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Heilige

11 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Der heilige Josef von Nazareth war der Mann Marias und der Ziehvater von Jesus. In der Bibel sagt er kein einziges Wort, er handelt. Sein Hochfest ist der 19. März, der Josefstag. Am 1. Mai feiert die Kirche ihn als Josef den Arbeiter. Er ist Patron der ganzen Kirche, der Familien und der Arbeiter.

Steckbrief

NameJosef von Nazareth; hebräisch, sinngemäß „Gott möge hinzufügen“
Lebte1. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr.; genaue Daten unbekannt
OrteNazareth und Betlehem, Flucht nach Ägypten
BerufBauhandwerker (griechisch „tekton“), meist mit Zimmermann übersetzt
Gedenktage19. März, Hochfest (2026: Donnerstag, 2027: Freitag), Farbe Weiß; 1. Mai, Josef der Arbeiter
Patron u. a.der ganzen Kirche (seit 1870), der Familien, Arbeiter, Handwerker und Sterbenden
ErkennungszeichenJesuskind auf dem Arm, Lilie, blühender Stab, Zimmermannswerkzeug
Inhalt

Auf Krippenbildern steht er meistens am Rand. Maria kniet in der Mitte, das Kind liegt im Stroh, und irgendwo dahinter hält ein Mann eine Laterne. Das ist Josef. Viele kennen ihn nur als Nebenfigur der Weihnachtsgeschichte. Für die katholische Kirche ist der heilige Josef viel mehr: der Beschützer von Jesus, Patron der ganzen Kirche und einer der beliebtesten Heiligen überhaupt.

Das Erstaunliche an ihm: In der ganzen Bibel sagt er kein einziges Wort. Was wir über Josef von Nazareth wissen, wissen wir aus dem, was er getan hat.

Wer war der heilige Josef?

Josef war der Mann Marias und der Ziehvater von Jesus. Er lebte in Nazareth in Galiläa, stammte aus der Familie des Königs David und arbeitete mit den Händen.

Die Evangelien nach Matthäus und Lukas erzählen von ihm, beide nur in ihren ersten beiden Kapiteln. Sie nennen ihn einen Nachkommen Davids (Mt 1,16; Lk 1,27). Das ist wichtig: Über Josef gehört Jesus rechtlich zur Familie Davids, aus der die Juden den Messias erwarteten (KKK 437).

Sein Beruf heißt im griechischen Text „tekton“ (Mt 13,55). Meist wird das mit Zimmermann übersetzt. Gemeint ist eher ein Bauhandwerker, der mit Holz und Stein arbeitet: Türen, Balken, Dächer, Mauern. Jesus hat diesen Beruf vermutlich bei ihm gelernt. Die Leute in Nazareth nannten Jesus später den „Sohn des Zimmermanns“.

  1. um 7–4 v. Chr.Geburt Jesu in Betlehem, Josef ist dabei. Das genaue Jahr ist unsicher.
  2. kurz danachFlucht mit Maria und dem Kind nach Ägypten, später Rückkehr nach Nazareth.
  3. Jesus ist zwölfJosef und Maria suchen ihn drei Tage und finden ihn im Tempel. Danach verschwindet Josef aus der Bibel.
  4. um 850Früheste bekannte Erwähnung eines Josefsfestes am 19. März im Martyrologium der Reichenau.
  5. 1479Papst Sixtus IV. legt den 19. März als Festtag fest. Ab 1621 wird er in der ganzen Kirche gefeiert.
  6. 1870Papst Pius IX. erklärt Josef zum Patron der ganzen Kirche.
  7. 1955Papst Pius XII. führt den Gedenktag Josef der Arbeiter am 1. Mai ein.
  8. 1962Johannes XXIII. nimmt Josefs Namen ins älteste Hochgebet der Messe auf, 2013 folgen die anderen Hochgebete.
  9. 2020–2021Papst Franziskus schreibt „Patris corde“ und ruft ein Josefsjahr aus.

Was erzählt die Bibel über Josef von Nazareth?

Die Bibel erzählt nur wenige Szenen, aber jede zeigt denselben Mann: jemanden, der zuhört und dann handelt.

