Zum Inhalt

Glaube verstehen

13 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Katholisch wirst du über einen von drei Wegen. Bist du nicht getauft, bereitest du dich meist rund ein Jahr lang auf die Erwachsenentaufe vor. Bist du evangelisch oder anders christlich getauft, wirst du ohne neue Taufe aufgenommen. Bist du ausgetreten, kehrst du nach einem Gespräch zurück. Der erste Schritt ist immer ein Gespräch in einer katholischen Pfarrei.

Steckbrief

Inhalt

Vielleicht bist du ohne Religion aufgewachsen, wie die meisten in Thüringen, und merkst trotzdem, dass dich etwas an diesem Glauben nicht loslässt. Vielleicht bist du evangelisch getauft und fühlst dich in der katholischen Kirche mehr zu Hause. Oder du bist irgendwann ausgetreten und fragst dich heute, ob die Tür noch offen ist. Dann stellst du dir früher oder später die Frage: Wie kann man katholisch werden?

Die Antwort ist einfacher, als viele denken. Es gibt drei Wege, je nachdem, wo du gerade stehst. Jeder beginnt mit einem Gespräch, keiner verlangt, dass du schon alles weißt. Wie die Wege ablaufen, wie lange sie dauern, was sie kosten und was sich danach für dich ändert, steht hier Schritt für Schritt.

Wie kann man katholisch werden? Die drei Wege im Überblick

Katholisch wirst du durch die Taufe, durch die Aufnahme aus einer anderen Kirche oder durch die Wiederaufnahme nach einem Austritt. Welcher Weg deiner ist, hängt nur an einer Frage: Bist du getauft, und wenn ja, wo?

Deine Ausgangslage Dein Weg Dauer (ungefähr) Was am Ende passiert
Nicht getauft Erwachsenentaufe mit Katechumenat meist ein Jahr Taufe, Firmung und Erstkommunion, oft in der Osternacht
Evangelisch, orthodox oder anders christlich getauft Übertritt (Konversion) keine feste Dauer, oft einige Monate Glaubensbekenntnis im Gottesdienst, meist Firmung und Kommunion
Katholisch getauft, später ausgetreten Wiedereintritt meist wenige Wochen Erklärung vor Zeugen, danach wieder volle Teilhabe
Katholisch getauft, nie ausgetreten, aber nie dabei gewesen kein Eintritt nötig sofort Erstkommunion und Firmung kannst du nachholen

Die Ansprechstelle ist in allen Fällen dieselbe: die katholische Pfarrei an deinem Wohnort. Du kannst aber auch jede andere Pfarrei oder einen Seelsorger ansprechen, dem du vertraust. Die Wege selbst kosten nichts.

Warum katholisch werden?

Weil du Christus nachfolgen willst, und zwar nicht allein. Das ist der Kern. Wer katholisch wird, tritt nicht in einen Verein ein, sondern wird Teil einer Gemeinschaft, die seit zweitausend Jahren denselben Glauben bekennt und feiert.

Die Taufe ist nach katholischem Verständnis kein Symbol, das man sich umhängt. Sie verbindet dich mit Christus und prägt dich unauslöschlich, wie der Katechismus sagt (KKK 1272). Du gehörst dann dazu, für immer. Deshalb wird eine gültige Taufe auch nie wiederholt.

Was Menschen konkret an der katholischen Kirche anzieht, ist sehr verschieden. Manche berührt die Eucharistie, also der Glaube, dass Christus in Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist. Andere suchen die Beichte, in der Schuld ausgesprochen und vergeben wird. Wieder andere spüren in der Messe etwas, das größer ist als sie selbst, oder sie schätzen, dass eine Kirche weltweit mit einer Stimme spricht. Die sieben Sakramente sind dabei das Herzstück: Zeichen, in denen Gott nach katholischem Glauben wirklich handelt.

