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Kirche & Gemeinschaft

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist ein Bischof?

Kurz erklärt

Ein Bischof hat die höchste Stufe der Weihe empfangen, gilt als Nachfolger der Apostel und leitet ein Bistum: Er lehrt, feiert die Sakramente und führt die Gemeinden.

Ein Bischof leitet in der katholischen Kirche ein Bistum, also ein bestimmtes Gebiet mit seinen Gemeinden. Er hat die höchste Stufe des Weihesakraments empfangen und gilt als Nachfolger der Apostel. Seine Aufgabe fasst die Kirche in drei Worten zusammen: lehren, heiligen und leiten (KKK 1558).

Woher kommt das Wort Bischof?

Es kommt vom griechischen episkopos, „Aufseher“ oder „der, der auf etwas achtet“. Über das lateinische episcopus wurde daraus im Deutschen „Bischof“. Schon im Neuen Testament werden Gemeindeleiter so genannt (1 Tim 3,1-7).

Was macht ein Bischof?

Er ist verantwortlich dafür, dass in seinem Bistum der Glaube verkündet, die Sakramente gefeiert und die Gemeinden gut geführt werden. Er weiht Priester und Diakone, denn nur ein Bischof kann das Weihesakrament spenden (KKK 1576). Meist ist er es auch, der die Firmung spendet.

Ein Bischof steht nicht allein. Alle Bischöfe bilden zusammen mit dem Papst, dem Bischof von Rom, ein Kollegium (KKK 880–883). Mit 75 Jahren bietet ein Diözesanbischof dem Papst seinen Rücktritt an. In Deutschland gibt es 27 Bistümer. Ihre Bischöfe beraten gemeinsame Fragen in der Deutschen Bischofskonferenz, etwa zu Seelsorge, Schule oder Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Themen.

Man erkennt ihn an seinen Zeichen: Mitra (die hohe Kopfbedeckung), Bischofsstab, Ring und Brustkreuz. Sie stehen für Hirtenamt und Treue zur Kirche, nicht für Macht.

Was ist der Unterschied zu Priester, Kardinal und Papst?

Die Weihe hat drei Stufen: Diakon, Priester und Bischof (KKK 1554). Der Bischof hat die Fülle dieses Sakraments. Ein Kardinal ist meist ebenfalls Bischof, hat aber eine besondere Aufgabe: Er berät den Papst, und die Kardinäle unter 80 Jahren wählen einen neuen Papst. Der Papst selbst ist Bischof von Rom. Warum er eine besondere Rolle hat, erklärt der Text über das Papsttum.

Auch evangelische Kirchen haben Bischöfinnen und Bischöfe. Dort ist es ein Leitungsamt, aber kein Weihesakrament im katholischen Verständnis.

Wer ist Bischof in Thüringen?

Für den größten Teil Thüringens ist der Bischof von Erfurt zuständig. Seit 2014 ist das Ulrich Neymeyr, unterstützt von Weihbischof Reinhard Hauke. Sein Sitz ist der Erfurter Dom. Mehr über Gebiet und Geschichte steht unter Bistum Erfurt.

Ein Bischof ist nicht die Kirche. Er ist ihr Diener.

So sieht es die Kirche selbst: Amtsträger sollen dienen, nicht herrschen (KKK 876). Das darfst du auch einfordern, gerade dort, wo Kirche Vertrauen verloren hat. Und wenn du einem Bischof einmal begegnest, bei einer Firmung oder einem Fest: Sprich ihn an. Die meisten freuen sich, wenn junge Leute Fragen stellen.

Häufige Fragen

Wie wird man Bischof?

Bischof kann nur ein Priester werden. Der Papst ernennt ihn, in Deutschland wirken bei der Auswahl je nach Bistum die Domkapitel nach den Regeln der Konkordate mit. Danach empfängt der Kandidat die Bischofsweihe durch Handauflegung und Gebet. Dabei wirken nach altem Brauch mehrere Bischöfe mit, weil jeder Bischof in die Gemeinschaft aller Bischöfe aufgenommen wird (KKK 1559).

Wie spricht man einen Bischof an?

Im Gespräch sagst du einfach „Herr Bischof“. In förmlichen Briefen ist die Anrede „Exzellenz“ üblich, bei Kardinälen „Eminenz“. Niemand erwartet von dir, dass du alle Regeln kennst. Ein höfliches „Guten Tag, Herr Bischof“ reicht völlig, wenn du einem bei einer Firmung oder einem Fest begegnest.

Was ist der Unterschied zwischen Bischof, Erzbischof und Weihbischof?

Alle drei haben dieselbe Bischofsweihe. Ein Diözesanbischof leitet ein Bistum. Ein Erzbischof leitet ein Erzbistum, das an der Spitze einer Kirchenprovinz steht, zu der mehrere Bistümer gehören. Ein Weihbischof unterstützt den Diözesanbischof, etwa bei Firmungen, leitet aber kein eigenes Bistum. Das Bistum Erfurt gehört zur Kirchenprovinz Paderborn.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.