
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Ein Priester ist ein durch das Sakrament der Weihe beauftragter Mann, der in der katholischen Kirche die Eucharistie feiert, die Beichte hört und Gemeinden seelsorglich begleitet.
Ein Priester ist in der katholischen Kirche ein Mann, der durch das Sakrament der Weihe dazu bestellt ist, im Namen Christi zu handeln. Er feiert die Heilige Messe, spricht in der Beichte von Sünden los, spendet die Krankensalbung und begleitet Menschen als Seelsorger. Priester ist die mittlere von drei Weihestufen, zwischen Diakon und Bischof.
Woher kommt das Wort Priester?
„Priester“ kommt vom griechischen presbyteros, „der Ältere“. So hießen in den ersten christlichen Gemeinden die erfahrenen Männer, die gemeinsam Verantwortung trugen. Über das kirchenlateinische presbyter und das Altfranzösische kam es ins Althochdeutsche. Das Wort erinnert daran, dass ein Priester zuerst zu einer Gemeinde gehört und für sie da ist.
Was ein Priester in der katholischen Kirche tut
Das Weihesakrament hat drei Stufen: Diakon, Priester und Bischof (KKK 1554). Priester sind Mitarbeiter ihres Bischofs und bilden mit ihm eine Gemeinschaft, das Presbyterium (KKK 1567). Ihre Mitte ist die Feier der Eucharistie (KKK 1566).
Einige Dinge kann in der katholischen Kirche nur ein Priester oder Bischof:
- die Messe feiern und Brot und Wein wandeln,
- in der Beichte die Lossprechung erteilen (KKK 1461),
- die Krankensalbung spenden (KKK 1516).
Taufen, trauen und beerdigen dürfen auch Diakone. Viel von der Arbeit eines Priesters ist unsichtbar: Gespräche, Besuche am Krankenbett, Religionsunterricht, Verwaltung.
Priester, Pfarrer, Kaplan: Wo ist der Unterschied?
„Priester“ sagt, welche Weihe jemand hat. „Pfarrer“ und „Kaplan“ sagen, welche Aufgabe er gerade hat. Ein Pfarrer leitet eine Pfarrei. Ein Kaplan ist meist ein jüngerer Priester, der ihm zur Seite steht. Beide sind Priester, aber nicht jeder Priester ist Pfarrer. Manche arbeiten als Seelsorger im Krankenhaus, an der Uni oder unterrichten Theologie.
Priestertum aller Getauften
Nach katholischer Lehre sind alle Getauften auf ihre Weise priesterlich: Sie gehören zu Christus und dürfen ihr Leben Gott hinhalten (KKK 1546). Das Weiheamt steht nicht über ihnen, sondern im Dienst an ihnen (KKK 1547). Die evangelische Kirche betont dieses allgemeine Priestertum besonders und kennt kein eigenes Priesteramt. Ihre Pfarrerinnen und Pfarrer werden ordiniert, aber nicht im katholischen Sinn geweiht.
Wie wird man Priester?
Der Weg führt über ein Theologiestudium und eine geistliche Ausbildung, die ein Bistum begleitet. Vorher kommt die Frage nach der eigenen Berufung. Wer Priester wird, empfängt zuerst die Diakonenweihe, später die Priesterweihe durch den Bischof. In Thüringen ist das der Bischof von Erfurt. An der Universität Erfurt gibt es eine Katholisch-Theologische Fakultät.
Priester sein heißt nicht, besser zu sein als andere. Es heißt, das eigene Leben ganz in den Dienst zu stellen. Wenn dich diese Frage nicht loslässt, sprich mit einem Priester, dem du vertraust.
Häufige Fragen
Dürfen katholische Priester heiraten?
In der lateinischen Kirche, zu der die katholische Kirche in Deutschland gehört, leben Priester in der Regel zölibatär, also ehelos (KKK 1579). Wer bereits geweiht ist, kann danach nicht mehr heiraten. In den mit Rom verbundenen katholischen Ostkirchen dürfen verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden (KKK 1580). Der Zölibat ist eine kirchliche Ordnung, kein Dogma, und wird auch in Deutschland seit Jahren diskutiert.
Können Frauen in der katholischen Kirche Priesterin werden?
Nein. Nach katholischer Lehre kann nur ein getaufter Mann gültig die Weihe empfangen (KKK 1577). Die Kirche begründet das damit, dass Jesus Männer als Apostel wählte, und sieht sich daran gebunden. In Deutschland ist diese Frage umstritten, etwa auf dem Synodalen Weg. In der evangelischen Kirche gibt es Pfarrerinnen, sie verstehen ihr Amt aber auch nicht als Priesteramt im katholischen Sinn.
Was ist der Unterschied zwischen Priester und Pater?
„Pater“ heißt Vater und ist die Anrede für Priester, die einem Orden angehören, etwa Franziskaner, Jesuiten oder Benediktiner. Jeder Pater ist also Priester, aber nicht jeder Priester ist Pater. Priester, die keinem Orden angehören, sondern direkt einem Bistum, nennt man Weltpriester oder Diözesanpriester. Ordensmänner ohne Priesterweihe heißen dagegen Bruder.

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