# Heilige Barbara: Legende, Barbarazweige und Barbaratag

URL: https://katholisch-thueringen.de/heilige/barbara
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Heilige Barbara: was ihre Legende erzählt, was davon belegt ist, warum Bergleute sie feiern und wie deine Barbarazweige bis Weihnachten blühen.

## Kurz beantwortet

Die heilige Barbara ist eine Märtyrin, die der Überlieferung nach um 306 in Nikomedien in der heutigen Türkei starb. Ihr Leben ist nicht historisch belegt, ihre Geschichte ist Legende. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember. An diesem Barbaratag schneidet man Barbarazweige, die bis Weihnachten blühen sollen. Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute.

## Steckbrief

- **Name:** Barbara von Nikomedien; der Name bedeutet „die Fremde“
- **Lebte:** der Überlieferung nach im späten 3. Jahrhundert, gestorben um 306
- **Ort:** Nikomedien, heute İzmit (Türkei); andere Überlieferung: Heliopolis, heute Baalbek (Libanon)
- **Gedenktag:** 4. Dezember (2026: Freitag), nichtgebotener Gedenktag, liturgische Farbe Rot
- **Historisch:** nicht belegt, das Leben ist nur als Legende überliefert
- **Patronin u. a. von:** Bergleuten, Artilleristen, Feuerwehrleuten, Architekten und Bauleuten, Sterbenden
- **Erkennungszeichen:** Turm mit drei Fenstern, Kelch mit Hostie, Schwert
- **Gehört zu:** den Vierzehn Nothelfern

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Anfang Dezember stehen in vielen Küchen kahle Kirschzweige in einer Vase. Drei Wochen später, mitten im Winter, gehen weiße Blüten auf. Wer das einmal erlebt hat, vergisst es nicht so schnell. Hinter dem Brauch steht die heilige Barbara: eine junge Frau aus der Frühzeit des Christentums, von der wir fast nichts sicher wissen und die trotzdem seit über tausend Jahren verehrt wird.

Hier liest du, was die Legende der heiligen Barbara erzählt und was davon Geschichte ist. Du erfährst, wie du Barbarazweige zum Blühen bringst, was am Barbaratag sonst noch passiert und warum ausgerechnet Bergleute sie bis heute feiern, auch in Thüringen.

## Wer war die heilige Barbara?

Die heilige Barbara war der Überlieferung nach eine junge Christin aus Nikomedien, dem heutigen İzmit in der Türkei. Sie soll um das Jahr 306 für ihren Glauben getötet worden sein, von ihrem eigenen Vater.

Nikomedien war damals eine der wichtigsten Städte des Römischen Reiches. Kaiser Diokletian regierte von dort aus. 303 begann in dieser Stadt die letzte große Christenverfolgung im Römischen Reich. In diese Zeit legt die Legende Barbaras Tod. Andere Fassungen erzählen, sie stamme aus Heliopolis, dem heutigen Baalbek im Libanon.

Ihr Name kommt vom griechischen Wort „barbaros“, fremd. Barbara heißt also „die Fremde“. Das passt zu ihr: Sie war eine Christin in einer Familie und einer Stadt, die mit dem neuen Glauben nichts anfangen konnten.

Was wir über ihr Leben erzählen, stammt aus Legenden. Die ältesten Märtyrerverzeichnisse, etwa das syrische aus dem frühen 5. Jahrhundert, kennen sie noch nicht. Im Westen taucht sie erst um 700 in einem Verzeichnis auf. Die Geschichte entstand vermutlich im 7. Jahrhundert im griechischsprachigen Osten und wurde später immer weiter ausgeschmückt. Umso erstaunlicher ist, wie weit sie sich verbreitet hat.

