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Kirchenjahr

14 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Sie feiern, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz von Gott auferweckt wurde und lebt. Das Fest beginnt in der Osternacht, fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond und dauert als Osterzeit fünfzig Tage bis Pfingsten. 2027 ist Ostersonntag am 28. März.

Steckbrief

Fest derAuferstehung Jesu Christi
Ostersonntag2026: 5. April · 2027: 28. März · 2028: 16. April
Ostermontag2027: 29. März
TerminSonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, frühestens 22. März, spätestens 25. April
Osterzeit 202728. März bis Pfingsten am 16. Mai 2027 (50 Tage)
Liturgische FarbeWeiß
Feiertag in ThüringenJa, Karfreitag und Ostermontag. Ostersonntag ist als Sonntag ohnehin arbeitsfrei
Biblische TexteMt 28, Mk 16, Lk 24, Joh 20–21, 1 Kor 15
BräucheOsterfeuer, Osterkerze, Ostereier, Osterhase, Osterlamm, Emmausgang
Inhalt

Schokohasen stehen gefühlt schon im Februar im Supermarkt, dann kommen ein paar freie Tage, Eiersuchen, vielleicht ein Familienessen. Viele wissen, dass Ostern irgendwie mit Jesus zu tun hat. Was genau gefeiert wird, bleibt oft unscharf.

Dabei ist die Bedeutung von Ostern schnell gesagt und schwer zu verdauen: Christen glauben, dass ein Mann, der hingerichtet und begraben wurde, drei Tage später lebte. Hier liest du, was das heißt, was die Bibel erzählt, wie das wechselnde Datum zustande kommt, was in der Osternacht passiert und woher Osterfeuer, Eier und Hase kommen. Einige der Spuren führen nach Thüringen.

Ostern: Was ist die Bedeutung?

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu. Christen feiern, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz nicht im Grab geblieben ist, sondern von Gott zu einem neuen Leben auferweckt wurde.

Der Katechismus der Katholischen Kirche nennt Ostern „das Fest der Feste“ (KKK 1169). Es ist älter als Weihnachten und wichtiger. Jeder Sonntag ist im Kern ein kleines Ostern: Christen versammeln sich am ersten Tag der Woche, weil an diesem Tag das Grab leer war (KKK 1166–1167).

Die Kirche spricht vom Ostergeheimnis oder Pascha-Mysterium. Gemeint ist, dass Tod und Auferstehung zusammengehören. Durch seinen Tod befreit Christus von der Sünde, durch seine Auferstehung öffnet er den Weg zu einem neuen Leben (KKK 654). Deshalb feiert die Kirche nicht nur den Ostersonntag, sondern drei Tage am Stück: vom Abendmahl am Gründonnerstag über den Tod am Kreuz bis zum leeren Grab.

Woher kommt das Wort Ostern?

Ganz sicher weiß das niemand. Der englische Mönch Beda Venerabilis schrieb im 8. Jahrhundert, der Name gehe auf eine angelsächsische Frühlingsgöttin namens Eostre zurück. Ob es sie wirklich gab, ist umstritten. Außer bei Beda taucht sie in keiner Quelle auf. Jacob Grimm hielt sie im 19. Jahrhundert für echt, viele Forscher sind heute skeptischer.

Wahrscheinlicher ist ein Zusammenhang mit dem alten Wort für Morgenröte, verwandt mit dem lateinischen „aurora“, oder mit der Himmelsrichtung Osten, wo die Sonne aufgeht. Beides passt: Die Frauen kamen frühmorgens zum Grab. In den meisten anderen Sprachen heißt das Fest nach dem jüdischen Pessach, etwa „Pâques“ im Französischen oder „Pasqua“ im Italienischen.

Warum feiern Christen Ostern?

Weil an der Auferstehung alles hängt. Paulus schreibt ohne Umschweife: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (Luther 1912, 1 Kor 15,14).

Ohne Ostern wäre Jesus ein beeindruckender Lehrer, der gescheitert ist. Mit Ostern bestätigt Gott alles, was Jesus gesagt und getan hat (KKK 651). Die Kirche liest die Auferstehung auch als Beweis dafür, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist (KKK 653).

