Zum Inhalt

Kirchenjahr

11 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Am Gründonnerstag erinnern Christen an den letzten Abend vor dem Tod Jesu: Er feierte mit seinen Jüngern das Abendmahl, wusch ihnen die Füße und betete danach in Todesangst am Ölberg, wo er verhaftet wurde. Mit der Abendmahlsmesse beginnen die drei österlichen Tage. 2027 ist Gründonnerstag am 25. März.

Steckbrief

Liturgischer NameMesse vom Letzten Abendmahl (lateinisch „Feria quinta in Cena Domini“)
TerminDonnerstag vor Ostern, drei Tage vor dem Ostersonntag
2026Donnerstag, 2. April 2026
2027Donnerstag, 25. März 2027
Liturgische FarbeWeiß
Feiertag in ThüringenNein. Religiöser Feiertag ohne Anspruch auf Freistellung von Schule oder Arbeit
BedeutungEinsetzung der Eucharistie, Gebot der dienenden Liebe, Beginn des Leidens Jesu
ZeichenFußwaschung, schweigende Glocken, leerer Altar, Ölbergstunde
Inhalt

Am Donnerstag vor Ostern wird es in katholischen Kirchen am Abend plötzlich still. Die Glocken läuten noch einmal mit voller Kraft, dann schweigen sie. Die Orgel hört auf. Am Ende wird der Altar leergeräumt, bis nur noch der nackte Stein oder das Holz zu sehen ist.

Das ist der Gründonnerstag. Er erinnert an den letzten Abend im Leben Jesu: ein Essen mit Freunden, eine Geste, die alle irritiert hat, und eine Nacht voller Angst. Was an diesem Abend passiert ist, woher der seltsame Name kommt und wie Christen den Tag heute feiern, steht hier der Reihe nach.

Was ist Gründonnerstag?

Gründonnerstag ist der Donnerstag in der Karwoche, der Tag vor Karfreitag. Christen erinnern an drei Dinge: das letzte Abendmahl, bei dem Jesus die Eucharistie einsetzte, die Fußwaschung und das Gebet am Ölberg, das mit seiner Verhaftung endete.

Mit dem Abendgottesdienst beginnt das, was die Kirche das Triduum nennt: die drei österlichen Tage von Gründonnerstagabend bis Ostersonntag. Sie gelten als der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. Zugleich endet an diesem Abend offiziell die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch begonnen hat.

Der Tag hat deshalb zwei Gesichter. Er ist ein Fest, weil Jesus seinen Freunden etwas geschenkt hat, das bis heute in jeder Messe gefeiert wird. Und er ist der Anfang vom Ende: Noch in derselben Nacht wird Jesus verraten und gefangen genommen.

Wann ist Gründonnerstag 2026 und 2027?

Gründonnerstag war 2026 am 2. April. 2027 fällt er auf Donnerstag, 25. März. Er liegt immer drei Tage vor dem Ostersonntag und wandert deshalb mit dem Ostertermin.

Jahr Palmsonntag Gründonnerstag Karfreitag Ostersonntag
2026 29. März 2. April 3. April 5. April
2027 21. März 25. März 26. März 28. März

Die Termine sind nach der Osterformel berechnet, ohne Gewähr.

Ein gesetzlicher Feiertag ist Gründonnerstag in Deutschland nirgends. Das Thüringer Feiertagsgesetz zählt ihn zu den religiösen Feiertagen, nimmt ihn aber ausdrücklich von der Freistellung aus, die es etwa an Allerheiligen gibt (§ 3 Abs. 3 ThürFGtG). Zu den besonders geschützten stillen Tagen gehört er ebenfalls nicht. Das ist in Thüringen erst der Karfreitag.

Warum heißt es Gründonnerstag?

Ganz sicher weiß das niemand. Belegt ist der Name seit dem frühen 13. Jahrhundert. Für seine Herkunft gibt es mehrere Erklärungen. Keine ist eindeutig bewiesen.

  • Greinen: Das althochdeutsche Wort „grīnan“ bedeutet weinen oder klagen. Aus einem „Klage-Donnerstag“ könnte im Volksmund „grüner Donnerstag“ geworden sein. Dagegen spricht, dass die Kirche den Abend nicht als Trauertag feiert, sondern in Weiß und mit Gloria.
  • Die Grünen: In der alten Kirche wurden Menschen, die wegen schwerer Schuld von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren, am Gründonnerstag wieder aufgenommen. Sie galten nach der Vergebung als wieder „grünes“, lebendiges Holz. Das Bild stammt aus dem Lukasevangelium (Lk 23,31).
  • Grünes Essen: Schon im Mittelalter aß man an diesem Tag grünes Gemüse und Kräuter. Ob der Brauch den Namen erklärt oder umgekehrt, ist offen.
  • Grüne Farbe: Regional könnte früher im Gottesdienst Grün getragen worden sein. Heute ist die liturgische Farbe Weiß.

