Zum Inhalt

Katechismus

12 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Weihe und Ehe. Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, durch das Gott wirklich etwas schenkt, von Christus eingesetzt und der Kirche anvertraut. Die sieben begleiten das ganze Leben: Anfang im Glauben, Heilung in Schuld und Krankheit, Dienst an anderen.

Steckbrief

AnzahlSieben, verbindlich festgehalten vom Konzil von Trient (1547)
Was es istWirksames Zeichen der Gnade, von Christus eingesetzt (KKK 1131)
Drei GruppenInitiation · Heilung · Dienst an der Gemeinschaft
Nur einmal im LebenTaufe, Firmung, Weihe
Wer spendetMeist Bischof oder Priester; bei der Ehe die Brautleute selbst
Im KatechismusKKK 1113–1134 und 1210–1666
Inhalt

Taufe, Kommunion, Firmung, Hochzeit: Die meisten kennen diese Feiern von Familienfesten, auch wenn sie selbst nie in einer Kirche waren. Weniger bekannt ist, dass die katholische Kirche genau sieben solcher Feiern als Sakramente zählt und dass zwei davon kaum jemand auf dem Schirm hat.

Hier findest du die sieben Sakramente auf einen Blick: was ein Sakrament überhaupt ist, was jedes einzelne bedeutet, wer es spendet und wie oft man es empfängt. Zu jedem Sakrament gibt es eine eigene Seite, wenn du tiefer einsteigen willst.

Was ist ein Sakrament?

Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, durch das Gott wirklich etwas schenkt. Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) sagt es so: Sakramente sind „von Christus eingesetzte und der Kirche anvertraute wirksame Zeichen der Gnade“ (KKK 1131).

In dieser Definition steckt dreierlei. Erstens ein Zeichen: Wasser, Öl, Brot und Wein, aufgelegte Hände, ein gegebenes Wort. Zweitens die Wirkung: Das Zeichen zeigt etwas, und es bewirkt, was es zeigt. Das Wasser der Taufe steht für Reinigung und neues Leben, und nach katholischem Glauben geschieht genau das. Drittens der Ursprung: Die Kirche hat sich die Sakramente nicht ausgedacht, sie gehen auf Jesus zurück (KKK 1114).

Was da geschenkt wird, nennt die Kirche Gnade. Gemeint ist keine Sache, sondern Gottes Nähe und sein Leben in dir. Er macht dich stärker, als du allein bist.

Das Wort selbst kommt vom lateinischen „sacramentum“, das mit „sacer“, heilig, zusammenhängt. Die frühen Christen übersetzten damit das griechische „mysterion“, Geheimnis. Die Ostkirchen sprechen bis heute von Mysterien. Beide Wörter treffen etwas: Ein Sakrament ist greifbar und bleibt doch ein Geheimnis.

Die sieben Sakramente im Überblick

Die sieben Sakramente sind Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße (Beichte), Krankensalbung, Weihe und Ehe (KKK 1210). Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.

Sakrament Sichtbares Zeichen Wer spendet Wie oft
Taufe Wasser und Taufformel Priester, Diakon, Bischof; im Notfall jeder einmal
Firmung Handauflegung, Salbung mit Chrisam Bischof, mit Erlaubnis auch Priester einmal
Eucharistie Brot und Wein Priester oder Bischof oft, auch täglich
Beichte Bekenntnis und Lossprechung Priester oder Bischof so oft du willst
Krankensalbung Salbung mit Krankenöl, Gebet Priester oder Bischof bei schwerer Krankheit, wiederholbar
Weihe Handauflegung und Weihegebet Bischof einmal je Weihestufe
Ehe Ja-Wort vor der Kirche die Brautleute einander einmal, solange beide leben

Warum gibt es genau sieben Sakramente?

Die Kirche sagt, dass sie die sieben nicht erfunden, sondern im Lauf der Jahrhunderte erkannt hat (KKK 1117). Ähnlich wie bei der Frage, welche Bücher in die Bibel gehören, brauchte es Zeit, bis klar war, welche Feiern im eigentlichen Sinn Sakramente sind.

Gefeiert wurden sie von Anfang an. Taufe und Herrenmahl stehen schon im Neuen Testament, ebenso die Handauflegung, die Salbung von Kranken und die Vergebung von Sünden. Als feste Liste von sieben tauchen sie im 12. Jahrhundert bei Theologen auf. Das Zweite Konzil von Lyon bekannte sich 1274 zur Siebenzahl. Verbindlich festgelegt hat sie das Konzil von Trient am 3. März 1547, als Antwort auf die Reformation.

