Glauben verstehen
Glossar
Wenn man neu dazukommt, fällt vor allem eines auf: die Sprache. Hier erklären wir Begriffe aus der katholischen Welt — kurz, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
A
Advent
Die vier Wochen vor Weihnachten. Eine Zeit der Vorbereitung und des Ankommens — nicht nur auf das Fest, sondern auf Menschen, die uns überraschen.
Allerheiligen
Fest am 1. November, an dem die Kirche aller Heiligen gedenkt — auch der vielen, die nie offiziell heiliggesprochen wurden.
Amen
Hebräisch für „so sei es“. Das Schlusswort eines Gebets: Ich stehe dazu, was ich eben gesagt habe.
B
Beichte
Das Sakrament der Versöhnung. Man spricht vor einem Priester, was einen belastet, und hört ein konkretes: Du bist vergeben.
Bischof
Nachfolger der Apostel und Leiter einer Diözese. Für unser Gebiet ist das der Bischof von Erfurt.
E
Eucharistie
Aus dem Griechischen: Danksagung. Der Kern der Messe — Brot und Wein, die zu Leib und Blut Christi werden und geteilt werden.
F
Fastenzeit
Die 40 Tage vor Ostern. Traditionell weniger essen, scrollen oder konsumieren — und bewusster leben, beten und helfen.
Firmung
Ein Sakrament für Jugendliche und junge Erwachsene: Man wird mit dem Heiligen Geist gestärkt und sagt selbst Ja zum Glauben.
H
Heilige Messe
Der zentrale Gottesdienst der Katholiken, auch Eucharistiefeier oder kurz „Messe“ genannt. Sonntags und an Feiertagen in den Gemeinden.
Heiliger
Ein Mensch, in dessen Leben Gott besonders sichtbar wurde. Manche sind offiziell anerkannt — viele leben unbeobachtet neben uns.
Hostie
Das kleine runde Brot, das in der Messe geteilt wird. Von lateinisch hostia: Opfergabe.
K
Katechismus
Das Lehrbuch des katholischen Glaubens. Kein Roman, aber ein gutes Nachschlagewerk, wenn man wissen will, was die Kirche warum glaubt.
Kommunion
Der Moment, in dem man in der Messe Brot (und oft Wein) empfängt. Erste Kommunion ist meist im Kindesalter — die communion bleibt ein Leben lang.
L
Liturgie
Der festliche Ablauf des Gottesdienstes: Gebete, Lesungen, Gesang, Handlungen. Nicht Zeremonie um der Zeremonie willen, sondern gemeinsame Sprache.
M
Messdiener
Kinder und Jugendliche, die in der Messe mitwirken: Kerzen, Buch, Glocke. Oft der beste Einstieg in die Gemeinde — mit Freundschaften fürs Leben.
O
Ostern
Das wichtigste Fest des Kirchenjahres: Auferstehung. Drei Tage, die den Kern des Glaubens fassen — Tod ist nicht das letzte Wort.
P
Pfingsten
50 Tage nach Ostern. Der Heilige Geist kommt über die Jünger — gilt als Geburtsstunde der Kirche.
R
Requiem
Die heilige Messe für einen Verstorbenen. Aus dem Lateinischen: „Ruhe“ — Ruhe schenken ist ihr Sinn.
Rosenkranz
Ein Kettengebet mit 59 Perlen, in dem man beim Beten Szenen aus dem Leben Jesu betrachtet. Meditatives Durchzählen, ruhige Wiederholung.
S
Sakrament
Sieben sichtbare Zeichen, in denen Christen unsichtbare Gnade erfahren: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Ehe, Weihe.
T
Tabernakel
Der verschlossene Schrein im Zentrum vieler Kirchen, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Oft die stillste Ecke des Raums.
V
Vesper
Das Abendgebet der Kirche — Psalmgesänge und Lesungen am Abend, oft gemeinsam gesungen. Schöner Einstieg, wenn man Ruhe sucht.
W
Weihnachten
Das Fest der Menschwerdung: Gott wird Mensch, beginnt in einem Stall. Mehr als Deko — ein Weltbild in einer Krippenfigur.
Ö
Ökumene
Die Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen — katholisch, evangelisch und mehr. In Thüringen mit seiner evangelischen Prägung besonders spürbar.
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