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Glaube

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist ein Schutzpatron?

Kurz erklärt

Ein Heiliger, den Christen für einen bestimmten Ort, Beruf, eine Gruppe oder Lebenslage um seine Fürsprache bei Gott bitten, etwa Christophorus für Reisende.

Ein Schutzpatron ist ein Heiliger, den Christen für einen bestimmten Ort, einen Beruf, eine Gruppe oder eine Lebenslage um seine Fürsprache bei Gott bitten. Christophorus steht für Reisende, Barbara für Bergleute, Antonius für alle, die etwas verloren haben. Auch Kirchen, Städte, Bistümer und Länder haben Patrone.

Woher kommt das Wort Schutzpatron?

„Patron“ kommt vom lateinischen patronus, „Schutzherr“ oder „Anwalt“. Im alten Rom war ein Patron jemand, der für andere eintrat, wenn sie Hilfe brauchten. Genau dieses Bild steckt im Begriff: ein Anwalt an deiner Seite.

Wie verstehen Katholiken den Schutzpatron?

Katholiken beten nicht zu einem Patron statt zu Gott. Sie bitten ihn, mit ihnen und für sie zu beten. Die Kirche glaubt, dass die Verstorbenen, die bei Gott sind, mit den Lebenden verbunden bleiben und für sie eintreten (KKK 956). Mehr dazu steht im Beitrag Warum beten wir zu Heiligen?.

Ein Schutzpatron ist kein Talisman.

Er nimmt dir nichts ab, was du selbst tun musst. Er erinnert dich daran, dass jemand diesen Weg schon gegangen ist.

Die Bitte an einen Patron ist meist ganz schlicht. In vielen Gebeten und Litaneien heißt es nur: „Heiliger Antonius, bitte für uns.“ Du kannst das auch in eigenen Worten sagen, vor einer Prüfung, einer Reise oder einem schweren Gespräch. Entscheidend ist nicht die Formel, sondern dass du dich nicht allein fühlst mit dem, was vor dir liegt.

Wie kommt ein Heiliger zu seinem Patronat?

Meist über seine Lebensgeschichte oder eine Legende. Die Legende erzählt, dass Christophorus ein Kind über einen Fluss trug, das sich als Christus zeigte. Darum gilt er als Patron der Reisenden. Antonius von Padua wird angerufen, wenn etwas verloren ist, Barbara von Bergleuten, Josef von Handwerkern.

Nach den liturgischen Regeln der Kirche können Orte, Diözesen und Pfarreien einen Patron wählen. Möglich sind Maria, Engel und Heilige, Selige nur mit Erlaubnis aus Rom. Bei Kirchen heißt das Patrozinium, der Festtag des Patrons ist dort ein besonderer Feiertag.

Wer ist Schutzpatron in Thüringen?

Das Bistum Erfurt hat Elisabeth von Thüringen als Patronin, dazu Bonifatius und Kilian als Mitpatrone. Bonifatius hat im 8. Jahrhundert in Thüringen missioniert und 742 das erste Bistum in Erfurt gegründet. Viele Kirchen im Eichsfeld und in Erfurt tragen Namen von Heiligen, die mit der Region verbunden sind.

Den persönlichsten Patron hast du über deinen Namen. Wer dein Namenspatron ist und wann du Namenstag feierst, kannst du nachschlagen. Lies seine Geschichte. Vielleicht findest du darin mehr von dir, als du denkst.

Häufige Fragen

Wie finde ich meinen Schutzpatron?

Der einfachste Weg führt über deinen Vornamen. Der Heilige, dessen Namen du trägst, ist dein Namenspatron, und sein Gedenktag ist dein Namenstag. Du kannst dir aber auch bewusst einen Heiligen aussuchen, dessen Leben dich anspricht, etwa bei der Firmung, wenn du einen Firmnamen wählst. Auch Berufe, Schulen und Orte haben oft eigene Patrone.

Wer ist der Schutzpatron Deutschlands?

Traditionell gilt der Erzengel Michael als Schutzpatron Deutschlands. Sein Fest ist am 29. September. Für ganz Europa hat Papst Paul VI. 1964 den heiligen Benedikt von Nursia zum Patron erklärt, später kamen weitere Patrone dazu, darunter Edith Stein. Das Bistum Erfurt hat die heilige Elisabeth als Patronin.

Haben evangelische Christen auch Schutzpatrone?

Nicht im katholischen Sinn. Die evangelischen Kirchen ehren vorbildliche Christen und erinnern an sie, rufen sie aber nicht als Fürsprecher an. Nach reformatorischem Verständnis wendet sich jeder Christ direkt an Gott, ohne Vermittlung von Heiligen. Viele Kirchen, die heute evangelisch sind, tragen aber noch den Namen eines Heiligen aus der Zeit vor der Reformation.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.