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Glaube

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist das Evangelium?

Kurz erklärt

Evangelium heißt „gute Nachricht“. Gemeint ist die Botschaft von Jesus Christus, die vier Bücher über sein Leben und die Lesung aus ihnen in der Messe.

Evangelium bedeutet „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“. Gemeint ist die Botschaft, dass Gott in Jesus Christus zu den Menschen gekommen ist, sie liebt und durch Tod und Auferstehung rettet. Das Wort hat drei Bedeutungen: die Botschaft selbst, die vier Bücher über Jesus und die Lesung aus ihnen im Gottesdienst.

Woher kommt das Wort Evangelium?

Das Wort stammt aus dem Griechischen: euangelion heißt „gute Botschaft“. In der Antike wurde es zum Beispiel für Siegesmeldungen oder frohe Nachrichten über einen Herrscher verwendet. Die ersten Christen haben es übernommen und auf Jesus bezogen. Das Markusevangelium stellt das Wort gleich in seinen ersten Satz und nennt sich selbst den Anfang dieser guten Nachricht über Jesus (Mk 1,1).

Auch das deutsche Wort „evangelisch“ kommt davon. Es ist aber kein Gegensatz: Das Evangelium gehört allen Christen, katholischen wie evangelischen.

Die vier Evangelien in der Bibel

Im Neuen Testament stehen vier Evangelien: nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie erzählen vom Leben, den Worten, dem Tod und der Auferstehung Jesu. Die Kirche nennt sie das Herzstück der ganzen Schrift (KKK 125).

Die Evangelien sind keine Protokolle. Der Katechismus beschreibt drei Stufen: Jesus hat gelebt und gelehrt, die Apostel haben das mündlich weitergegeben, und schließlich haben die Evangelisten es aufgeschrieben und geordnet (KKK 126). Die meisten Forscher halten Markus für das älteste Evangelium, entstanden um das Jahr 70. Matthäus und Lukas haben es als Vorlage genutzt. Deshalb ähneln sich diese drei stark und heißen synoptische Evangelien. Johannes erzählt eigenständiger und deutet mehr.

In Kirchen siehst du die vier Evangelisten oft als Symbole: Matthäus als Mensch mit Flügeln, Markus als Löwe, Lukas als Stier, Johannes als Adler. Wer mit dem Lesen anfangen will, findet Tipps unter Bibel lesen. Einen Überblick über Altes und Neues Testament gibt die Bibel erklärt.

Das Evangelium in der Messe

In jeder Heiligen Messe wird ein Abschnitt aus einem Evangelium vorgelesen. Er ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes. Vorher singt die Gemeinde meist das Halleluja, und alle stehen auf. Ein Diakon oder Priester trägt den Text vor.

Sonntags liest die Kirche die Evangelien in einem Dreijahreskreis: ein Jahr vor allem Matthäus, eines Markus, eines Lukas. Johannes kommt vor allem in der Oster- und Fastenzeit dazu. Wer regelmäßig zur Messe geht, hört so nach und nach das Wichtigste aus allen vier.

Was das Evangelium für dich heißen kann

Eine gute Nachricht ist nur gut, wenn sie dich erreicht. Das Evangelium sagt nicht: Streng dich an, dann bist du etwas wert. Es sagt: Du bist schon geliebt, bevor du irgendetwas leistest.

Probier es aus. Lies heute ein Kapitel aus dem Markusevangelium, es ist das kürzeste. Du brauchst dafür zehn Minuten und keine Vorkenntnisse.

Häufige Fragen

Welche vier Evangelien gibt es?

Das Neue Testament enthält vier Evangelien: nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Die ersten drei ähneln sich stark und heißen deshalb synoptische Evangelien, weil man sie nebeneinander lesen und vergleichen kann. Johannes erzählt eigenständiger und stärker deutend. Alle vier berichten vom Wirken, Tod und von der Auferstehung Jesu, jeweils mit eigenem Blickwinkel.

Welches Evangelium ist das älteste?

Die meisten Bibelwissenschaftler halten das Markusevangelium für das älteste. Es wird meist um das Jahr 70 nach Christus datiert. Matthäus und Lukas haben es später als Vorlage genutzt und um eigenes Material ergänzt. Das Johannesevangelium gilt als das jüngste und entstand gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Genaue Jahreszahlen sind in der Forschung umstritten.

Warum steht man in der Messe beim Evangelium auf?

Beim Evangelium stehen alle, weil in ihm Christus selbst zu Wort kommt. Das Aufstehen ist ein Zeichen der Ehrfurcht und der Bereitschaft, zuzuhören. Vorher wird meist das Halleluja gesungen. Vorgelesen wird das Evangelium von einem Diakon oder Priester. Die anderen Lesungen hört man im Sitzen.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

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