Warum gerade diese sieben? Der Katechismus greift ein Bild von Thomas von Aquin auf: Die Sakramente begleiten das Leben so, wie ein Mensch natürlich lebt (KKK 1210). Du wirst geboren, wächst, isst, wirst krank und gesund, übernimmst Verantwortung für andere. Für jede dieser Stufen gibt es ein Sakrament.

Die drei Gruppen: Anfang, Heilung, Dienst

Der Katechismus ordnet die sieben Sakramente in drei Gruppen (KKK 1211). Wer die Gruppen kennt, versteht auch, wie die Sakramente zusammenhängen.

Sakramente der Initiation: Taufe, Firmung, Eucharistie. Initiation heißt Einführung. Diese drei legen das Fundament des christlichen Lebens (KKK 1212). Die Taufe schenkt neues Leben, die Firmung stärkt es, die Eucharistie nährt es. Erst mit allen dreien ist jemand ganz in die Kirche aufgenommen.

Sakramente der Heilung: Beichte und Krankensalbung. Das neue Leben ist zerbrechlich. Menschen werden schuldig, sie werden krank. Für beides hat Jesus, den der Katechismus „Arzt unserer Seelen und unserer Leiber“ nennt, der Kirche ein Sakrament gegeben (KKK 1421).

Sakramente des Dienstes: Weihe und Ehe. Diese beiden sind auf andere ausgerichtet (KKK 1534). Wer geweiht wird, dient der Gemeinde. Wer heiratet, lebt für einen anderen Menschen und oft für Kinder. Beide Wege sind Berufungen, keine Karrieren.

Die sieben Sakramente einzeln erklärt

Taufe: der Anfang von allem

Die Taufe ist das erste Sakrament und die Tür zu allen anderen. Wer getauft wird, gehört zu Christus und zur Kirche, alle Schuld wird vergeben. Getauft wird mit Wasser, das über den Kopf gegossen wird, und den Worten „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. So hat Jesus es seinen Jüngern aufgetragen (Mt 28,19). Die meisten werden als Baby getauft, Erwachsene können es jederzeit. Wie die Feier abläuft und was Eltern vorbereiten, steht im Artikel zur Taufe mit Ablauf und Vorbereitung. Wer Pate werden soll, liest nach, was ein Taufpate tun muss.

Firmung: gestärkt im Heiligen Geist

Die Firmung vollendet die Taufe. Der Bischof legt die Hand auf, salbt die Stirn mit Chrisam, einem geweihten Öl, und sagt: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ (KKK 1300). Schon die Apostel legten Getauften die Hände auf, damit sie den Geist empfingen (Apg 8,17). In Deutschland wird man meist im Jugendalter gefirmt, das genaue Alter legt jedes Bistum fest. Worum es dabei geht und wie du dich vorbereitest, liest du unter Firmung: Bedeutung und Ablauf.

Eucharistie: Brot für den Weg

In der Eucharistie ist Jesus Christus nach katholischem Glauben unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig. Er hat sie beim letzten Abendmahl eingesetzt (Lk 22,19). Gefeiert wird sie in jeder Messe. Anders als Taufe und Firmung ist sie zum wiederholten Empfangen da, die Kirche empfiehlt sie sogar täglich (KKK 1389). Was dabei geschieht, erklärt der Artikel Was ist die Eucharistie?. Wie Kinder zum ersten Mal zur Kommunion gehen, steht bei der Erstkommunion rund um den Weißen Sonntag.

Beichte: neu anfangen dürfen

Die Beichte heißt offiziell Sakrament der Buße und der Versöhnung. Du sprichst vor einem Priester aus, was du falsch gemacht hast, und er spricht dich im Namen Gottes los. Jesus gab den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu vergeben (Joh 20,23). Der Priester darf nichts von dem, was er hört, weitererzählen, niemals. Du kannst so oft beichten, wie du willst. Wie das konkret geht und was man sagt, zeigt die Seite Beichte mit Ablauf und Beispielen.