Andere Sprachen sind nüchterner. Im Lateinischen heißt der Tag „Donnerstag beim Abendmahl des Herrn“, in den romanischen Sprachen „Heiliger Donnerstag“. Das englische „Maundy Thursday“ kommt vom lateinischen „mandatum“, Auftrag. Gemeint ist der Auftrag Jesu, einander zu lieben.

Was ist am Gründonnerstag passiert?

Die vier Evangelien erzählen den letzten Abend Jesu aus verschiedenen Blickwinkeln. Zusammen ergeben sie drei Szenen, die bis heute den Tag prägen.

Das letzte Abendmahl

Jesus ist mit seinen zwölf Aposteln in Jerusalem. Es ist die Zeit des jüdischen Paschafestes, an dem Juden an die Befreiung aus Ägypten erinnern. In einem Raum in der Stadt essen sie gemeinsam. Nach Matthäus, Markus und Lukas ist es das Paschamahl selbst, bei Johannes findet es am Abend davor statt. Wann genau, ist unter Fachleuten bis heute umstritten.

Während des Essens nimmt Jesus Brot, dankt, bricht es und gibt es den Jüngern. Er sagt, das sei sein Leib, der für sie hingegeben wird. Dann reicht er ihnen den Becher mit Wein und nennt ihn sein Blut, das Blut des Bundes. Und er trägt ihnen auf, das zu seinem Gedächtnis zu tun (Lk 22,14-20; Mt 26,26-29). Paulus schreibt diese Worte schon Mitte der 50er-Jahre auf, noch vor den Evangelien (1 Kor 11,23-26).

Die katholische Kirche sieht darin die Geburtsstunde der Eucharistie. Jesus nimmt beim Mahl vorweg, was am nächsten Tag am Kreuz geschieht: Er gibt sich selbst hin, freiwillig, für die Menschen (KKK 610–611, 1337–1340). Deshalb gilt der Gründonnerstag auch als Tag, an dem Jesus das Priestertum eingesetzt hat. Die Apostel sollen weitertun, was er an diesem Abend getan hat.

Mitten beim Essen kündigt Jesus an, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Judas verlässt den Raum in die Nacht.

Die Fußwaschung

Nur das Johannesevangelium erzählt diese Szene (Joh 13,1-15). Jesus steht vom Tisch auf, bindet sich ein Tuch um, gießt Wasser in eine Schüssel und wäscht seinen Jüngern die Füße.

Für die Menschen damals war das ungeheuerlich. Man lief in Sandalen über staubige Straßen, und Füße waschen war Sklavenarbeit. Petrus will es zuerst nicht zulassen. Jesus erklärt ihm: Wenn ich, euer Meister, euch die Füße wasche, dann sollt auch ihr einander so dienen. Kurz darauf gibt er ihnen ein neues Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe (Joh 13,34).

Macht heißt bei Jesus: sich klein machen für andere.

Die Nacht am Ölberg

Nach dem Essen geht Jesus mit den Jüngern hinaus zum Ölberg, vor die Stadtmauer, in einen Garten namens Getsemani. Er nimmt Petrus, Jakobus und Johannes mit und bittet sie, mit ihm wach zu bleiben. Dann betet er allein, voller Angst. Er bittet seinen Vater, dieser Kelch möge an ihm vorübergehen, und fügt hinzu: Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst (Mt 26,36-46). Lukas schreibt, sein Schweiß sei wie Blut zur Erde getropft (Lk 22,44).

Die Jünger schlafen ein, dreimal. Dann kommt Judas mit einer bewaffneten Schar und küsst Jesus zur Erkennung. Jesus wird festgenommen, die Jünger fliehen.

Der Katechismus liest diese Szene sehr menschlich: Jesus schreckt vor dem Tod zurück wie jeder Mensch und sagt trotzdem Ja (KKK 612). Mit der Verhaftung beginnt das Leiden, das am Karfreitag am Kreuz endet.

Wie feiern Katholiken den Gründonnerstag?

Im Mittelpunkt steht die Abendmesse, die Messe vom Letzten Abendmahl. In Bischofskirchen kommt meist schon vorher ein zweiter Gottesdienst dazu: die Chrisammesse.

