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Beten & Praxis

Gemaltes Motiv zum Begriff Was bedeutet Amen?

Kurz erklärt

Amen ist ein hebräisches Wort und heißt „So ist es“ oder „So sei es“. Wer Amen sagt, stimmt einem Gebet zu und macht es zu seinem eigenen.

Amen ist ein hebräisches Wort, das Juden, Christen und in der Form „Āmīn“ auch Muslime am Ende von Gebeten sprechen. Es bedeutet „So ist es“, „So sei es“ oder „Das ist gewiss“. Wer Amen sagt, bestätigt, was gerade gebetet wurde, und macht es zu seinem eigenen Wort.

Du kennst es vielleicht vom Ende des Vaterunsers, von einer Hochzeit oder einer Beerdigung. Viele sagen es mit, ohne genau zu wissen, was sie da sagen. Dabei steckt in diesen zwei Silben eine ganze Haltung.

Woher kommt das Wort Amen?

Amen stammt aus dem Hebräischen. Die Wortwurzel bedeutet fest, verlässlich, treu. Aus derselben Wurzel kommt das hebräische Wort für „glauben“ (KKK 1062). Glauben heißt in diesem Sinn: sich an etwas festmachen, das hält.

Schon im Alten Testament antwortet das Volk mit Amen. Als Esra aus dem Gesetz vorliest und Gott lobt, stimmen alle mit erhobenen Händen zu: „Amen, Amen“ (Neh 8,6). Der Prophet Jesaja spricht sogar vom „Gott des Amen“, also dem Gott, der zu seinen Zusagen steht (KKK 1063).

Das Neue Testament und die lateinische Kirche haben das Wort nicht übersetzt, sondern übernommen. Nur die alte griechische Übersetzung des Alten Testaments gibt es meist mit „So geschehe es“ wieder. Deshalb klingt es bis heute in fast allen Sprachen gleich, ähnlich wie Halleluja.

Wie benutzt Jesus das Wort Amen?

Jesus verwendet Amen ungewöhnlich: nicht am Ende, sondern am Anfang. Viele seiner Sätze beginnen mit „Amen, ich sage euch“, im Johannesevangelium sogar verdoppelt (Joh 5,19). Damit macht er klar, dass auf sein Wort Verlass ist (KKK 1063). Luther hat an diesen Stellen „Wahrlich“ übersetzt.

Paulus geht noch einen Schritt weiter. Für ihn ist Jesus das Ja Gottes zu allen seinen Versprechen, und durch ihn sagen Christen ihr Amen zu Gott (2 Kor 1,20). Das letzte Buch der Bibel nennt Christus selbst „den Amen“ (Offb 3,14).

Wann sagt man in der Messe Amen?

In der Heiligen Messe ist Amen die Antwort der Gemeinde. Nach jedem Gebet des Priesters sagt sie damit: Dieses Gebet ist auch unseres. Besonders feierlich ist das Amen nach dem Lobpreis am Ende des Hochgebets. Es wird oft gesungen und heißt deshalb „großes Amen“.

Ein anderes Amen ist ganz persönlich. Beim Empfang der Kommunion hörst du „Der Leib Christi“ und antwortest: „Amen.“ Das heißt: Ja, ich glaube, dass Christus hier gegenwärtig ist.

Auch das Glaubensbekenntnis endet mit Amen. Der Katechismus sagt: Das letzte Wort nimmt das erste, das „Ich glaube“, wieder auf und bekräftigt es (KKK 1064).

Was heißt es heute, Amen zu sagen?

Amen ist kein Punkt am Satzende. Es ist eher eine Unterschrift. Wer Amen sagt, stellt sich mit seinem Namen hinter das, was gesagt wurde.

Man kann es gedankenlos murmeln. Dann bleibt es leer. Du kannst es aber auch bewusst sprechen, leise, sogar mit Zweifeln. Ein ehrliches Amen muss nicht perfekt sein. Es heißt nur: Ich setze darauf.

Probier es beim nächsten Gebet aus. Sag das Amen langsam und meine es.

Häufige Fragen

Was heißt Amen auf Deutsch?

Amen lässt sich mit „So ist es“, „So sei es“ oder „Das ist gewiss“ übersetzen. Das hebräische Wort hängt mit einer Wurzel zusammen, die fest, verlässlich und treu bedeutet. Aus derselben Wurzel stammt das hebräische Wort für glauben. Wer Amen sagt, drückt also aus: Darauf verlasse ich mich, darauf baue ich. In deutschen Gottesdiensten wird es trotzdem nicht übersetzt, sondern wie in fast allen Sprachen im Original gesprochen.

Warum sagt man am Ende eines Gebets Amen?

Mit dem Amen am Ende bestätigst du, was gerade gebetet wurde. Hat jemand anderes vorgebetet, machst du sein Gebet damit zu deinem eigenen. Hast du selbst gebetet, setzt du einen klaren Schlusspunkt: Ich meine das so. Schon im Alten Testament antwortet das Volk mit Amen, und die Kirche beendet bis heute fast alle ihre Gebete damit, auch das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis.

Sagen auch Juden und Muslime Amen?

Ja. Amen gehört zu den wenigen Wörtern, die Judentum, Christentum und Islam gemeinsam benutzen. Im Judentum antwortet man mit Amen auf Segenssprüche und Gebete, etwa im Gottesdienst in der Synagoge. Muslime sagen „Āmīn“, zum Beispiel nach der ersten Sure des Korans im Gebet. Die Bedeutung ist ähnlich: Zustimmung und die Bitte, dass Gott das Gebet annimmt.

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