- **um 306** · Nach der Überlieferung stirbt Barbara in Nikomedien als Märtyrin.
- **7. Jahrhundert** · Im byzantinischen Osten entsteht die Barbara-Legende.
- **705/706** · Älteste bekannte Darstellung: ein Wandbild in der Kirche Santa Maria Antiqua in Rom.
- **um 1000** · Der Überlieferung nach kommen Reliquien auf die Insel Torcello bei Venedig.
- **1108** · Eine byzantinische Kaisertochter bringt Reliquien nach Kiew.
- **14. Jahrhundert** · In Sachsen, Böhmen, Schlesien und Tirol wird Barbara zur Patronin der Bergleute.
- **1969** · Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird sie aus dem allgemeinen Kalender der Kirche gestrichen.
- **1972** · Sie kommt in den Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet zurück.
- **2018** · Eine Barbarafigur zieht in die Gedächtniskapelle für den Uranbergbau in Ronneburg in Ostthüringen.

## Die Legende der heiligen Barbara

Die Legende erzählt: Barbara war die schöne und kluge Tochter eines reichen Heiden namens Dioskuros. Der Vater wollte sie vor den vielen Bewerbern schützen, vielleicht auch einfach für sich behalten, und sperrte sie in einen Turm.

Dort hörte Barbara vom christlichen Glauben und ließ sich heimlich taufen. Während ihr Vater auf Reisen war, sollten Handwerker ein Badehaus mit zwei Fenstern bauen. Barbara ließ ein drittes einsetzen: ein Fenster für den Vater, eines für den Sohn, eines für den Heiligen Geist. Daran erkennt man sie bis heute auf Bildern, am Turm mit drei Fenstern.

Als Dioskuros zurückkam und begriff, dass seine Tochter Christin geworden war, wollte er sie töten. Barbara floh. Ein Felsen öffnete sich und versteckte sie. Doch ein Hirte verriet ihr Versteck. Der Vater brachte sie vor den römischen Statthalter Marcianus, der sie schwer foltern ließ. In der Nacht im Gefängnis, so die Legende, erschien ihr Christus und heilte ihre Wunden.

Barbara blieb bei ihrem Glauben. Am Ende schlug ihr der eigene Vater den Kopf ab. Kaum war das geschehen, traf ihn ein Blitz und tötete ihn.

### Wie man so eine Geschichte liest

Eine Legende ist kein Polizeibericht. Sie verdichtet, was den Menschen wichtig war, in starke Bilder. Die Barbara-Legende erzählt von einer jungen Frau, die sich nicht einsperren lässt, weder im Turm noch in ihrer Angst. Und sie erzählt davon, dass Treue zu Gott manchmal gegen die eigene Familie steht. Das haben Christen in der Verfolgungszeit tatsächlich erlebt.

## Hat es die heilige Barbara wirklich gegeben?

Ob es Barbara gegeben hat, weiß niemand. Es gibt keine Quelle aus ihrer Zeit, die sie erwähnt.

Deshalb hat die katholische Kirche sie 1969, bei der Neuordnung des Kalenders nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aus dem allgemeinen Festkalender gestrichen. Beim [heiligen Christophorus](/heilige/christophorus) ging es aus demselben Grund genauso. Abgeschafft wurde Barbara damit nicht. 1972 kam sie in den Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet zurück, als nichtgebotener Gedenktag. Das heißt: Eine Pfarrei kann sie am 4. Dezember feiern, muss es aber nicht. Seit der Neuausgabe von 2001 steht sie auch wieder im Martyrologium Romanum, dem amtlichen Verzeichnis der Heiligen und Märtyrer.

### Warum die Kirche trotzdem an ihr festhält

Historisch sicher ist: In der Verfolgung unter Diokletian sind viele Christen gestorben, darunter junge Frauen, deren Namen niemand aufgeschrieben hat. Barbara gibt ihnen ein Gesicht. Historisch belegt ist ihre Verehrung als Märtyrin, und an ihr hält die Kirche fest. Die ausgeschmückten Einzelheiten der Legende macht sie sich damit nicht zu eigen.

Eine [Heilige](/glossar/heiliger) ist für Katholiken außerdem keine Märchenfigur, die man bewundert, sondern ein Mensch, der bei Gott lebt und für andere eintreten kann. Der Katechismus nennt das die Fürbitte der Heiligen und die Gemeinschaft mit ihnen (KKK 956–957). Wenn du genauer wissen willst, [warum Katholiken zu Heiligen beten](/katechismus/heilige), findest du dort die Grundlagen.

