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Thüringen

14 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Elisabeth von Thüringen (1207–1231) war eine ungarische Königstochter, die als Kind an den Hof der Thüringer Landgrafen kam und Landgraf Ludwig IV. heiratete. Nach seinem Tod verließ sie die Wartburg, gründete in Marburg ein Hospital und pflegte dort Kranke. Sie starb mit 24 Jahren. Ihr Gedenktag in Deutschland ist der 19. November.

Steckbrief

NameElisabeth von Thüringen, auch Elisabeth von Ungarn
Lebte1207 bis 1231
Geboren1207 in Ungarn, vermutlich in Sárospatak oder Pressburg (heute Bratislava)
Gestorben17. November 1231 in Marburg (Hessen)
Gedenktag19. November in Deutschland, weltweit 17. November
Orte in ThüringenWartburg und Eisenach, Creuzburg, Gotha, Reinhardsbrunn
Heiliggesprochen27. Mai 1235 durch Papst Gregor IX.
Patroninu. a. von Thüringen, Hessen, dem Bistum Erfurt, der Caritas, von Kranken und Witwen
ErkennungszeichenRosen, Brot, Krone
Inhalt

Oben auf der Wartburg, über Eisenach, hat eine junge Frau aus Ungarn gelebt, die in Thüringen bis heute jeder kennt: Elisabeth von Thüringen. Sie war Landgräfin, eine der reichsten Frauen ihrer Zeit, und hat trotzdem Brot an Hungernde verteilt, Kranke gewaschen und am Ende in einem einfachen Hospital gearbeitet. Mit 24 Jahren war sie tot, vier Jahre später heilig.

Um Elisabeth ranken sich viele schöne Geschichten, allen voran das Rosenwunder. Die belegte Geschichte ist härter: eine Kinderbraut an einem fremden Hof, eine innige Ehe, ein früher Verlust und ein Leben, das sie danach radikal umkrempelte. Ihre Spuren findest du in Thüringen bis heute.

Wer war Elisabeth von Thüringen?

Elisabeth war eine ungarische Königstochter, die mit vier Jahren an den Hof der Thüringer Landgrafen kam, mit 14 Landgraf Ludwig IV. heiratete und ihr Leben den Armen und Kranken widmete. Die katholische Kirche verehrt sie als Heilige, das Bistum Erfurt als seine Hauptpatronin.

Über kaum eine Frau des Mittelalters wissen wir so viel. Der Grund ist ungewöhnlich: Für ihre Heiligsprechung wurden ab 1232 Hunderte Zeugen befragt. Die Aussagen ihrer vier engsten Dienerinnen sind als „Libellus“ erhalten, ein Büchlein von 1235. Dazu kommen ein Bericht ihres Beichtvaters Konrad von Marburg und eine ausführliche Lebensbeschreibung, die der Dominikaner Dietrich von Apolda um 1290 verfasste. Er hat allerdings schon viele Legenden aufgenommen.

  1. 1207Geboren in Ungarn als Tochter von König Andreas II. und Gertrud von Andechs-Meranien.
  2. 1211Mit vier Jahren kommt sie als künftige Braut an den Hof von Landgraf Hermann I. von Thüringen.
  3. 1221Hochzeit mit Landgraf Ludwig IV. in der Georgenkirche in Eisenach. Elisabeth ist 14.
  4. 1222Ihr Sohn Hermann wird geboren, 1224 die Tochter Sophie.
  5. 1223Elisabeth und Ludwig stiften ein Hospital in Gotha.
  6. 1226Hungersnot in Thüringen. Elisabeth öffnet die Kornspeicher und richtet unterhalb der Wartburg ein Hospital ein.
  7. 11.9.1227Ludwig stirbt auf dem Weg zum Kreuzzug in Otranto (Süditalien). Kurz darauf kommt Tochter Gertrud zur Welt.
  8. Ende 1227Elisabeth verlässt die Wartburg und verbringt einen harten Winter in Eisenach.
  9. 1228In Marburg gründet sie ein Hospital, benannt nach Franz von Assisi, und pflegt dort selbst Kranke.
  10. 17.11.1231Elisabeth stirbt in Marburg mit 24 Jahren. Am 19. November wird sie beigesetzt.
  11. 27.5.1235Papst Gregor IX. spricht sie in Perugia heilig.
  12. 1.5.1236Feierliche Erhebung ihrer Gebeine in Marburg, Kaiser Friedrich II. ist dabei.

