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Kirche & Gemeinschaft

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist ein Diakon?

Kurz erklärt

Ein Diakon ist ein geweihter Amtsträger der Kirche. Er tauft, assistiert bei Trauungen, leitet Beerdigungen und predigt, feiert aber keine Messe.

Ein Diakon ist ein Mann, der in der katholischen Kirche zum Dienst geweiht ist. Er hat die erste Stufe des Weihesakraments empfangen. Ein Diakon darf taufen, bei Trauungen assistieren, Beerdigungen leiten, das Evangelium verkünden und predigen. Die Messe feiern und die Beichte hören darf er nicht. Viele Diakone sind verheiratet und haben einen Beruf.

Vielleicht hast du das schon erlebt: Bei einer Taufe steht vorne ein Mann im Gewand, der einen Ehering trägt und dessen Kinder in der ersten Reihe sitzen. Das ist in aller Regel kein Priester, sondern ein Diakon.

Woher kommt das Wort Diakon?

Diakon kommt vom griechischen diákonos, „Diener“ oder „Helfer“. Aus derselben Wurzel stammt das Wort Diakonie, das du vom Sozialwerk der evangelischen Kirche kennst. Die Apostelgeschichte erzählt, wie die Apostel sieben Männer auswählen, damit die Witwen der Gemeinde versorgt werden und niemand übersehen wird (Apg 6,1–6). Die Kirche sieht darin den Anfang dieses Amtes.

Was macht ein Diakon in der katholischen Kirche?

Der Diakon steht für den Dienst: am Altar, am Wort Gottes und an den Menschen in Not. Der Katechismus zählt seine Aufgaben auf (KKK 1570): Er hilft dem Bischof und dem Priester bei der Messe, teilt die Kommunion aus, assistiert bei der Eheschließung und segnet das Brautpaar, verkündet das Evangelium, predigt, leitet Beerdigungen und kümmert sich um karitative Aufgaben.

Das Weihesakrament hat drei Stufen: Diakon, Priester, Bischof. Wer Priester werden will, wird zuerst zum Diakon geweiht. Daneben gibt es den ständigen Diakon, der Diakon bleibt. Das Zweite Vatikanische Konzil hat dieses Amt für die lateinische Kirche wiederhergestellt (Lumen gentium 29, KKK 1571). Die ersten ständigen Diakone in Deutschland wurden am 28. April 1968 im Kölner Dom geweiht, fünf verheiratete Männer.

Ständige Diakone arbeiten entweder hauptberuflich für ein Bistum oder mit Zivilberuf, also neben ihrer Arbeit als Lehrer, Ingenieur oder Pfleger. Wie die Kirche die Sakramente insgesamt ordnet, erklärt der Artikel über die sieben Sakramente.

Diakon, Priester, Pfarrer: der Unterschied

Ein Priester darf alles, was ein Diakon darf. Dazu feiert er die Eucharistie, spricht in der Beichte los und spendet die Krankensalbung. Ein Pfarrer ist ein Priester, der eine Pfarrei leitet. Ein Diakon kann also nie Pfarrer sein, aber er arbeitet oft eng mit ihm zusammen.

In der evangelischen Kirche heißt Diakon oder Diakonin meist ein kirchlicher Beruf, etwa in Sozialarbeit oder Jugendarbeit. Das Wort ist gleich, gemeint ist etwas anderes als die katholische Weihe.

Ob auch Frauen zu Diakoninnen geweiht werden können, ist eine der großen offenen Fragen in der Kirche. Eine päpstliche Kommission hat sich im Dezember 2025 dagegen ausgesprochen, ihr Urteil aber nicht als endgültig bezeichnet.

Der Diakon erinnert an etwas Grundsätzliches: Kirche beginnt beim Dienen, nicht bei der Macht. Das gilt für Geweihte. Und es gilt genauso für dich.

Häufige Fragen

Darf ein Diakon verheiratet sein?

Ja, wenn er schon vor der Weihe verheiratet ist. Ein verheirateter Mann kann ständiger Diakon werden, frühestens mit 35 Jahren und nur mit Zustimmung seiner Ehefrau. Nach der Weihe kann ein Diakon aber nicht mehr neu heiraten. Stirbt seine Frau, bleibt er in der Regel unverheiratet. Unverheiratete Kandidaten und alle, die später Priester werden, versprechen bei der Diakonenweihe die Ehelosigkeit.

Was darf ein Diakon nicht?

Ein Diakon darf keine Messe feiern, also nicht Brot und Wein wandeln. Er darf auch nicht die Beichte hören und keine Krankensalbung spenden. Diese Sakramente sind Priestern und Bischöfen vorbehalten. Taufen, bei einer Trauung als Vertreter der Kirche assistieren, Beerdigungen leiten, predigen und die Kommunion austeilen darf er dagegen.

Können Frauen Diakonin werden?

In der katholischen Kirche bisher nicht. Eine vom Papst eingesetzte Studienkommission hat im Dezember 2025 ihren Bericht veröffentlicht. Sie spricht sich gegen die Weihe von Frauen zu Diakoninnen aus, nennt ihr Urteil aber ausdrücklich nicht endgültig. Die Frage wird weiter diskutiert, besonders in Deutschland. In der evangelischen Kirche gibt es Diakoninnen, allerdings als kirchlichen Beruf, nicht als Weiheamt im katholischen Sinn.

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