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Taufsprüche

16 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Ein Taufspruch ist ein Bibelvers, den Eltern oder Paten für das Kind auswählen, als Segenswunsch und Leitwort fürs Leben. Beliebte Taufsprüche sind Psalm 91,11 (Engel auf allen Wegen), Jesaja 43,1 (bei deinem Namen gerufen) und 1 Korinther 13,13 (Glaube, Hoffnung, Liebe). Der Brauch kommt aus der evangelischen Kirche und ist auch bei katholischen Taufen erlaubt.

Steckbrief

Inhalt

Irgendwann in den Wochen vor der Taufe kommt die Frage: Welcher Satz soll auf die Taufkerze? Ein Taufspruch begleitet ein Kind oft ein ganzes Leben lang. Er steht in der Urkunde, auf der Kerze, manchmal auf einer Karte über dem Bett. Deshalb lohnt es sich, ihn nicht in fünf Minuten aus einer Liste zu ziehen.

Hier findest du 40 Taufsprüche aus der Bibel, sortiert nach Themen. Zu jedem Vers steht, was er bedeutet und wem er etwas sagen kann. Die wörtlichen Zitate stammen aus der Lutherbibel von 1912, die frei verwendet werden darf. Über den Link bei jeder Stelle kannst du den Vers in der katholischen Einheitsübersetzung vergleichen.

Was ist ein Taufspruch?

Ein Taufspruch ist ein Bibelvers, den Eltern oder Paten für den Täufling auswählen. Er ist ein Segen zum Mitnehmen: ein Wunsch für das Kind und ein Wort, an dem es sich später festhalten kann.

Der Brauch kommt aus der evangelischen Kirche. Dort wird der Taufspruch im Gottesdienst gesprochen und im Kirchenbuch eingetragen. Viele katholische Eltern haben ihn übernommen, und das ist ausdrücklich erlaubt. Auf Wunsch schreibt der Pfarrer den Vers auch in die katholische Taufurkunde.

Vorgeschrieben ist er nicht. Das Sakrament der Taufe geschieht durch Wasser und die Worte „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Alles, was die Feier bedeutet und wie sie abläuft, erklärt unser Artikel über die katholische Taufe. Der Taufspruch ist eine persönliche Zugabe.

Taufsprüche über Schutz und Segen

Die meistgewählte Gruppe. Eltern wünschen ihrem Kind, dass es behütet ist, auch dort, wo sie nicht mehr mitgehen können.

Psalm 91,11: Engel auf allen Wegen

„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ (Ps 91,11, Luther 1912)

Der Klassiker unter den Taufsprüchen. Er verspricht kein Leben ohne Stolpern, aber Begleitung auf jedem Weg, auch auf den Umwegen.

Numeri 6,24–26: Der Segen des Aaron

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (Num 6,24–26, Luther 1912)

Einer der ältesten Segenstexte der Bibel, bis heute am Ende vieler Gottesdienste zu hören. Wer einen vollständigen Segen statt eines einzelnen Satzes möchte, ist hier richtig.

Psalm 121,8: Kommen und Gehen

„Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“ (Ps 121,8, Luther 1912)

Ausgang und Eingang meint das ganze Leben: jedes Losgehen und jedes Heimkommen. Der Vers ist kurz und passt gut auf eine Kerze.

Psalm 139,5: Von allen Seiten

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Ps 139,5, Luther 1912)

Ein Bild von Geborgenheit, das auch Kinder sofort verstehen. Gott ist nicht irgendwo weit weg, sondern rundherum.

Deuteronomium 31,8: Er geht voraus

In eigenen Worten: Gott selbst geht vor dir her. Er ist bei dir und lässt dich nicht fallen. Hab keine Angst (Dtn 31,8).

Mose sagt das zu Josua, bevor dieser Verantwortung übernimmt. Ein guter Vers für alle Anfänge.

