# Weihnachten: Bedeutung und was Christen eigentlich feiern

URL: https://katholisch-thueringen.de/glaube/kirchenjahr/weihnachten
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Die Bedeutung von Weihnachten: Gott wird Mensch. Was Christen am 24. und 25. Dezember feiern, was die Christmette ist, woher Krippe und Christbaum kommen.

## Kurz beantwortet

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Christen feiern, dass Gott selbst Mensch geworden ist, als Kind in armen Verhältnissen in Betlehem. Das Fest beginnt am Abend des 24. Dezember mit der Christmette, Hochfest ist der 25. Dezember. Die Weihnachtszeit dauert bis zum Fest der Taufe des Herrn im Januar, die liturgische Farbe ist Weiß.

## Steckbrief

- **Fest der:** Geburt Jesu Christi, Menschwerdung Gottes
- **Heiligabend:** 24. Dezember (2026: Donnerstag, 2027: Freitag)
- **Hochfest:** 25. Dezember (2026: Freitag, 2027: Samstag)
- **Weihnachtszeit 2026/27:** 24. Dezember 2026 bis 10. Januar 2027 (Taufe des Herrn)
- **Liturgische Farbe:** Weiß
- **Feiertag in Thüringen:** Ja, 25. und 26. Dezember. Heiligabend ist Werktag, ab 15 Uhr gilt besonderer Schutz
- **Biblische Texte:** Lukas 2, Matthäus 1–2, Johannes 1
- **Bräuche:** Christmette, Krippe, Christbaum, Geschenke, Weihnachtslieder

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Irgendwann im Dezember ist es so weit: Die Lichterketten hängen, die Playlist läuft seit Wochen, und an Heiligabend sitzt die Familie zusammen. Viele feiern Weihnachten, ohne genau sagen zu können, worum es eigentlich geht. Geschenke, Essen, freie Tage, das kennt jeder. Die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten ist erstaunlich radikal.

Christen feiern an Weihnachten nicht einfach den Geburtstag eines guten Menschen. Sie feiern, dass Gott selbst Mensch geworden ist. Hier liest du, was dahintersteckt, was in der Bibel steht und was nicht, warum das Fest am 25. Dezember liegt, was in der Christmette passiert und woher Krippe, Christbaum und Christbaumkugeln kommen. Eine davon stammt aus Thüringen.

## Weihnachten: Was ist die Bedeutung?

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Im Kern steht der Glaube, dass Gott in Jesus von Nazaret ein Mensch geworden ist, mit Körper, Familie und Lebensgeschichte.

Das Fachwort dafür heißt Menschwerdung, lateinisch Inkarnation, wörtlich „Fleischwerdung“. Der Katechismus der Katholischen Kirche nennt den Glauben an die wirkliche Menschwerdung das entscheidende Kennzeichen des christlichen Glaubens (KKK 463). Andere Religionen kennen Propheten, Lehrer und Erleuchtete, der Hinduismus auch Erscheinungsformen von Göttern. Dass der eine, ewige Gott ganz und für immer Mensch wird, bis hinein in eine Futterkrippe, ist der Kern des Christentums.

Das Johannesevangelium sagt es in einem Satz, der in jedem Weihnachtsgottesdienst vorgelesen wird: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Luther 1912, [Joh 1,14](https://www.bibleserver.com/EU/Johannes1%2C14)). Mit „Wort“ ist Gott selbst gemeint, der spricht und schafft. Und dieses Wort zieht nicht in einen Palast, sondern mitten hinein in eine arme, unruhige Welt.

### Woher kommt das Wort Weihnachten?

Das Wort geht auf das mittelhochdeutsche „wîhe naht“ zurück: geweihte, heilige Nacht. Der älteste Beleg stammt aus einer Predigtsammlung um 1170. Kurz darauf schreibt der Dichter Spervogel von dem, der „zur geweihten Nacht“ geboren wurde. Die Mehrzahl „Weihnachten“ erinnert daran, dass es von Anfang an um mehrere heilige Nächte ging, nicht nur um einen Abend.