Dazu kommt ein zweiter Grund, der dich direkt betrifft. Der Katechismus nennt die Auferstehung Jesu „Ursache und Urgrund unserer künftigen Auferstehung“ (KKK 655). Ostern ist also kein Einzelfall. Es ist ein Versprechen für alle, die sterben. Was Christen über das Leben nach dem Tod hoffen, liest du im Artikel Was passiert nach dem Tod?.

Das ist ein großer Anspruch. Die Kirche sagt ausdrücklich, dass es um ein wirkliches Ereignis geht, nicht nur um ein schönes Bild für Hoffnung (KKK 639, 643). Ob man das glauben kann und was historisch dafür spricht, prüft der Artikel Was ist die Auferstehung? Schritt für Schritt.

Was die Bibel über Ostern erzählt

Alle vier Evangelien erzählen vom leeren Grab und von Begegnungen mit dem Auferstandenen. Die Auferstehung selbst beschreibt keiner. Niemand war dabei, als es geschah (KKK 647).

Das leere Grab

Am Morgen nach dem Sabbat gehen Frauen zum Grab, um den Leichnam zu salben. Der Stein ist weggerollt, das Grab leer. Bei Lukas fragen zwei Männer in leuchtenden Gewändern: „Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier; er ist auferstanden“ (Luther 1912, Lk 24,5-6).

Bemerkenswert ist, wer zuerst davon erfährt. Es sind Frauen, deren Aussage vor Gericht damals wenig galt. Der Katechismus hält fest, dass sie selbst für die Apostel die ersten Botinnen der Auferstehung waren (KKK 641). Viele Ausleger sehen darin ein Zeichen, dass hier nichts geschönt wurde: Eine erfundene Geschichte hätte man anders erzählt.

Die Begegnungen

Maria von Magdala hält den Auferstandenen zuerst für den Gärtner. Erst als er sie beim Namen nennt, erkennt sie ihn (Joh 20,11-18). Zwei Jünger laufen enttäuscht nach Emmaus, ein Fremder geht mit ihnen und erklärt die Schrift. Sie erkennen ihn erst, als er das Brot bricht (Lk 24,13-35). Thomas will die Wunden sehen, bevor er irgendetwas glaubt (Joh 20,24-29).

Die Evangelien verschweigen den Zweifel nicht. Die Jünger halten Jesus für ein Gespenst und können es vor Freude nicht glauben (KKK 644). Das macht die Berichte glaubwürdiger, nicht schwächer.

Der älteste Text über Ostern stammt nicht aus den Evangelien, sondern von Paulus. Mitte der 50er-Jahre zählt er in einem Brief nach Korinth auf, wem der Auferstandene erschienen ist: Petrus, den Zwölf, mehr als fünfhundert Menschen auf einmal, Jakobus und zuletzt ihm selbst (1 Kor 15,3-8). Viele dieser Zeugen lebten damals noch.

Ostern und Pessach

Ostern hat jüdische Wurzeln. Jesus starb in Jerusalem in den Tagen des Pessachfestes, an dem Juden bis heute an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten erinnern (Ex 12).

Zu Pessach gehörte damals das Opferlamm. Die ersten Christen sahen in Jesus dieses Lamm. Paulus nennt Christus „unser Paschalamm“, das geopfert wurde (1 Kor 5,7). Wie Israel aus der Sklaverei in die Freiheit zieht, so führt Jesus aus dem Tod ins Leben. Daher kommt das Osterlamm, das bis heute als Kuchen auf vielen Tischen steht.

Wann ist Ostern? So wird das Datum berechnet

Ostern ist immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Darauf einigten sich die Kirchen auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 (KKK 1170). Für die Berechnung gilt als Frühlingsbeginn fest der 21. März, nicht der astronomische Termin.

Deshalb wandert das Fest. Der früheste mögliche Ostersonntag ist der 22. März, der späteste der 25. April. Alle anderen beweglichen Feste hängen daran: Aschermittwoch liegt 46 Tage vorher, Christi Himmelfahrt 39 Tage danach, Pfingsten 49 Tage danach.