Kindheit: Mit vier Jahren an den Thüringer Hof

Elisabeth wurde 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. geboren, vermutlich in Sárospatak im Norden Ungarns oder in Pressburg, dem heutigen Bratislava. Schon als Kleinkind wurde sie einem Sohn des Thüringer Landgrafen Hermann I. versprochen, nach den meisten Darstellungen dem ältesten, Hermann. So funktionierte Politik unter Fürstenfamilien: Eine Ehe verband zwei Häuser.

1211 reiste die Vierjährige mit einer reichen Mitgift nach Thüringen. Sie wuchs auf den Burgen der Landgrafen auf, darunter die Creuzburg an der Werra, die Runneburg in Weißensee, die Neuenburg bei Freyburg und die Wartburg. Ihre künftige Schwiegermutter Sophie übernahm die Erziehung.

Eine unbeschwerte Kindheit war das nicht. Elisabeths Mutter wurde 1213 in Ungarn ermordet, ihr Verlobter Hermann starb 1216, ein Jahr später auch Landgraf Hermann I. Elisabeth blieb trotzdem am Hof. Ihr Bräutigam war nun Ludwig, der nächste Sohn.

Die Ehe mit Ludwig IV.: politisch arrangiert, ungewöhnlich innig

1221 heirateten Elisabeth und Ludwig in der Georgenkirche in Eisenach. Die Hochzeit war politisch geplant, doch die Zeuginnen beschreiben später eine Ehe, in der die beiden sehr aneinander hingen. Elisabeth begleitete ihren Mann auf Reisen, wenn es ging, und trauerte sichtbar, wenn er fort war.

Ludwig IV. war einer der mächtigsten Fürsten im Reich. Er war Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen und herrschte auch über große Teile Hessens. Er ließ Elisabeth bei ihren Almosen weitgehend freie Hand, auch wenn der Hof murrte. Nach ihrem Tod wurde er selbst vom Volk als Heiliger verehrt, offiziell heiliggesprochen wurde er nie.

Die beiden bekamen drei Kinder: Hermann (1222), Sophie (1224) und Gertrud (1227). Elisabeth war also mit 20 Jahren Mutter von drei Kindern und Witwe.

Was hat Elisabeth für die Armen getan?

Sie hat Hungernde versorgt, Hospitäler gegründet und Kranke mit eigenen Händen gepflegt, auch Menschen mit Lepra, vor denen andere zurückschreckten. Das war für eine Landgräfin eine Provokation.

Essen und Brot mit Gewissen

Am Hof achtete Elisabeth darauf, nur Speisen zu essen, von denen sie wusste, dass sie nicht aus unrechtmäßigen Abgaben der Bauern stammten. Oft blieb sie deshalb hungrig vom Festmahl. Die Dienerinnen erzählen, dass sie Kleidung für Arme selbst spann und Verstorbene aus armen Familien wusch und einkleidete.

Die Hungersnot von 1226

1226 herrschte in Thüringen Hunger. Ludwig war in Italien beim Kaiser. Elisabeth ließ die Vorräte des Landgrafen verteilen, gab Kleidung und Werkzeug aus, damit Menschen sich selbst helfen konnten, und richtete am Fuß der Wartburg ein Hospital ein. Dort pflegte sie selbst Kranke. Schon 1223 hatten sie und Ludwig ein Hospital in Gotha gestiftet.

Werke der Barmherzigkeit

Was Elisabeth tat, deckt sich fast Punkt für Punkt mit dem, was die Kirche die Werke der Barmherzigkeit nennt: Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen, Tote begraben (KKK 2447). Die Liste geht auf eine Rede Jesu zurück, in der er sagt, dass er selbst hungrig, fremd und krank war und man ihm half, wenn man einem Menschen in Not half (Mt 25,35). In den Glasfenstern der Marburger Elisabethkirche ist Elisabeth genau bei diesen Werken zu sehen.

Das erinnert an einen anderen Heiligen, der geteilt hat, was er am Leib trug: Sankt Martin mit seinem Mantel. Beide Gedenktage liegen im November nur acht Tage auseinander.

Das Rosenwunder: Legende und was dahintersteckt

Das Rosenwunder ist eine Legende und historisch nicht belegt. Es erklärt aber, warum Elisabeth fast immer mit Rosen dargestellt wird.

