
Sakramente & Messe

Kurz erklärt
Weihrauch ist das getrocknete Harz des Boswellia-Baums. Im Gottesdienst wird er auf glühender Kohle verbrannt: als Zeichen für Gebet, das zu Gott aufsteigt, und für Ehrfurcht.
Weihrauch ist das getrocknete Harz von Boswellia-Bäumen, die in Nordostafrika, auf der Arabischen Halbinsel und in Indien wachsen. Auf glühende Kohle gestreut, verbrennt es mit einem würzigen Duft und viel Rauch. In katholischen Gottesdiensten steht Weihrauch für das Gebet, das zu Gott aufsteigt, und für Ehrfurcht vor dem Heiligen.
Woher kommt das Wort Weihrauch?
Das deutsche Wort geht auf das Althochdeutsche „wīhrouh“ zurück. Es verbindet „wīh“, heilig, mit Rauch. Weihrauch ist also wörtlich heiliger Rauch.
Das Harz war in der Antike ein Luxusgut. Über die Weihrauchstraße kam es aus Südarabien bis ans Mittelmeer. Im Tempel von Jerusalem wurde täglich Räucherwerk verbrannt.
Weihrauch in der Bibel
Ein Psalm vergleicht das Gebet mit Weihrauch, der vor Gott aufsteigt (Ps 141,2). Die Weisen bringen dem neugeborenen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe (Mt 2,11). Das kennst du vielleicht von den Sternsingern, siehe Heilige Drei Könige. Und in der Offenbarung steigt der Rauch aus einer goldenen Räucherschale mit den Gebeten der Heiligen zu Gott auf (Offb 8,3–4).
Wie wird Weihrauch in der Kirche verwendet?
Die ersten Christen hielten Abstand. Im Römischen Reich mussten sie vor dem Bild des Kaisers Weihrauch opfern, um ihn als Gott zu ehren. Viele verweigerten das und bezahlten dafür mit dem Leben. Erst nach dem Ende der Verfolgungen fand Weihrauch den Weg in den christlichen Gottesdienst.
Heute gehört er zur Liturgie vieler Feste. Das Gefäß heißt Rauchfass, die Körner liegen in einem kleinen Behälter, dem Schiffchen. Beides tragen meist Ministranten. Der Priester schwenkt das Rauchfass über dem Altar, dem Evangelienbuch, den Gaben und über den Menschen. Bei einem Requiem wird auch der Sarg beräuchert.
Die Körner sind nicht alle gleich. Es gibt viele Sorten und Mischungen, manche mit Zusätzen wie Myrrhe oder Rosenöl. Ein Tipp für empfindliche Menschen: Wer Asthma hat oder vom Rauch Kopfschmerzen bekommt, setzt sich an Festtagen lieber weiter nach hinten oder an den Rand. Niemand muss den Rauch direkt einatmen, um dabei zu sein.
Was das für dich heißen kann
Weihrauch spricht einen Sinn an, den wir beim Beten oft vergessen: den Geruch. Glaube ist kein reines Kopfthema. Er darf auch riechen, klingen und sich fremd anfühlen. Wenn du den Duft in einer Kirche wahrnimmst, nimm ihn als Einladung: Dein Gebet steigt auf, auch wenn es klein ist. Wie du anfangen kannst, steht unter Beten lernen.
Häufige Fragen
Wann wird in der Messe Weihrauch verwendet?
Weihrauch darf in jeder Messe verwendet werden, in vielen Gemeinden geschieht das vor allem an Sonn- und Feiertagen. Typische Momente sind der Einzug, die Verehrung des Altars, das Evangelium, die Gabenbereitung und die Wandlung. Auch bei Beerdigungen, Andachten mit der Monstranz und Prozessionen ist er üblich.
Was bedeutet Weihrauch in der Kirche?
Der aufsteigende Rauch steht für das Gebet, das zu Gott aufsteigt. Er drückt Ehrfurcht aus: Beräuchert werden der Altar, das Evangelienbuch, Brot und Wein, aber auch die Gemeinde und der Sarg bei einer Beerdigung. Das heißt: Auch der Mensch ist heilig, weil Gott in ihm wohnen will.
Warum bekam Jesus Weihrauch geschenkt?
Die Weisen aus dem Osten bringen dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe (Mt 2,11). Weihrauch war damals teuer und diente der Verehrung von Göttern. Christen deuten das Geschenk seit alter Zeit so: Die Fremden erkennen in dem Kind Gott selbst. Daran erinnern heute auch die Sternsinger.

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