Krankensalbung: Kraft in schwerer Zeit

Die Krankensalbung ist für Menschen, die schwer krank oder durch das Alter geschwächt sind. Der Priester betet, legt die Hände auf und salbt Stirn und Hände mit Krankenöl. Schon der Jakobusbrief beschreibt, dass die Ältesten der Gemeinde Kranke mit Öl salben und für sie beten (Jak 5,14). Früher hieß sie „Letzte Ölung“, und viele verbinden sie bis heute nur mit dem Sterbebett. Die Kirche sagt ausdrücklich: Der richtige Zeitpunkt ist schon da, wenn jemand wegen Krankheit oder Alter in Lebensgefahr gerät, auch vor einer schweren Operation (KKK 1514–1515). Mehr dazu unter Krankensalbung: wann und wie.

Weihe: in den Dienst genommen

Die Weihe ist das Sakrament, durch das Männer zu Diakonen, Priestern oder Bischöfen werden. Weil es dazu keine eigene Seite gibt, steht hier etwas mehr.

Drei Stufen. Die Weihe hat drei Stufen: Diakon, Priester, Bischof (KKK 1554). Der Diakon tauft, predigt, traut Paare und kümmert sich besonders um Menschen in Not. Der Priester feiert die Messe, hört die Beichte und spendet die Krankensalbung. Der Bischof hat die Fülle des Sakraments und leitet ein Bistum. Nur er darf weihen (KKK 1576).

Wie eine Weihe abläuft. Die Weihe findet in einer Messe statt, meist im Dom. Der wesentliche Moment ist still: Der Bischof legt dem Kandidaten schweigend die Hände auf den Kopf und spricht dann das Weihegebet (KKK 1573). Vorher liegen die Kandidaten ausgestreckt auf dem Boden, während alle die Allerheiligenlitanei singen. Schon Paulus erinnert seinen Mitarbeiter Timotheus an die Gnade, die er durch die Handauflegung empfangen hat (2 Tim 1,6).

Wer geweiht werden kann. Gültig geweiht werden kann nach katholischem Recht nur ein getaufter Mann (KKK 1577). Die Kirche begründet das damit, dass Jesus Männer als Apostel gewählt hat, und sieht sich daran gebunden. In der lateinischen Kirche leben Priester und Bischöfe zölibatär, also ehelos. Verheiratete Männer können Ständige Diakone werden (KKK 1579). In den katholischen Ostkirchen dürfen auch verheiratete Männer Priester werden (KKK 1580).

In Deutschland wird über beides offen gestritten, über den Zölibat und über die Weihe von Frauen. Viele Katholiken wünschen sich Änderungen. Papst Johannes Paul II. hat 1994 erklärt, die Kirche habe „keinerlei Vollmacht“, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und diese Entscheidung sei endgültig. Das ist die geltende Lehre. Beides gehört zur ehrlichen Beschreibung dieses Sakraments.

Für immer. Wie Taufe und Firmung prägt die Weihe ein bleibendes Siegel ein. Ein Priester kann von seinen Aufgaben entbunden werden, aber er wird nie wieder im eigentlichen Sinn Laie (KKK 1583).

Ehe: ein Bund, den Gott mitträgt

Bei der kirchlichen Trauung versprechen sich Mann und Frau lebenslange Treue. Das Besondere: Nicht der Priester spendet das Sakrament, sondern die Brautleute einander, indem sie vor der Kirche Ja sagen (KKK 1623). Priester oder Diakon sind Zeugen und segnen. Jesus sagt, dass der Mensch nicht trennen soll, was Gott verbunden hat (Mt 19,6). Deshalb gilt eine gültig geschlossene und vollzogene Ehe unter Getauften als unauflöslich (KKK 1640). Was das praktisch heißt und wie eine Trauung abläuft, steht bei der kirchlichen Trauung und der katholischen Ehe.

Wie wirkt ein Sakrament? Kein Zauber, kein Automat

Ein Sakrament wirkt, weil Christus darin handelt, nicht weil der Priester besonders heilig ist. Die Kirche sagt dazu mit einem lateinischen Ausdruck: Sakramente wirken „ex opere operato“, durch die vollzogene Handlung (KKK 1128). Wenn ein Priester eine Taufe gültig spendet, bist du getauft, auch wenn er selbst ein schlechter Mensch ist.

Das ist ein starker Gedanke. Deine Taufe hängt nicht davon ab, wer dich getauft hat. Gott bindet seine Treue nicht an menschliche Schwächen.

Ein Sakrament ist aber auch kein Zauber. Der Katechismus sagt im selben Atemzug: Die Früchte hängen auch davon ab, wie du es empfängst (KKK 1128). Ein Geschenk, das du nicht auspackst, verändert nichts. Wer zur Firmung geht, nur weil die Oma sich freut, ist trotzdem gefirmt. Was daraus wächst, liegt auch an ihm.