Bei anderen Heiligen ist die Lage ganz anders. Das Leben von [Bonifatius](/heilige/bonifatius) etwa kennen wir aus seinen eigenen Briefen. Doch auch um gut belegte Heilige ranken sich Legenden, bei [Elisabeth von Thüringen](/thueringen/elisabeth-von-thueringen) zum Beispiel das Rosenwunder. Legende und Geschichte zu unterscheiden, ist deshalb kein Angriff auf den Glauben. Es ist ehrlich.

## Barbarazweige: Was steckt dahinter?

Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, meist vom Kirschbaum, die man am 4. Dezember schneidet und in der Wohnung ins Wasser stellt. Wenn es klappt, blühen sie an Weihnachten.

Die Legende verbindet den Brauch direkt mit Barbara. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid verfangen haben. In ihrer Zelle benetzte sie ihn mit Wasser aus ihrem Trinkbecher. Am Tag ihres Todes blühte er auf. Für die Menschen war das ein Zeichen: Das Leben ist stärker als der Tod.

Der Brauch selbst ist vermutlich älter als diese Erklärung. Früher schnitt man im Winter Zweige und las an der Zahl der Blüten ab, wie fruchtbar das nächste Jahr wird. Blühten die Zweige genau an Weihnachten, galt das als gutes Zeichen. Junge Frauen schrieben Namen von Verehrern auf die Zweige, der erste, der blühte, sollte den Bräutigam anzeigen. In Teilen Bayerns, Schwabens und Frankens waren geschmückte Barbarabäume in der Stube sogar ein Vorläufer des Weihnachtsbaums.

Christen haben den Brauch in den [Advent](/glaube/kirchenjahr/advent) hineingenommen, und er passt dorthin. In der dunkelsten Zeit des Jahres blüht etwas, das tot aussah. Beim Propheten Jesaja steht das Bild von einem abgehauenen Baumstumpf, aus dem ein neuer Trieb wächst ([Jes 11,1](https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja11%2C1)). Christen lesen es als Hinweis auf Jesus. Wer im Advent auf blühende Zweige wartet, wartet auf dasselbe: dass Gott in eine kalte Welt neues Leben bringt.

### So blühen deine Barbarazweige an Weihnachten

1. **Zweige aussuchen** · Kirsche, Zierkirsche, Apfel, Pflaume oder Forsythie eignen sich gut. Nimm Zweige mit vielen Blütenknospen. Die sind rund und dicker als die spitzen Blattknospen.
2. **Fragen, bevor du schneidest** · Schneide im eigenen Garten oder bei jemandem, der es dir erlaubt. In der freien Natur sind die Zweige tabu.
3. **Kälte geben** · Knospen blühen erst, wenn sie Frost erlebt haben. War es noch nicht kalt genug, leg die Zweige ein bis zwei Tage ins Gefrierfach.
4. **Anschneiden und baden** · Schneide die Enden schräg an und leg die Zweige über Nacht in lauwarmes Wasser. Das signalisiert den Knospen: Der Frühling kommt.
5. **Pflegen** · Stell sie danach in eine Vase an einen hellen Platz, nicht direkt an die Heizung. Wechsle das Wasser alle drei bis vier Tage und sprüh die Zweige ab und zu mit Wasser ein.

Der Trick dahinter ist einfach: Im warmen Zimmer sammeln die Knospen in rund drei Wochen genau die Wärme, die ihnen draußen sonst den Frühling ankündigt.

## Barbaratag am 4. Dezember: Datum und Bräuche

Der Barbaratag ist jedes Jahr am 4. Dezember, 2026 an einem Freitag. Er ist kein gesetzlicher Feiertag. In der Messe trägt der Priester an diesem Tag Rot, wenn Barbara gefeiert wird, die Farbe der Märtyrer.

Neben den Zweigen gibt es weitere Bräuche:

- **Barbaralicht:** Bergleute bekamen am Barbaratag ein Licht, das sie unter Tage vor Unheil schützen sollte.
- **Barbaraweizen:** Man sät Weizenkörner in eine flache Schale. Bis Weihnachten wachsen daraus grüne Halme.
- **Barbarafeiern:** In Bergwerken, auf Tunnelbaustellen und bei Geologen trifft man sich um den 4. Dezember zu Feiern mit Bergmannsliedern und Ansprachen.