Jahr Aschermittwoch Karfreitag Ostersonntag Pfingstsonntag
2026 18. Februar 3. April 5. April 24. Mai
2027 10. Februar 26. März 28. März 16. Mai
2028 1. März 14. April 16. April 4. Juni

Orthodoxe Christen feiern oft an einem anderen Tag. Sie rechnen mit dem alten julianischen Kalender, der heute 13 Tage hinter dem gregorianischen liegt, den Papst Gregor XIII. 1582 eingeführt hat. 2026 lag ihr Ostern am 12. April, 2027 ist es der 2. Mai. Die Kirchen in Ost und West suchen seit Langem nach einem gemeinsamen Termin (KKK 1170).

Die Osternacht: die wichtigste Feier des Jahres

Die Osternacht ist der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. Sie beginnt nach Einbruch der Dunkelheit am Abend des Karsamstags oder früh am Sonntagmorgen vor Sonnenaufgang.

Die Grundordnung des Kirchenjahres, das offizielle Regelwerk für den katholischen Festkalender, nennt sie mit einem Wort des Augustinus die „Mutter aller Vigilien“, aller nächtlichen Feiern. Sie muss wirklich in der Nacht gefeiert werden (Nr. 21). Den ganzen Tag davor ist die Kirche leer und still. Warum das so ist, erklärt der Artikel über den Karsamstag.

Die Osternacht hat vier Teile. Sie dauert meist zwei bis drei Stunden, und trotzdem kommt sie vielen kürzer vor als eine gewöhnliche Messe.

Lichtfeier

Draußen vor der Kirche brennt das Osterfeuer. Der Priester segnet es und bereitet die Osterkerze vor: Er zeichnet ein Kreuz, die griechischen Buchstaben Alpha und Omega für Anfang und Ende und die aktuelle Jahreszahl ein und steckt fünf Weihrauchkörner hinein, die an die Wunden Jesu erinnern. Dann wird die Kerze am Feuer entzündet.

Die Kirche drinnen ist völlig dunkel. Der Diakon trägt die Osterkerze hinein und singt dreimal „Lumen Christi“, „Christus, das Licht“. Nach und nach geben alle das Licht an ihre eigenen Kerzen weiter, bis der ganze Raum leuchtet. Dann folgt das Exsultet, ein langer Lobgesang auf diese Nacht. Darin heißt es, dass nur diese Nacht die Stunde kannte, in der Christus auferstand (KKK 647).

Wortgottesdienst

Jetzt wird erzählt, von der Schöpfung über Abraham und den Auszug aus Ägypten bis zu den Propheten. Bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament sind vorgesehen, mindestens drei. Es ist die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen, im Kerzenlicht.

Dann kommt der Umbruch. Das Gloria erklingt, und die Glocken, die seit dem Gründonnerstag geschwiegen haben, läuten wieder. Die Orgel spielt. Nach der Lesung aus dem Römerbrief über das neue Leben aus der Taufe (Röm 6,3-11) singt die Gemeinde zum ersten Mal seit Aschermittwoch wieder das Halleluja. 2027 ist das Evangelium der Osternacht der Bericht nach Markus von den Frauen am leeren Grab (Mk 16,1-7).

Tauffeier

Seit der Frühzeit der Kirche wurden in der Osternacht Erwachsene getauft. Das Taufwasser wird gesegnet, und wenn es Taufbewerber gibt, werden sie jetzt getauft. Alle anderen erneuern ihr eigenes Taufversprechen und werden mit dem neuen Wasser besprengt. Was in der Taufe passiert, erklärt der eigene Artikel.

Eucharistiefeier

Zum Schluss feiert die Gemeinde die Eucharistie, zum ersten Mal wieder seit dem Abendmahl am Gründonnerstag. Der Weg durch die drei Tage ist damit an sein Ziel gekommen. Wie eine Messe grundsätzlich abläuft, zeigt der Artikel über die Heilige Messe.

Ostersonntag und Ostermontag

Am Ostersonntag feiert die Kirche eine festliche Messe am Tag, das Evangelium erzählt vom Wettlauf der Jünger zum leeren Grab (Joh 20,1-9). In Rom spricht der Papst mittags auf dem Petersplatz den Segen „Urbi et orbi“, für die Stadt und den Erdkreis.

Der Ostermontag erinnert an die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Daher kommt der Emmausgang: Viele machen an diesem Tag einen Spaziergang oder eine kleine Wanderung, allein oder mit Familie und Freunden.

