# Krankensalbung: Wann und wie man sie empfängt

URL: https://katholisch-thueringen.de/katechismus/krankensalbung
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Die Krankensalbung ist keine „letzte Ölung“, sondern Stärkung in schwerer Krankheit. Wer sie bekommt, wie sie abläuft und wie du einen Priester rufst.

## Kurz beantwortet

Die Krankensalbung ist das Sakrament für Menschen, die schwer krank oder durch das Alter geschwächt sind. Ein Priester legt ihnen schweigend die Hände auf, betet und salbt Stirn und Hände mit geweihtem Öl. Sie schenkt Kraft, Trost und Vergebung. Früher hieß sie „Letzte Ölung“, heute soll man sie nicht erst kurz vor dem Tod empfangen.

## Steckbrief

- **Wer empfängt:** Getaufte, die schwer krank oder altersschwach sind, auch vor einer schweren Operation
- **Wer spendet:** Nur ein Priester oder Bischof
- **Wie oft:** Wiederholbar: bei jeder neuen schweren Krankheit und wenn sich der Zustand verschlechtert
- **Zeichen:** Handauflegung, Gebet, Salbung von Stirn und Händen mit Krankenöl
- **Früherer Name:** Letzte Ölung
- **Katechismus:** KKK 1499–1532

---

Vielleicht liegt deine Oma im Krankenhaus, und jemand aus der Familie fragt, ob man „den Pfarrer holen“ sollte. Vielleicht steht dir selbst eine schwere Operation bevor. Oder du hast das Wort „Letzte Ölung“ in einem Film gehört und dich gefragt, ob es so etwas noch gibt.

Die Krankensalbung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Sie ist für Menschen gedacht, die schwer krank sind, und nicht erst für die letzten Minuten vor dem Tod. Und wenn jemand, den du liebst, sie braucht, kannst du selbst einiges tun.

## Was ist die Krankensalbung?

Die Krankensalbung ist das Sakrament, mit dem die Kirche schwer kranke und alte Menschen stärkt. Ein Priester legt ihnen die Hände auf, betet über sie und salbt ihre Stirn und ihre Hände mit geweihtem Öl.

Ein [Sakrament](/glossar/sakrament) ist ein sichtbares Zeichen, durch das Gott nach katholischem Glauben wirklich etwas schenkt. Die Krankensalbung gehört mit der [Beichte](/praxis/beichte) zu den beiden „Sakramenten der Heilung“ (KKK 1421). Einen Überblick über alle sieben findest du bei den [sieben Sakramenten](/katechismus/sakramente).

Die biblische Wurzel steht im Jakobusbrief. Dort heißt es, wer krank ist, soll die Ältesten der Gemeinde rufen. Sie sollen über ihm beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das Gebet im Glauben werde den Kranken retten, der Herr werde ihn aufrichten, und seine Sünden würden ihm vergeben ([Jak 5,14–15](https://www.bibleserver.com/EU/Jakobus5%2C14-15)). Schon im Markusevangelium salben die Jünger Jesu viele Kranke mit Öl und heilen sie ([Mk 6,13](https://www.bibleserver.com/EU/Markus6%2C13)).

Öl war in der Antike Medizin. Man rieb Wunden damit ein und pflegte die Haut. Die Salbung knüpft an diese Erfahrung an: Da berührt dich jemand, wo du verletzlich bist.

## Warum sagt man nicht mehr „Letzte Ölung“?

Weil der Name das Sakrament auf das Sterben verengt hat. Über viele Jahrhunderte wurde die Salbung fast nur noch Sterbenden gespendet, deshalb hieß sie „Letzte Ölung“ (KKK 1512).

Das Zweite Vatikanische Konzil hat 1963 klargestellt, dass sie „besser“ Krankensalbung heißt. Sie sei nicht nur das Sakrament derer, die in äußerster Lebensgefahr sind. Der richtige Zeitpunkt ist schon gekommen, wenn jemand wegen Krankheit oder Alter in Lebensgefahr zu geraten beginnt (Sacrosanctum Concilium 73). Papst Paul VI. hat den Ritus 1972 neu geordnet (KKK 1513).

Trotzdem steckt das alte Bild noch in vielen Köpfen. Wenn der Pfarrer kommt, denken manche: Jetzt ist es aus. Genau das hat die Kirche verändern wollen. Die Bischöfe des deutschen Sprachgebiets schreiben im Einführungswort zum Ritualbuch „Die Feier der Krankensakramente“ sogar, man müsse endgültig mit der Praxis brechen, erst die Anzeichen des nahenden Todes abzuwarten.

