# Taufe katholisch: Bedeutung, Ablauf und was du vorbereiten musst

URL: https://katholisch-thueringen.de/katechismus/taufe
Stand: 25. September 2026
Herausgeber: Katholisch Thüringen (privates Projekt)

Die katholische Taufe macht dich zum Kind Gottes und zum Teil der Kirche. Bedeutung, Zeichen, Ablauf, Kinder- und Erwachsenentaufe, Anmeldung.

## Kurz beantwortet

Die Taufe ist in der katholischen Kirche das erste Sakrament. Mit Wasser und den Worten „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ wird ein Mensch Kind Gottes und Mitglied der Kirche. Alle Sünden werden vergeben. Kinder werden meist in den ersten Lebensmonaten getauft, Erwachsene nach etwa einem Jahr Vorbereitung in der Osternacht.

## Steckbrief

- **Sakrament der:** Eingliederung in Christus und die Kirche
- **Wer empfängt:** jeder Mensch, der noch nicht getauft ist
- **Wer spendet:** Bischof, Priester oder Diakon, im Notfall jeder Mensch
- **Wie oft:** einmal im Leben, nicht wiederholbar
- **Zeichen:** Wasser und die Taufworte, dazu Chrisam, weißes Kleid, Taufkerze
- **Katechismus:** KKK 1213–1284

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Vielleicht bist du gerade Patin geworden und sollst bei einer Taufe vorne stehen. Vielleicht erwartet ihr ein Kind und fragt euch, ob ihr es taufen lassen wollt. Oder du bist selbst nicht getauft, wie viele Menschen in Thüringen, und merkst, dass dich diese Frage nicht loslässt.

Die Taufe ist katholisch gesehen der Anfang von allem. Sie ist das erste der sieben Sakramente und die Tür zu allen anderen. Was sie bedeutet, was bei der Feier genau passiert, warum die Kirche Babys tauft und was ihr für die Anmeldung braucht: Das alles steht hier.

## Was ist die Taufe in der katholischen Kirche?

Die Taufe ist das [Sakrament](/glossar/sakrament), durch das ein Mensch Christ wird. Mit Wasser und den Worten „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ wird er Kind Gottes und Mitglied der Kirche (KKK 1213).

Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, durch das Gott wirklich etwas schenkt. Bei der Taufe ist dieses Zeichen das Wasser. Es wird nicht nur als Erinnerung benutzt. Nach katholischem Glauben geschieht in diesem Moment etwas, das man nicht sieht und das trotzdem echt ist. Einen Überblick über alle sieben Zeichen findest du bei den [Sakramenten der Kirche](/katechismus/sakramente).

Das Wort „taufen“ hängt mit „tief“ zusammen, also mit Eintauchen. Das griechische „baptizein“ heißt genau das: untertauchen (KKK 1214). Das Bild dahinter ist stark: Der Mensch geht mit Christus unter, wie in ein Grab, und kommt mit ihm als neuer Mensch wieder heraus.

Die Kirche nennt die Taufe deshalb auch Wiedergeburt. Sie steht am Anfang eines Weges, der mit der Firmung und der Eucharistie weitergeht. Diese drei heißen zusammen Sakramente der christlichen Initiation, also der Einführung ins Christsein.

## Woher kommt die Taufe? Jesus im Jordan

Jesus hat die Taufe nicht erfunden, aber er hat ihr einen neuen Sinn gegeben. Zuerst ließ er sich selbst taufen, später schickte er seine Jünger los, alle Menschen zu taufen.

Johannes der Täufer taufte am Jordan Menschen, die ihr Leben ändern wollten. Auch Jesus kam zu ihm und ließ sich untertauchen. Als er aus dem Wasser stieg, kam der Heilige Geist auf ihn herab, und eine Stimme nannte ihn den geliebten Sohn ([Mk 1,9–11](https://www.bibleserver.com/EU/Markus1%2C9-11)). Jesus hatte das nicht nötig. Er stellte sich trotzdem in die Reihe der Sünder (KKK 1224).

Nach seiner Auferstehung gab Jesus den Auftrag, der bis heute gilt:

„Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ ([Mt 28,19](https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us28%2C19), Luther 1912)

Schon am Pfingsttag ließen sich nach der ersten Predigt des Petrus viele Menschen taufen ([Apg 2,38–41](https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte2%2C38-41)). Seitdem tauft die Kirche. Die Formel mit Vater, Sohn und Heiligem Geist zeigt, an wen du dich bindest: an den einen Gott in drei Personen.

