
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Ein Pfarrer ist der Priester, dem der Bischof die Leitung und Seelsorge einer Pfarrei übertragen hat. In der evangelischen Kirche heißen auch Frauen und Verheiratete so.
Ein Pfarrer ist der Geistliche, der eine Pfarrei leitet. In der katholischen Kirche ist er immer ein Priester, den der Bischof mit dieser Aufgabe betraut. Das Kirchenrecht nennt ihn den „eigenen Hirten“ seiner Pfarrei: Er sorgt für Gottesdienst, Sakramente und Seelsorge und trägt die Verantwortung für die Gemeinden vor Ort.
Woher kommt das Wort Pfarrer?
„Pfarrer“ kommt von „Pfarre“ oder „Pfarrei“. Dahinter steht das griechische paroikia. Es bezeichnete das Wohnen als Fremder in einer Stadt. Die ersten Christen nannten sich so, weil sie sich auf der Erde als Gäste verstanden, mit der eigentlichen Heimat bei Gott. Aus diesem Wort wurde später der Name für den Seelsorgebezirk und für den, der ihn leitet.
Für Katholiken in Thüringen passt dieses alte Bild erstaunlich gut. Wer hier glaubt, lebt oft als Minderheit unter Menschen, die keiner Kirche angehören.
Was ein Pfarrer in der katholischen Kirche tut
Eine Pfarrei ist eine feste Gemeinschaft von Gläubigen in einem bestimmten Gebiet. Der Pfarrer leitet sie im Auftrag des Bischofs (CIC can. 519). Gültig Pfarrer werden kann nur, wer die Priesterweihe empfangen hat (can. 521).
Zu seinen Aufgaben gehören:
- die Heilige Messe feiern und die Sakramente spenden,
- predigen und den Glauben weitergeben, etwa in der Vorbereitung auf Taufe, Erstkommunion und Firmung,
- Kranke und Sterbende begleiten,
- die Pfarrei leiten, gemeinsam mit gewählten Gremien, auch in Fragen von Geld, Gebäuden und Personal.
Allein ist er dabei selten. Ihm zur Seite stehen oft ein Kaplan, Diakone, Gemeindereferentinnen und viele Ehrenamtliche.
Pfarrer, Priester, Kaplan: Wo ist der Unterschied?
Jeder katholische Pfarrer ist Priester. Aber nicht jeder Priester ist Pfarrer. „Priester“ beschreibt die Weihe, „Pfarrer“ das Leitungsamt. Ein Kaplan ist ebenfalls Priester, leitet aber keine Pfarrei, sondern arbeitet unter der Verantwortung des Pfarrers mit.
In der evangelischen Kirche ist das anders. Dort gibt es kein Weiheamt im katholischen Sinn. Pfarrerinnen und Pfarrer werden nach Studium und Vikariat ordiniert, und Frauen üben das Amt genauso aus wie Männer.
Pfarrer im Bistum Erfurt
Das Bistum Erfurt umfasst den größten Teil Thüringens. Weil es weniger Priester und weniger Katholiken gibt als früher, wurden die Pfarreien stark vergrößert. Heute sind es 33 Pfarreien (Stand 2025). Zu einer Pfarrei gehören heute oft viele Kirchorte in mehreren Dörfern und Städten. Ein Pfarrer ist deshalb viel unterwegs.
Wo die nächste Pfarrei liegt, findest du im Gemeindeverzeichnis. Ein Pfarrer ist auch für Menschen da, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn du eine Frage hast, darfst du ihn einfach ansprechen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pfarrer und Pastor?
Inhaltlich meinen beide Wörter oft dasselbe: den Geistlichen, der eine Gemeinde leitet. „Pastor“ ist lateinisch und heißt Hirte. Welches Wort üblich ist, hängt von Region und Kirche ab. Im Norden Deutschlands und in vielen Freikirchen sagt man eher Pastor, im Süden eher Pfarrer. Auch in manchen katholischen Gegenden, etwa am Mittelrhein, im Saarland oder an der Mosel, heißt der Pfarrer Pastor.
Darf ein katholischer Pfarrer heiraten?
Nein. Ein katholischer Pfarrer ist immer Priester, und Priester der lateinischen Kirche leben zölibatär, also ohne Ehe. Das ist eine kirchliche Ordnung, kein Glaubenssatz, und in Deutschland wird darüber seit Jahren diskutiert. Evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer dürfen heiraten und Familie haben. Deshalb leben in vielen evangelischen Pfarrhäusern Familien mit Kindern.
Wie spricht man einen Pfarrer an?
Üblich ist „Herr Pfarrer“, im Gespräch oft mit Nachnamen, also „Herr Pfarrer Müller“. Viele jüngere Pfarrer freuen sich, wenn man sie einfach mit Namen anspricht. Gehört der Pfarrer einem Orden an, sagt man meist „Pater“. Ältere Anreden wie „Hochwürden“ hört man heute kaum noch. Wenn du unsicher bist, frag einfach nach. Das ist nicht peinlich, sondern höflich.

Die Runde
Allein grübelnmuss niemand.
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