
Sakramente & Messe

Kurz erklärt
Die Monstranz ist ein meist goldenes Schaugefäß, in dem die geweihte Hostie zur Anbetung gezeigt und bei Prozessionen wie an Fronleichnam getragen wird.
Eine Monstranz ist ein kostbares, meist goldenes Schaugefäß. In ihrer Mitte steckt hinter Glas eine geweihte Hostie. Die Monstranz wird auf den Altar gestellt, damit Menschen davor beten können, und bei Prozessionen durch die Straßen getragen. Katholiken glauben, dass in dieser Hostie Christus selbst gegenwärtig ist.
Woher kommt das Wort Monstranz?
Es kommt vom lateinischen „monstrare“, das heißt zeigen. Die Monstranz hat genau diese eine Aufgabe: Sie zeigt. Was sonst verborgen im Tabernakel liegt, wird sichtbar gemacht.
Die kleine Halterung, in der die Hostie steckt, heißt Lunula, nach dem lateinischen Wort für kleiner Mond. Sie hat oft eine Sichelform.
Wie ist die Monstranz entstanden?
Im Mittelalter wuchs bei vielen Gläubigen der Wunsch, die Hostie zu sehen. Im Bistum Lüttich feierte man ab 1247 ein eigenes Fest zu Ehren der Eucharistie. Papst Urban IV. machte es 1264 zum Fest der ganzen Kirche: Fronleichnam. Für die Prozessionen brauchte man ein Gefäß, in dem die Hostie getragen und gesehen werden konnte. So entstand die Monstranz.
Die ersten waren schlichte Glasbehälter. Im 14. Jahrhundert kamen turmartige Monstranzen im gotischen Stil auf, später die Strahlenmonstranz, die heute die meisten vor Augen haben.
Wozu wird sie heute gebraucht?
Bei der eucharistischen Anbetung wird die Hostie in der Monstranz „ausgesetzt“, also auf den Altar gestellt. Man bleibt davor, betet, singt oder schweigt. Das Kirchenrecht nennt diese Aussetzung ausdrücklich (can. 941). Während in demselben Raum eine Messe gefeiert wird, ist sie nicht erlaubt.
Manche Gemeinden laden zu ganzen Anbetungstagen oder Nächten ein, in denen sich Menschen abwechseln, damit immer jemand da ist. Viele junge Leute kennen auch Abende wie Nightfever: Eine Kirche steht bis spät offen, es gibt Kerzen, leise Musik und die Monstranz auf dem Altar. Jeder kann kommen, eine Kerze anzünden und wieder gehen.
An Fronleichnam trägt der Priester die Monstranz unter einem Baldachin durch die Stadt oder über die Felder. Im Eichsfeld, wo Fronleichnam gesetzlicher Feiertag ist, gehören solche Prozessionen fest zum Jahr. Oft ist auch Weihrauch dabei.
Warum das auch heute etwas bedeutet
Eine Monstranz sagt: Gott versteckt sich nicht. Er lässt sich anschauen, ganz schlicht, in einem Stück Brot. Du musst nichts Kluges sagen, wenn du davorsitzt. Schauen reicht. Wie die Hostie überhaupt zum Leib Christi wird, erklärt der Eintrag zur Wandlung.
Häufige Fragen
Warum sieht eine Monstranz aus wie eine Sonne?
Die Strahlenform setzte sich ab dem 16. Jahrhundert durch, vor allem im Barock. Die Strahlen deuten Christus als Licht der Welt, die Hostie steht in der Mitte wie eine Sonne. Ältere Monstranzen aus der Gotik sehen dagegen eher aus wie kleine Türme oder Kirchen mit einem Glaszylinder in der Mitte.
Was ist der eucharistische Segen?
Am Ende einer Anbetung hebt der Priester oder Diakon die Monstranz hoch und zeichnet damit ein Kreuz über die Menschen. Dabei hält er sie nicht mit bloßen Händen, sondern mit einem Tuch, dem Velum. Der Segen geht nach katholischem Verständnis nicht vom Priester aus, sondern von Christus selbst.
Ist die Monstranz selbst heilig?
Die Monstranz ist ein gesegnetes liturgisches Gefäß und wird mit Respekt behandelt. Angebetet wird aber nicht das Gold, sondern Christus in der Hostie. Eine leere Monstranz ist ein schönes Kunstwerk. Erst die Hostie darin macht sie zum Mittelpunkt des Gebets.

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