## Was bewirkt die Taufe?

Die Kirche nennt zwei Hauptwirkungen: Die Taufe vergibt alle Sünden, und sie schenkt ein neues Leben als Kind Gottes (KKK 1262). Dazu kommt, dass sie einen Menschen in die Kirche eingliedert und ein bleibendes Zeichen hinterlässt.

### Alle Sünden werden vergeben

In der Taufe werden alle [Sünden](/glossar/suende) vergeben: die persönlichen Sünden eines Erwachsenen und die Erbsünde (KKK 1263). Mit Erbsünde meint die Kirche keine Schuld, die ein Baby auf sich geladen hätte. Gemeint ist ein Zustand, keine Tat (KKK 404): Jeder Mensch kommt ohne die ursprüngliche Nähe zu Gott zur Welt.

Was bleibt, ist diese Neigung zum Bösen. Getaufte werden nicht automatisch bessere Menschen. Sie bekommen aber die Kraft, dagegen anzukämpfen (KKK 1264). Wer nach der Taufe schwer sündigt, findet den Weg zurück in der [Beichte](/praxis/beichte). Die Kirchenväter nannten sie die „zweite Rettungsplanke nach dem Schiffbruch“ (KKK 1446).

### Du wirst Kind Gottes

Die Taufe macht einen Menschen zu einer „neuen Schöpfung“ ([2 Kor 5,17](https://www.bibleserver.com/EU/2.Korinther5%2C17)). Die Kirche sagt: Der Getaufte ist Kind Gottes, Glied am Leib Christi und Tempel des Heiligen Geistes (KKK 1265). Er bekommt die Fähigkeit geschenkt, an Gott zu glauben, auf ihn zu hoffen und ihn zu lieben (KKK 1266).

### Du gehörst zur Kirche

Wer getauft ist, gehört zur Kirche, weltweit und über alle Grenzen von Herkunft und Sprache hinweg (KKK 1267). Das bringt Rechte mit sich, etwa das Recht auf die Sakramente, und eine Aufgabe: den Glauben im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen (KKK 1269–1270).

### Ein Siegel, das bleibt

Die Taufe prägt ein unauslöschliches Siegel ein (KKK 1272). Deshalb wird sie nur einmal gespendet und nie wiederholt.

Kein Austritt und keine Schuld nimmt dir dieses Siegel.

Das klingt hart, ist aber eigentlich eine gute Nachricht. Egal, wie weit sich jemand entfernt: Gott hat sein Ja nicht zurückgenommen.

## Die Zeichen der Taufe und was sie bedeuten

Jedes Zeichen in der Tauffeier erklärt einen Teil dessen, was unsichtbar geschieht (KKK 1234). Wer sie kennt, versteht die Feier viel besser.

### Wasser

Wasser reinigt, und Wasser kann töten. Beides steckt in der Taufe: Das alte Leben geht unter, ein neues beginnt ([Röm 6,3–4](https://www.bibleserver.com/EU/R%C3%B6mer6%2C3-4)). Getauft wird durch dreimaliges Untertauchen oder, in Deutschland üblich, durch dreimaliges Übergießen des Kopfes (KKK 1239).

### Kreuzzeichen

Gleich zu Beginn zeichnen Priester, Eltern und Paten dem Kind ein Kreuz auf die Stirn. Das heißt: Dieser Mensch gehört zu Christus (KKK 1235). Es ist dasselbe [Kreuzzeichen](/gebete/kreuzzeichen), das Katholiken jeden Tag machen.

### Der Name

Die erste Frage der Feier lautet, wie das Kind heißt. Gott ruft jeden Menschen bei seinem Namen. Viele Familien wählen deshalb bewusst den Namen einer Heiligen oder eines Heiligen, Pflicht ist das nicht.

### Chrisam

Nach der Taufe salbt der Priester den Scheitel mit Chrisam, einem duftenden Öl, das der Bischof geweiht hat. Christ heißt „Gesalbter“ (KKK 1241). Die Salbung weist schon auf die [Firmung](/katechismus/firmung) hin, die die Taufe später bestärkt und vollendet (KKK 1242).