## Warum feiern Christen Weihnachten?

Christen feiern Weihnachten, weil sie glauben, dass mit dieser Geburt Gott endgültig auf die Seite der Menschen getreten ist. Der Katechismus nennt vier Gründe, warum Gott Mensch wurde (KKK 456–460).

1. **Um uns mit Gott zu versöhnen.** Die Welt ist nicht heil, und die Menschen schaffen es nicht allein, sie zu heilen. Gott kommt selbst.
2. **Damit wir seine Liebe erkennen.** Liebe, die man nur behauptet, bleibt abstrakt. Ein Kind kann man ansehen.
3. **Um uns ein Vorbild zu sein.** In Jesus sieht man, wie ein Leben aussieht, das ganz aus Gott lebt.
4. **Damit wir Anteil an Gottes Leben bekommen.** Die Liturgie spricht vom „wunderbaren Tausch“: Gott wird Mensch, damit der Mensch an Gottes Leben teilhat (KKK 460, 526).

Dazu kommt ein Punkt, den man leicht überliest. Jesus wird nicht in Macht geboren, sondern in Armut. Der Katechismus betont, dass die ersten Zeugen einfache Hirten waren und sich Gottes Herrlichkeit gerade in dieser Armut zeigt (KKK 525). Weihnachten sagt damit auch etwas über dich: Gott sucht nicht zuerst die Starken und Erfolgreichen.

Nach der Grundordnung des Kirchenjahres, dem offiziellen Regelwerk für den katholischen Festkalender, ist Weihnachten nach Ostern das ehrwürdigste Fest der Kirche. Beides gehört zusammen. Das Kind in der Krippe ist derselbe, der am Kreuz stirbt und an [Ostern](/glaube/kirchenjahr/ostern) aufersteht.

## Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel

Von der Geburt Jesu erzählen zwei der vier Evangelien ausführlich: Lukas und Matthäus. Sie setzen verschiedene Schwerpunkte, und manches, was heute zu jeder Krippe gehört, steht in keinem von beiden.

### Lukas: Stall, Hirten und Engel

Die bekannteste Fassung steht im Lukasevangelium ([Lk 2,1-20](https://www.bibleserver.com/EU/Lukas2%2C1-20)). Kaiser Augustus ordnet eine Volkszählung an. Josef zieht mit seiner schwangeren Verlobten Maria von Nazaret nach Betlehem, in die Stadt Davids. Dort bringt Maria ihren Sohn zur Welt, wickelt ihn in Windeln und legt ihn in eine Futterkrippe, weil in der Unterkunft kein Platz für sie ist.

Auf den Feldern hüten Hirten ihre Herden. Ein Engel erscheint ihnen: „Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren“ (Luther 1912, [Lk 2,10-11](https://www.bibleserver.com/EU/Lukas2%2C10-11)). Dann singt ein ganzes Heer von Engeln Gott das Lob. Die Hirten laufen los und finden das Kind so, wie es ihnen gesagt wurde.

### Matthäus: Josef, der Stern und Herodes

Matthäus erzählt aus der Sicht von Josef. Er erfährt im Traum, dass das Kind vom Heiligen Geist stammt, und nimmt Maria trotzdem zu sich ([Mt 1,18-25](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us1%2C18-25)). Die Kirche glaubt, dass Maria Jesus als Jungfrau empfangen hat. Was die [Jungfrauengeburt](/glossar/jungfrauengeburt) bedeutet und was nicht, erklärt das Glossar.

Bei Matthäus kommen dann Sterndeuter aus dem Osten, folgen einem Stern und bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. König Herodes fühlt sich bedroht und lässt die kleinen Jungen in Betlehem töten, die Familie flieht nach Ägypten ([Mt 2,1-18](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us2%2C1-18)). Wer die Sterndeuter waren und wie aus ihnen die Könige der Sternsinger wurden, steht im Artikel über die [Heiligen Drei Könige](/glaube/kirchenjahr/heilige-drei-koenige).

