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Wallfahrt in Thüringen

Wallfahrtsorte im Eichsfeld und in Erfurt, die großen Wallfahrten im Jahr und zwei Pilgerwege quer durchs Land.

Aufbrechen

Mit einem Anliegen, aus Dank oder einfach so. Man muss nicht fromm genug sein.

Unterwegs sein

Allein oder in der Gruppe, zu Fuß, mit dem Rad oder im Bus. Der Weg gehört dazu.

Ankommen

Am Ziel gibt es einen Gottesdienst, eine Andacht oder einfach Stille.

Wallfahrtsorte

Sechs Ortezum Losgehen.

Bilder: gemalte Symbolbilder.

EichsfeldVolkenrodaWartburgErfurt
Lage nur ungefähr.

Im Jahr

Die großenWallfahrten.

  • Christi Himmelfahrt

    Männerwallfahrt

    Klüschen Hagis

  • Sonntag danach

    Frauenwallfahrt

    Kerbscher Berg

  • Juli

    Kinderwallfahrt

    Erfurt

  • September

    Bistumswallfahrt

    Erfurt, Domplatz

Termine 2027 folgen. Angaben ohne Gewähr, nach dem Wallfahrtskalender des Bistums Erfurt.

Pilgerwege

Mehrere Tageunterwegs.

Elisabethpfad

Auf den Spuren der heiligen Elisabeth von der Wartburg in Eisenach nach Marburg.

Ökumenischer Pilgerweg

Von Görlitz bis Vacha, quer durch Thüringen, mit einfachen Pilgerherbergen.

Eine Wallfahrt ist ein Weg zu einem Ort, an dem Menschen Gott näher sein wollen. Man geht los, oft zu Fuß, oft mit anderen, und kommt mit dem an, was man mitbringt: Dank, Sorgen, offene Fragen. Die Wallfahrtsorte in Thüringen sind dafür gute Ziele, und es gibt mehr davon, als die meisten ahnen.

Die meisten liegen im katholischen Eichsfeld im Nordwesten des Landes. Dazu kommen der Erfurter Dom und zwei Klöster mit langer Geschichte, die heute evangelisch geprägt sind. Diese Seite stellt dir die Orte vor, erklärt, was sie unterscheidet, und zeigt, wie du einen ersten Besuch angehen kannst.

Was ist ein Wallfahrtsort?

Ein Wallfahrtsort ist eine Kirche, Kapelle oder ein Berg, zu dem Menschen regelmäßig pilgern, um dort zu beten. Meist hängt an dem Ort eine Geschichte: ein altes Kreuz, ein Marienbild, eine Erfahrung, die sich herumgesprochen hat. Was eine Wallfahrt im Kern ist, erklärt unser Glossar.

Der Katechismus nennt Wallfahrten Zeiten, in denen Menschen ihr Gebet erneuern, und Wallfahrtsorte besonders geeignete Plätze dafür (KKK 2691). Er erinnert daran, dass das ganze Leben ein Weg ist. Du bist unterwegs, auch wenn du es nicht merkst.

Eine Wallfahrt ist kein Ausflug mit frommem Etikett. Wer nur ankommen will, verpasst das Wichtigste. Der Weg macht etwas mit dir, gerade wenn er anstrengend ist.

Die Wallfahrtsorte in Thüringen im Überblick

Ort Wo Prägung Bekannt für
Hülfensberg bei Geismar, Eichsfeld katholisch, Franziskaner Hülfenskreuz, älteste Wallfahrt im Eichsfeld
Etzelsbach bei Steinbach, Eichsfeld katholisch Marienbild, Pferdewallfahrt, Papstbesuch 2011
Klüschen Hagis bei Wachstedt, Eichsfeld katholisch Männerwallfahrt an Christi Himmelfahrt
Kerbscher Berg Dingelstädt, Eichsfeld katholisch Frauenwallfahrt des Bistums
Erfurter Dom Erfurt katholisch, Bischofskirche Bistumswallfahrt, Glocke Gloriosa
Augustinerkloster Erfurt evangelisch Luthers Kloster
Kloster Volkenroda Körner, Unstrut-Hainich-Kreis evangelisch, ökumenisch offen Zisterzienserkirche, Christus-Pavillon

Hülfensberg

Der Hülfensberg bei Geismar ist 448 Meter hoch und der älteste Wallfahrtsort im Eichsfeld. Ziel ist das romanische Hülfenskreuz aus dem 12. Jahrhundert in der Wallfahrtskirche, die im Kern gotisch ist und später umgebaut wurde. Oben leben Franziskaner, die Gäste auch für einige Tage aufnehmen. Bis 1989 lag der Berg direkt an der innerdeutschen Grenze. Wenn du nur einen Ort besuchst, dann diesen.

