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Glaube

Gemaltes Motiv zum Begriff Was bedeutet Blasphemie?

Kurz erklärt

Blasphemie bedeutet Gotteslästerung: Gott, seinen Namen oder das, was Menschen heilig ist, bewusst verhöhnen oder beschimpfen.

Blasphemie bedeutet Gotteslästerung. Gemeint ist, Gott bewusst zu verhöhnen, zu beschimpfen oder seinen Namen herabzusetzen. Im weiteren Sinn zählt dazu auch das Schmähen von Menschen, Orten oder Dingen, die im Glauben heilig sind. Für die katholische Kirche ist Blasphemie ein Verstoß gegen das zweite Gebot (KKK 2148).

Woher kommt das Wort Blasphemie?

Das Wort kommt vom griechischen blasphemia. Es bedeutet „Schmähung“ oder „üble Nachrede“, also Worte, die den Ruf eines anderen verletzen. Im Neuen Testament wird es vor allem für Worte gegen Gott verwendet. Im Deutschen sagt man dafür auch Gotteslästerung.

Interessant ist: Jesus selbst wurde der Gotteslästerung beschuldigt. Als er vor dem Hohen Rat sagt, wer er ist, wirft ihm der Hohepriester genau das vor (Mk 14,61–64).

Was lehrt die katholische Kirche über Blasphemie?

Der Katechismus beschreibt Blasphemie als Worte des Hasses, des Vorwurfs oder der Herausforderung gegen Gott, innerlich oder laut ausgesprochen. Er nennt sie in sich eine schwere Sünde (KKK 2148). Dazu zählt auch, den Namen Gottes zu missbrauchen, um Gewalt oder Verbrechen zu rechtfertigen. Das ist eine harte Aussage: Wer im Namen Gottes tötet oder unterdrückt, lästert ihn.

Gotteslästerung ist aber nicht dasselbe wie Zweifel, Wut oder Klage. Die Bibel ist voll von Menschen, die Gott anklagen, etwa in den Psalmen oder im Buch Ijob. Wer ehrlich mit Gott ringt, lästert ihn nicht. Auch wer nicht glaubt und das offen sagt, begeht damit keine Blasphemie. Entscheidend ist die Absicht, zu verhöhnen und herabzusetzen. Mehr dazu, wie das Gebot gemeint ist, erklärt der Artikel über die Zehn Gebote.

Blasphemie im deutschen Recht

In Deutschland ist Gotteslästerung als solche nicht strafbar. Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs bestraft aber, wer religiöse oder weltanschauliche Bekenntnisse öffentlich so beschimpft, dass der öffentliche Friede gestört werden kann. Geschützt wird also das Zusammenleben, nicht Gott. Kritik und Satire sind erlaubt.

In manchen anderen Ländern ist das ganz anders. Dort kann der Vorwurf der Blasphemie schwere Strafen nach sich ziehen und wird teils gegen religiöse Minderheiten eingesetzt.

Was das für dich heißen kann

Worte haben Gewicht, auch Worte über Gott. Du musst niemandem den Mund verbieten, um selbst sorgsam mit dem umzugehen, was dir oder anderen heilig ist.

Und wenn du etwas gesagt hast, das dir leidtut: Es gibt Vergebung. Das Gespräch mit Gott ist nie endgültig abgebrochen, solange du es wieder aufnimmst.

Häufige Fragen

Ist Blasphemie in Deutschland strafbar?

Nicht als Gotteslästerung an sich. Paragraf 166 des Strafgesetzbuchs bestraft aber, wer öffentlich religiöse oder weltanschauliche Bekenntnisse, Kirchen oder Religionsgemeinschaften so beschimpft, dass es den öffentlichen Frieden stören kann. Geschützt wird also das friedliche Zusammenleben, nicht Gott selbst. Kritik, Satire und Spott sind in Deutschland grundsätzlich erlaubt, solange diese Grenze nicht überschritten wird.

Ist „Oh mein Gott“ schon Blasphemie?

In der Regel nicht. Blasphemie ist nach katholischer Lehre das bewusste Verhöhnen oder Schmähen Gottes. Ein gedankenlos gesagtes „Oh mein Gott“ ist das nicht. Das zweite Gebot lädt aber ein, den Namen Gottes nicht beiläufig zu verbrauchen (KKK 2155). Wer darauf achtet, merkt oft, wie viel Gewicht dieser Name eigentlich hat.

Was ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist?

Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht vergeben wird (Mk 3,29). Der Katechismus erklärt das so: Gottes Barmherzigkeit ist grenzenlos, aber wer sich bewusst und dauerhaft weigert, sie anzunehmen, weist die Vergebung selbst zurück (KKK 1864). Gemeint ist also keine einzelne schlimme Äußerung, sondern ein verhärtetes Nein zur Vergebung.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

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