### Was nicht in der Bibel steht

Ochs und Esel kommen in keinem Evangelium vor. Sie stammen aus einem Vers beim Propheten Jesaja: Der Ochse kennt seinen Besitzer, der Esel die Krippe seines Herrn ([Jes 1,3](https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja1%2C3)). Auch von einem Stall ist nicht ausdrücklich die Rede, nur von einer Krippe. Die Zahl drei bei den Weisen ergibt sich aus den drei Geschenken, dass es Könige waren, sagt die Bibel nicht.

Das macht die Geschichte nicht falsch. Es zeigt nur, dass Christen sie über Jahrhunderte weitererzählt und ausgemalt haben. Wer die Texte selbst liest, entdeckt meistens, dass sie nüchterner und härter sind als die Postkarten. Wie man historisch über Jesus urteilt, liest du im Artikel [Wer war Jesus?](/apologetik/wer-war-jesus).

## Warum Weihnachten am 25. Dezember?

Das genaue Geburtsdatum Jesu kennt niemand. Die Bibel nennt keinen Tag, und der 25. Dezember ist erst seit dem 4. Jahrhundert als Festtag belegt.

Auch das Jahr ist nicht das Jahr null. Der Mönch Dionysius Exiguus legte 525 die Jahreszählung fest, die wir heute nutzen. Er verrechnete sich. König Herodes, der laut Matthäus bei der Geburt noch lebte, starb im Jahr 4 vor Christus. Die meisten Historiker gehen deshalb davon aus, dass Jesus zwischen 7 und 4 vor Christus geboren wurde.

Der älteste sichere Beleg für den 25. Dezember steht im sogenannten Chronographen von 354, einem römischen Kalenderhandbuch. Er beruht auf einer Liste, die in Rom schon um 336 galt. Warum gerade dieses Datum, dazu gibt es zwei Erklärungen, die bis heute diskutiert werden.

| Erklärung | Was sie sagt |
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| Sonnenwende | Kaiser Aurelian hatte in den 270er-Jahren den „unbesiegten Sonnengott“ (Sol invictus) zum Staatskult gemacht, sein Fest lag um die Wintersonnenwende. Die Christen hätten dem Christus als wahre Sonne entgegengesetzt. |
| Berechnung | Frühe Theologen setzten Jesu Tod auf den 25. März. Weil man annahm, dass große Gestalten am selben Tag empfangen wurden, an dem sie starben, ergab sich neun Monate später der 25. Dezember. |

Beide Erklärungen schließen sich nicht aus. Sicher ist: Christen haben das Bild vom Licht in der längsten Nacht bewusst aufgegriffen. Die Tage werden ab jetzt wieder länger.

Nicht alle Christen feiern am selben Tag. Die russische und die serbische orthodoxe Kirche richten sich nach dem alten julianischen Kalender, ihr 25. Dezember fällt auf unseren 7. Januar. Die armenische Kirche feiert die Geburt Jesu am 6. Januar.

## Heiligabend und Christmette: Wie die Kirche Weihnachten feiert

Liturgisch beginnt Weihnachten am Abend des 24. Dezember. Hochfeste beginnen in der Kirche schon mit dem Abendgebet am Vorabend. Deshalb ist der Heilige Abend kein Vorspiel, sondern schon der Anfang des Festes.

### Die Christmette

Die Christmette ist die Messe in der Heiligen Nacht. Der Name kommt vom lateinischen „matutina“, dem nächtlichen Gebet der Mönche vor dem Morgengrauen. Früher begann sie um Mitternacht. Heute feiern viele Gemeinden sie um 22 oder 23 Uhr, am Nachmittag gibt es oft Krippenfeiern für Familien mit Kindern.

In der Christmette hört man die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Nach vier Wochen Advent erklingt wieder das Gloria, der Lobgesang „Ehre sei Gott in der Höhe“. Er greift den Gesang der Engel über Betlehem auf ([Lk 2,14](https://www.bibleserver.com/EU/Lukas2%2C14)). Beim Glaubensbekenntnis knien alle an der Stelle, an der es heißt, dass Jesus durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria Mensch geworden ist. Das geschieht nur zweimal im Jahr: an Weihnachten und am Fest der Verkündigung im März.