Die bekannteste Fassung geht so: Elisabeth trägt heimlich Brot zu den Armen, versteckt in ihrem Mantel oder in einem Korb. Unterwegs wird sie angehalten und gefragt, was sie trägt. Sie öffnet den Mantel, und statt Brot liegen darin Rosen. Wer sie anhält, ist je nach Fassung verschieden: mal ihr Mann Ludwig, mal ihre Schwiegermutter Sophie.

In den Zeugenaussagen und frühen Lebensbeschreibungen kommt das Rosenwunder nicht vor. Es wurde erst später auf Elisabeth übertragen. Ähnliche Geschichten werden auch von anderen Heiligen erzählt, etwa von ihrer Großnichte Elisabeth von Portugal. Außerdem passt die Legende schlecht zu den Quellen: Ludwig hat Elisabeths Almosen nach allem, was wir wissen, nicht verboten.

Populär wurde das Rosenwunder in Deutschland im 19. Jahrhundert. Moritz von Schwind malte es um 1855 in seinem Freskenzyklus auf der Wartburg, und von dort ging das Bild in Schulbücher, Andachtsbilder und Kinderbibeln.

Weitere Legenden

  • Der Aussätzige im Bett: Elisabeth legt einen Leprakranken in das Ehebett. Als Ludwig die Decke zurückschlägt, sieht er dort den gekreuzigten Christus.
  • Das Mantelwunder: Sie verschenkt ihren kostbaren Mantel an einen Bettler. Als sie ihn für hohe Gäste braucht, hängt er wieder da.

1227: Ludwigs Tod und der Weggang von der Wartburg

Im Juni 1227 brach Ludwig von der Creuzburg aus zum Kreuzzug auf. Elisabeth begleitete ihn ein Stück. Am 11. September 1227 starb er in Otranto in Süditalien an einem Fieber, bevor er das Heilige Land erreichte. Seine Gebeine wurden 1228 nach Thüringen gebracht und im Kloster Reinhardsbrunn bei Friedrichroda beigesetzt, der Grablege der Landgrafen.

Als die Nachricht kam, war Elisabeth schwanger mit ihrer Tochter Gertrud. Ihr wird der Satz zugeschrieben, mit ihm sei ihr die Welt gestorben.

Für die Kinder regierte nun Ludwigs Bruder Heinrich Raspe. Er entzog Elisabeth die Verfügung über ihr Witwengut. Im Winter 1227/28 verließ sie die Wartburg. Ob sie vertrieben wurde oder bewusst ging, ist unter Historikern umstritten. Wahrscheinlich war es beides: Druck vom Hof und ihr eigener Wunsch, arm zu leben.

In Eisenach nahm sie zunächst niemand auf. Die Dienerinnen erzählen, sie habe in einem ehemaligen Schweinestall übernachtet und sei später bei Bekannten und in einer Kirche untergekommen. Danach holte sie ihr Onkel, der Bischof von Bamberg. Er wollte sie wieder verheiraten. Elisabeth lehnte ab.

Ihre Kinder gab sie in die Obhut anderer. Die jüngste Tochter Gertrud kam in das Kloster Altenberg an der Lahn. Für uns heute ist das schwer zu verstehen. Damals wuchsen Fürstenkinder ohnehin selten bei den Eltern auf, trotzdem war dieser Schritt auch für ihre Zeitgenossen hart.

Marburg: Hospital, Konrad von Marburg und ein früher Tod

1228 legte Elisabeth ein Gelübde ab, verzichtete auf ihr bisheriges Leben und trug fortan ein einfaches graues Gewand. Mit einem Teil ihres Witwenguts, das ihr schließlich ausgezahlt wurde, gründete sie in Marburg, das damals den Thüringer Landgrafen gehörte, ein Hospital. Sie stellte es unter den Schutz von Franz von Assisi, der im Juli 1228 heiliggesprochen worden war. Es war eines der ersten Franziskus geweihten Häuser nördlich der Alpen.

Die franziskanische Armut hatte Elisabeth schon in Eisenach kennengelernt, wo sich ab 1225 die ersten Franziskaner niederließen. Oft wird sie deshalb als Franziskanerin im Dritten Orden bezeichnet. Ob sie formell einem Orden beitrat, ist in der Forschung umstritten.

