
Sakramente & Messe

Kurz erklärt
Eine Hostie ist ein dünnes, ungesäuertes Brot aus Weizenmehl und Wasser. In der Messe wird sie gewandelt und bei der Kommunion ausgeteilt.
Eine Hostie ist ein dünnes, rundes Brot aus Weizenmehl und Wasser, ungesäuert gebacken. In der katholischen Messe wird sie vom Priester gewandelt. Danach ist sie nach katholischem Glauben der Leib Christi und wird bei der Kommunion ausgeteilt. Vor der Wandlung ist sie einfaches Brot.
Woher kommt das Wort Hostie?
Das Wort stammt vom lateinischen „hostia“. Es bedeutet Opfer oder Opfergabe. Der Name erinnert daran, dass die Kirche in der Messe das Opfer Jesu am Kreuz vergegenwärtigt. Jesus gibt sich selbst hin, und diese Hingabe wird in der Feier gegenwärtig.
Warum ungesäuertes Brot? Beim letzten Abendmahl feiert Jesus mit seinen Jüngern im Umfeld des jüdischen Paschafests. Dazu gehört Brot ohne Sauerteig (Lk 22,7–20). Die lateinische Kirche hält an dieser Überlieferung fest (can. 926). Die meisten Ostkirchen verwenden dagegen gesäuertes Brot.
Was bedeutet die Hostie für Katholiken?
Für Katholiken ist die gewandelte Hostie kein Zeichen, das nur an Jesus erinnert. In der Wandlung wird aus Brot der Leib Christi. Äußerlich bleibt es Brot, im Wesen ist es Christus selbst (KKK 1374–1376). Deshalb knien viele vor ihr oder verneigen sich.
Das hat Folgen im Alltag der Kirche:
- Aufbewahrung: Gewandelte Hostien, die übrig bleiben, kommen in den Tabernakel. Von dort bringt man die Kommunion zu Kranken (KKK 1379).
- Anbetung: Eine große Hostie wird in der Monstranz gezeigt, etwa bei der Prozession an Fronleichnam.
- Brotbrechen: Der Priester verwendet meist eine größere Hostie. Vor der Kommunion bricht er sie sichtbar. Das erinnert daran, wie Jesus beim Abendmahl das Brot brach, und die frühen Christen nannten die ganze Feier deshalb „Brotbrechen“ (KKK 1329).
- Herstellung: Hostien werden in Hostienbäckereien hergestellt, traditionell oft in Klöstern.
Evangelische Kirchen verwenden beim Abendmahl ebenfalls oft Oblaten. Sie verstehen das, was dabei geschieht, aber anders. Die Unterschiede erklärt der Text über katholisch und evangelisch.
Hostie, Oblate, Eucharistie: Wo liegt der Unterschied?
Oblate ist das allgemeine Wort für dünnes, ungesäuertes Gebäck, auch im Weihnachtsgebäck. Hostie meint die Oblate, die für die Messe bestimmt ist. Eucharistie ist das Sakrament als Ganzes: die Feier, das Danken und die Gegenwart Christi in Brot und Wein.
Von außen ist eine Hostie das Unscheinbarste, was man sich vorstellen kann. Genau darin liegt ihre Aussage: Gott kommt nicht mit Lärm, sondern ganz leise. Wie der Gottesdienst abläuft, in dem sie gewandelt wird, erklärt der Artikel über die Heilige Messe.
Häufige Fragen
Woraus besteht eine Hostie?
Eine Hostie besteht nur aus Weizenmehl und Wasser. Das Kirchenrecht schreibt vor, dass das Brot aus reinem Weizenmehl bereitet und frisch ist (can. 924). In der lateinischen Kirche ist es ungesäuert, also ohne Hefe oder Sauerteig gebacken (can. 926). Deshalb ist die Hostie so dünn und flach. Zucker, Honig oder andere Zutaten gehören nicht hinein.
Gibt es glutenfreie Hostien?
Völlig glutenfreie Hostien sind in der katholischen Kirche nicht erlaubt, weil Weizen zur gültigen Materie gehört. Das hat die vatikanische Gottesdienstkongregation 2017 bekräftigt. Erlaubt sind aber glutenarme Hostien mit sehr wenig Gluten. Wer Zöliakie hat, spricht am besten vorher mit dem Pfarrer. Dann lässt sich klären, welche Hostie bereitliegt oder ob die Kommunion aus dem Kelch möglich ist.
Ist eine Hostie schon vor der Wandlung heilig?
Nein. Vor der Wandlung ist eine Hostie ungesäuertes Brot, auch wenn sie schon für die Messe gebacken wurde. Erst durch die Wandlung in der Eucharistiefeier wird sie nach katholischem Glauben zum Leib Christi. Deshalb bewahrt man gewandelte und nicht gewandelte Hostien streng getrennt auf. Nur die gewandelten kommen in den Tabernakel.

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