### Drei Messen an einem Fest

Nach alter römischer Tradition kann an Weihnachten dreimal die Messe gefeiert werden: in der Nacht, am Morgen und am Tag. Dazu kommt die Vorabendmesse am 24. Dezember. Jede hat eigene Lesungen.

| Messe | Evangelium | Blickwinkel |
| --- | --- | --- |
| Am Vorabend | Mt 1 | Stammbaum und Josefs Entscheidung |
| In der Nacht (Christmette) | Lk 2,1-14 | Die Geburt und die Engel |
| Am Morgen (Hirtenamt) | Lk 2,15-20 | Die Hirten kommen zur Krippe |
| Am Tag | Joh 1,1-18 | Das Wort wird Fleisch |

Von der Nacht bis zum Tag verschiebt sich der Blick: vom Kind in der Krippe zur Frage, wer dieses Kind eigentlich ist. Die liturgische Farbe ist in allen Messen Weiß, die Farbe der großen Feste. Wie eine Messe grundsätzlich abläuft, erklärt unser Artikel über die [Heilige Messe](/praxis/heilige-messe).

## Die Weihnachtszeit: vom 24. Dezember bis zur Taufe des Herrn

Für die Kirche ist Weihnachten am 26. Dezember nicht vorbei. Die Weihnachtszeit dauert bis zum Fest der Taufe des Herrn, dem Sonntag nach dem 6. Januar. 2026/27 ist das der 10. Januar 2027.

### Die Weihnachtsoktav

Die ersten acht Tage ab dem 25. Dezember heißen Weihnachtsoktav. Sie werden gefeiert wie ein einziger, langer Festtag. Auffällig ist, wer in diesen Tagen im Kalender steht.

- **26. Dezember, Stephanus:** der erste Christ, der wegen seines Glaubens getötet wurde. Er betete noch im Sterben für die, die ihn steinigten ([Apg 7,54-60](https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte7%2C54-60)).
- **27. Dezember, Johannes:** der Apostel und Evangelist, von dem der Satz vom Wort, das Fleisch wird, stammt.
- **28. Dezember, Unschuldige Kinder:** die Jungen von Betlehem, die Herodes töten ließ.
- **Sonntag in der Oktav, Heilige Familie:** Maria, Josef und Jesus. 2026 fällt das Fest auf den 27. Dezember.
- **1. Januar, Hochfest der Gottesmutter Maria:** Der Neujahrstag ist in der Kirche ein Marienfest. Warum Katholiken [Maria, die Mutter Jesu](/katechismus/maria), so verehren, liest du dort.

Der Kalender ist ehrlich. Direkt neben der Krippe stehen Gewalt, Flucht und Tod. Weihnachten behauptet nicht, dass die Welt in Ordnung ist. Es behauptet, dass Gott in diese Welt hineinkommt, so wie sie ist.

### Erscheinung, Taufe und Lichtmess

Am 6. Januar feiert die Kirche die Erscheinung des Herrn, im Volksmund Dreikönigstag. Mit der Taufe Jesu im Jordan am folgenden Sonntag endet die Weihnachtszeit, danach beginnt die Zeit im Jahreskreis. Früher reichte der Weihnachtsfestkreis bis zum 2. Februar. Deshalb bleiben in vielen Kirchen die Krippen bis [Mariä Lichtmess](/glaube/kirchenjahr/lichtmess) stehen.

Wie sich die Festzeiten über das Jahr verteilen, zeigt der Überblick über das [Kirchenjahr](/glaube/kirchenjahr). Das [liturgische Jahr](/glossar/liturgisches-jahr) hat zwei große Festkreise: Weihnachten mit dem Advent davor und Ostern mit der [Fastenzeit](/praxis/fastenzeit) davor. 2027 beginnt sie am 10. Februar, nur ein paar Wochen nach dem Ende der Weihnachtszeit.

## Weihnachtsbräuche und woher sie kommen

Viele Weihnachtsbräuche sind jünger, als man denkt, und einige kamen erst spät in katholische Häuser. Hier die wichtigsten mit ihrer Geschichte.