Ein starkes Bild dafür steht in der Bibel. Ein hoher Beamter aus Äthiopien liest unterwegs in der Schrift, lässt sie sich erklären und fragt dann: Was hindert mich, getauft zu werden? Noch am selben Tag steigt er ins Wasser (Apg 8,36). Glaube beginnt oft mit Fragen. Und irgendwann mit einer Entscheidung.

Was spricht dagegen? Ehrliche Einwände

Wer nach „warum man nie katholisch werden sollte“ sucht, stößt schnell auf harte Punkte. Die sollst du kennen, bevor du dich entscheidest. Alles andere wäre unehrlich.

Der schwerste Einwand ist der Missbrauch. Die MHG-Studie der Deutschen Bischofskonferenz hat 2018 offengelegt, wie viele Kinder und Jugendliche über Jahrzehnte von Klerikern missbraucht wurden und wie oft Verantwortliche weggeschaut oder vertuscht haben. Das lässt sich nicht kleinreden.

Die Kirche hat hier schwer versagt. Das gehört zur Wahrheit über sie.

Dazu kommen Fragen, bei denen viele in Deutschland anders denken als die Lehre der Kirche: Sexualmoral, die Rolle der Frau und das Weiheamt, der Umgang mit Macht. Manche stören sich an der Kirchensteuer. Diese Debatten sind real, und du darfst sie mit in die Vorbereitung nehmen. Ein guter Seelsorger weicht ihnen nicht aus.

Was dir niemand abnehmen kann: Du wirst nicht katholisch, weil die Kirche perfekt ist. Das ist sie nicht. Du wirst katholisch, weil du glaubst, dass Christus in dieser Kirche mit all ihren Fehlern gegenwärtig ist. Wenn du das nach ehrlichem Nachdenken sagen kannst, dann sind die Einwände kein Grund zu bleiben, wo du bist. Dann sind sie ein Grund, mit anzupacken, damit es besser wird.

Erwachsenentaufe: Wie läuft der Katechumenat ab?

Wenn du noch nicht getauft bist, bereitest du dich in einem begleiteten Weg auf die Taufe vor. Dieser Weg heißt Katechumenat, du bist in dieser Zeit Katechumene oder Katechumenin. Er dauert in der Regel etwa ein Jahr und endet meist in der Osternacht mit Taufe, Firmung und Erstkommunion in einer einzigen Feier.

Das ist keine moderne Erfindung. Schon seit der Zeit der Apostel wird man in mehreren Stufen Christ (KKK 1229–1230). Das Zweite Vatikanische Konzil hat diesen mehrstufigen Weg für Erwachsene wiederhergestellt (KKK 1232). Der Katechismus betont dabei etwas Schönes: Wer sich auf die Taufe vorbereitet, gehört schon zum Haus Christi (KKK 1249). Du stehst also nicht draußen und wartest, du bist schon unterwegs.

  1. Erstes GesprächDu meldest dich in einer Pfarrei und erzählst, was dich bewegt. Niemand prüft dich. Es geht darum, einander kennenzulernen und zu klären, ob der Weg jetzt für dich dran ist.
  2. Aufnahme in den KatechumenatIn einem Gottesdienst wirst du der Gemeinde vorgestellt. Ab jetzt bist du offiziell Taufbewerberin oder Taufbewerber.
  3. Zeit des KennenlernensDu lernst den Glauben kennen, meist in einem Glaubenskurs oder in Gesprächen mit einer Begleitperson. Du gehst in Gottesdienste, erlebst das Kirchenjahr und lernst Menschen aus der Gemeinde kennen.
  4. Zulassung durch den BischofZu Beginn der Fastenzeit bittest du in einer Feier um die Taufe. Der Bischof lässt dich zu, und du trägst dich mit deinem Namen ein.
  5. Die letzten WochenDie Fastenzeit ist die intensive Vorbereitung. Jetzt stehen Gebet und Besinnung im Vordergrund, weniger das Lernen.
  6. Taufe in der OsternachtDu wirst getauft, gefirmt und empfängst zum ersten Mal die Eucharistie. Das Kirchenrecht sieht vor, dass Erwachsene alle drei Sakramente zusammen empfangen (can. 866 CIC).
  7. Die Zeit danachDie Wochen nach Ostern sind dafür da, in das neue Leben hineinzuwachsen. Paten und Gemeinde begleiten dich weiter.