Etzelsbach

Etzelsbach ist eine kleine Marienkapelle mitten in den Feldern. Verehrt wird dort eine hölzerne Pietà aus dem 16. Jahrhundert. Die Legende erzählt, Pferde seien beim Pflügen stehen geblieben, und an der Stelle habe man das Bild gefunden. Daher kommt die Pferdewallfahrt im Sommer. Am 23. September 2011 feierte Papst Benedikt XVI. hier eine Marienvesper mit Zehntausenden Menschen.

Klüschen Hagis

Das Klüschen Hagis liegt auf einer Waldlichtung zwischen Wachstedt und Martinfeld. Die Kapelle war einst die Dorfkirche des verschwundenen Ortes Neuenhagen. Seit 1957 kommen hier an Christi Himmelfahrt Tausende Männer zur Männerwallfahrt zusammen. In der DDR galt sie als eine der eindrucksvollsten Glaubenskundgebungen des Landes.

Kerbscher Berg

Auf dem Kerbschen Berg in Dingelstädt stand bis 1994 ein Franziskanerkloster. Seit 1997 betreibt das Bistum Erfurt dort ein Familienzentrum. Jedes Jahr findet hier die Frauenwallfahrt des Bistums statt.

Erfurter Dom

Der Erfurter Dom St. Marien ist die Bischofskirche des Bistums. In seinem Mittelturm hängt die Gloriosa von 1497, eine der berühmtesten Glocken der Welt. Jedes Jahr im September lädt das Bistum zur Bistumswallfahrt auf den Domplatz ein, dann kommen Pilgergruppen aus allen Richtungen.

Augustinerkloster Erfurt

Am 17. Juli 1505 trat Martin Luther ins Augustinerkloster Erfurt ein. Heute gehört es zur evangelischen Kirche und ist Tagungsstätte, Gästehaus und Ort der Reformationsgeschichte. Für Katholiken ist es ein guter Ort, um die andere Hälfte der christlichen Geschichte Thüringens zu verstehen.

Kloster Volkenroda

Kloster Volkenroda wurde 1131 als Zisterzienserkloster gegründet und gehört zu den ältesten dieses Ordens in Deutschland. Heute lebt dort die evangelische Jesus-Bruderschaft. Neben der romanischen Kirche steht der Christus-Pavillon, den der Architekt Meinhard von Gerkan für die Expo 2000 in Hannover entwarf.

Pilgerwege durch Thüringen

Nicht jeder Weg führt zu einem einzigen Ziel. Auf einem Pilgerweg ist das Gehen selbst das Gebet. Durch Thüringen führen mehrere solcher Wege: der Ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Vacha über 460 Kilometer, der Elisabethpfad von Eisenach nach Marburg über 193 Kilometer und der Eichsfelder Jakobusweg. Einen Überblick mit Etappen findest du bei den Pilgerwegen in Thüringen.

Wer lieber in einer Gruppe geht, findet im Eichsfeld Wallfahrten mit Fahnen, Musik und Tracht. Wie das aussieht, zeigt die Trachtenwallfahrt. Die langen Züge über Feldwege haben viel mit einer Prozession gemeinsam.

Wie läuft eine Wallfahrt ab?

Die meisten Wallfahrten im Eichsfeld folgen einem ähnlichen Muster. Man trifft sich morgens an der Kirche im eigenen Dorf, bekommt einen Segen und macht sich auf den Weg. Vorneweg gehen oft ein Kreuz und Fahnen. Unterwegs wird gesungen, gebetet, etwa der Rosenkranz, und zwischendurch einfach geredet.