### Die Krippe

Die erste Krippenfeier geht auf [Franz von Assisi](/heilige/franz-von-assisi) zurück. An Weihnachten 1223, drei Jahre vor seinem Tod, ließ er in einer Felshöhle bei Greccio in Mittelitalien eine Futterkrippe mit Stroh aufbauen und einen echten Ochsen und Esel dazustellen. Leute aus der Gegend kamen mit Kerzen und Fackeln. Über der Krippe wurde die Messe gefeiert, Franziskus sang als Diakon das Evangelium und predigte vom Kind in Betlehem. So erzählt es sein Biograf Thomas von Celano.

Figuren gab es in Greccio noch keine. Krippen mit geschnitzten Figuren kamen ab dem 14. und 15. Jahrhundert auf und wurden in der Barockzeit zu großen Landschaften. Die Idee dahinter ist bis heute dieselbe: Die Geschichte soll man nicht nur hören, sondern sehen, fast anfassen.

### Der Christbaum

Die erste bekannte Erwähnung eines geschmückten Baumes stammt von 1419 aus Freiburg: Die Bäcker hängten Früchte, Nüsse und Naschwerk daran. 1539 ist ein Weihnachtsbaum im Straßburger Münster belegt. Kerzen kamen im 17. Jahrhundert dazu.

Verbreitet hat sich der Baum zuerst in evangelischen Familien und im Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Die katholische Kirche hielt ihn lange für heidnisch und setzte auf die Krippe. Auf dem Petersplatz in Rom steht erst seit 1982 offiziell ein Christbaum. Heute gehören Baum und Krippe in den meisten katholischen Familien selbstverständlich zusammen.

### Christkind, Nikolaus und die Geschenke

Lange war der 6. Dezember der Tag der Geschenke, gebracht vom [heiligen Nikolaus](/heilige/nikolaus). Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung ab. Überliefert ist, dass er vorschlug, stattdessen den „Heiligen Christ“ als Gabenbringer zu nehmen, der an Weihnachten beschenkt. Aus ihm wurde das Christkind, das sich ab dem 17. und 18. Jahrhundert verbreitete, ironischerweise später vor allem in katholischen Gegenden. Der Sinn der Geschenke bleibt: Man schenkt, weil man selbst beschenkt wurde.

### Barbarazweige und Lieder

Wer am 4. Dezember Kirsch- oder Apfelzweige ins Wasser stellt, hat mit etwas Glück an Weihnachten Blüten. Woher der Brauch kommt, erzählt der Artikel über die [heilige Barbara](/heilige/barbara). Das bekannteste Weihnachtslied der Welt, „Stille Nacht, heilige Nacht“, erklang zum ersten Mal am 24. Dezember 1818 in der katholischen Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg. Den Text schrieb der Hilfspriester Joseph Mohr, die Melodie der Lehrer und Organist Franz Xaver Gruber.

## Weihnachten in Thüringen

In Thüringen ist Weihnachten für die meisten ein Familienfest ohne Kirche. Nur rund 7 Prozent der Menschen sind katholisch, die Mehrheit gehört keiner Konfession an. Trotzdem sind auch hier viele Kirchen an Heiligabend voll, oft mit Menschen, die sonst nie kommen.

### Christbaumkugeln aus Lauscha

Ein Stück Weihnachten, das weltweit an Bäumen hängt, kommt aus dem Thüringer Wald. In Lauscha im Landkreis Sonneberg gibt es seit 1597 eine Glashütte. 1847 blies ein Lauschaer Glasbläser erstmals gläserne Früchte und Nüsse als Baumschmuck. Erzählt wird, dass sich arme Familien echte Äpfel und Nüsse für den Baum nicht leisten konnten.

Eine Gasanstalt machte ab 1867 dünneres Glas möglich, ab 1870 wurden die Kugeln innen mit Silbernitrat verspiegelt. Um 1880 entdeckte der amerikanische Kaufmann Frank Woolworth die Lauschaer Kugeln und brachte sie in die USA. Bis heute stellen kleine Familienbetriebe in Lauscha mundgeblasenen Christbaumschmuck her.