Was bei der Taufe selbst geschieht, welche Zeichen es gibt und was sie bedeuten, erklärt unser Artikel zur Taufe und ihrem Ablauf. Viele Erwachsene suchen sich für ihre Taufe auch einen Bibelvers aus, der sie begleitet. Anregungen findest du bei den Taufsprüchen aus der Bibel.

Brauche ich als Erwachsene einen Paten?

Ja, wenn es möglich ist (can. 872 CIC). Der Pate oder die Patin begleitet dich schon in der Vorbereitung und steht dir danach zur Seite. Voraussetzungen: katholisch, gefirmt, mindestens 16 Jahre alt, Erstkommunion empfangen. Wenn du niemanden kennst, der infrage kommt, ist das kein Hindernis. Die Pfarrei hilft dir, jemanden zu finden. Alles Weitere steht in unserem Artikel zu Aufgaben und Voraussetzungen von Taufpaten.

Ab welchem Alter gilt das?

Die Regeln für die Erwachsenentaufe gelten im Kirchenrecht schon für alle, die kein Kleinkind mehr sind und den Vernunftgebrauch erlangt haben, also ab etwa sieben Jahren (can. 852 CIC). Ab 14 Jahren soll die Taufe dem Bischof vorgelegt werden (can. 863 CIC). Staatlich gilt in Deutschland: Ab 14 entscheidest du selbst über deine Religion, ohne Zustimmung der Eltern.

Konvertieren: Wie werde ich von evangelisch katholisch?

Wenn du schon in einer anderen christlichen Kirche getauft bist, wirst du nicht noch einmal getauft. Du wirst in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Das nennt man Übertritt oder Konversion.

Deine Taufe gilt. Am 29. April 2007 haben elf Kirchen in Deutschland, darunter die katholische und die evangelische, in Magdeburg erklärt, dass sie ihre Taufen gegenseitig anerkennen. Der Katechismus sagt: Die Taufe ist die Grundlage der Gemeinschaft aller Christen, auch mit denen, die noch nicht voll mit der katholischen Kirche verbunden sind (KKK 1271). Du fängst also nicht bei null an. Du bringst deinen Glauben mit.

So läuft der Übertritt ab

Zuerst sprichst du mit einem katholischen Pfarrer oder einer Seelsorgerin. Danach folgt eine Vorbereitung, oft in einem Glaubenskurs gemeinsam mit Taufbewerbern. Eine feste Dauer gibt es nicht. Wer schon lange mit dem katholischen Glauben vertraut ist, braucht weniger Zeit als jemand, der vieles neu entdeckt.

Für die Aufnahme brauchst du deinen Taufschein und eine Bescheinigung über den Austritt aus deiner bisherigen Kirche. In Deutschland kannst du nicht gleichzeitig Mitglied zweier Kirchen sein. In Thüringen erklärst du den Austritt beim Standesamt. Dein Seelsorger beantragt die Aufnahme dann beim Bischof.

Die Aufnahme selbst geschieht in einem Gottesdienst, im kleinen Kreis oder mit der ganzen Gemeinde. Du sprichst das Glaubensbekenntnis und bekennst, dass du den Glauben der katholischen Kirche teilst. Meist empfängst du im selben Gottesdienst die Firmung, die der Priester dann selbst spenden darf (can. 883 CIC), und gehst zum ersten Mal katholisch zur Kommunion.

Und wenn ich orthodox oder freikirchlich getauft bin?

