
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Beitrag der Kirchenmitglieder, den das Finanzamt mit der Lohn- oder Einkommensteuer einzieht. In Thüringen sind es 9 Prozent der Steuer.
Die Kirchensteuer ist der Beitrag, den Mitglieder der großen Kirchen in Deutschland auf ihr Einkommen zahlen. In Thüringen sind es 9 Prozent der Lohn- oder Einkommensteuer. Wer keine Lohnsteuer zahlt, etwa mit kleinem Ausbildungsgehalt oder im Studium ohne Job, zahlt auch keine Kirchensteuer.
Wer zieht sie ein? Das Finanzamt, im Auftrag der Kirchen. Bei Angestellten behält der Arbeitgeber sie direkt mit der Lohnsteuer ein. Die rechtliche Grundlage steht im Grundgesetz (Art. 140 in Verbindung mit Art. 137 der Weimarer Verfassung) und im Thüringer Kirchensteuergesetz. Bei der Steuerveranlagung ist sie nach oben begrenzt: höchstens 3,5 Prozent des zu versteuernden Einkommens (Kappung laut Thüringer Kirchensteuerbeschluss; beim laufenden Lohnsteuerabzug gilt sie nicht). Gehört in einer Ehe nur eine Person einer Kirche an, kann stattdessen ein „besonderes Kirchgeld“ anfallen.
Wofür ist sie da? Für das Leben der Kirche vor Ort: Seelsorge, Pfarreien, Kitas, Schulen, Beratung und Hilfe der Caritas. Den katholischen Anteil erhält in fast ganz Thüringen das Bistum Erfurt; Ostthüringen um Gera und Altenburg gehört zum Bistum Dresden-Meißen.
Warum wird darüber gestritten? Viele finden das System fair und verlässlich, andere lehnen die enge Verbindung von Staat und Kirche ab. Für nicht wenige ist die Steuer der Anlass, auszutreten.
Geld ist selten der einzige Grund. Bevor du entscheidest, lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, was dir die Kirche bedeutet. Was ein Kirchenaustritt in Thüringen konkret heißt und welche Folgen er hat, erklären wir ausführlich.

Die Runde
Allein grübelnmuss niemand.
In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.