Der Barbaratag ist der Auftakt einer ganzen Reihe von Winterbräuchen. Zwei Tage später kommt der [heilige Nikolaus](/heilige/nikolaus) mit gefüllten Stiefeln. Im Rheinland war der Barbaratag bis in die 1960er Jahre sogar ein kleiner Geschenktag, an dem Kinder am Vorabend einen Schuh hinstellten. Nach Weihnachten ziehen am 6. Januar die Sternsinger zu den [Heiligen Drei Königen](/glaube/kirchenjahr/heilige-drei-koenige) von Haus zu Haus. Der Festkreis um Weihnachten klingt nach alter Tradition erst an [Lichtmess am 2. Februar](/glaube/kirchenjahr/lichtmess) aus. Wer im Advent einen Barbarazweig schneidet, steigt also in eine Zeit ein, die bis in den Februar reicht.

## Warum ist Barbara die Schutzpatronin der Bergleute?

Wegen des Felsens aus ihrer Legende, der sich öffnete und sie versteckte. Bergleute arbeiten im Fels, und sie wissen, wie schnell er tödlich werden kann. Barbara wird deshalb auch gegen den plötzlichen Tod angerufen.

Seit dem 14. Jahrhundert ist sie als [Schutzpatronin](/glossar/schutzpatron) des Bergbaus in Sachsen, Böhmen, Schlesien und Tirol bezeugt. In Bergmannsfamilien gab es kleine Verse, in denen man Barbara bat, mit dem Vater in den Schacht zu fahren und ihn vor dem jähen Tod zu bewahren. Auf vielen Tunnelbaustellen steht bis heute eine Barbarafigur am Eingang.

Aus anderen Teilen der Legende kamen weitere Patronate dazu:

- **Artillerie und Sprengmeister:** wegen des Blitzes, der den Vater traf. Auf französischen Kriegsschiffen heißt die Pulverkammer bis heute „Sainte-Barbe“.
- **Feuerwehr:** wegen der Gefahr durch Blitz und Feuer.
- **Architekten, Maurer und Bauleute:** wegen des Turms.
- **Sterbende:** Die Legende erzählt, Barbara habe vor ihrem Tod für alle gebetet, die an ihr Leiden denken, damit sie nicht unvorbereitet sterben. Deshalb zeigen Bilder sie oft mit Kelch und Hostie.

Solche Patronate sind kein Zuständigkeitsplan im Himmel. Sie zeigen, in welchen Nöten Menschen sich an eine Heilige gewandt haben. So wie viele beim Suchen den [heiligen Antonius](/heilige/antonius) anrufen, rufen Menschen in gefährlichen Berufen Barbara an.

### Eine der Vierzehn Nothelfer

Barbara gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Das ist eine Gruppe von Heiligen, die seit dem späten Mittelalter gemeinsam in besonderen Nöten angerufen werden, darunter auch Christophorus, Katharina und Margareta. Mit den beiden Frauen wird Barbara oft zusammen gemalt. In Bayern kennt man dafür einen Merkspruch: „Margareta mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl.“ Die drei heißen dort die „drei heiligen Madl“.

## Barbara und der Bergbau in Thüringen

Thüringen ist ein Bergbauland: Kali an der Werra und im Südharz, Uran in Ostthüringen. Die heilige Barbara ist hier deshalb vielen Menschen ein Begriff, auch Protestanten und Menschen ohne Kirche.

### Kali an der Werra und im Südharz

Im Werra-Kalirevier an der Grenze zu Hessen wird in der Grube Unterbreizbach bis heute Kalisalz abgebaut, in 500 bis 800 Metern Tiefe. Im Südharz liegt Sondershausen. Dort wird im früheren Kalibergwerk heute Steinsalz gefördert, ein Teil ist Erlebnisbergwerk. Dort feiern der örtliche Bergmannsverein und die Betreiber jedes Jahr Anfang Dezember eine Barbarafeier, rund 640 Meter unter der Erde. 2016 war es bereits die 23. Feier.