Orthodoxe Christen haben nach katholischem Verständnis Taufe, Firmung und Eucharistie schon gültig empfangen. Für sie ist der Schritt deshalb besonders klein. Bei Freikirchen kommt es darauf an, wie getauft wurde: mit Wasser und auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dann gilt die Taufe. Bleibt nach sorgfältiger Prüfung ein Zweifel, wird bedingt getauft, also mit dem Zusatz „falls du noch nicht getauft bist“ (can. 869 CIC). Die Taufe der Mormonen erkennt die katholische Kirche seit einer Entscheidung der Glaubenskongregation von 2001 nicht an, weil deren Gottesbild ein anderes ist.

Welche Unterschiede zwischen den Konfessionen wirklich bestehen, bei Abendmahl, Amt, Papst und Maria, erklärt unser Vergleich katholisch und evangelisch. Wer übertritt, verrät seine Herkunft nicht. Was du dort gelernt hast, etwa die Liebe zur Bibel, nimmst du mit.

Wiedereintritt: Zurück in die Kirche nach dem Austritt

Wenn du katholisch getauft bist und ausgetreten bist, kannst du jederzeit zurückkommen. Der Wiedereintritt ist meist unkompliziert: ein ausführliches Gespräch, eine schriftliche Bitte an den Bischof, eine Erklärung vor Zeugen.

Deine Taufe hast du durch den Austritt nicht verloren. Sie gilt ein Leben lang, ebenso die Firmung. Der Austritt vor dem Standesamt hat aber Folgen, die die Deutsche Bischofskonferenz 2012 in einem Dekret festgelegt hat: Wer ausgetreten ist, darf außer in Todesgefahr Beichte, Kommunion, Firmung und Krankensalbung nicht empfangen und kann nicht Tauf- oder Firmpate sein. Wie der Austritt in Thüringen genau abläuft und was er bedeutet, steht in unserem Artikel zum Kirchenaustritt in Thüringen.

So läuft die Wiederaufnahme ab

Du sprichst mit einem Seelsorger, auch über die Gründe für deinen Austritt. Das ist kein Verhör. Es geht darum, ehrlich hinzuschauen. Danach bittet der Seelsorger schriftlich beim Bischof um deine Wiederaufnahme. Ist sie genehmigt, erklärst du vor Zeugen, dass du wieder zur Kirche gehören willst, im Pfarrbüro oder in einem Gottesdienst.

Mitbringen solltest du einen aktuellen Taufschein aus der Pfarrei, in der du getauft wurdest, und die Bescheinigung über deinen Austritt. Manche Pfarreien fragen zusätzlich nach einer Kopie deines Ausweises. Eine lange Vorbereitung ist nicht nötig. Wenn du noch nicht gefirmt bist, ist der Wiedereintritt ein guter Anlass, das nachzuholen.

Die Wiederaufnahme kostet nichts. Kirchensteuer für die Zeit, in der du ausgetreten warst, zahlst du nicht nach.

Du bist damit nicht allein. 2025 sind in Deutschland rund 7.700 Menschen in die katholische Kirche eingetreten oder zurückgekehrt. Zurückkommen ist keine Niederlage. Es ist eine Entscheidung, die Mut braucht, und sie ist jederzeit möglich.

Schon katholisch getauft, aber nie dabei gewesen?

Dann bist du schon katholisch. Du musst nicht eintreten, sondern kannst einfach anfangen. Viele wurden als Baby getauft, und dann kam nichts mehr: keine Erstkommunion, keine Firmung, kein Kontakt zur Gemeinde.

Beides kannst du als Erwachsener nachholen. Die Pfarrei bereitet dich darauf vor, oft gemeinsam mit anderen Erwachsenen. Wie die Firmung im Erwachsenenalter aussieht, erklären wir eigens. Deinen Taufschein bekommst du in der Pfarrei, in der du getauft wurdest. Weißt du nicht mehr, welche das war, helfen Eltern, Paten oder alte Familienunterlagen weiter.

Was ändert sich, wenn du katholisch bist?

Du bekommst Zugang zu allen Sakramenten, und du übernimmst Verantwortung. Beides gehört zusammen.