Taufsprüche über Gottes Liebe

Die Taufe sagt einem Menschen zuerst: Du bist geliebt, bevor du irgendetwas leistest. Diese Verse bringen genau das auf den Punkt.

1 Johannes 4,16: Gott ist die Liebe

„Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16, Luther 1912)

Vielleicht der kürzeste Satz, mit dem die Bibel sagt, wer Gott ist. Er verbindet Glauben und Alltag: Wo Menschen lieben, ist Gott nicht fern.

Jeremia 31,3: Von jeher geliebt

„Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jer 31,3, Luther 1912)

„Je und je“ heißt: schon immer. Diese Liebe hat keinen Anfang, den man verdienen müsste.

1 Korinther 13,13: Glaube, Hoffnung, Liebe

„Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1 Kor 13,13, Luther 1912)

Bekannt von Hochzeiten, aber auch als Taufspruch stark. Er nennt drei Dinge, die ein Leben tragen, und setzt eine klare Reihenfolge.

Römer 8,38–39: Nichts kann trennen

„Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, … weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist.“ (Röm 8,38–39, Luther 1912, gekürzt)

Paulus zählt alles auf, was einem Menschen Angst machen kann, und sagt: Nichts davon ist stärker. Für die Kerze eignet sich die Kurzform „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes“.

1 Johannes 3,1: Gottes Kinder

„Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, daß wir Gottes Kinder sollen heißen!“ (1 Joh 3,1, Luther 1912)

Auf diesen Vers verweist auch die Einführung zum katholischen Taufritus. Er beschreibt, was in der Taufe geschieht: Ein Mensch wird Kind Gottes genannt, und er ist es.

Johannes 15,9: Bleibt in meiner Liebe

„Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe!“ (Joh 15,9, Luther 1912)

Jesus spricht das am Abend vor seinem Tod. Es ist eine Einladung, keine Pflicht: Die Liebe ist schon da, man muss nur darin bleiben.

Taufsprüche über Licht und Weg

Bei der Taufe wird die Taufkerze an der Osterkerze entzündet. Der Katechismus deutet das so: Christus erleuchtet den Neugetauften (KKK 1243). Diese Verse passen deshalb besonders gut auf die Kerze.

Psalm 119,105: Licht auf dem Weg

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Ps 119,105, Luther 1912)

Ein Licht für den nächsten Schritt, nicht für die ganze Strecke. Ehrlicher kann man Orientierung kaum beschreiben.

Matthäus 5,16: Lass dein Licht leuchten

„Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,16, Luther 1912)

Aus der Bergpredigt. Jesus sagt kurz davor: Ihr seid das Licht der Welt. Ein Vers, der dem Kind etwas zutraut.

Johannes 8,12: Das Licht der Welt

In eigenen Worten: Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, geht nicht im Dunkeln, sondern hat das Licht, das Leben schenkt (Joh 8,12).

Hier steht nicht das Kind im Mittelpunkt, sondern der, dem es folgt. Das nimmt Druck: Du musst nicht selbst leuchten, um nicht im Dunkeln zu stehen.

Psalm 32,8: Ich zeige dir den Weg

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ (Ps 32,8, Luther 1912)

Gott spricht hier selbst. Der Vers passt, wenn ihr eurem Kind wünscht, dass es seinen eigenen Weg findet und dabei nicht allein sucht.

Sprüche 3,5–6: Vertrau mit ganzem Herzen

„Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Spr 3,5–6, Luther 1912)

Kein Aufruf, nicht nachzudenken. Der Vers sagt: Dein Verstand ist gut, aber er ist nicht alles, worauf du bauen kannst.

Psalm 36,10: Quelle des Lebens

„Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.“ (Ps 36,10, Luther 1912)

Wasser und Licht in einem Satz, die beiden Zeichen der Taufe. Ein stiller, schöner Vers für Eltern, die es poetisch mögen.

Taufsprüche über Mut und Vertrauen

Kinder werden groß in einer Welt, die ihnen auch Angst machen wird. Diese Verse sind für die Tage, an denen der Mut fehlt.