Konrad von Marburg

Ihr geistlicher Begleiter war seit 1226 Konrad von Marburg, ein Priester und Prediger mit päpstlichem Auftrag. Nach Ludwigs Tod bestimmte der Papst ihn zu ihrem Vormund. Konrad verlangte strengen Gehorsam, schickte ihre vertrauten Dienerinnen Guda und Isentrud fort und strafte Elisabeth hart, laut den Zeugenaussagen auch mit Schlägen. Später wurde er als Ketzerverfolger gefürchtet und 1233 erschlagen.

Das Verhältnis der beiden ist bis heute ein Streitthema. Manche sehen in Konrad einen Tyrannen, andere einen Mann, der Elisabeths Weg der Armut mitging und ihr die Arbeit im Hospital erst ermöglichte. Beides hat Anhalt in den Quellen.

Die letzten Jahre

Im Hospital pflegte Elisabeth Kranke, Arme und besonders Kinder. Mehr als die Hälfte der später bezeugten Wunder betreffen Kinder unter 14 Jahren. Sie starb in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231, erschöpft und mit 24 Jahren. Am 19. November wurde sie in der Kapelle ihres Hospitals beigesetzt. Deshalb ist der 19. November in Deutschland ihr Gedenktag.

Warum wurde Elisabeth so schnell heiliggesprochen?

Weil unmittelbar nach ihrem Tod Menschen an ihr Grab strömten und von Heilungen berichteten. Konrad von Marburg brachte das Verfahren schon 1232 in Gang. Kommissionen hörten Hunderte Zeugen und schrieben zahlreiche Wunderberichte auf.

Am Pfingstfest, dem 27. Mai 1235, verkündete Papst Gregor IX. in Perugia ihre Heiligsprechung. Vier Jahre nach dem Tod war das schnell, im 13. Jahrhundert aber nicht einzigartig: Franz von Assisi war sogar nur knapp zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen worden.

1236 wurden ihre Gebeine feierlich erhoben, Kaiser Friedrich II. kam dafür nach Marburg. Über dem Grab baute der Deutsche Orden ab 1235 die Elisabethkirche, eine der ersten gotischen Kirchen in Deutschland. Ihre Reliquien lagen in einem kostbaren goldenen Schrein. 1539 ließ Landgraf Philipp von Hessen, selbst ein Nachfahre Elisabeths und überzeugter Protestant, die Gebeine entfernen, um die Wallfahrt zu beenden. Der leere Schrein steht bis heute in der Kirche.

Warum Katholiken Heilige wie Elisabeth um ihre Fürsprache bitten, statt sie nur zu bewundern, erklärt der Artikel Warum beten wir zu Heiligen?.

Elisabeth-Orte: Wo du ihre Spuren in Thüringen findest

Die meisten Orte ihres Lebens liegen in Thüringen, dazu kommen Marburg in Hessen und ihr Geburtsland Ungarn.

Wartburg bei Eisenach

Die Wartburg ist der bekannteste Elisabeth-Ort, auch wenn Elisabeth nach den Quellen oft auf anderen Burgen der Landgrafen lebte. Seit 1999 gehört die Burg zum UNESCO-Welterbe. Zwei Bilderzyklen erzählen dort von ihr. In der Elisabethgalerie malte Moritz von Schwind um 1855 Fresken zu ihren Werken und Legenden, darunter das Rosenwunder. Die Elisabethkemenate, vermutlich das mittelalterliche Frauengemach, ließ Kaiser Wilhelm II. zwischen 1902 und 1906 von August Oetken mit Glasmosaiken ausschmücken. Sie zeigen vor allem Szenen aus ihrem Leben als Fürstin.

Elisabethplan in Eisenach

Unterhalb der Wartburg liegt der Elisabethplan. Hier stand das Hospital, das Elisabeth um 1226 einrichtete, später ein Franziskanerkloster. Heute erinnern Mauerreste, ein Holzkreuz und eine Elisabeth-Figur mit Rosen an sie. In Eisenach steht auch die Georgenkirche, in der sie 1221 geheiratet hat.

Creuzburg

In der Creuzburg an der Werra verbrachte Elisabeth Teile ihrer Kindheit und Ehe, von hier brach Ludwig 1227 zum Kreuzzug auf. Die Liboriuskapelle in Creuzburg zeigt einen Bilderzyklus zu ihrem Leben aus dem Jahr 1520.

Gotha und Reinhardsbrunn

In Gotha stifteten Elisabeth und Ludwig 1223 ein Hospital. Im nahen Reinhardsbrunn, dem Hauskloster der Landgrafen, liegt Ludwig begraben.