In Thüringen sind Karfreitag und Ostermontag gesetzliche Feiertage. Der Ostersonntag steht nicht eigens im Feiertagsgesetz, ist als Sonntag aber ohnehin geschützt. Der Karfreitag ist zusätzlich ein stiller Tag mit Einschränkungen für Veranstaltungen, mehr dazu im Artikel über den Karfreitag.

Die Osterzeit: 50 Tage feiern

Ostern dauert nicht einen Tag, sondern fünfzig. Die Osterzeit reicht vom Ostersonntag bis Pfingsten und wird gefeiert wie „ein einziger Festtag“ (Grundordnung Nr. 22). 2027 dauert sie vom 28. März bis zum 16. Mai.

Das liturgische Jahr setzt damit einen klaren Akzent. Die Fastenzeit davor dauert vierzig Tage, die Freude danach länger. Die Farbe ist durchgehend Weiß, und das Halleluja ist überall zu hören.

  • Osteroktav: Die ersten acht Tage ab Ostersonntag werden jeweils wie ein Hochfest gefeiert (Grundordnung Nr. 24).
  • Weißer Sonntag: Der Sonntag nach Ostern hat seinen Namen von den weißen Taufkleidern, die die in der Osternacht Getauften eine Woche lang trugen. In vielen Gemeinden ist er traditionell der Tag der Erstkommunion, 2027 der 4. April.
  • Christi Himmelfahrt: Am 40. Tag nach Ostern, einem Donnerstag, 2027 am 6. Mai.
  • Pfingsten: Am 50. Tag endet die Osterzeit mit dem Fest des Heiligen Geistes, 2027 am 16. Mai. Was dort gefeiert wird, liest du im Artikel über Pfingsten.

Die Osterkerze steht in dieser Zeit im Altarraum und brennt bei jedem Gottesdienst. Danach bekommt sie ihren Platz am Taufbecken. Bei jeder Taufe wird die Taufkerze an ihr entzündet, bei Beerdigungen steht sie am Sarg. So begleitet das Licht der Osternacht einen Menschen vom Anfang bis zum Ende.

Osterbräuche und woher sie kommen

Die meisten Osterbräuche verbinden zwei Dinge: den Frühling und das Ende der Fastenzeit. Manche haben einen klaren christlichen Kern, andere sind später dazugekommen.

Osterfeuer

Feuer auf Hügeln im Frühjahr gab es schon vor dem Christentum. Die Kirche hat das Bild aufgenommen und umgedeutet: Das Osterfeuer steht für Christus, der die Dunkelheit des Todes durchbricht. Vor der Kirche entzündet es die Osterkerze, auf Dorfplätzen und Wiesen ist es ein Treffpunkt am Osterabend.

Ostereier

In der Fastenzeit durften früher keine Eier gegessen werden. Die Hühner legten trotzdem weiter. Man kochte die Eier hart, damit sie hielten, und färbte sie, um alte von frischen zu unterscheiden. An Ostern war dann reichlich da. Außerdem wurden Abgaben an Grundherren oft in Eiern bezahlt, das Wort „Osterei“ meinte im 14. Jahrhundert genau so ein Zinsei.

Christen deuteten das Ei früh als Bild für das Grab: Von außen wirkt es tot, von innen bricht neues Leben hervor. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es eine kirchliche Segnung für Ostereier. In vielen Gegenden bringen Familien bis heute Körbe mit Eiern, Brot, Schinken und Salz zur Speisensegnung in die Kirche.

Osterhase

Der Hase kommt in keinem Evangelium vor. Zum ersten Mal schriftlich belegt ist er 1682 in einer Heidelberger Doktorarbeit über Ostereier. Dort heißt es, in Oberdeutschland, in der Pfalz und im Elsass erzähle man den Kindern, der Hase lege die Eier und verstecke sie im Garten.

Durchgesetzt hat er sich erst im 19. Jahrhundert. Industriell hergestellter Rübenzucker machte Schokoladenhasen billig. Vorher brachten regional ganz andere Tiere die Eier, in der Schweiz der Kuckuck, in Teilen Westfalens der Fuchs, in Thüringen der Storch.