Und noch etwas stellt die Kirche klar: Gott hat das Heil an die Taufe gebunden, er selbst ist aber nicht an seine Sakramente gebunden (KKK 1257). Wer nie getauft wurde, ist deshalb nicht automatisch verloren.

Sakramente bei Katholiken, Evangelischen und Orthodoxen

Die evangelischen Kirchen kennen zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Martin Luther zählte anfangs auch die Beichte dazu, zweifelte aber selbst daran, ob sie ein eigenes Sakrament ist. Für ihn war ein Sakrament nur, was Jesus ausdrücklich eingesetzt und mit einem sichtbaren Zeichen verbunden hat.

Das heißt nicht, dass Evangelische nicht konfirmieren, heiraten oder Kranke segnen. Sie tun das alles, nur verstehen sie diese Feiern nicht als Sakrament. Die Taufe erkennen Katholiken und die großen evangelischen Kirchen in Deutschland gegenseitig an. Wer evangelisch getauft ist und katholisch wird, wird also nicht noch einmal getauft. Mehr zu den Unterschieden findest du unter katholisch und evangelisch im Vergleich.

Die orthodoxen Kirchen sprechen von heiligen Mysterien. Meist zählen sie ebenfalls sieben, sehen die Zahl aber weniger streng als die katholische Kirche. Inhaltlich liegen Katholiken und Orthodoxe hier sehr nah beieinander.

Sakrament oder Sakramentale: Was ist der Unterschied?

Ein Kreuzzeichen mit Weihwasser, die Segnung eines Hauses, das Aschekreuz: Das sind keine Sakramente, sondern Sakramentalien. So nennt die Kirche heilige Zeichen, die sie selbst eingeführt hat und die auf die Sakramente vorbereiten (KKK 1667).

Der Unterschied liegt im Ursprung und in der Wirkung. Sakramente gehen auf Christus zurück und wirken aus sich heraus. Sakramentalien wirken durch das Gebet der Kirche (KKK 1670). An erster Stelle unter den Sakramentalien steht der Segen (KKK 1671). Und den dürfen in vielen Fällen auch Laien sprechen, also Menschen ohne Weihe: Eltern, die ihre Kinder segnen, zum Beispiel (KKK 1669).

Sakramente in Thüringen: wenn du nicht getauft bist

In Thüringen sind rund sieben Prozent der Menschen katholisch, die Mehrheit gehört keiner Kirche an. Viele junge Leute hier sind nie getauft worden. Wenn du dazugehörst und dich fragst, ob die Sakramente auch für dich offen sind: Ja.

Die Kirche nimmt Erwachsene nicht in drei Etappen auf wie Kinder. Wer sich als Erwachsener taufen lässt, empfängt Taufe, Firmung und Eucharistie meist in einer einzigen Feier, oft in der Osternacht (KKK 1233). Davor steht eine Vorbereitungszeit, das Katechumenat. Sie dauert in der Regel mehrere Monate, und du gehst sie nicht allein.

Niemand wird dich dazu überreden. Den ersten Schritt musst du gehen. Wie der Weg aussieht, steht unter katholisch werden: so geht es. Und wenn du nur mal mit jemandem reden willst, findest du im Verzeichnis der Gemeinden in Thüringen eine Pfarrei in deiner Nähe.

Was die Sakramente für dich bedeuten können

Man kann die sieben Sakramente als Pflichtprogramm sehen, das man abhakt. Taufe erledigt, Kommunion erledigt, Firmung erledigt. Viele machen genau das und hören danach auf.

Das ist schade, denn die Sakramente sind für die Zeit danach gedacht. Sie sind Gottes Art zu sagen: Ich bin kein bloßer Gedanke. Ich komme in deinen Körper, in deine Schuld, in deine Krankheit, in deine Beziehungen. Greifbar, mit Wasser, Öl und Brot.

  1. Frag nach, was du schon hastBist du getauft? Gefirmt? Wenn du es nicht weißt, frag deine Eltern oder das Pfarrbüro, in dem du getauft wurdest. Dort steht es im Taufbuch.
  2. Geh einmal bewusst zur MesseNicht als Pflicht, sondern um zu sehen, was dort passiert. Du musst nicht zur Kommunion gehen, zuschauen ist erlaubt.
  3. Probier die Beichte ausWenn dich etwas belastet, ist sie der direkteste Weg, es loszuwerden. Du sprichst aus, was dich belastet, und hörst, dass es vergeben ist.
  4. Hol nach, was fehltUngefirmt mit 20 oder 30? Das ist kein Problem. Viele Bistümer bieten Firmkurse für Erwachsene an. Frag in deiner Pfarrei.
  5. Such dir Leute, die mitgehenGlaube ist schwer allein. In der Runde für junge Leute in Thüringen kannst du Fragen stellen, auch solche, die du dich sonst nicht traust.

