
Glaube

Kurz erklärt
Messias ist hebräisch und heißt „der Gesalbte“, griechisch Christus. Christen glauben, dass Jesus der von Israel erwartete Retter ist.
Messias ist ein hebräisches Wort und bedeutet „der Gesalbte“. Im alten Israel war es die Hoffnung auf einen von Gott gesandten Retter und König aus dem Haus Davids. Christen glauben, dass Jesus von Nazaret dieser Messias ist. Das griechische Wort dafür lautet Christus, daher der Name „Jesus Christus“ (KKK 436).
Woher kommt das Wort Messias?
Das hebräische maschiach heißt „gesalbt“. In Israel wurden Könige, Priester und manchmal Propheten mit Öl gesalbt. Das war ein Zeichen: Gott hat diesen Menschen für eine Aufgabe ausgewählt. Der berühmteste Gesalbte ist König David.
Aus dieser Erfahrung wuchs eine Hoffnung. Die Propheten sprachen von einem kommenden Gesalbten, der Gerechtigkeit und Frieden bringt. Ins Griechische übersetzt wurde daraus Christos, im Deutschen Christus.
Warum Christen Jesus den Messias nennen
In den Evangelien erkennen die ersten Jünger in Jesus den erwarteten Retter. Andreas sagt zu seinem Bruder Simon, sie hätten den Messias gefunden (Joh 1,41). Später fragt Jesus seine Jünger, für wen sie ihn halten, und Petrus bekennt, dass er der Messias ist (Mk 8,29).
Jesus nimmt dieses Bekenntnis an, korrigiert aber gleich die Erwartung. Er wird kein politischer Befreier, sondern leidet, stirbt und wird auferweckt (KKK 440). Das hat viele überrascht. Ein Messias am Kreuz passte in kein Bild. Wer mehr über den historischen Jesus wissen will, findet es unter Wer war Jesus?.
Die Botschaft von diesem Messias heißt Evangelium. Auch das Wort Christentum leitet sich direkt vom Titel Christus ab.
Messias im Judentum und im Christentum
Juden und Christen teilen die Hoffnung auf den Messias, verstehen sie aber unterschiedlich. Im Judentum wird der Messias noch erwartet. Für Christen ist er in Jesus schon gekommen und wird am Ende der Zeit wiederkommen.
Das ist ein echter Unterschied, und man sollte ihn nicht verwischen. Er ist aber kein Grund für Überheblichkeit. Das Christentum wächst aus den Wurzeln Israels, und die Messias-Hoffnung hat es von dort geerbt.
Was das heute heißen kann
An Weihnachten feiern Christen die Geburt dieses Messias. Die Engel verkünden den Hirten, dass der Retter geboren ist (KKK 437).
Viele Menschen suchen heute nach jemandem, der alles in Ordnung bringt: eine Beziehung, ein Job, ein Ort, an dem endlich alles gut wird. Das überfordert jeden, auch dich selbst.
Der Titel sagt etwas, das auch dich betrifft. Du musst dich nicht selbst retten. Das hat schon einer übernommen, und er ist dafür bis ans Kreuz gegangen.
Häufige Fragen
Ist Christus der Nachname von Jesus?
Nein. Christus ist kein Familienname, sondern ein Titel. Es ist die griechische Übersetzung des hebräischen Worts Messias und bedeutet „der Gesalbte“. „Jesus Christus“ heißt also eigentlich „Jesus, der Messias“. Weil die ersten Christen diesen Titel so oft benutzten, wurde er mit der Zeit wie ein Teil des Namens gebraucht (KKK 436).
Warum glauben Juden nicht, dass Jesus der Messias ist?
Im Judentum wird vom Messias unter anderem erwartet, dass er sichtbaren Frieden bringt und Israel sammelt. Aus jüdischer Sicht hat Jesus das nicht erfüllt, deshalb wird der Messias weiter erwartet. Christen verstehen das Messias-Sein Jesu anders: Er rettet durch Leiden, Tod und Auferstehung. Die Kirche betont, dass Christen dem Judentum mit Respekt begegnen, weil es die Wurzel ihres eigenen Glaubens ist.
Was heißt gesalbt?
Gesalbt werden heißt, mit Öl bestrichen zu werden. Im alten Israel war das ein Zeichen dafür, dass Gott jemanden für eine Aufgabe auswählt, vor allem Könige, Priester und manchmal Propheten. Auch heute kennt die Kirche Salbungen, etwa bei Taufe, Firmung, Priesterweihe und Krankensalbung. Sie zeigen: Gott rüstet diesen Menschen für seinen Weg aus.

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