Wer die Krankensalbung aufschiebt, bis jemand nicht mehr ansprechbar ist, nimmt ihm etwas weg. Nämlich die Chance, sie bewusst zu erleben.

## Wer kann die Krankensalbung empfangen?

Jeder getaufte katholische Christ, der wegen Krankheit oder Alter in ernster Gefahr ist. Außerdem muss er den Vernunftgebrauch erlangt haben. Das nimmt das Kirchenrecht ab etwa sieben Jahren an (can. 97 und 1004 CIC).

Konkret heißt das zum Beispiel:

- **Bei einer schweren Diagnose**, etwa Krebs oder eine schwere Herzerkrankung.
- **Vor einer gefährlichen Operation.** Der Katechismus empfiehlt das ausdrücklich (KKK 1515).
- **Im Alter**, wenn die Kräfte spürbar nachlassen, auch ohne einzelne akute Krankheit.
- **Bei schwerer psychischer Erkrankung oder starken chronischen Schmerzen.** Eine Handreichung des Bistums Münster für die Krankenhausseelsorge nennt ausdrücklich auch Depressionen, Ängste und Zwänge. Die Salbung ersetzt dabei keine Behandlung. Wenn es dir selbst gerade richtig schlecht geht: Auf unserer [Hilfe-Seite](/hilfe) stehen Nummern, die rund um die Uhr erreichbar sind.
- **Im Sterben.** Das bleibt ein Anlass, aber eben nicht der einzige.

Eine Erkältung oder ein gebrochenes Bein sind kein Grund. Die Grenze ist nicht millimetergenau gezogen. Im Zweifel sagt das Kirchenrecht: spenden (can. 1005 CIC).

Die Salbung ist wiederholbar. Wer wieder gesund wird und später erneut schwer erkrankt, kann sie noch einmal empfangen. Auch wenn sich dieselbe Krankheit verschlimmert, ist sie wieder möglich (KKK 1515).

Wer nicht mehr bei Bewusstsein ist, bekommt die Salbung, wenn er sie sich zuvor wenigstens stillschweigend gewünscht hat, etwa weil er gläubig gelebt hat (can. 1006 CIC). Nicht gespendet wird sie Menschen, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren (can. 1007 CIC). Das ist ein Ausnahmefall, keine Gesinnungsprüfung am Krankenbett.

## Wer darf die Krankensalbung spenden?

Nur ein [Priester](/glossar/priester) oder ein Bischof. Diakone und Laien dürfen es nicht, auch nicht Seelsorgerinnen im Krankenhaus (can. 1003 CIC, KKK 1516).

Rom hat das 2005 noch einmal ausdrücklich bekräftigt. Hintergrund war der Priestermangel: In manchen Regionen wurde überlegt, ob nicht auch Diakone oder Laien salben könnten. Die Antwort war ein klares Nein.

Das wird im Alltag zur echten Frage. In Thüringen gibt es wenige Priester für große Gebiete, und in vielen Krankenhäusern arbeiten Seelsorgerinnen und Seelsorger, die keine Priester sind. Sie können begleiten, beten und segnen. Für die Salbung selbst rufen sie einen Priester dazu.

Das Öl heißt Krankenöl. Meist ist es Olivenöl, das der Bischof in der Karwoche in der Chrisammesse weiht, zusammen mit dem Chrisam für [Taufe und Firmung](/katechismus/firmung). Danach wird es an die Pfarreien verteilt. Im Notfall darf der Priester das Öl auch selbst segnen (can. 999 CIC).

## Wie läuft die Krankensalbung ab?

Die Krankensalbung kann zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in der Kirche gefeiert werden, für einen Menschen oder für mehrere gemeinsam (KKK 1517). Angehörige sind eingeladen, dabei zu sein.