### Weißes Kleid

Das weiße Taufkleid zeigt: Der Getaufte hat „Christus angezogen“ ([Gal 3,27](https://www.bibleserver.com/EU/Galater3%2C27)). Es muss kein neues Kleid sein. Viele Familien vererben es, manchmal wird nur ein weißes Tuch aufgelegt.

### Taufkerze

Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet. Christus, das Licht, soll dieses Leben hell machen (KKK 1243). Die Kerze wird später oft zur Erstkommunion und zur Firmung wieder angezündet.

## Wie läuft eine katholische Taufe ab?

Eine Kindertaufe folgt in Deutschland dem liturgischen Buch „Die Feier der Kindertaufe“. Sie findet in einem eigenen Gottesdienst statt oder in einer Sonntagsmesse. Der Ablauf ist fast überall gleich.

1. **Empfang an der Kirchentür** · Der Priester oder Diakon begrüßt die Familie. Er fragt die Eltern nach dem Namen des Kindes und was sie für es von der Kirche erbitten. Dann fragt er, ob sie bereit sind, ihr Kind im Glauben zu erziehen, und die Paten, ob sie dabei helfen.
2. **Kreuzzeichen** · Der Priester, die Eltern und die Paten zeichnen dem Kind ein Kreuz auf die Stirn.
3. **Wortgottesdienst** · Eine Lesung aus der Bibel, eine kurze Auslegung, dann die Anrufung der Heiligen und die Fürbitten.
4. **Gebet um Schutz vor dem Bösen** · Der Priester betet, dass das Kind vor dem Bösen bewahrt bleibt. Dann salbt er es mit Katechumenenöl an der Brust oder legt ihm schweigend die Hand auf.
5. **Segnung des Wassers** · Am Taufbecken lobt der Priester Gott für das Wasser und bittet, dass der Heilige Geist darin wirkt.
6. **Absage und Glaubensbekenntnis** · Eltern und Paten sagen dem Bösen ab und bekennen den Glauben der Kirche, stellvertretend für das Kind.
7. **Die Taufe** · Der Priester gießt dreimal Wasser über den Kopf des Kindes und spricht: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das ist der eigentliche Moment der Taufe.
8. **Deutende Zeichen** · Salbung mit Chrisam, das weiße Kleid, die Taufkerze. Manchmal berührt der Priester noch Ohren und Mund des Kindes, damit es Gottes Wort hören und verkünden kann (Effata-Ritus).
9. **Vaterunser und Segen** · Alle beten das Vaterunser, das Gebet der Kinder Gottes. Ein Segen für Eltern und Gemeinde beendet die Feier.

Eltern und Paten können die Feier mitgestalten, etwa mit Liedern oder eigenen Fürbitten. Anregungen dafür findest du in unseren [Fürbitten zur Taufe](/fuerbitten/taufe). Viele wählen auch einen Bibelvers als Lebensbegleiter aus den [Taufsprüchen](/taufsprueche).

## Kindertaufe: Warum tauft die Kirche Babys?

Weil die Taufe ein Geschenk ist, das man sich nicht verdienen muss. Die Kirche sagt: An der Kindertaufe sieht man besonders deutlich, dass Gottes Liebe nicht an Leistung gebunden ist (KKK 1250).

Der häufigste Einwand lautet: Ein Baby kann doch nicht selbst entscheiden. Das stimmt. Aber Eltern entscheiden ständig für ihre Kinder, über Sprache, Ernährung, Schule, Werte. Christliche Eltern geben ihrem Kind das weiter, was ihnen selbst am wichtigsten ist (KKK 1251). Die Kindertaufe ist seit dem 2. Jahrhundert ausdrücklich bezeugt. Möglicherweise wurden schon zur Zeit der Apostel Kinder getauft, wenn sich ganze Familien taufen ließen ([Apg 16,33](https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte16%2C33); KKK 1252).

Der Glaube, den die Taufe braucht, muss nicht fertig sein. Es genügt ein Anfang, der wachsen soll (KKK 1253). Beim Kind tragen Eltern, Paten und Gemeinde diesen Anfang stellvertretend.

Eine Kindertaufe ohne gelebten Glauben danach ist wie ein Samen ohne Erde.