Die Krise vor der Hochzeit

Josef ist mit Maria verlobt. Dann merkt er, dass sie schwanger ist, und er weiß, dass das Kind nicht von ihm ist. Matthäus nennt Josef „gerecht“ und erzählt, dass er Maria nicht bloßstellen wollte. Er plante, sich in aller Stille von ihr zu trennen (Mt 1,19). Eine öffentliche Anklage hätte für sie schwere Folgen gehabt.

Er hätte im Recht sein können. Er entschied sich, sie zu schützen.

In der Nacht erscheint ihm im Traum ein Engel. Er sagt Josef, er solle keine Angst haben und Maria zu sich nehmen, denn das Kind sei vom Heiligen Geist (Mt 1,20). Josef steht auf und tut es. Er gibt dem Kind auch den Namen Jesus. Damit nimmt er es rechtlich als seinen Sohn an. Was die Kirche mit dieser Empfängnis meint, erklärt das Glossar unter Jungfrauengeburt (KKK 497).

Betlehem, Flucht und Rückkehr

Wegen einer römischen Volkszählung zieht Josef mit der schwangeren Maria von Nazareth nach Betlehem, in die Stadt Davids (Lk 2,4). Dort kommt Jesus zur Welt.

Danach träumt Josef noch dreimal. Zuerst warnt ihn ein Engel vor König Herodes, der das Kind töten will. Josef bricht noch in der Nacht auf und flieht mit seiner Familie nach Ägypten (Mt 2,13–14). Die Heilige Familie wird zu Flüchtlingen. Nach dem Tod des Herodes kommt die nächste Nachricht im Traum: Ihr könnt zurück. Aus Vorsicht lässt Josef sich aber nicht in Judäa nieder, sondern in Nazareth (Mt 2,19–23).

Der Zwölfjährige im Tempel

Die letzte Szene mit Josef erzählt Lukas. Die Familie pilgert zum Paschafest nach Jerusalem. Auf dem Rückweg fehlt Jesus. Drei Tage suchen Maria und Josef ihn, dann finden sie ihn im Tempel, mitten unter den Gelehrten. Maria sagt, sein Vater und sie hätten ihn voller Sorge gesucht (Lk 2,48). Jesus geht mit ihnen zurück nach Nazareth und ist ihnen gehorsam (KKK 532, 534).

Danach taucht Josef nicht mehr auf.

Der Mann, der nichts sagt

Maria spricht in der Bibel, die Hirten sprechen, Engel sprechen. Josef nicht. Papst Johannes Paul II. hat in seinem Schreiben „Redemptoris custos“ (1989) darauf hingewiesen: Josefs Schweigen ist keine Leere, sondern Aufmerksamkeit. Er hört, er versteht, er tut.

Was man über Josef nicht weiß

Vieles, was man über Josef zu wissen glaubt, stammt nicht aus der Bibel, sondern aus Legenden.

Sein Alter. Die Bibel nennt keines. Das Bild vom alten Mann kommt vor allem aus dem Jakobusevangelium, einer Schrift aus dem 2. Jahrhundert, die nicht zur Bibel gehört. Dort ist Josef ein betagter Witwer. Die Legende erzählt auch, wie er ausgewählt wurde: Von allen Bewerbern um Maria sei nur sein Stab aufgeblüht. Daher kommt der blühende Stab auf vielen Bildern. Bis ins 15. Jahrhundert wurde Josef oft jung und ohne Bart gemalt, erst danach meist als älterer Mann.

Sein Tod. Die Evangelien erzählen ihn nicht. Weil Jesus am Kreuz seine Mutter dem Jünger Johannes anvertraut (Joh 19,26–27), nimmt man an, dass Josef da schon gestorben war. Die Überlieferung sagt, er sei in den Armen von Jesus und Maria gestorben. Ein Grab ist nicht bekannt.

Die „Brüder Jesu“. Die Evangelien nennen Brüder und Schwestern Jesu. Die katholische Kirche versteht sie als nahe Verwandte, denn so kann das Wort in der Bibel auch gemeint sein (KKK 500). In den Ostkirchen gelten sie oft als Kinder Josefs aus einer früheren Ehe. Hier unterscheiden sich die christlichen Konfessionen, und das darf man offen sagen.