1. **Begrüßung** · Der Priester kommt, begrüßt den Kranken und alle Anwesenden. Oft beginnt er mit einem kurzen Gespräch.
2. **Beichte oder Bußakt** · Wenn der Kranke möchte, kann er jetzt beichten. Die anderen gehen dafür kurz hinaus. Sonst gibt es ein gemeinsames Schuldbekenntnis.
3. **Lesung** · Ein kurzer Abschnitt aus der Bibel wird gelesen, oft die Stelle aus dem Jakobusbrief oder eine Heilungsgeschichte.
4. **Fürbitten** · Alle bitten gemeinsam für den Kranken, für die, die ihn pflegen, und für die Angehörigen.
5. **Handauflegung** · Der Priester legt dem Kranken schweigend die Hände auf den Kopf. Das ist ein stiller, dichter Moment. Danach betet er im Glauben der Kirche über das Öl und für den Kranken (KKK 1519).
6. **Salbung** · Der Priester salbt die Stirn und die Hände mit dem Krankenöl. Dazu spricht er das Salbungsgebet. Der Kranke antwortet, wenn er kann, mit „Amen“.
7. **Gebet, Vaterunser, Kommunion** · Es folgt ein Gebet für den Kranken und das Vaterunser. Wenn möglich, empfängt der Kranke danach die Kommunion.
8. **Segen** · Zum Schluss segnet der Priester den Kranken und alle Anwesenden.

Die Worte bei der Salbung sind festgelegt. Sinngemäß bittet der Priester, dass der Herr dem Kranken in seinem Erbarmen hilft und ihm mit der Kraft des Heiligen Geistes beisteht, dass er ihn von Sünden befreit, rettet und aufrichtet (KKK 1513).

Im Notfall reicht eine einzige Salbung an der Stirn mit dem vollständigen Gebet (can. 1000 CIC). Dann ist die Feier kurz, und das ist in Ordnung.

## Was bewirkt die Krankensalbung?

Sie schenkt Kraft, Ruhe und Mut in einer Lage, in der viele Menschen Angst haben. Der Katechismus nennt das die erste Gnade dieses Sakraments (KKK 1520).

Er zählt fünf Wirkungen auf (KKK 1532):

- **Trost, Frieden und Mut,** um Krankheit oder Alter zu tragen.
- **Verbindung mit dem Leiden Jesu.** Der Kranke ist in seinem Schmerz nicht allein, und sein Leiden bekommt einen Sinn für ihn und andere.
- **Vergebung der Sünden,** falls der Kranke nicht mehr beichten kann.
- **Heilung,** wenn sie dem Heil des Menschen dient.
- **Vorbereitung auf den Übergang in das ewige Leben.**

Die Krankensalbung ist kein Wundermittel. Sie ersetzt keinen Arzt und keine Therapie. Die Kirche betet um Heilung des Körpers, verspricht sie aber nicht.

Sie ist auch keine Eintrittskarte in den Himmel. Nicht das Öl sichert das ewige Leben, sondern Gottes Treue, die ein ganzes Leben anschaut. Was nach katholischem Glauben dann kommt, erklärt der Artikel darüber, [was nach dem Tod passiert](/katechismus/was-passiert-nach-dem-tod).

Was sie tatsächlich ist: ein Zeichen, dass Gott dich in deiner Schwäche nicht loslässt. Salbungen begleiten das ganze christliche Leben, bei der Taufe, bei der Firmung und hier am Ende (KKK 1523). Die erste Salbung sagt: Du gehörst dazu. Diese sagt: Du bleibst gehalten.

## Wie ruft man einen Priester für die Krankensalbung?

Am einfachsten über die Pfarrei, zu der der Kranke gehört, oder im Krankenhaus über die Klinikseelsorge. Du musst dafür weder katholisch sein noch die richtigen Worte kennen. Es reicht zu sagen: „Meine Mutter ist schwer krank und wünscht sich die Krankensalbung.“

1. **Frag den Kranken** · Wenn er ansprechbar ist, frag ihn, ob er das möchte. Die Krankensalbung ist ein Angebot, niemand soll sie überrumpelt bekommen.
2. **Im Krankenhaus oder Pflegeheim** · Sprich das Pflegepersonal an und frag nach der Seelsorge. Viele Häuser haben katholische und evangelische Seelsorger, die den Kontakt zu einem Priester herstellen. Im Bistum Erfurt gibt es Klinikseelsorge unter anderem im Katholischen Krankenhaus St. Johann Nepomuk in Erfurt, im Eichsfeld Klinikum und am Universitätsklinikum Jena.
3. **Zu Hause** · Ruf im Pfarrbüro der zuständigen Pfarrei an. Welche das ist, findest du über das [Verzeichnis der Gemeinden](/gemeinden). Frag, wann ein Priester kommen kann und ob es für Notfälle eine Rufbereitschaft gibt.
4. **Nicht zu spät** · Melde dich lieber früh. Ein Priester kann einen Termin in Ruhe planen. Um drei Uhr nachts ist das oft schwerer, gerade in Regionen mit wenigen Priestern.
5. **Vorbereiten** · Ein kleiner Tisch mit einem Kreuz, einer Kerze und einem Glas Wasser ist schön, aber keine Pflicht. Den Rest bringt der Priester mit.