Josua 1,9: Sei getrost

„Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und freudig seist. Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ (Jos 1,9, Luther 1912)

„In allem, was du tun wirst“: Der Vers blickt weit nach vorn, in ein Leben, das noch niemand kennt. Deshalb passt er so gut zu einem Neugeborenen.

Jesaja 41,10: Fürchte dich nicht

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch.“ (Jes 41,10, Luther 1912, gekürzt)

„Fürchte dich nicht“ gehört zu den häufigsten Sätzen der Bibel. Hier kommt gleich der Grund dazu: Ich bin da.

2 Timotheus 1,7: Kraft, Liebe, Besonnenheit

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.“ (2 Tim 1,7, Luther 1912)

„Zucht“ klingt heute streng. Gemeint ist Besonnenheit, ein klarer Kopf. Die Einheitsübersetzung sagt es moderner, schau über den Link nach.

Psalm 23,1: Der gute Hirte

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ (Ps 23,1, Luther 1912)

Der bekannteste Psalm überhaupt, in einem Satz. Kurz und auch für Gäste ohne Kirchenbezug verständlich.

Psalm 18,30: Über Mauern springen

In eigenen Worten: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen (Ps 18,30).

Ein fröhlicher, fast verwegener Satz. Er traut dem Kind zu, Hindernisse zu überwinden, und sagt, woher die Kraft dafür kommt.

Jesaja 40,31: Flügel wie Adler

„Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jes 40,31, Luther 1912)

Ein Vers für lange Strecken. Er verspricht nicht, dass es leicht wird, sondern dass die Kraft wiederkommt.

Taufsprüche über Namen und Einzigartigkeit

Am Anfang der katholischen Tauffeier fragt der Priester oder Diakon: Welchen Namen haben Sie Ihrem Kind gegeben? Der Katechismus sagt, dass Gott jeden Menschen bei seinem Namen ruft und dass dieser Name heilig ist (KKK 2158). Wer mag, schaut auch nach dem Namenstag des Kindes.

Jesaja 43,1: Bei deinem Namen gerufen

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jes 43,1, Luther 1912)

Einer der beliebtesten Taufsprüche, und das zu Recht. Das katholische Rituale nennt den Abschnitt Jesaja 43,1–7 sogar als mögliche Lesung, wenn die Kindertaufe in zwei Stufen gefeiert wird. Der Vers passt genau zu dem Moment, in dem der Name des Kindes in der Kirche zum ersten Mal ausgesprochen wird.

Psalm 139,14: Wunderbar gemacht

„Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke.“ (Ps 139,14, Luther 1912)

Ein Satz gegen jeden späteren Vergleich mit anderen. Kein Mensch ist ein Versehen.

Jesaja 49,16: In die Hände gezeichnet

„Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.“ (Jes 49,16, Luther 1912)

Gott sagt das seinem Volk, das sich vergessen fühlt. Kurz davor steht: Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen könnte, vergesse ich dich nicht.

Markus 10,14: Lasst die Kinder zu mir kommen

„Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.“ (Mk 10,14, Luther 1912)

Die Jünger wollten die Kinder wegschicken, Jesus wurde darüber ärgerlich. Der Abschnitt Markus 10,13–16 ist eine der vorgeschlagenen Lesungen für die Kindertaufe.

Lukas 10,20: Im Himmel aufgeschrieben

„Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ (Lk 10,20, Luther 1912)

Jesus sagt das zu Jüngern, die begeistert von ihren Erfolgen zurückkommen. Was wirklich zählt, ist nicht die Leistung, sondern dass Gott deinen Namen kennt.

Taufsprüche, die von der Taufe selbst erzählen

Diese Stellen erklären, was in der Taufe geschieht.

Matthäus 28,20: Alle Tage

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20, Luther 1912)

Der letzte Satz des Matthäusevangeliums, direkt nach dem Auftrag zu taufen. Ein Versprechen ohne Ablaufdatum.