Erfurt

Elisabeth ist seit der Neugründung 1994 die Hauptpatronin des Bistums Erfurt, zusammen mit Bonifatius und Kilian. Im November feiert das Bistum ihr Fest, der Erfurter Dom ist dabei ein zentraler Ort. Im September 1981, zum 750. Todestag, kamen nach Angaben der Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ mehr als 65.000 Katholiken aus der ganzen DDR zur Elisabethfeier nach Erfurt, zum Abschlussgottesdienst auf dem Domplatz rund 50.000. Für die Kirche in der DDR war das eines der größten Treffen überhaupt.

Marburg

In Marburg steht die Elisabethkirche mit ihrem Schrein und den mittelalterlichen Glasfenstern. Wer Elisabeths Weg ganz nachgehen will, landet am Ende hier.

Auf dem Elisabethpfad pilgern

Der Elisabethpfad führt 193 Kilometer von der Wartburg in Eisenach zur Elisabethkirche in Marburg. Er wurde 2007, im Elisabethjahr zu ihrem 800. Geburtstag, eingerichtet und folgt einer alten Handelsstraße.

Die Strecke geht über Creuzburg, Spangenberg, Homberg (Efze) und Amöneburg und ist in neun Abschnitte eingeteilt. Gelbe Pfeile markieren den Weg, teilweise ist er zugleich als Jakobsweg ausgeschildert. In Eisenach schließt er an die Via Regia an, die als Jakobsweg quer durch Thüringen läuft. Mehr über diese und andere Routen findest du bei den Pilgerwegen in Thüringen.

Du musst keine 193 Kilometer gehen. Schon die erste Etappe von der Wartburg über den Elisabethplan Richtung Creuzburg führt durch die Landschaft, in der Elisabeth gelebt hat. Was ein Pilgerweg von einer normalen Wanderung unterscheidet, ist weniger die Strecke als die Haltung: Du gehst mit einer Frage, einem Dank oder einer Sorge.

2027: 800 Jahre nach Ludwigs Tod

Am 11. September 2027 jährt sich der Tod von Landgraf Ludwig IV. zum 800. Mal. Damit rückt auch der Wendepunkt in Elisabeths Leben in den Blick: ihr Weggang von der Wartburg und der Beginn ihres Weges nach Marburg. Vier Jahre später, 2031, folgt ihr 800. Todestag.

Welche Veranstaltungen es an Wartburg, in Eisenach, Reinhardsbrunn oder im Bistum Erfurt zum Jubiläum 2027 geben wird, war im September 2026 noch nicht veröffentlicht. Diese Angaben sind ohne Gewähr, aktuelle Termine findest du direkt bei der Wartburg-Stiftung, der Stadt Eisenach und dem Bistum Erfurt.

Elisabeth Kindern erklärt

Für Kinder reicht die Geschichte in wenigen Sätzen. Wichtig ist nicht die Jahreszahl, sondern das Teilen.

Für Kinder erklärt

  1. Elisabeth war eine Prinzessin aus Ungarn und lebte vor 800 Jahren auf der Wartburg in Thüringen.
  2. Sie hatte schöne Kleider und genug zu essen, aber viele Menschen im Land hatten Hunger.
  3. Deshalb brachte Elisabeth ihnen Brot und pflegte Kranke, auch wenn andere sie dafür auslachten.
  4. Man erzählt sich, dass sich das Brot in ihrem Korb einmal in Rosen verwandelt hat.
  5. Darum malt man Elisabeth oft mit Rosen: Wer teilt, macht die Welt ein bisschen schöner.

Was Elisabeth heute bedeuten kann

Elisabeth hat Armut nicht romantisiert. Sie hat gesehen, dass Menschen hungern, und hat ihren Platz ganz oben genutzt, um etwas zu ändern. Als dieser Platz weg war, hat sie mit den Händen weitergemacht. Heute tragen Krankenhäuser, Sozialstationen, Schulen und Caritas-Einrichtungen ihren Namen, katholische wie evangelische. An Elisabeth zeigt sich gut, was die Konfessionen verbindet.

Auch wer mit Kirche wenig anfangen kann oder aus der Kirche ausgetreten ist, findet in Elisabeth oft eine Figur, die überzeugt. Sie war jung, eigensinnig und hat sich nicht an die Erwartungen ihres Standes gehalten. Und sie hat in einem Land geglaubt, in dem das nicht selbstverständlich war. Das kennen viele, die heute in Thüringen katholisch in der Diaspora leben.