Die Kirche sagt ausdrücklich, dass Angehörige und Seelsorger dafür sorgen sollen, dass Kranke die Salbung rechtzeitig bekommen (can. 1001 CIC). Das heißt auch: Du darfst anrufen. Du störst nicht.

## Wenn jemand im Sterben liegt: Wegzehrung und Sterbesegen

Für Sterbende gibt es neben der Krankensalbung ein eigenes letztes Sakrament: die Kommunion als Wegzehrung. Sie ist nach katholischem Verständnis das eigentliche Sakrament der Sterbenden (KKK 1524).

Das Wort meint Proviant für eine Reise. So wie viele Kinder bei der [Erstkommunion](/katechismus/erstkommunion) zum ersten Mal den Leib Christi empfangen, ist die Wegzehrung die letzte Kommunion dieses Lebens. Wer in Todesgefahr ist, soll sie bekommen, solange er noch bei Bewusstsein ist (can. 921–922 CIC). Beichte, Krankensalbung und Wegzehrung zusammen nennt der Katechismus die Sakramente, „welche die Pilgerschaft vollenden“ (KKK 1525).

Manchmal kommt kein Priester mehr rechtzeitig. Dann bleibt der Sterbesegen. Ihn kann eine Seelsorgerin sprechen, und auch Angehörige dürfen am Bett beten und den Sterbenden [segnen](/glossar/segen), etwa mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn. Worte dafür findest du bei den [Gebeten für Kranke](/gebete/gebet-fuer-kranke).

### Und wenn der Mensch schon gestorben ist?

Dann wird keine Krankensalbung mehr gespendet. Sakramente sind für Lebende da. Ist unklar, ob der Tod schon eingetreten ist, spendet der Priester sie aber noch (can. 1005 CIC).

Das heißt nicht, dass die Kirche dann nichts mehr tun kann. Ein Priester oder eine Seelsorgerin kann mit der Familie am Totenbett beten und den Verstorbenen Gott anvertrauen. Du kannst das auch selbst tun, mit eigenen Worten oder mit einem [Gebet für Verstorbene](/gebete/gebet-fuer-verstorbene).

Wenn du den Priester „zu spät“ gerufen hast: Mach dir keine Vorwürfe. Gottes Liebe hängt nicht an einer Uhrzeit.

## Was die Krankensalbung für dich heißen kann

Die meisten, die das hier lesen, sind nicht selbst schwer krank. Sie sind Enkel, Kinder, Freundinnen, Partner. Das Versprechen, einander in Gesundheit und Krankheit beizustehen, gehört nicht zufällig zur [kirchlichen Trauung](/katechismus/ehe). Krankheit trifft nie nur einen.

- **Sprich es an.** Wenn jemand in deiner Familie schwer krank ist und gläubig war oder ist, frag ihn, ob er sich die Krankensalbung wünscht. Viele warten darauf, dass jemand das Thema anspricht.
- **Sei dabei.** Du darfst bei der Feier im Zimmer sein, auch wenn du selbst nicht glaubst. Deine Anwesenheit ist schon ein Teil davon.
- **Denk an dich selbst.** Wenn dir eine schwere Operation bevorsteht oder eine Diagnose dich aus der Bahn wirft, darfst du selbst um die Salbung bitten. Du musst nicht alt sein.
- **Warte nicht auf die letzte Stunde.** Das ist die wichtigste Lektion aus dem alten Namen.

Krankheit macht einsam. Die Krankensalbung ist das Gegenteil davon: Jemand kommt, legt dir die Hände auf und sagt dir, dass du nicht allein bist. Du musst nichts leisten, um das zu bekommen.

## Häufige Fragen

### Wie oft kann man die Krankensalbung empfangen?

So oft, wie es nötig ist. Wer nach einer Krankensalbung wieder gesund wird und später erneut schwer erkrankt, kann sie noch einmal empfangen. Auch während derselben Krankheit ist sie wiederholbar, wenn sich der Zustand deutlich verschlechtert (KKK 1515, can. 1004 § 2 CIC). Alte Menschen, deren Kräfte nachlassen, können sie in größeren Abständen immer wieder empfangen. Eine feste Obergrenze gibt es nicht.