Osterlachen

Im Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert brachten Prediger ihre Gemeinde in der Ostermesse mit einer lustigen Geschichte zum Lachen, vor allem in Süddeutschland. Das Osterlachen, lateinisch „risus paschalis“, sollte zeigen: Der Tod hat verloren, man darf ihn auslachen. Weil die Späße manchmal derb wurden, kritisierten Reformatoren und Bischöfe den Brauch. Einige Pfarrer greifen ihn heute wieder auf.

Ostern in Thüringen und im Eichsfeld

In Thüringen sind nur rund 7 Prozent der Menschen katholisch, die Mehrheit gehört keiner Konfession an. Ostern ist für viele ein Frühlingswochenende. Im katholisch geprägten Eichsfeld, wo fast zwei Drittel der Menschen katholisch sind, hat das Fest eine lange eigene Tradition.

Osterfeuer im Eichsfeld

Im Eichsfeld sammelten früher die Jungen im Dorf Holz und Stroh für das Osterfeuer auf den Hügeln. Man sang Oster- und Auferstehungslieder, in einigen Dörfern zogen junge Leute paarweise mit brennenden Strohfackeln durch die Nacht. Die Obrigkeit verbot die Feuer mehrmals, 1714, 1735, 1746 und 1779, wegen Schlägereien, Waldschäden und verbrannter Zäune. Die Eichsfelder zündeten sie trotzdem an.

Wie in vielen Gegenden Deutschlands kannte man auch das Osterwasser. Nach altem Volksglauben holten junge Frauen es in der Osternacht schweigend aus dem Bach, weil es schön machen sollte. Wer dabei sprach, verdarb die Wirkung.

Ein Höhepunkt des Eichsfelder Kirchenjahres liegt eine Woche vor Ostern: die große Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt, bei der Figuren aus der Leidensgeschichte durch die Stadt getragen werden.

Der Saalfelder Ostereierbaum

Weit über Thüringen hinaus bekannt wurde ein Apfelbaum in einem Saalfelder Garten. Volker Kraft und seine Familie hängten 1965 die ersten 18 Plastikeier daran. Jahr für Jahr kamen mehr dazu, 2012 waren es über 10.000 selbst bemalte Eier. 2015 schmückte die Familie den Baum zum letzten Mal. Seit 2016 führen ein Freundeskreis und die Stadt die Tradition an wechselnden Bäumen fort, seit 2021 an einem jungen Apfelbaum im Saalfelder Schlosspark.

Wenn du selbst eine Osternacht mitfeiern willst, findest du katholische Kirchen in deiner Nähe über unser Gemeindeverzeichnis. Die Uhrzeiten stehen bei den Pfarreien selbst.

Ostern Kindern erklären

Kinder fragen oft direkt, warum wir Ostern feiern, wenn doch Jesus gestorben ist. Diese fünf Sätze helfen beim Erklären.

Ostern für Kinder erklärt

  1. Jesus hat den Menschen von Gott erzählt, und viele hatten ihn sehr lieb.
  2. Aber manche Mächtige wollten ihn loswerden, und am Karfreitag ist Jesus am Kreuz gestorben.
  3. Seine Freunde haben ihn in ein Grab gelegt und waren sehr traurig.
  4. Am Sonntagmorgen kamen Frauen zum Grab, und es war leer: Jesus lebt, Gott hat ihn auferweckt.
  5. Darum feiern wir Ostern mit Licht und bunten Eiern, denn das Leben ist stärker als der Tod.

Gut funktioniert das mit einem Ei in der Hand. Es sieht aus wie ein Stein, aber innen steckt Leben. So ähnlich war das mit dem Grab.

Was Ostern heute bedeuten kann

Ostern verspricht nicht, dass nichts Schlimmes passiert. Vor dem Sonntag kommt der Freitag, und den überspringt niemand. Wer gerade einen Verlust verarbeitet, eine Trennung, ein Scheitern, weiß das genau.

Ostern sagt nicht, dass der Tod harmlos ist. Es sagt, dass er nicht das letzte Wort hat.

Das ist die härteste und zugleich hoffnungsvollste Aussage des ganzen Christentums. Du musst sie nicht sofort glauben. Aber sie verdient, dass du sie einmal ernsthaft prüfst, statt sie zwischen Schokohasen untergehen zu lassen.