Galater 3,26–27: Christus angezogen

„Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen.“ (Gal 3,26–27, Luther 1912)

Deshalb trägt der Täufling ein weißes Kleid: Er hat Christus angezogen wie ein Gewand (KKK 1243). Ein Vers, der das Taufkleid erklärt.

Römer 6,4: Ein neues Leben

In eigenen Worten: Durch die Taufe sind wir mit Christus verbunden. Wie er vom Tod auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben (Röm 6,4).

Der theologisch dichteste Vers dieser Liste. Er zeigt, dass Taufe mit Ostern zu tun hat: mit Tod und neuem Leben.

Markus 1,11: Mein geliebtes Kind

„Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Mk 1,11, Luther 1912)

Das hört Jesus bei seiner eigenen Taufe im Jordan. Für ein Mädchen kannst du den Vers in eigenen Worten schreiben: „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Freude.“

Taufsprüche über Hoffnung und Freude

Eine Taufe ist ein Fest. Diese Verse drücken Dankbarkeit und Zukunft aus.

Jeremia 29,11: Gedanken des Friedens

„Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.“ (Jer 29,11, Luther 1912)

Die Einheitsübersetzung sagt am Ende: Zukunft und Hoffnung. Geschrieben wurde der Vers an Menschen im Exil, die kaum noch etwas erwarteten.

Römer 15,13: Der Gott der Hoffnung

„Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes.“ (Röm 15,13, Luther 1912)

Ein Segenswunsch, der wie ein Gebet klingt. Er eignet sich gut, wenn der Spruch in der Feier laut gesprochen wird.

Zefanja 3,17: Gott freut sich über dich

„Der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland; er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein.“ (Zef 3,17, Luther 1912, gekürzt)

Ein kaum bekannter Vers aus einem kleinen Prophetenbuch. Er dreht die Perspektive: Nicht nur wir freuen uns über Gott, Gott freut sich über dich.

Genesis 12,2: Du sollst ein Segen sein

„Ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein.“ (Gen 12,2, Luther 1912, gekürzt)

Das sagt Gott zu Abraham, als er ihn auf den Weg schickt. Der Vers hat zwei Seiten: Du wirst beschenkt, und du wirst anderen etwas geben.

Psalm 16,11: Freude in Fülle

„Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle.“ (Ps 16,11, Luther 1912, gekürzt)

Weg und Freude in einem Satz. Ein heller Vers für ein Kind, dem ihr vor allem ein frohes Leben wünscht.

Taufsprüche für die Erwachsenentaufe

Wer als Jugendlicher oder Erwachsener getauft wird, sucht seinen Spruch selbst aus. Oft steht dahinter eine Geschichte: ein Umweg, eine Suche, ein Neuanfang. Wie der Weg dorthin aussieht, steht im Artikel Katholisch werden.

2 Korinther 5,17: Alles neu

„Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ (2 Kor 5,17, Luther 1912)

Für alle, die ihre Taufe als echten Neuanfang erleben. Das Alte zählt nicht mehr gegen dich.

Epheser 5,8: Licht geworden

„Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem HERRN.“ (Eph 5,8, Luther 1912)

„Weiland“ heißt: früher. Ein ehrlicher Vers, der nichts beschönigt und trotzdem hoffnungsvoll ist.

Psalm 31,9: Weiter Raum

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Ps 31,9, Luther 1912)

Für Menschen, die sich lange eng gefühlt haben. Glaube ist hier kein Käfig, sondern Weite.

Moderne Taufsprüche: Bibelverse in heutigen Worten

Viele suchen nach modernen Taufsprüchen, weil ihnen der alte Wortlaut fremd ist. Du musst dich nicht zwischen Bibel und heutiger Sprache entscheiden. Nimm einen Vers und sag ihn so, wie du redest. Die Stellenangabe bleibt dabei, damit klar ist, woher der Gedanke kommt.