### Muss man vor der Krankensalbung beichten?

Nein, es ist keine Bedingung, aber oft sinnvoll. Wenn der Kranke es möchte, kann der Priester vor der Salbung die Beichte hören. Die Kirche sieht diese Reihenfolge ausdrücklich vor: erst Beichte, dann Salbung, dann Kommunion. Kann jemand nicht mehr beichten, etwa weil er zu schwach ist oder nicht mehr sprechen kann, vergibt Gott ihm nach katholischem Glauben in der Krankensalbung selbst die Sünden (KKK 1532).

### Kostet die Krankensalbung etwas?

Geld darf bei der Krankensalbung keine Hürde sein. Das Kirchenrecht verpflichtet den Priester ausdrücklich, darauf zu achten, dass Bedürftige nicht wegen ihrer Armut ohne Sakramente bleiben (can. 848 CIC). Niemand muss also vorher klären, ob er sich das leisten kann. Wer möchte, kann der Pfarrei danach eine freiwillige Spende geben. Das ist eine Geste des Danks, keine Bezahlung und keine Voraussetzung.

### Was ist der Unterschied zwischen Krankensalbung und Krankensegen?

Die Krankensalbung ist ein Sakrament und darf nur von einem Priester gespendet werden. Der Krankensegen ist eine Segensfeier ohne Sakrament. Ihn spricht im Krankenhaus oft eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger, die keine Priester sind, manchmal auch Angehörige. Er ist kein Ersatz zweiter Klasse, sondern eine eigene Form, Gottes Nähe zuzusagen. Er ist oft die passende Wahl, wenn gerade kein Priester kommen kann oder jemand der Kirche fernsteht.

### Gibt es die Krankensalbung auch in der evangelischen Kirche?

Ja, aber nicht als Sakrament. In einigen lutherischen und unierten Kirchen wird seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder gesalbt, mit Gebet und Handauflegung als Zeichen für Gottes Zuwendung. Evangelische Christen können in Todesgefahr unter bestimmten Bedingungen auch die katholische Krankensalbung empfangen: wenn sie selbst darum bitten, keinen eigenen Geistlichen erreichen und den katholischen Glauben an dieses Sakrament teilen (can. 844 § 4 CIC).

### Kann man die Krankensalbung vor einer Operation bekommen?

Ja. Der Katechismus sagt ausdrücklich, dass es angebracht ist, die Krankensalbung vor einer schweren Operation zu empfangen (KKK 1515). Gemeint sind Eingriffe, die wirklich gefährlich sind, nicht jede Routine-OP. Am besten meldest du dich ein paar Tage vorher im Pfarrbüro oder fragst im Krankenhaus nach der Seelsorge. Dann bleibt Zeit für ein ruhiges Gespräch, vielleicht auch für die Beichte.


## Quellen

- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1499–1513: Die Krankensalbung, ihre Grundlagen](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P4Q.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1514–1532: Empfänger, Spender, Feier, Wirkungen, Wegzehrung (Folgeseiten)](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P4R.HTM)
- [Codex des Kanonischen Rechtes (1983), can. 97, 844, 848, 921–922 und 998–1007 (deutsche Übersetzung)](https://www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch4.htm)
- [Zweites Vatikanisches Konzil: Sacrosanctum Concilium (1963), Nr. 73–75](https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19631204_sacrosanctum-concilium_ge.html)
- [Kongregation für die Glaubenslehre: Note bezüglich des Spenders des Sakraments der Krankensalbung (11. Februar 2005)](https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20050211_unzione-infermi_ge.html)
- [Bistum Erfurt: Klinikseelsorge](https://www.bistum-erfurt.de/seelsorge_hilfe_beratung/seelsorge_in_besonderen_situationen/klinikseelsorge/)
- [Wikipedia: Krankensalbung (Geschichte, evangelische Praxis)](https://de.wikipedia.org/wiki/Krankensalbung)
- [Bistum Münster: Krankensalbung, Krankensegnung, Sterbesegen, Totengebet in der Krankenhausseelsorge (2020)](https://www.bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/Website/Downloads/Bistum/BGV/500-SeelsorgePersonal/2020/2020-06-500-Zeichen-der-erfahrbaren-Naehe-Gottes.pdf)