Am Ziel feiern alle zusammen eine Messe, meist unter freiem Himmel. Danach wird gegessen, getrunken und erzählt. Eine Wallfahrt ist beides: stilles Gebet und Fest.

Du kannst dich einer Gruppe anschließen oder allein gehen. Beides zählt.

Wenn du zum ersten Mal hingehst

Du brauchst keine Vorkenntnisse und keinen festen Glauben. Nimm dir einen halben Tag und lass das Handy in der Tasche.

  • Such dir einen Ort aus, der zu dir passt: den Berg, wenn du wandern willst, die Kapelle, wenn du Ruhe suchst, den Dom, wenn du Geschichte magst.
  • Geh das letzte Stück zu Fuß. Auch ein Kilometer reicht, um anzukommen.
  • Nimm eine Frage mit. Etwas, das dich gerade beschäftigt. Du musst sie niemandem sagen.
  • Bleib zehn Minuten still in der Kirche, bevor du Fotos machst oder weitergehst.
  • Geh nicht allein, wenn du nicht willst. In der Runde findest du junge Leute aus Thüringen, die sich auch mal gemeinsam auf den Weg machen.

Mehr über das katholische Leben rund um diese Orte liest du auf der Seite katholisch in Thüringen. Der Weg wird dir keine Antwort abnehmen. Aber er macht dich bereit, sie zu hören.

Oft gefragt

Kurzbeantwortet.

Welche Wallfahrtsorte gibt es in Thüringen?

Die bekanntesten katholischen Wallfahrtsorte liegen im Eichsfeld: der Hülfensberg bei Geismar, die Marienkapelle Etzelsbach, das Klüschen Hagis bei Wachstedt und der Kerbsche Berg in Dingelstädt. Dazu kommt der Erfurter Dom mit der jährlichen Bistumswallfahrt. Besondere geistliche Orte mit evangelischer Prägung sind das Augustinerkloster in Erfurt und das Kloster Volkenroda.

Welcher ist der älteste Wallfahrtsort im Eichsfeld?

Der Hülfensberg bei Geismar gilt als ältester Wallfahrtsort des Eichsfelds. Eine Papsturkunde erwähnt ihn 1351. Ziel der Pilger ist das Hülfenskreuz, ein romanisches Kreuz aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in der Wallfahrtskirche. Heute leben dort Franziskaner. Die großen Wallfahrten finden zwischen Mai und Oktober statt, jedes Jahr kommen Tausende Menschen auf den Berg.

Welche Klöster in Thüringen kann man besuchen?

Viele. Mit Wallfahrt verbunden sind vor allem das Franziskanerkloster auf dem Hülfensberg, das Augustinerkloster in Erfurt, in dem Martin Luther Mönch war, und das Kloster Volkenroda, eine Zisterziensergründung von 1131. Die beiden letzten sind heute evangelisch geprägt. Alle drei heißen Besucher willkommen. Was es an Führungen, Gottesdiensten und Gästezimmern gibt, steht aktuell auf ihren eigenen Seiten.

Muss ich katholisch sein, um zu einem Wallfahrtsort zu gehen?

Nein. Wallfahrtsorte stehen allen offen, auch wenn du nicht getauft bist oder nicht weißt, was du glaubst. Du kannst dich in die Kirche setzen, eine Kerze anzünden, schweigen oder einfach die Landschaft genießen. Bei Gottesdiensten darfst du dabei sein und zuhören. Zur Kommunion gehen katholische Christen, alle anderen können sich segnen lassen.

Wann finden Wallfahrten in Thüringen statt?

Die Wallfahrtszeit im Eichsfeld reicht meist von Mai bis Oktober. Manche Termine sind an Feste gebunden: Die Männerwallfahrt zum Klüschen Hagis ist an Christi Himmelfahrt, am Hülfensberg gibt es Wallfahrten zu Dreifaltigkeit und im Herbst, das Bistum Erfurt lädt im September zur Bistumswallfahrt auf den Domplatz ein. Die genauen Daten veröffentlichen die Orte und das Bistum jedes Jahr neu.

Die Runde

Nicht alleinlosgehen.

Aus der Runde gehen manchmal kleine Gruppen los. Die Termine stehen zuerst dort.