  1. Schau, wer bei dir Hunger hatNicht jeder Hunger ist Hunger nach Brot. Manchmal fehlt jemandem Gesellschaft, Hilfe beim Umzug oder einfach ein Anruf.
  2. Nutze, was du hastElisabeth hat ihre Stellung eingesetzt, solange sie sie hatte. Überleg, wo dein Einfluss liegt: in der Schule, im Job, im Freundeskreis.
  3. Geh einen Teil ihres WegesBesuch den Elisabethplan unterhalb der Wartburg oder lauf eine Etappe des Elisabethpfads. Ein Tag reicht.
  4. Feier den 19. November mitViele Gemeinden feiern das Elisabethfest mit einem Gottesdienst. Welche Gemeinde in deiner Nähe liegt, zeigt dir unser Gemeindeverzeichnis.
  5. Such dir Leute, die das auch wollenTeilen fällt leichter, wenn man es nicht allein versucht. In der Runde reden junge Leute aus Thüringen darüber, wie das im Alltag geht.

Häufige Fragen

Wann ist der Gedenktag der heiligen Elisabeth?

In Deutschland feiern Katholiken Elisabeth am 19. November, dem Tag ihrer Beerdigung. 2026 fällt er auf einen Donnerstag, 2027 auf einen Freitag. Im weltweiten römischen Kalender steht sie am 17. November, ihrem Todestag. Auch der evangelische Namenkalender nennt den 19. November. Wer Elisabeth heißt, kann an diesem Tag Namenstag feiern.

Ist der 19. November in Thüringen ein Feiertag?

Nein. Obwohl Elisabeth die Landespatronin ist, ist ihr Gedenktag in Thüringen kein gesetzlicher Feiertag. Schulen, Behörden und Geschäfte haben normal geöffnet. Katholische Gemeinden feiern das Fest mit Gottesdiensten, auch das Bistum Erfurt ehrt seine Hauptpatronin.

Wie alt wurde Elisabeth von Thüringen?

Elisabeth wurde nur 24 Jahre alt. Sie kam 1207 in Ungarn zur Welt und starb in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231 in Marburg. Die Zeitgenossen führten ihren frühen Tod auf die harte Arbeit im Hospital und ihr sehr strenges, entbehrungsreiches Leben zurück. Eine genaue Todesursache nennen die Quellen nicht.

Hatte Elisabeth von Thüringen Kinder?

Ja, drei. Hermann kam 1222 zur Welt und wurde später Landgraf, starb aber schon 1241. Sophie, geboren 1224, heiratete den Herzog von Brabant und gilt als Stammmutter der Landgrafen von Hessen. Gertrud wurde 1227 kurz nach dem Tod ihres Vaters geboren, wuchs im Kloster Altenberg an der Lahn auf und wurde dort Äbtissin.

Wo ist Elisabeth von Thüringen begraben?

Sie wurde am 19. November 1231 in der Kapelle ihres Hospitals in Marburg beigesetzt. Über dem Grab entstand ab 1235 die Elisabethkirche mit einem goldenen Schrein. 1539 ließ Landgraf Philipp von Hessen, ein Nachfahre Elisabeths und Anhänger der Reformation, die Gebeine entfernen. Wo sie heute sind, ist nicht sicher. Einzelne Reliquien werden an verschiedenen Orten aufbewahrt, etwa in Wien und Košice.

Warum heißt sie auch Elisabeth von Ungarn?

Weil sie eine ungarische Prinzessin war. Ihr Vater war König Andreas II. von Ungarn, ihre Mutter Gertrud stammte aus dem bayerischen Adelsgeschlecht Andechs-Meranien. In Ungarn, der Slowakei und im englischen Sprachraum heißt sie deshalb meist Elisabeth von Ungarn. In Deutschland hat sich der Name nach dem Land durchgesetzt, in dem sie gelebt hat.

Ist Elisabeth auch für evangelische Christen wichtig?

Ja. Evangelische Christen verehren Heilige nicht wie Katholiken, sie erinnern aber an Elisabeth als Vorbild tätiger Nächstenliebe. Der 19. November steht auch im evangelischen Namenkalender. Viele diakonische Einrichtungen tragen ihren Namen. In Eisenach und Erfurt erinnern katholische und evangelische Christen oft gemeinsam an sie.

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