### Heiligabend und das Feiertagsgesetz

Gesetzliche Feiertage in Thüringen sind der 25. und 26. Dezember. Heiligabend ist ein Werktag. Das Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz schützt den 24. Dezember aber ab 15 Uhr: Öffentliche Sportveranstaltungen sind dann verboten, andere öffentliche Veranstaltungen nur erlaubt, wenn sie zum Tag passen oder der Kunst, Wissenschaft oder Bildung dienen.

Wenn du an Heiligabend oder am ersten Weihnachtstag in eine Messe gehen möchtest, findest du Kirchen und Gemeinden in deiner Nähe über unser [Gemeindeverzeichnis](/gemeinden). Die Gottesdienstzeiten stehen bei den Pfarreien selbst.

## Weihnachten Kindern erklären

Kinder verstehen Weihnachten oft besser als Erwachsene, weil sie wissen, wie es ist, klein zu sein. Diese fünf Sätze reichen zum Vorlesen.

**Weihnachten für Kinder erklärt**

1. Vor langer Zeit machten sich Maria und Josef auf den Weg nach Betlehem.
2. Dort fanden sie keinen Platz zum Schlafen, nur einen Ort bei den Tieren.
3. In der Nacht wurde Jesus geboren, und Maria legte ihn in eine Futterkrippe.
4. Engel erzählten den Hirten auf dem Feld davon, und die Hirten liefen sofort los, um das Kind zu sehen.
5. Wir feiern Weihnachten, weil Christen glauben: In diesem kleinen Kind ist Gott selbst zu uns gekommen.

Gut geht das beim Aufbauen der Krippe. Jede Figur bekommt ihren Satz, das Jesuskind kommt erst an Heiligabend dazu. Die Könige wandern langsam durchs Zimmer und kommen am 6. Januar an.

## Was Weihnachten heute bedeuten kann

Weihnachten ist für viele das anstrengendste Fest des Jahres. Erwartungen, Familie, alte Konflikte, und dazu der Druck, dass alles schön sein muss. Die Geschichte, um die es eigentlich geht, war alles andere als perfekt: keine Unterkunft, ein Futtertrog, Besuch von Hirten, die niemand eingeladen hatte.

Gott kommt nicht in die aufgeräumte Wohnung. Er kommt in den Stall.

Das heißt auch: Dein Weihnachten muss nicht perfekt sein, damit es Weihnachten ist. Ein paar Ideen, wie das Fest mehr wird als ein langes Wochenende:

1. **Lies die Geschichte selbst** · Nimm dir an Heiligabend zehn Minuten und lies [Lk 2,1-20](https://www.bibleserver.com/EU/Lukas2%2C1-20) laut, allein oder mit anderen. Es dauert kürzer als ein Werbeblock.
2. **Geh einmal in die Christmette** · Auch wenn du nicht weißt, was du glaubst. Setz dich hinten hin und hör zu. Niemand erwartet etwas von dir.
3. **Lade jemanden ein, der sonst allein wäre** · Die Hirten gehörten nicht dazu, und genau sie kamen zuerst. Wer in deinem Umfeld hat an Weihnachten niemanden?
4. **Lass die Weihnachtszeit länger dauern** · Wenn am 27. Dezember alle den Baum rausstellen, feierst du weiter bis zur Taufe des Herrn.

Die Vorbereitung auf das Fest beginnt vier Wochen vorher im [Advent](/glaube/kirchenjahr/advent). Wer den bewusst erlebt, kommt an Heiligabend nicht erschöpft an, sondern bereit. Gott ist klein geworden, damit niemand Angst vor ihm haben muss. Du darfst einfach kommen, so wie die Hirten.

## Häufige Fragen

### Wann ist Weihnachten 2026?

Heiligabend ist am Donnerstag, 24. Dezember 2026. Der erste Weihnachtstag fällt auf Freitag, 25. Dezember, der zweite auf Samstag, 26. Dezember. Am Sonntag, 27. Dezember, feiert die Kirche das Fest der Heiligen Familie. 2027 ist Heiligabend ein Freitag, der 25. Dezember ein Samstag und der 26. Dezember ein Sonntag.

