
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Eine Konfession ist eine christliche Glaubensgemeinschaft mit eigenem Bekenntnis, etwa katholisch, evangelisch oder orthodox. Auch die Zugehörigkeit eines Menschen zu ihr heißt so.
Eine Konfession ist eine christliche Glaubensgemeinschaft mit eigenem Bekenntnis, eigener Lehre und eigener Ordnung. Die bekanntesten in Deutschland sind die katholische und die evangelische Kirche. Im Alltag meint Konfession oft einfach die Kirche, zu der jemand durch die Taufe gehört: „Welche Konfession hast du?“ fragt danach, ob du katholisch, evangelisch oder etwas anderes bist.
Woher kommt das Wort Konfession?
Das Wort kommt vom lateinischen confessio, „Bekenntnis“. Gemeint war zuerst das Glaubensbekenntnis, also der Text, in dem eine Gemeinschaft sagt, was sie glaubt. Bekannt wurde das Wort durch die Reformation: 1530 legten die lutherischen Reichsstände dem Kaiser die Confessio Augustana vor, das Augsburger Bekenntnis.
Seit dem 18. Jahrhundert bezeichnet Konfession auch die Menschen, die dasselbe Bekenntnis teilen. Aus einem Text wurde eine Gemeinschaft.
Wie die katholische Kirche den Begriff sieht
Im deutschen Alltag nennt man die katholische Kirche selbstverständlich eine Konfession. In ihren eigenen Dokumenten spricht sie vorsichtiger. Sie versteht sich nicht als eine Konfession unter vielen, sondern als die Kirche, in der die eine Kirche Christi verwirklicht ist (KKK 816). Andere Christen nennt das Zweite Vatikanische Konzil „getrennte Brüder“, andere Gemeinschaften „Kirchen und kirchliche Gemeinschaften“.
Das klingt nach Abgrenzung. Es ist aber nur die halbe Wahrheit. Wer gültig getauft ist, gehört nach katholischer Lehre zu Christus, auch als evangelischer oder orthodoxer Christ (KKK 818). Die Trennung selbst sieht die Kirche als Wunde, die heilen soll. Das Bemühen darum heißt Ökumene.
Was konkret zwischen den beiden großen Kirchen steht, von Abendmahl bis Papst, erklärt der Artikel Katholisch und evangelisch: die Unterschiede. Was das Wort „katholisch“ selbst bedeutet, steht im Eintrag Katholisch.
Konfession im Alltag: Schule, Steuer, Standesamt
Die Konfession begegnet dir an vielen Stellen. In der Schule entscheidet sie mit, ob du evangelischen oder katholischen Religionsunterricht besuchst oder Ethik. Beim Meldeamt und in den Steuerunterlagen wird sie erfasst, weil davon die Kirchensteuer abhängt. Und bei einer Hochzeit spielt sie eine Rolle, wenn die Partner verschiedenen Kirchen angehören.
Die Konfession kann man wechseln. Wer aus einer anderen Kirche katholisch werden will, wird nicht noch einmal getauft, sondern in die volle Gemeinschaft aufgenommen. Wie das geht, beschreibt katholisch werden. Wer die Kirche verlässt, erklärt den Kirchenaustritt bei einer staatlichen Stelle.
Konfession in Thüringen
Thüringen ist das Land der Reformation. Luther lebte als Mönch in Erfurt und übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament. Bis heute ist die evangelische Kirche die größere der beiden. Die größte Gruppe aber sind Menschen ohne Konfession. Katholisch sind rund 7 Prozent, vor allem im Eichsfeld, wo fast zwei Drittel der Menschen katholisch sind.
Deine Konfession ist kein Etikett. Sie ist die Frage, zu wem du gehörst und was du mit ihm teilst.
Häufige Fragen
Was bedeutet konfessionslos?
Konfessionslos ist, wer keiner Kirche und keiner anderen Religionsgemeinschaft offiziell angehört. Das gilt für Ungetaufte ebenso wie für Getaufte, die aus ihrer Kirche ausgetreten sind. Das sagt nichts darüber, ob jemand an Gott glaubt oder nicht. In Thüringen ist die Mehrheit der Menschen konfessionslos, nur rund 7 Prozent sind katholisch. Viele Familien haben seit Generationen keine Verbindung mehr zur Kirche.
Welche Konfessionen gibt es in Deutschland?
Die beiden größten sind die katholische und die evangelische Kirche. Die evangelischen Landeskirchen sind lutherisch, reformiert oder uniert geprägt. Dazu kommen orthodoxe Kirchen, etwa die griechisch-, rumänisch- oder russisch-orthodoxe, und evangelische Freikirchen wie Baptisten oder Methodisten. Im weiteren Sinn spricht man auch bei Judentum oder Islam von Konfession, genau genommen meint das Wort aber christliche Gemeinschaften.
Was heißt römisch-katholisch?
Römisch-katholisch bedeutet: katholisch in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, dem Papst. Die Bezeichnung grenzt von anderen Kirchen ab, die sich ebenfalls als katholisch im Sinn von allumfassend verstehen. In Formularen und Steuerunterlagen steht sie oft als Kürzel „rk“. Zur katholischen Kirche gehören neben der lateinischen Kirche auch mehrere mit Rom verbundene Ostkirchen mit eigenen Riten.

Die Runde
Allein grübelnmuss niemand.
In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.