  1. Geh einmal in die OsternachtSetz dich hinten hin, halte deine Kerze und erlebe, wie ein dunkler Raum hell wird. Du musst nichts können und nichts glauben, um dabei zu sein.
  2. Lies die Ostergeschichte selbstNimm dir zwanzig Minuten für Lk 24. Achte darauf, wie oft die Jünger zweifeln.
  3. Mach einen EmmausgangGeh am Ostermontag mit jemandem spazieren und sprich über etwas, das dich wirklich beschäftigt. Die Jünger haben Jesus erst unterwegs erkannt.
  4. Feier länger als einen TagDie Osterzeit dauert fünfzig Tage. Überleg dir eine kleine Sache, die dich bis Pfingsten daran erinnert, zum Beispiel ein Halleluja im Abendgebet.

Die Frauen am Grab hatten Angst, und sie gingen trotzdem los. Mehr brauchst du für den Anfang auch nicht. Den Rest zeigt der Weg.

Häufige Fragen

Wann ist Ostern 2027?

Ostersonntag ist 2027 am 28. März, Ostermontag am 29. März. Karfreitag fällt auf den 26. März, die Osternacht wird am Abend des 27. März gefeiert. Orthodoxe Christen feiern Ostern 2027 erst am 2. Mai, weil sie mit dem alten julianischen Kalender rechnen. 2028 ist Ostersonntag am 16. April.

Ist Ostersonntag ein gesetzlicher Feiertag?

In Thüringen nicht ausdrücklich. Das Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz nennt Karfreitag und Ostermontag als gesetzliche Feiertage, den Ostersonntag nicht. Weil er ein Sonntag ist, gilt aber ohnehin der Sonntagsschutz: Geschäfte bleiben zu, die meisten haben frei.

Warum ist Ostern jedes Jahr an einem anderen Datum?

Weil sich das Fest nach dem Mond richtet. Ostern ist immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond ab Frühlingsbeginn, den die Kirche auf den 21. März festlegt. Dahinter steht das jüdische Pessachfest, das nach einem Mondkalender gefeiert wird. Jesus starb in der Zeit dieses Festes. So wandert Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April.

Was ist der Unterschied zwischen Karfreitag und Ostern?

Am Karfreitag erinnern Christen an den Tod Jesu am Kreuz. Es ist ein stiller Trauertag ohne Messe. Ostern feiert, dass dieser Tod nicht das Ende war: Jesus ist auferstanden. Beide gehören zusammen. Von der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag bilden sie mit dem Karsamstag die drei österlichen Tage, den Höhepunkt des Kirchenjahres.

Was hat der Osterhase mit Ostern zu tun?

Mit der Bibel nichts. Der Hase als Eierbringer ist zum ersten Mal 1682 in einer Heidelberger Schrift über Ostereier belegt, als Brauch aus Oberdeutschland, der Pfalz und dem Elsass. Weit verbreitet wurde er erst im 19. Jahrhundert, als billiger Rübenzucker Schokoladenhasen möglich machte. In Thüringen brachte früher mancherorts der Storch die Eier.

Darf ich als Nichtchrist in die Osternacht gehen?

Ja. Gottesdienste sind öffentlich, niemand fragt am Eingang nach Taufe oder Glauben. Die Osternacht ist sogar ein guter Einstieg, weil sie mit Feuer, Kerzen und Dunkelheit viel zeigt, ohne dass man etwas wissen muss. Du kannst einfach dabei sein. Zur Kommunion gehst du nicht nach vorne, alles andere darfst du mitmachen.

Muss man als Katholik an Ostern in die Kirche?

Ja. Ostern ist ein Sonntag und der höchste Festtag, die Sonntagspflicht gilt also. Die Osternacht zählt dafür mit. Außerdem kennt die Kirche das Gebot, wenigstens in der österlichen Zeit die Kommunion zu empfangen (KKK 2042). Gemeint ist das als Mindestmaß, nicht als Kontrolle: Wer an die Auferstehung glaubt, soll das Fest nicht allein feiern.

Was sagt man sich an Ostern?

Der alte christliche Ostergruß lautet: „Christus ist auferstanden.“ Die Antwort heißt: „Er ist wahrhaft auferstanden.“ In orthodoxen Kirchen grüßt man sich so die ganze Osterzeit hindurch, auch viele Katholiken und Protestanten kennen ihn. Daneben ist einfach „Frohe Ostern“ üblich. Beides meint dasselbe: Diese Nachricht ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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