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Sakramente & Messe

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist ein Tabernakel?

Kurz erklärt

Der Tabernakel ist ein fester, verschließbarer Schrein in katholischen Kirchen. Darin werden die geweihten Hostien aufbewahrt, vor allem für Kranke und für das stille Gebet.

Der Tabernakel ist ein fester, verschlossener Schrein in einer katholischen Kirche. Darin werden die geweihten Hostien aufbewahrt, die nach der Messe übrig bleiben. Sie werden Kranken gebracht und laden zum stillen Gebet ein. Katholiken glauben, dass Christus in ihnen wirklich gegenwärtig ist. Deshalb ist der Tabernakel für sie der heiligste Ort im Raum.

Woher kommt das Wort Tabernakel?

„Tabernaculum“ ist Latein und heißt Zelt oder Hütte. Das Wort erinnert an das Zelt, in dem Israel auf der Wanderung durch die Wüste Gott begegnete. Gott sagt dort, man solle ihm ein Heiligtum bauen, damit er mitten unter ihnen wohne (Ex 25,8). Das Johannesevangelium greift das Bild auf: Das Wort Gottes wurde Mensch und schlug sein Zelt unter uns auf (Joh 1,14).

Wozu ist der Tabernakel da?

Zuerst ganz praktisch: Kranke und Sterbende sollen die Kommunion auch außerhalb der Messe empfangen können (KKK 1379). Mit der Zeit wurde der Tabernakel auch ein Ort der Anbetung. Viele setzen sich einfach davor, ohne etwas zu sagen.

Im Tabernakel liegen die Hostien in einem Kelch mit Deckel, dem Ziborium. Nach der Messe oder wenn jemand die Kommunion zu einem Kranken bringt, wird er geöffnet. Kommunionhelferinnen und -helfer tragen die Hostie dann in einer kleinen Dose, der Pyxis, zu alten und kranken Menschen nach Hause oder ins Heim.

Das Kirchenrecht regelt ihn genau. Die Eucharistie wird in einer Kirche ständig nur in einem einzigen Tabernakel aufbewahrt. Er ist fest verankert, aus undurchsichtigem Material und abgeschlossen. Er steht an einem gut sichtbaren, würdigen Platz, der zum Gebet einlädt (can. 938). Davor brennt ständig das Ewige Licht (can. 940).

Was im Tabernakel liegt, erklärt der Eintrag zur Hostie. Soll die Hostie sichtbar zur Anbetung gezeigt werden, holt man sie heraus und stellt sie in die Monstranz.

Wo steht der Tabernakel?

Das hat sich verändert. Im Mittelalter baute man eigene, oft turmartige Sakramentshäuser aus Stein. Im Barock war der Tabernakel fast immer fest mit dem Hochaltar verbunden. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil steht er meist getrennt vom Altar, auf einer Säule im Altarraum oder in einer eigenen Seitenkapelle.

Was das für dich heißen kann

Eine offene Kirche ist ein seltener Ort ohne Anspruch. Du musst dort nichts leisten und nichts posten. Setz dich vor den Tabernakel, fünf Minuten, ohne Plan. Du bist dort nicht allein. Wie man mit so einer Stille anfängt, zeigt der Artikel Beten lernen.

Häufige Fragen

Warum brennt vor dem Tabernakel ein rotes Licht?

Das Licht heißt Ewiges Licht. Es zeigt an, dass im Tabernakel geweihte Hostien aufbewahrt werden und Christus dort gegenwärtig ist. Das Kirchenrecht schreibt vor, dass es ununterbrochen brennt. Meist ist es eine rote Lampe. Wenn du in eine Kirche kommst, weißt du daran sofort, wo der Tabernakel steht.

Warum machen Katholiken vor dem Tabernakel eine Kniebeuge?

Die Kniebeuge ist ein Zeichen der Anbetung. Katholiken glauben, dass Christus in der geweihten Hostie wirklich da ist. Wer vor dem Tabernakel kurz das rechte Knie beugt, grüßt ihn damit. Wer das körperlich nicht kann, verneigt sich. Niemand wird schief angeschaut, der das nicht kennt oder nicht mitmacht.

Warum ist der Tabernakel am Karfreitag leer?

Am Gründonnerstag werden die übrigen Hostien nach der Abendmahlsmesse an einen anderen Ort gebracht. Am Karfreitag steht der Tabernakel deshalb offen und leer, das Ewige Licht ist gelöscht. Die Kirche wirkt verlassen. Das ist gewollt: Sie hält den Tod Jesu aus, bis in der Osternacht wieder Eucharistie gefeiert wird.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

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