahren 325 und 381. Daneben kennt die westliche Kirche das sogenannte Athanasianische Glaubensbekenntnis. Im Gottesdienst werden heute fast nur die ersten beiden gebetet.

### Muss ich das Glaubensbekenntnis auswendig können?

Eine Pflicht, es auswendig aufzusagen, gibt es nicht. Bei der Taufe von Kindern antworten Eltern und Paten auf Fragen mit „Ich glaube“, bei der Firmung die Firmlinge selbst. Trotzdem lohnt es sich, den Text im Kopf zu haben. In der Messe betest du dann mit, statt abzulesen, und du hast die Grundlinien des Glaubens immer dabei.

### Was bedeutet „eingeborener Sohn“?

„Eingeboren“ heißt hier nicht „einheimisch“, sondern „einzig geboren“. Das Wort übersetzt das lateinische „unicus“ und das griechische „monogenes“. Gemeint ist: Jesus ist nicht einer von vielen Söhnen Gottes, wie wir alle Kinder Gottes genannt werden. Er ist der Sohn in einzigartiger Weise, von Ewigkeit her aus dem Vater. Deshalb sagt das Große Glaubensbekenntnis auch „aus dem Vater geboren vor aller Zeit“.


## Quellen

- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 185–197 (Die Glaubenssymbola)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P1B.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 811–870 (Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P2E.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 632–637 (Christus ist hinabgestiegen zu den Toten)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P1Y.HTM)
- [Kongregation für die Glaubenslehre: Beschlüsse zur Übersetzung von „carnis resurrectionem“ (14.12.1983)](https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19831214_carnis-resurrectionem_ge.html)
- [Deutsche Bischofskonferenz: Grundordnung des Römischen Messbuchs (Arbeitshilfen 215), Nr. 67–68 und 137](https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/AH_215.pdf)
- [katholisch.de: Das Apostolische Glaubensbekenntnis – Gebete erklärt](https://katholisch.de/artikel/62870-das-apostolische-glaubensbekenntnis-gebete-erklaert)
- [Wikipedia: Apostolisches Glaubensbekenntnis (Wortlaut, Entstehung, ökumenische Fassung)](https://de.wikipedia.org/wiki/Apostolisches_Glaubensbekenntnis)
- [Vatican News: Pope – Nicaea invites Christians to unity (Ökumenisches Gebet in İznik, 28.11.2025)](https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-11/pope-leo-xiv-ecumenical-prayer-turkiye-iznik-nicaea.html)