Deshalb nimmt die Kirche die Eltern in die Pflicht. Sie tauft ein Kind nur, wenn die begründete Hoffnung besteht, dass es im Glauben erzogen wird (can. 868). Das ist kein Misstrauen, sondern Ernst. Meist in der dritten Klasse geht der Weg mit der [Erstkommunion](/katechismus/erstkommunion) weiter, als Jugendliche mit der Firmung. Dort sagt der Getaufte dann selbst Ja.

## Erwachsenentaufe: Wenn du selbst getauft werden willst

Als Erwachsene oder Erwachsener bereitest du dich in einem begleiteten Weg auf die Taufe vor, dem Katechumenat. Er dauert im Bistum Erfurt in der Regel mindestens ein Jahr und endet meist in der Osternacht.

In dieser Feier empfängst du drei Sakramente auf einmal: Taufe, Firmung und Erstkommunion (can. 866). Das ist die ursprüngliche Form, wie Menschen in den ersten Jahrhunderten Christen wurden (KKK 1229–1233). Am 8. März 2025 ließ Bischof Ulrich Neymeyr im Erfurter Dom dreizehn Erwachsene aus Erfurt, Gotha, Nordhausen und Weimar zur Taufe zu. Du bist mit diesem Wunsch also nicht allein.

Die nächste Osternacht ist in der Nacht vom 27. auf den 28. März 2027. Wer dann getauft werden will, sollte jetzt das erste Gespräch suchen. Wie der Weg Schritt für Schritt abläuft, was er kostet und was bei evangelisch Getauften anders ist, erklärt unser Artikel [Katholisch werden](/glaube/katholisch-werden).

Du musst vorher nicht alles glauben oder verstehen. Die Vorbereitungszeit ist genau für deine Fragen da.

## Taufe anmelden: Was ihr vorbereiten müsst

Ihr meldet eine Taufe im Pfarrbüro eurer katholischen [Pfarrei](/glossar/pfarrei) an, also der Gemeinde an eurem Wohnort. Das geht am besten persönlich oder telefonisch, möglichst bald nach der Geburt. Welche Pfarrei für euch zuständig ist, findet ihr über unsere Seite [Gemeinde finden](/gemeinden).

### Diese Unterlagen braucht ihr meist

- Geburtsurkunde des Kindes, oft zusammen mit dem Familienstammbuch
- Namen und Adressen der Paten
- einen Patenschein, wenn ein Pate in einer anderen Pfarrei wohnt: die Bescheinigung, dass er katholisch ist und Pate sein darf

Die genauen Anforderungen unterscheiden sich leicht von Pfarrei zu Pfarrei. Frag im Pfarrbüro nach, dann gibt es keine Überraschung.

### Das Taufgespräch

Vor der Taufe trefft ihr euch mit dem Priester, Diakon oder einer Mitarbeiterin der Gemeinde. Das Kirchenrecht verlangt, dass Eltern und Paten auf die Taufe vorbereitet werden (can. 851). Im Gespräch geht es um die Bedeutung der Feier, um euren Glauben und um praktische Fragen: Termin, Lieder, Lesung, wer eine Fürbitte spricht. Niemand prüft euch dabei ab.

### Paten auswählen

Ein Kind bekommt einen Paten, eine Patin oder beides. Paten müssen mindestens 16 Jahre alt, katholisch und gefirmt sein (can. 874). Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Pate sein. Was Paten genau tun und wie du den Patenschein bekommst, steht im Artikel zum [Taufpaten](/katechismus/taufpate).

### Termin und Ort

Getauft wird in der Kirche, nicht zu Hause, außer im Notfall (can. 857 und 860). Die Kirche empfiehlt den Sonntag oder die Osternacht (can. 856). Viele Gemeinden haben feste Tauftermine, manchmal werden mehrere Kinder zusammen getauft. Plant also etwas Vorlauf ein, bevor ihr Gäste einladet.

## Wer darf taufen? Und was ist eine Nottaufe?

Normalerweise tauft ein Bischof, Priester oder Diakon (KKK 1256). In manchen Bistümern kann der Bischof auch andere Seelsorgerinnen und Seelsorger damit beauftragen (can. 861).