### Ist Heiligabend in Thüringen ein Feiertag?

Nein. Der 24. Dezember ist in Thüringen ein Werktag, gesetzliche Feiertage sind der 25. und 26. Dezember. Das Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz schützt den Heiligen Abend aber ab 15 Uhr: Dann sind öffentliche Sportveranstaltungen verboten und andere öffentliche Veranstaltungen nur erlaubt, wenn sie zum Charakter des Tages passen oder Kunst, Wissenschaft oder Bildung dienen.

### Was feiert man am zweiten Weihnachtstag?

Kirchlich ist der 26. Dezember das Fest des heiligen Stephanus. Er war einer der ersten Diakone in Jerusalem und wurde als erster Christ wegen seines Glaubens getötet. Die Apostelgeschichte erzählt, dass er noch im Sterben für seine Mörder betete. Dass gleich nach der Krippe ein Märtyrer gefeiert wird, zeigt: Weihnachten ist kein reines Idyll.

### Waren Ochs und Esel wirklich an der Krippe?

In den Evangelien kommen sie nicht vor. Lukas erzählt nur, dass Maria ihr Kind in eine Futterkrippe legte, weil in der Unterkunft kein Platz war. Ochs und Esel stammen aus einem Vers beim Propheten Jesaja: Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn. Frühe Christen lasen das als Hinweis auf Betlehem, seitdem gehören die Tiere dazu.

### Warum feiern orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?

Sie feiern ebenfalls am 25. Dezember, aber nach dem alten julianischen Kalender. Der liegt heute 13 Tage hinter dem gregorianischen, den Papst Gregor XIII. 1582 eingeführt hat. So fällt ihr 25. Dezember auf unseren 7. Januar. Das gilt etwa für die russische und die serbische Kirche. Griechische, rumänische oder bulgarische Orthodoxe feiern am 25. Dezember wie wir.

### Darf ich in die Christmette gehen, wenn ich nicht getauft bin?

Ja. Gottesdienste sind öffentlich, niemand fragt am Eingang nach der Taufe. An Heiligabend sitzen in vielen Kirchen Menschen, die sonst nie kommen. Du kannst einfach zuhören und mitsingen, was du kennst. Nur zur Kommunion gehst du nicht nach vorne. Wenn du trotzdem einen Segen möchtest, kannst du mitgehen und die Arme vor der Brust kreuzen.

### Wie lange bleiben Krippe und Christbaum stehen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Viele räumen nach dem Dreikönigstag am 6. Januar auf oder nach dem Fest der Taufe des Herrn, mit dem die Weihnachtszeit endet. In vielen Kirchen und katholischen Familien bleibt die Krippe bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen. Das war früher das Ende des Weihnachtsfestkreises.

### Muss man als Katholik an Weihnachten in die Messe?

Ja. Der 25. Dezember ist ein Hochfest und nach dem Kirchenrecht ein gebotener Feiertag, für Katholiken also wie ein Sonntag. Die Pflicht erfüllst du auch mit der Christmette oder einer Messe am Abend des 24. Dezember. Gemeint ist das nicht als Kontrolle, sondern als Einladung, den Geburtstag, um den es geht, nicht ohne den Gefeierten zu begehen.


## Quellen

- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 456–463 (Warum das Wort Fleisch geworden ist, Menschwerdung)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P1Q.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 525–526 (Das Weihnachtsgeheimnis)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P1S.HTM)
- [Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 32–38 (Weihnachtszeit)](https://www.stundenbuch-online.de/home.php?p=308&dev=d)
- [Wikipedia: Weihnachten (Wortherkunft, Chronograph von 354, Hypothesen zum Datum)](https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten)
- [Ökumenisches Heiligenlexikon: Das Kloster Greccio und die Weihnachtsfeier 1223 nach Thomas von Celano](https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Kloster_Greccio.htm)
- [Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Geschichte des Weihnachtsbaumes](https://www.sdw.de/ueber-den-wald/waldwissen/weihnachtsbaum/geschichte-des-weihnachtsbaumes/)
- [Stadt Lauscha: Geschichte der Glasbläserstadt](https://www.lauscha.de/geschichte.html)
- [Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz (ThürFGtG), §§ 2 und 6](https://www.kirchenrecht-ekm.de/document/9627)