Die Kirche erwartet von Katholiken, dass sie sonntags die Messe mitfeiern (KKK 2042). Das klingt nach Pflicht, und es ist auch eine. Wer aber einmal erlebt hat, wie die Woche anders beginnt, wenn man sie mit anderen vor Gott bringt, sieht es oft anders. Wie ein Gottesdienst abläuft, auch wenn du noch unsicher bist, erklärt unser Artikel zur heiligen Messe. Dazu kommt die Beichte, die dir als Getauftem offensteht, so oft du sie brauchst.

Finanziell ändert sich die Kirchensteuer. Die zahlst du nur, wenn du Lohn- oder Einkommensteuer zahlst. In Ausbildung, Studium oder mit einem Minijob fällt sie deshalb oft gar nicht an.

Das Wichtigste ändert sich aber nicht auf dem Papier. Katholisch sein heißt, zu Menschen zu gehören, die mit dir glauben, zweifeln, feiern und trauern. Warum das trägt, gerade wenn es schwer wird, beschreibt unser Text über Gemeinschaft im Glauben.

Katholisch werden in Thüringen: Was du wissen solltest

In Thüringen sind nur rund 6,9 Prozent der Menschen katholisch, 2025 waren es 142.822. Wer hier katholisch wird, entscheidet sich bewusst gegen den Strom. Das hat einen Vorteil: Die Gemeinden sind oft klein, und neue Gesichter fallen auf, im guten Sinn.

Zuständig ist das Bistum Erfurt. Es sagt selbst, dass der Vorbereitungsweg für die Erwachsenentaufe in der Regel mindestens ein Jahr dauert und die Taufe meist in der Osternacht stattfindet. Die Zulassung feiert der Bischof im Erfurter Dom. 2025 etwa waren es am 8. März dreizehn Erwachsene aus Erfurt, Gotha, Nordhausen und Weimar. Ihre Namen wurden in die Taufbücher ihrer Heimatgemeinden eingeschrieben, der Bischof legte ihnen segnend die Hände auf, getauft wurden sie in der Osternacht in ihren Heimatgemeinden.

Übrigens sitzt in Erfurt auch die Katholische Arbeitsstelle für missionarische Pastoral. Sie betreibt eine bundesweite Informationsseite für alle, die katholisch werden wollen.

Eine Pfarrei in deiner Nähe findest du über unser Gemeindeverzeichnis. Frag dort ruhig direkt nach dem nächsten Glaubenskurs für Erwachsene.

Dein nächster Schritt

Niemand wird dich zur Taufe tragen. Den ersten Schritt musst du selbst gehen. Aber er ist kleiner, als du denkst.

  1. Schreib dir deine Gründe aufDrei Sätze reichen: Was zieht dich an? Was hält dich zurück? Das hilft dir im ersten Gespräch.
  2. Geh in eine MesseSetz dich einfach hinten hin und schau zu. Du musst nichts mitmachen, was du nicht verstehst.
  3. Schreib der PfarreiEine kurze E-Mail genügt: „Ich interessiere mich dafür, katholisch zu werden. Können wir sprechen?“ Wenn nach zwei Wochen keine Antwort kommt, frag nach oder versuch es in der Nachbarpfarrei.
  4. Such dir MenschenGlaube wächst im Gespräch mit anderen. In unserer Runde triffst du junge Leute aus Thüringen, die ähnliche Fragen haben.
  5. Lass dir ZeitWenn du zweifelst, ist das kein Zeichen, dass du falsch bist. Unser Text über Zweifel als Anfang zeigt, warum Fragen zum Glauben dazugehören.

Du musst heute nicht alles entscheiden. Aber du kannst heute die eine E-Mail schreiben.

Häufige Fragen

Wer darf Taufpate werden, katholisch?

Nach Kirchenrecht muss ein Taufpate mindestens 16 Jahre alt, katholisch und gefirmt sein und die Erstkommunion empfangen haben (can. 874 CIC). Er soll aus dem Glauben leben und darf nicht Vater oder Mutter des Täuflings sein. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Pate sein. Ein evangelischer Christ darf nur zusätzlich zu einem katholischen Paten als Taufzeuge dabei sein. Auch Erwachsene bekommen, wenn möglich, einen Paten.