In Lebensgefahr darf jeder Mensch taufen, sogar jemand, der selbst nicht getauft ist. Er muss nur tun wollen, was die Kirche bei der Taufe tut (KKK 1256). So geht eine Nottaufe:

- Gieß etwas gewöhnliches Wasser dreimal über den Kopf des Menschen.
- Sprich dabei: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
- Sag danach dem Pfarrer Bescheid, damit die Taufe ins Taufbuch eingetragen wird (can. 878).

Überlebt das Kind, wird die Taufe nicht wiederholt. In einer späteren Feier in der Kirche werden nur die übrigen Zeichen nachgeholt.

## Katholische und evangelische Taufe: Was gilt?

Die katholische Kirche erkennt die evangelische Taufe voll an. Am 29. April 2007 haben elf Kirchen in Deutschland, darunter die katholische und die evangelische, in Magdeburg eine Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe unterschrieben.

Entscheidend ist, dass mit Wasser und im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wurde. Der Katechismus nennt die Taufe das Band, das alle Christen verbindet, auch über die Trennung der Kirchen hinweg (KKK 1271). Welche Unterschiede es sonst gibt, erklärt unser Artikel [katholisch und evangelisch](/glaube/katholisch-und-evangelisch).

Eine „ökumenische Taufe“, bei der ein Kind beiden Kirchen angehört, gibt es nicht. Getauft wird immer in eine bestimmte Kirche hinein. Wenn ein Elternteil katholisch und der andere evangelisch ist, müsst ihr euch vorher entscheiden. Ein evangelischer Christ kann dann als Taufzeuge neben einem katholischen Paten stehen.

## Was die Taufe für dich heißen kann

Die meisten Katholiken erinnern sich nicht an ihre Taufe. Sie war trotzdem kein Formular, das man als Baby unterschrieben hat. Sie ist ein Anfang, auf den Gott immer noch wartet.

- **Finde dein Taufdatum heraus.** Frag deine Eltern oder das Pfarrbüro deiner Taufgemeinde. Der Tag ist ein zweiter Geburtstag, und viele feiern ihn bewusst.
- **Mach das Kreuzzeichen mit Weihwasser bewusst.** Beim Betreten einer Kirche erinnert es an deine Taufe. Es dauert drei Sekunden und sagt: Ich gehöre dazu.
- **Sprich dein Taufbekenntnis neu.** In jeder Osternacht erneuern alle Getauften ihr Taufversprechen (KKK 1254). Du kannst das auch allein mit dem Glaubensbekenntnis tun.
- **Such dir Menschen, mit denen du den Glauben lebst.** Taufe heißt Gemeinschaft. In unserer [Runde](/runde) reden junge Leute aus Thüringen über genau solche Fragen.
- **Wenn du nicht getauft bist:** Schreib der nächsten Pfarrei eine kurze Nachricht. Ein Gespräch verpflichtet dich zu nichts.

Deine Taufe ist kein Abschluss. Sie ist die Zusage, dass du geliebt bist, bevor du irgendetwas geleistet hast. Darauf kannst du bauen.

## Häufige Fragen

### Was kostet eine katholische Taufe?

Die Taufe selbst kostet nichts. Das Kirchenrecht verbietet dem Spender, mehr als die offiziell festgesetzten Gebühren zu verlangen, und betont, dass niemand wegen Armut von den Sakramenten ausgeschlossen werden darf (can. 848). In Deutschland wird für die Taufe keine Gebühr erhoben. Kosten entstehen nur für das, was du selbst möchtest: Taufkleid, Taufkerze, Fotos, das Essen danach. Eine Spende an die Gemeinde ist üblich, aber freiwillig.

### Wann sollte man ein Kind katholisch taufen lassen?

Das Kirchenrecht sagt: innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt (can. 867). In der Praxis werden die meisten Kinder in den ersten Monaten getauft, manche auch später. Melde dich möglichst bald nach der Geburt im Pfarrbüro, dann bleibt Zeit für das Taufgespräch und die Suche nach Paten. Ist ein Kind in Lebensgefahr, soll es sofort getauft werden, notfalls durch Eltern, Hebamme oder Pflegepersonal.