Josefstag am 19. März

Der Josefstag ist das Hochfest des heiligen Josef, jedes Jahr am 19. März. 2026 fällt er auf einen Donnerstag, 2027 auf einen Freitag. Ein Hochfest ist die höchste Stufe im Festkalender der Kirche. Der Priester trägt Weiß, die Farbe für Heilige, die nicht als Märtyrer gestorben sind.

Der Tag liegt fast immer in der Fastenzeit. Trotzdem wird an diesem Tag gefeiert, mit Gloria und festlicher Messe. Fällt der 19. März auf einen Sonntag der Fastenzeit, rückt das Fest auf den Montag. Fällt er in die Karwoche, wird es auf den Samstag vor Palmsonntag vorgezogen.

Ist der Josefstag ein Feiertag?

In Deutschland nicht, auch in Thüringen ist der 19. März ein normaler Arbeitstag. In Bayern war er bis Ende der 1960er-Jahre gesetzlicher Feiertag. Im Alpenraum ist Josef bis heute präsent: Er ist Landespatron von Kärnten, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg, dort haben Schulen frei. In mehreren Schweizer Kantonen und in Liechtenstein ist der Tag gesetzlicher Feiertag.

Bräuche rund um den Josefstag

  • Vatertag: In Italien, Spanien und Portugal ist der 19. März Vatertag. Das passt zu dem Mann, der für Jesus Vater war, ohne sein leiblicher Vater zu sein.
  • Josefstisch: In Süditalien werden Tische mit Brot, Gebäck und Bohnen gedeckt, und das Essen wird mit Armen geteilt.
  • Zeppole: In Neapel gibt es am Josefstag frittiertes Brandteiggebäck mit Creme.
  • Fallas in Valencia: Das große Frühlingsfest mit riesigen Figuren, die am Ende verbrannt werden, endet am 19. März.
  • Bauernregeln: „Ist's am Josefstage klar, folget ein fruchtbares Jahr.“ Der Tag markierte früher den Start der Feldarbeit.

Josef der Arbeiter am 1. Mai

Am 1. Mai feiert die Kirche Josef ein zweites Mal, als Patron der Arbeiter. Papst Pius XII. hat diesen Gedenktag 1955 eingeführt. Er wollte zeigen, dass die Kirche an der Seite der arbeitenden Menschen steht, ausgerechnet an dem Tag, den die Arbeiterbewegung für sich gewählt hatte. Heute ist der 1. Mai ein nichtgebotener Gedenktag: Pfarreien können ihn feiern, müssen es aber nicht.

Das passt gut nach Thüringen. Hier ist der 1. Mai als Tag der Arbeit gesetzlicher Feiertag, und viele Menschen kennen ihn nur als freien Tag mit Demo oder Grillen. Der Gedenktag erinnert daran, dass Jesus die meisten Jahre seines Lebens in einer Werkstatt verbracht hat. Der Katechismus sagt: In der Familie und der schlichten Arbeit in Nazareth zeigt Jesus, wie Heiligkeit im Alltag geht (KKK 564).

Arbeit ist dort kein Makel und keine Nebensache. Sie gehört zu dem, wie Gott Menschen heilig macht. Was die Kirche mit diesem Wort meint, erklärt der Text Was ist die Heiligkeit?.

Wofür ist der heilige Josef Schutzpatron?

Josef ist Schutzpatron der ganzen katholischen Kirche. Papst Pius IX. hat ihn am 8. Dezember 1870 dazu erklärt. Der Gedanke dahinter: So wie Josef die Familie von Nazareth geschützt hat, soll er die Kirche schützen.