Hier sind sechs Beispiele, von uns formuliert:

  • „Du bist gewollt. Schon bevor du da warst.“ (nach Jer 1,5)
  • „Hab keine Angst. Du bist nie allein unterwegs.“ (nach Jos 1,9)
  • „Du bist mein geliebtes Kind. Ich freue mich über dich.“ (nach Mk 1,11)
  • „Dein Name ist im Himmel aufgeschrieben.“ (nach Lk 10,20)
  • „Nichts auf der Welt kann dich von Gottes Liebe trennen.“ (nach Röm 8,38–39)
  • „Geh deinen Weg. Gottes Licht geht mit.“ (nach Ps 119,105)

Sprüche ohne Bibelbezug, etwa aus Büchern oder Liedern, kannst du gern auf die Einladung oder ins Fotoalbum schreiben. Für den Gottesdienst und die Urkunde nehmen die meisten Pfarreien einen Bibelvers. Frag im Zweifel einfach nach. Wer ein ganzes Gebet für das Kind sucht, findet Anregungen bei unseren Segensgebeten.

Wie finde ich den passenden Taufspruch?

Der beste Taufspruch ist nicht der schönste, sondern der, zu dem ihr eine Verbindung habt. Diese Schritte helfen dabei.

  1. Frag dich, was du wünschstSchutz, Liebe, Mut, Freude? Schreib ein Wort auf, das du deinem Kind für sein Leben mitgeben willst. Dann such in der passenden Gruppe oben.
  2. Lies den ZusammenhangÖffne die Stelle über den Link und lies ein paar Verse davor und danach. Manchmal klingt ein Satz allein anders als im Ganzen.
  3. Sprich lautEin Taufspruch wird vorgelesen. Sag ihn ein paarmal laut. Wenn du dabei stolperst, nimm eine kürzere Fassung.
  4. Bezieh die Paten einOft gestalten die Paten die Kerze. Wer als Taufpate den Spruch mit aussucht, hat später einen guten Anlass, mit dem Kind darüber zu reden.
  5. Sag es der PfarreiNenn den Vers im Taufgespräch mit deiner Pfarrei. Dann kann er in der Feier vorkommen und in die Urkunde eingetragen werden.

Wo der Taufspruch überall hinkommt

Taufkerze. Hier ist der Platz knapp. Nimm einen Vers mit höchstens zwei Sätzen und schreib die Stelle dazu. Die Zitate auf dieser Seite stehen in der Rechtschreibung von 1912. Auf Kerze und Karte darfst du natürlich „dass“ statt „daß“ schreiben.

Gottesdienst. In vielen Feiern liest jemand den Taufspruch vor, oft beim Entzünden der Kerze oder nach der Taufe. Wer auch eigene Fürbitten beitragen will, findet Vorlagen bei den Fürbitten zur Taufe. Achte darauf, dass Spruch und Fürbitten sich nicht wiederholen.

Karten und Erinnerungen. Einladung, Dankeskarte, ein Bild fürs Kinderzimmer. Hier hast du die meisten Freiheiten, auch für modernere Formulierungen.

Was ein Taufspruch später bedeuten kann

Ein Baby versteht seinen Taufspruch nicht. Das ist auch nicht der Punkt. Der Spruch wartet. Irgendwann liest das Kind ihn auf der alten Kerze und fragt, was das heißt.

Viele Jugendliche entdecken ihren Taufspruch bei der Firmung neu. Dort sagen sie selbst Ja zu dem, was bei der Taufe für sie versprochen wurde. Manche wählen dann bewusst einen eigenen Vers dazu. Wer die Bibel dahinter besser kennenlernen will, findet einen Einstieg in unserem Text über die Bibel.

Ein Satz aus der Bibel ist kein Glücksbringer. Er ist ein Versprechen, das jemand anders gegeben hat.