Dazu gehört ein alter Brauch, der Ledersprung. Wer geehrt wird, trinkt ein Glas Bier in einem Zug, springt vom Fass und bekommt mit dem Arschleder, dem ledernen Sitzschutz der Bergleute, einen kräftigen Klaps. Am Ende singen alle das Steigerlied. Das klingt nach Folklore, und es ist auch Folklore. Aber sie hält die Erinnerung an eine gefährliche Arbeit wach.

### Uranbergbau in Ronneburg

Ernster ist der Ort, an dem Barbara in Ostthüringen steht. Rund um Ronneburg förderte die sowjetisch-deutsche Wismut etwa 40 Jahre lang Uran. Dörfer verschwanden, darunter Schmirchau. Viele Bergleute bezahlten mit ihrer Gesundheit.

Am Rand des früheren Schmirchau steht heute eine Gedächtniskapelle, ausschließlich aus Spenden finanziert und 2015 geweiht. Sie ist ein Ort der Erinnerung für alle, die unter den Folgen des Uranbergbaus gelitten haben. Seit August 2018 steht dort eine hölzerne Barbarafigur des Holzbildhauers Michael Rössel-Rothe aus dem Erzgebirge.

Barbara steht dort nicht für Bergbauromantik. Sie steht für die, die unter Tage ihre Gesundheit gelassen haben. Errichtet haben sie ein Verein und der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg, gedacht ist sie für alle Menschen der Region. Das passt: Im Bergbau gehört Barbara allen, quer durch die Konfessionen.

## Die heilige Barbara Kindern erklärt

Für Kinder reicht eine sanfte Fassung. Wichtig ist nicht das Martyrium, sondern der Zweig, der im Winter blüht.

**Für Kinder erklärt**

1. Barbara lebte vor sehr langer Zeit. Ihr Vater war reich und ließ sie in einem hohen Turm wohnen.
2. Barbara hörte von Jesus und wollte zu ihm gehören. Das gefiel ihrem Vater gar nicht, aber Barbara blieb bei Jesus.
3. Als sie ins Gefängnis musste, blieb ein kahler Kirschzweig an ihrem Kleid hängen. Sie stellte ihn in ihren Wasserbecher.
4. Obwohl es Winter war, fing der Zweig an zu blühen. Das hat Barbara Mut gemacht.
5. Deshalb schneiden wir am 4. Dezember Zweige und stellen sie ins Wasser. Wenn sie an Weihnachten blühen, freuen wir uns auf Jesus.

## Was die heilige Barbara dir heute sagen kann

Barbara ist kein Vorbild dafür, mit der eigenen Familie zu brechen. Sie ist ein Vorbild dafür, sich selbst treu zu bleiben, auch wenn es etwas kostet.

Zu etwas stehen hat einen Preis. Das war bei ihr so, und das ist heute nicht anders. Meistens ist es kein Turm und kein Gefängnis, sondern ein Kommentar in der WG, ein Augenrollen in der Familie, die Frage, ob man „so was“ wirklich glaubt. Du musst das nicht allein durchstehen. Ein paar Ideen:

- **Schneid dir am 4. Dezember einen Zweig.** Jedes Mal, wenn du das Wasser wechselst, denk an etwas in deinem Leben, das gerade tot aussieht. Warte mit, ob da etwas aufgeht.
- **Denk an Menschen mit gefährlicher Arbeit.** Bergleute, Feuerwehrleute, Leute auf dem Bau, in der Pflege, im Rettungsdienst. Bete für sie oder schick ihnen am Barbaratag einfach eine Nachricht.
- **Steh zu einer Sache, die dir wichtig ist.** Nicht laut, nicht missionarisch. Einfach ehrlich, wenn dich jemand fragt.
- **Gib der Dunkelheit eine Frist.** Die Zweige brauchen drei Wochen. Manches in dir auch. Das heißt nicht, dass nichts passiert.

Die Zweige in der Vase sehen lange nach nichts aus. Dann blühen sie. Fang am 4. Dezember mit einem an.