Dazu kommen viele weitere Patronate:

  • Familien und Ehepaare: Er hat seine Familie durch Krisen getragen.
  • Arbeiter und Handwerker: Zimmerleute, Schreiner, Bauleute, auch Ingenieure.
  • Sterbende: Der Katechismus empfiehlt ausdrücklich, sich für die Stunde des Todes Josef anzuvertrauen, dem Patron der Sterbenden (KKK 1014). Eine ähnliche Rolle hat die heilige Barbara, die gegen den plötzlichen Tod angerufen wird.
  • Flüchtlinge, Arme und Leidende: Diese Titel hat der Vatikan 2021 in die Josefslitanei aufgenommen, ein altes Gebet mit vielen Anrufungen. Die Flucht nach Ägypten ist der Grund dafür.
  • Länder und Regionen: unter anderem Kanada, Belgien und Peru, dazu Kärnten, die Steiermark, Tirol und Vorarlberg.

Patronate sind kein Zuständigkeitsplan im Himmel. Sie zeigen, in welchen Nöten Menschen sich an einen Heiligen gewandt haben. Viele rufen beim Suchen den heiligen Antonius an und vor einer Reise den heiligen Christophorus. Wer eine Wohnung sucht, einen Job braucht oder in der Familie nicht weiterweiß, betet traditionell zu Josef.

Warum die Kirche Josef so wichtig nimmt

Lange stand Josef tatsächlich am Rand. In den ersten Jahrhunderten verehrten Christen vor allem Märtyrer, Menschen, die für ihren Glauben getötet wurden. Josef ist, wie der heilige Martin, ein Heiliger ohne Martyrium. Erst ab dem späten Mittelalter, gefördert vor allem von Bettelorden wie den Franziskanern, wurde er im Westen breit verehrt.

Seitdem ist er immer weiter in die Mitte gerückt. Papst Franziskus nennt ihn in „Patris corde“ einen Vater im Schatten: jemanden, der nicht im Mittelpunkt steht und gerade dadurch trägt. In den Hochgebeten der Messe wird sein Name heute genannt, direkt nach Maria, der Mutter Jesu.

Für viele ist Josef der Heilige des gewöhnlichen Lebens. Er hat keine Wunder gewirkt und keine Predigten gehalten. Er hat eine Familie beschützt, gearbeitet, Entscheidungen getroffen, die ihm keiner abgenommen hat. Auch Elisabeth von Thüringen wurde nicht im Kloster heilig, sondern als Ehefrau und Mutter mitten im Alltag. Mehr zu Namen und Gedenktagen findest du auf der Seite zum Namenstag.

Nicht verwechseln: drei Männer namens Josef

Im Bibelunterricht werden drei Josefs gern durcheinandergebracht.

Name Wo in der Bibel Wer er war
Josef von Nazareth Mt 1–2, Lk 1–2 Mann Marias, Ziehvater Jesu
Josef von Ägypten Gen 37–50 Sohn Jakobs, von seinen Brüdern verkauft, später mächtig am Hof des Pharao
Josef von Arimathäa Mt 27,57–60 Ratsherr, der Jesus nach der Kreuzigung in sein eigenes Grab legen ließ

Es gibt trotzdem eine Verbindung: Beide Josefs, der aus Ägypten und der aus Nazareth, verstehen Gott durch Träume und retten ihre Familie, indem sie nach Ägypten gehen.

Den heiligen Josef Kindern erklärt

Für Kinder ist Josef leicht zu verstehen: ein Papa, der aufpasst.

Für Kinder erklärt

  1. Josef war Handwerker in Nazareth. Er baute mit Holz und Steinen.
  2. Er hatte Maria sehr lieb. Maria bekam ein Baby, das von Gott kam: Jesus.
  3. In der Nacht sagte ihm ein Engel im Traum, er solle gut auf Maria und das Kind aufpassen. Josef tat es.
  4. Als ein böser König das Baby suchte, packte Josef alles ein und brachte seine Familie in Sicherheit.
  5. Jesus wuchs bei Josef auf und lernte von ihm, mit den Händen zu arbeiten.

Was der heilige Josef dir heute sagen kann

Josef hatte keinen Plan B. Seine Verlobte war schwanger, und sein Leben war auf einmal nicht mehr das, was er sich vorgestellt hatte.

Er ist nicht weggelaufen. Er hat geschlafen, zugehört und ist aufgestanden.