### Kann man ein Kind taufen lassen, wenn die Eltern nicht kirchlich verheiratet sind?

Ja. Jedes Kind hat ein Recht auf die Taufe, egal ob die Eltern kirchlich, nur standesamtlich oder gar nicht verheiratet sind. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Elternteil zustimmt und die begründete Hoffnung besteht, dass das Kind im katholischen Glauben erzogen wird (can. 868). Sind beide Eltern ausgetreten, klärt der Pfarrer im Gespräch, ob diese Hoffnung besteht. Manche Paare verbinden Trauung und Taufe in einer Feier.

### Wie viele Taufpaten darf ein Kind haben?

Einen Paten, eine Patin oder einen Paten und eine Patin, also höchstens zwei (can. 873). Paten müssen mindestens 16 Jahre alt, katholisch, gefirmt und zur Erstkommunion gegangen sein, und sie dürfen nicht die Eltern sein. Wünscht ihr euch mehr Begleiter, können evangelische Christen zusätzlich zu einem katholischen Paten als Taufzeugen eingetragen werden. Alle Details stehen in unserem Artikel zum Taufpaten.

### Kann man die Taufe rückgängig machen?

Nein. Die Taufe prägt nach katholischer Lehre ein unauslöschliches Siegel ein, das durch nichts entfernt werden kann (KKK 1272). Wer aus der Kirche austritt, beendet seine Mitgliedschaft in der Körperschaft Kirche und damit zum Beispiel die Kirchensteuerpflicht. Getauft bleibt er trotzdem. Deshalb wird bei einer Rückkehr in die Kirche auch nicht neu getauft. Die Tür bleibt offen, weil das Siegel bleibt.

### Wie lange dauert eine Taufe?

Eine eigene Tauffeier außerhalb der Messe dauert meist deutlich unter einer Stunde. Wird das Kind in einer Sonntagsmesse getauft, verlängert sich der Gottesdienst entsprechend. Bei Sammeltaufen mit mehreren Familien dauert es etwas länger. Die genaue Dauer hängt von Liedern, Lesungen und Fürbitten ab. Frag am besten im Taufgespräch nach, dann kannst du Gäste und Feier danach gut planen.

### Was passiert mit Kindern, die ungetauft sterben?

Die Kirche vertraut sie der Barmherzigkeit Gottes an. Der Katechismus sagt ausdrücklich, dass es Grund zur Hoffnung gibt, dass es für diese Kinder einen Weg zum Heil gibt. Er begründet das mit Gottes Willen, dass alle Menschen gerettet werden, und mit der Liebe Jesu zu den Kindern (KKK 1261). Die Vorstellung eines Ortes außerhalb des Himmels, des sogenannten Limbus, war lange verbreitet, wurde aber nie als verbindliche Lehre festgelegt.

### Kann ich mich taufen lassen, wenn ich schon evangelisch getauft bin?

Nein, das ist nicht nötig und auch nicht möglich. Die katholische Kirche erkennt die evangelische Taufe als gültig an, weil sie mit Wasser und im Namen des Dreieinigen Gottes gespendet wird. Getauft werden kann nur, wer noch nicht getauft ist (can. 864). Wenn du katholisch werden willst, wirst du ohne neue Taufe in die Kirche aufgenommen, meist verbunden mit Firmung und Kommunion.


## Quellen

- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1217–1228: Die Taufe in der Heilsordnung](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3O.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1229–1245: Wie die Taufe gefeiert wird](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3P.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1246–1255: Wer getauft werden kann, Kindertaufe, Glaube und Taufe](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3Q.HTM)
- [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1262–1274: Die Taufgnade](https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P3T.HTM)
- [Codex des Kanonischen Rechtes (1983), can. 849–878: Taufe (deutsche Übersetzung)](https://www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch4.htm)
- [Die Feier der Kindertaufe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes (2007), Online-Ausgabe](https://www.liturgie.de/liturgie/pub/litbch/kindertaufe_online.pdf)
- [Bistum Erfurt: Bischof lässt 13 Erwachsene zur Taufe in der Osternacht zu (10.03.2025)](https://www.bistum-erfurt.de/presse_archiv/nachrichtenarchiv/detail/feier-der-einschreibung-fuer-erwachsene-taufbewerber/)
- [Wikipedia: Magdeburger Erklärung (wechselseitige Taufanerkennung 2007)](https://de.wikipedia.org/wiki/Magdeburger_Erkl%C3%A4rung)