Genau deshalb trägt er. Such ihn mit Ruhe aus, schreib ihn gut lesbar auf und erzähl deinem Kind später, warum ihr euch dafür entschieden habt. Und wenn du selbst getauft bist und deinen Spruch nicht kennst: Frag im Pfarrbüro nach. Es kann gut sein, dass dort seit Jahren ein Satz für dich steht.

Häufige Fragen

Was ist der beliebteste Taufspruch?

Eine offizielle Statistik gibt es nicht. In Sammlungen und auf Taufkerzen taucht aber kaum ein Vers so oft auf wie Psalm 91,11: Gott hat seinen Engeln befohlen, dich auf allen deinen Wegen zu behüten. Ähnlich häufig gewählt werden Jesaja 43,1 („Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein“), der Segen aus Numeri 6,24–26 und 1 Korinther 13,13 über Glaube, Hoffnung und Liebe.

Muss ein Taufspruch aus der Bibel sein?

Für die Taufe selbst ist ein Taufspruch gar nicht vorgeschrieben, weder katholisch noch evangelisch. Wenn er im Gottesdienst vorgelesen oder in die Taufurkunde eingetragen werden soll, nehmen fast alle Pfarreien einen Bibelvers. Ein Zitat aus einem Roman oder Lied passt eher auf die Einladungskarte oder ins Fotoalbum. Sprich im Taufgespräch ab, was in eurer Feier möglich ist.

Wer sucht den Taufspruch aus?

Meist die Eltern, oft zusammen mit den Paten. Es gibt keine feste Regel. Manche Familien bitten auch die Patin oder den Paten, den Spruch allein auszusuchen und auf die Taufkerze zu bringen. Wird ein Jugendlicher oder Erwachsener getauft, wählt er seinen Vers selbst. Wichtig ist nur, dass der Spruch rechtzeitig vor dem Taufgespräch feststeht, wenn er in der Feier vorkommen soll.

Gibt es Taufsprüche speziell für Mädchen oder Jungen?

Nein. Fast alle Bibelverse sprechen einfach ein Du an und passen für jedes Kind. Einige Verse klingen im alten Wortlaut männlich, etwa „Du bist mein lieber Sohn“ aus der Taufe Jesu (Markus 1,11). Für ein Mädchen kannst du so einen Vers in eigenen Worten schreiben: „Du bist mein geliebtes Kind.“ Dann gibst du die Stelle an, damit klar ist, woher der Gedanke kommt.

Wie lang darf ein Taufspruch auf der Taufkerze sein?

Ein bis zwei Sätze, höchstens etwa 25 Wörter. Auf der Kerze ist wenig Platz, und die Schrift soll auch nach Jahren noch lesbar sein. Bei langen Versen wie Römer 8,38–39 nimm nur den Kern. Die Stellenangabe gehört immer dazu, zum Beispiel „Psalm 121,8“. So kann das Kind den Vers später selbst in der Bibel nachschlagen.

Welche Bibelübersetzung nimmt man für den Taufspruch?

In katholischen Gottesdiensten wird die Einheitsübersetzung gelesen, in evangelischen meist die Lutherbibel in der Fassung von 2017. Für Karte und Kerze darfst du wählen, welcher Wortlaut dir am besten gefällt. Die Zitate auf dieser Seite stammen aus der Lutherbibel von 1912, weil sie frei verwendbar ist. Über die Links bei jeder Stelle findest du die Einheitsübersetzung zum Vergleich.

Kann man einen Taufspruch nachträglich herausfinden?

Ja, wenn er aufgeschrieben wurde. In evangelischen Gemeinden steht der Taufspruch üblicherweise im Kirchenbuch und in der Taufurkunde. In katholischen Pfarreien trägt der Pfarrer ihn auf Wunsch in die Urkunde ein. Frag im Pfarrbüro der Gemeinde nach, in der du getauft wurdest. Hilfreich sind dein Taufdatum und der Name, den du bei der Taufe hattest.

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