## Häufige Fragen

### Wann schneidet man Barbarazweige?

Traditionell am 4. Dezember, dem Barbaratag. Von da an bleiben rund drei Wochen bis Heiligabend. Das ist ungefähr die Zeit, die Kirsch- oder Apfelknospen in einem warmen Zimmer brauchen, um aufzugehen. Wer ein paar Tage später schneidet, hat trotzdem gute Chancen, dann blühen die Zweige eben zwischen Weihnachten und Neujahr. 2026 fällt der Barbaratag auf einen Freitag, 2027 auf einen Samstag.

### Welche Zweige eignen sich als Barbarazweige?

Am bekanntesten sind Zweige vom Kirschbaum. Gut funktionieren auch Zierkirsche, Apfel, Pflaume, Mandel, Forsythie und Blutjohannisbeere. Wichtig ist, dass der Zweig Blütenknospen trägt. Du erkennst sie daran, dass sie rundlicher und dicker sind als die spitzen Blattknospen. Schneide nur im eigenen Garten oder mit Erlaubnis, nicht in der freien Natur.

### Was bedeutet es, wenn Barbarazweige an Weihnachten blühen?

Im Volksglauben war das ein gutes Zeichen für das kommende Jahr. Manche junge Frauen schrieben Namen auf mehrere Zweige: Der, der zuerst blühte, sollte den künftigen Bräutigam verraten. Christlich gedeutet stehen die Blüten für neues Leben mitten im Winter. Sie erinnern an das Bild aus dem Buch Jesaja, in dem aus einem alten Baumstumpf ein neuer Trieb wächst.

### Ist der Barbaratag ein Feiertag?

Nein. Der 4. Dezember ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Thüringen. Schulen, Unis und Geschäfte haben normal geöffnet. In der katholischen Kirche ist er ein nichtgebotener Gedenktag: Pfarreien können die heilige Barbara in der Messe feiern, müssen es aber nicht. Im Bergbau finden um diesen Tag herum Barbarafeiern statt.

### Wann hat Barbara Namenstag?

Am 4. Dezember, dem Gedenktag der heiligen Barbara. Das gilt auch für Formen wie Bärbel oder Barbra. Der Name kommt vom griechischen Wort „barbaros“, das „fremd“ bedeutet. Barbara heißt also „die Fremde“. In den Ostkirchen, die nach dem julianischen Kalender feiern, fällt ihr Tag auf den 17. Dezember.

### Wo sind die Reliquien der heiligen Barbara?

Ein Grab der heiligen Barbara ist nicht bekannt. Überliefert ist, dass ihre Gebeine nach Konstantinopel kamen. Um das Jahr 1000 sollen Reliquien auf die Insel Torcello bei Venedig gelangt sein, 1108 brachte eine byzantinische Kaisertochter Reliquien nach Kiew. Kleinere Teile werden in vielen Kirchen Europas verehrt. Ob sie wirklich von Barbara stammen, lässt sich nicht prüfen.


## Quellen

- [Ökumenisches Heiligenlexikon: Barbara](https://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Barbara.htm)
- [katholisch.de: Heilige Barbara, legendäre Märtyrerin](https://katholisch.de/artikel/162-legendare-martyrerin)
- [Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet (Übersicht der Gedenktage und Ränge)](https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalkalender_f%C3%BCr_das_deutsche_Sprachgebiet)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 956–957 (Fürbitte und Gemeinschaft der Heiligen)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P2G.HTM)
- [NABU: Barbarazweige, Blühwunder pünktlich zu Weihnachten](https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflege/saisonal/winter/05927.html)
- [Evangelische Kirche in Mitteldeutschland: Heilige Barbara zieht in die Gedächtniskapelle Ronneburg (2018)](https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-erfurt/heilige-barbara-zieht-in-die-gedaechtniskapelle-ronneburg.html)
- [nordthueringen.de: Barbarafeier im Erlebnisbergwerk Sondershausen (2016)](https://nordthueringen.de/news/news_lang.php?ArtNr=202716)
- [Bergmannsverein Erfurt: Kali- und Salzbergbau in Thüringen heute](https://bergmannsverein-erfurt.de/main.php?content=kalisalzbergbau&unmenue=bergbau_heute_thueringen)