Du stehst vielleicht auch gerade vor etwas, das du dir anders vorgestellt hast: ein Studium, das nicht passt, eine Familie, die auseinanderfällt, ein Job, der dich auslaugt. Josef zeigt keinen Trick, er zeigt eine Haltung. Ein paar Ideen:

  • Schlaf eine Nacht drüber. Josef hat seine wichtigste Entscheidung nicht im ersten Schreck getroffen. Wenn dich etwas umwirft, gib dir eine Nacht, bevor du antwortest.
  • Schütz jemanden, statt recht zu haben. Josef hätte Maria bloßstellen können. Er hat es nicht getan. Frag dich, wo du gerade im Recht bist und trotzdem gnädig sein könntest.
  • Mach deine Arbeit gut, auch wenn keiner zuschaut. Ob Schicht, Referat oder Abwasch: Das zählt. Nicht nur das, was man auf Instagram zeigt.
  • Nimm Verantwortung an, die du nicht bestellt hast. Für ein Geschwisterkind, einen Freund in der Krise, die eigenen Eltern. Du musst nicht alles tragen, aber du kannst da sein.

Du musst nicht laut sein, um wichtig zu sein. Fang mit einer Sache an, die heute niemand sieht.

Häufige Fragen

Wann ist der Josefstag?

Der Josefstag ist jedes Jahr am 19. März, 2026 an einem Donnerstag, 2027 an einem Freitag. Fällt der 19. März auf einen Sonntag der Fastenzeit, feiert die Kirche das Hochfest am Montag danach. Fällt er in die Karwoche, wird es auf den Samstag vor Palmsonntag vorverlegt. Einen zweiten Josefstag gibt es am 1. Mai: den Gedenktag Josef der Arbeiter.

Ist der Josefstag ein Feiertag?

In Deutschland nicht, auch nicht in Thüringen. Schulen und Betriebe haben normal geöffnet. In Bayern war der 19. März bis Ende der 1960er-Jahre gesetzlicher Feiertag. In mehreren Schweizer Kantonen und in Liechtenstein ist er es bis heute. In den österreichischen Ländern Kärnten, Steiermark, Tirol und Vorarlberg, deren Landespatron Josef ist, haben Schulen frei.

Wann hat Josef Namenstag?

Am 19. März. Das gilt auch für Joseph, Josefa, Josefine und Kurzformen wie Sepp, Seppi oder Beppo. Wer möchte, kann auch den 1. Mai nehmen, den Gedenktag Josef der Arbeiter. Üblich ist aber der 19. März. Der Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet sinngemäß „Gott möge hinzufügen“.

Wie alt war Josef, als Jesus geboren wurde?

Das weiß niemand. Die Bibel nennt kein Alter. Das Bild vom alten Mann mit weißem Bart stammt aus späteren Legenden, vor allem aus dem Jakobusevangelium aus dem 2. Jahrhundert, das nicht zur Bibel gehört. Bis ins 15. Jahrhundert malte man Josef oft jung und ohne Bart. Viele Fachleute halten einen jüngeren Mann für wahrscheinlicher, weil Männer damals in der Regel früh heirateten.

Wann und wie ist Josef gestorben?

Die Bibel erzählt es nicht. Zuletzt kommt Josef vor, als der zwölfjährige Jesus im Tempel gefunden wird. Beim öffentlichen Auftreten Jesu ist nur noch von Maria die Rede, und am Kreuz vertraut Jesus seine Mutter dem Jünger Johannes an. Deshalb nimmt man an, dass Josef vorher gestorben ist. Die Überlieferung sagt: in den Armen von Maria und Jesus. Darum ist er Patron der Sterbenden.

Hatte Josef andere Kinder?

Die Bibel spricht von Brüdern und Schwestern Jesu. Die katholische Kirche versteht sie als nahe Verwandte, etwa Cousins, weil das hebräische und aramäische Wort für Bruder auch Verwandte meint (KKK 500). In den Ostkirchen ist verbreitet, dass Josef Witwer war und Kinder aus einer ersten Ehe hatte. Viele evangelische Theologen halten leibliche Geschwister für möglich.

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