Wie lange dauert es, katholisch zu werden?

Das hängt vom Weg ab. Auf die Erwachsenentaufe bereitest du dich in der Regel etwa ein Jahr vor, im Bistum Erfurt meist mindestens ein Jahr, weil die Taufe normalerweise in der Osternacht gefeiert wird. Für den Übertritt aus einer anderen Kirche gibt es keine feste Dauer, oft sind es einige Monate. Ein Wiedereintritt nach einem Austritt geht meist innerhalb weniger Wochen.

Was kostet es, katholisch zu werden?

Taufe, Aufnahme und Wiederaufnahme kosten nichts. Wenn du vorher aus einer anderen Kirche austreten musst, verlangt das Standesamt dafür eine Gebühr, in Thüringen derzeit 30 Euro. Nach deinem Eintritt zahlst du Kirchensteuer, aber nur, wenn du Lohn- oder Einkommensteuer zahlst. Wer in Ausbildung oder Studium wenig verdient, zahlt deshalb oft gar keine. Nach einem Wiedereintritt musst du für die Jahre dazwischen nichts nachzahlen.

Muss ich aus der evangelischen Kirche austreten, um katholisch zu werden?

Ja. In Deutschland kannst du nicht gleichzeitig Mitglied der evangelischen und der katholischen Kirche sein. Für die Aufnahme brauchst du deshalb eine Bescheinigung über deinen Austritt, den du in Thüringen beim Standesamt erklärst. Deine evangelische Taufe bleibt dabei gültig und wird nicht wiederholt. Sprich am besten zuerst mit einem katholischen Seelsorger und kläre die Reihenfolge, bevor du zum Amt gehst.

Kann ich mit 16 ohne meine Eltern katholisch werden?

Ja. In Deutschland entscheidest du ab 14 Jahren selbst, welcher Religion du angehören willst. Das regelt das Gesetz über die religiöse Kindererziehung (§ 5). Die Zustimmung deiner Eltern brauchst du dafür nicht. Trotzdem lohnt es sich, offen mit ihnen zu reden, gerade wenn sie mit Glauben nichts anfangen können. Die Pfarrei wird dich auch als Minderjährige oder Minderjährigen ernst nehmen und begleiten.

Muss ich vor der Erwachsenentaufe beichten?

Nein. Die Taufe selbst vergibt alle Sünden, die du bis dahin begangen hast (KKK 1263). Eine Beichte vor der Taufe gibt es deshalb nicht, denn das Sakrament der Versöhnung kann nur empfangen, wer schon getauft ist. Anders ist es beim Übertritt oder Wiedereintritt: Dort bist du bereits getauft, und viele nutzen vor der Aufnahme die Gelegenheit zur Beichte. Frag deinen Seelsorger, was in deinem Fall sinnvoll ist.

Kann ich katholisch werden, wenn ich noch Zweifel habe?

Ja. Niemand muss vor der Taufe alle Fragen gelöst haben. Die Vorbereitungszeit ist genau dafür da, Fragen zu stellen und Zweifel auszusprechen. Wichtig ist, dass du am Ende ehrlich sagen kannst: Ich glaube an Gott, wie ihn die Kirche bekennt, und ich will diesen Weg gehen. Wenn du das noch nicht kannst, ist Warten kein Scheitern. Dann ist es einfach noch nicht dran.

Was ist der Unterschied zwischen Konversion und Wiedereintritt?

Konversion oder Übertritt heißt: Du bist in einer anderen christlichen Kirche getauft, etwa evangelisch, und wirst in die katholische Kirche aufgenommen. Wiedereintritt heißt: Du warst schon katholisch, bist ausgetreten und kommst zurück. In beiden Fällen wirst du nicht neu getauft. Der Übertritt braucht meist eine längere Vorbereitung, der Wiedereintritt vor allem ein ehrliches Gespräch.

Weiterlesen

Aus dem gleichen Thema.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.