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Kirche & Gemeinschaft

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist eine Pfarrei?

Kurz erklärt

Eine Pfarrei ist die kleinste feste Einheit eines Bistums: eine Gemeinschaft von Gläubigen, meist in einem bestimmten Gebiet, geleitet von einem Pfarrer.

Eine Pfarrei ist die Grundeinheit der katholischen Kirche vor Ort. Das Kirchenrecht beschreibt sie als eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die in einem Bistum auf Dauer errichtet ist und deren Seelsorge einem Pfarrer anvertraut ist (can. 515). In aller Regel umfasst eine Pfarrei alle Katholiken eines bestimmten Gebiets (can. 518).

Die Faustregel: Wo du wohnst, entscheidet, zu welcher Pfarrei du gehörst. Daneben gibt es Personalpfarreien, die nicht an ein Gebiet gebunden sind, etwa für Katholiken einer bestimmten Sprache. Für Katholiken anderer Muttersprachen gibt es in Deutschland außerdem eigene muttersprachliche Gemeinden.

Woher kommt das Wort Pfarrei?

Pfarrei geht auf das griechische paroikía zurück. Das heißt „Nachbarschaft“, aber auch „Aufenthalt in der Fremde“. Die ersten Christen verstanden sich als Menschen, die auf der Erde zu Gast sind und ihre Heimat bei Gott haben. Aus dem Wort wurde das lateinische parochia. Davon kommen auch die Wörter Pfarre und Parochie.

Pfarrei, Gemeinde, Kirchort: der Unterschied

Die Pfarrei ist die rechtliche Einheit. Nur der Bischof kann sie gründen, auflösen oder verändern. Gemeinde meint dagegen die Menschen, die sich an einem Ort versammeln, beten und zusammen Kirche sind.

Früher gehörten zu einer Pfarrei meist ein Dorf und eine Kirche. Das hat sich stark verändert. Weil es weniger Katholiken und weniger Priester gibt, haben viele Bistümer Pfarreien zusammengelegt. Im Bistum Erfurt gibt es heute 33 Pfarreien in sieben Dekanaten. 2014 waren es noch 63. Eine Pfarrei in Thüringen kann deshalb viele Kirchen und Dörfer umfassen. Die einzelnen Orte heißen oft Kirchorte oder Filialgemeinden.

Was passiert in einer Pfarrei?

In der Pfarrei wird gefeiert, was ein katholisches Leben begleitet: Taufe, Erstkommunion, Firmung, Trauung, Beerdigung. Im Pfarrbüro bekommst du Taufscheine und Auskünfte, dort werden die Kirchenbücher geführt.

Den Pfarrer unterstützen oft ein Kaplan, ein Diakon, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen. Die Gemeindemitglieder wählen den Pfarrgemeinderat, der ehrenamtlich das Leben der Pfarrei mitgestaltet. Ohne engagierte Laien liefe in vielen Pfarreien wenig.

Wie findest du deine Pfarrei?

Deine Pfarrei richtet sich nach deinem Wohnsitz. Wenn du zum Studium umziehst, wechselt also auch deine Pfarrei. Welche Gemeinden es in Thüringen gibt, zeigt das Gemeindeverzeichnis. An vielen Unistädten gibt es zusätzlich die Hochschulseelsorge, die sich besonders an Studierende richtet.

Niemand wird dich in die Pfarrei tragen. Den ersten Schritt musst du gehen. Aber er ist klein: ein Sonntag in der letzten Reihe, eine Mail ans Pfarrbüro. Und wenn du erst einmal Gleichaltrige treffen willst, schau bei der Runde vorbei.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pfarrei und Gemeinde?

Die Pfarrei ist die rechtliche Einheit: vom Bischof errichtet, mit einem Pfarrer an der Spitze und einem festen Gebiet. Gemeinde meint eher die Menschen, die sich an einem Ort zum Gottesdienst treffen und gemeinsam Kirche leben. Früher fiel beides meist zusammen. Heute umfasst eine Pfarrei oft mehrere Kirchen und Gemeinden, besonders in Regionen mit wenigen Katholiken wie Thüringen.

Wie finde ich heraus, zu welcher Pfarrei ich gehöre?

Das entscheidet in der Regel dein Wohnsitz. Katholiken gehören zu der Pfarrei, in deren Gebiet sie gemeldet sind. Am schnellsten findest du sie über die Pfarreisuche deines Bistums oder über ein Gemeindeverzeichnis. Im Zweifel hilft ein Anruf in einem katholischen Pfarrbüro in deiner Nähe. Dort kann man dir sagen, wer für deine Straße zuständig ist.

Muss ich in meine eigene Pfarrei gehen?

Zum Gottesdienst nicht. Du kannst in jeder katholischen Kirche die Messe mitfeiern, zur Beichte gehen oder zur Kommunion. Für Taufe, Firmung, Trauung oder einen Taufschein ist aber meist die Pfarrei deines Wohnorts der erste Ansprechpartner. Wenn du lieber woanders feiern willst, klärt das Pfarrbüro, was dafür nötig ist.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.