Du musst nicht alles verstehen, um anzufangen. Die Sakramente sind kein Abschluss für die, die schon fertig sind. Sie sind Proviant für alle, die noch unterwegs sind.

Häufige Fragen

Welche Sakramente kann man nur einmal empfangen?

Taufe, Firmung und Weihe. Sie prägen nach katholischer Lehre ein unauslöschliches Siegel ein, das sogenannte Merkmal oder den Charakter (KKK 1121). Wer getauft ist, bleibt getauft, auch nach einem Kirchenaustritt. Deshalb wird jemand, der aus einer anderen Kirche gültig getauft katholisch wird, nicht noch einmal getauft. Die Ehe ist grundsätzlich auch einmalig, kann aber nach dem Tod des Ehepartners neu geschlossen werden. Eucharistie, Beichte und Krankensalbung sind wiederholbar.

Welches ist das wichtigste Sakrament?

Das hängt davon ab, was du mit wichtig meinst. Die Taufe ist die Tür: Ohne sie kann man kein anderes Sakrament empfangen. Die Eucharistie nennt der Katechismus aber das „Sakrament der Sakramente“, weil alle anderen auf sie hingeordnet sind (KKK 1211). Man kann also sagen: Die Taufe ist das grundlegende Sakrament, die Eucharistie das zentrale.

In welcher Reihenfolge empfängt man die Sakramente?

In Deutschland meist so: Taufe als Baby, Erstkommunion mit etwa acht oder neun Jahren, davor die erste Beichte, Firmung im Jugendalter. Ehe oder Weihe kommen später, die Krankensalbung, wenn jemand schwer krank oder alt ist. Theologisch ist die Reihenfolge eigentlich Taufe, Firmung, Eucharistie. So empfangen es Erwachsene, die sich taufen lassen, und so ist es in den Ostkirchen auch bei Kindern üblich.

Kann ein Mensch alle sieben Sakramente empfangen?

Ja, das geht, ist aber selten. In der lateinischen Kirche schließen sich Ehe und Priesterweihe normalerweise aus, weil Priester zölibatär leben. Ein verheirateter Mann kann aber Ständiger Diakon werden und empfängt damit die Weihe. Auch ein Witwer kann später Priester werden. Wer dann noch die Krankensalbung empfängt, hat alle sieben Sakramente erhalten.

Kann jemand, der kein Priester ist, ein Sakrament spenden?

Ja, in zwei Fällen. Bei der Ehe spenden sich die Brautleute das Sakrament gegenseitig, der Priester oder Diakon ist Zeuge im Namen der Kirche (KKK 1623). Und im Notfall, etwa bei Lebensgefahr, darf jeder Mensch taufen, sogar jemand, der selbst nicht getauft ist. Er muss nur wollen, was die Kirche bei der Taufe tut, Wasser über den Kopf gießen und die Taufformel sprechen (KKK 1256).

Hat die Taufe noch Gültigkeit, wenn man aus der Kirche austritt?

Ja. Der Kirchenaustritt in Deutschland ist eine Erklärung gegenüber dem Staat, meist beim Standesamt oder Amtsgericht. Er hat Folgen für die Kirchensteuer und für die Teilnahme am kirchlichen Leben. Die Taufe selbst kann er nicht rückgängig machen, weil sie nach katholischer Lehre ein bleibendes Siegel ist. Wer später zurückkehren will, wird deshalb nicht neu getauft, sondern wieder aufgenommen.

Gibt es eine Merkhilfe für die sieben Sakramente?

Hilfreich ist, sie wie ein Leben zu lesen. Am Anfang stehen Taufe, Firmung und Eucharistie: geboren werden, gestärkt werden, genährt werden. Dann kommen Beichte und Krankensalbung, wenn etwas kaputtgeht: Schuld und Krankheit. Zuletzt Weihe und Ehe, die zwei Lebenswege, auf denen man sich für andere einsetzt. Der Katechismus selbst nutzt dieses Bild vom natürlichen Leben (KKK 1210).

Weiterlesen

Aus dem gleichen Thema.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.