Die Chrisammesse: Weihe der heiligen Öle

Eigentlich gehört die Chrisammesse auf den Vormittag des Gründonnerstags. Der Bischof weiht dabei drei Öle, die das ganze Jahr über in den Gemeinden verwendet werden: das Katechumenenöl für die Taufe, das Krankenöl für die Krankensalbung und den Chrisam, ein Öl mit Balsam, für Taufe, Firmung und Priesterweihe. Die Priester des Bistums erneuern dabei ihr Weiheversprechen.

Weil viele Priester am Gründonnerstag in ihren eigenen Gemeinden gebraucht werden, darf die Messe auf einen früheren Tag verlegt werden. Im Bistum Erfurt fand sie in den vergangenen Jahren am Dienstag der Karwoche im Erfurter Dom statt. Am Ende läutet die Gloriosa, die große Domglocke.

Die Abendmahlsmesse

Am Abend feiern alle katholischen Gemeinden die Messe vom Letzten Abendmahl. Die liturgische Farbe ist Weiß, die Farbe der Freude. Beim Gloria läuten alle Glocken, die Orgel spielt, manchmal klingeln die Ministranten mit ihren Schellen. Danach verstummen Glocken und Orgel bis zur Osternacht.

Nur an diesem Abend fügt der Priester im Hochgebet ein Wort hinzu. Er sagt nicht nur „am Abend vor seinem Leiden“, sondern „das ist heute“. Der Abend damals und der Abend jetzt fallen zusammen.

Fußwaschung in der Kirche

Nach der Predigt kann der Priester, wie Jesus, Menschen aus der Gemeinde die Füße waschen. Die Geste soll zeigen, dass ein kirchliches Amt Dienst ist, keine Herrschaft. Lange waren dafür nur Männer vorgesehen, meist zwölf. Seit einem Dekret, das im Januar 2016 auf Wunsch von Papst Franziskus veröffentlicht wurde, können alle Gläubigen ausgewählt werden, auch Frauen. Franziskus selbst wusch schon zuvor Häftlingen im Gefängnis die Füße.

Der leere Altar und die Ölbergstunde

Nach der Kommunion wird die übrige Eucharistie in einer schlichten Prozession an einen Nebenaltar oder in eine Seitenkapelle gebracht. Der Tabernakel, der Aufbewahrungsort in der Kirche, bleibt offen und leer. Die Hostien werden am Karfreitag ausgeteilt, denn an diesem Tag wird keine Messe gefeiert.

Dann wird der Hauptaltar in Stille abgeräumt: Tücher, Kerzen, Blumen, alles kommt weg. Viele empfinden diesen Moment als den stärksten des Abends. Die Kirche sieht aus wie verlassen.

Danach beginnt die Ölbergstunde. Die Gemeinde bleibt, betet oder schweigt, so wie die Jünger mit Jesus wachen sollten. Die Anbetung dauert oft bis Mitternacht, in manchen Kirchen die ganze Nacht. Du kannst kommen und gehen, wann du willst.

Bräuche am Gründonnerstag

Neben der Liturgie haben sich über die Jahrhunderte Bräuche gebildet. Manche sind christlich, manche älter, manche eine Mischung aus beidem.

Etwas Grünes essen

Am bekanntesten ist das grüne Essen: Spinat, Kräutersuppe, Salat, junge Brennnesseln. In Österreich gibt es oft Spinat mit Spiegelei. Dahinter stehen die Fastenzeit, in der wenig Fleisch gegessen wurde, und die Vorstellung, mit dem ersten Grün die Kraft des Frühlings aufzunehmen. Eine kirchliche Vorschrift ist es nicht.

Kläppern statt Glocken

Wenn die Glocken schweigen, übernehmen in vielen katholischen Dörfern Holzklappern und Ratschen. Kindern wird erzählt, die Glocken seien nach Rom geflogen und kämen erst zu Ostern zurück. Im Eichsfeld heißt der Brauch „Kläppern“. In Weißenborn-Lüderode zum Beispiel ziehen Ministranten seit über hundert Jahren am Karfreitag und Karsamstag morgens, mittags und abends durch das Dorf, zu den Zeiten, an denen sonst die Glocken zum Gebet rufen.

Gründonnerstagseier

Eier, die an diesem Tag gelegt wurden, galten früher als besonders. Mancherorts hießen sie Antlasseier, nach dem alten Namen „Antlasstag“, Tag der Entlassung aus den Sünden. Um sie rankten sich viele Vorstellungen. Das ist Volksglaube, kein Glaubensinhalt, aber es erklärt, warum Eier schon vor Ostern eine Rolle spielen.

Die Mühlhäuser Brezel

Aus Mühlhausen in Thüringen wird ein kurioser Volksglaube erzählt: Wer dort am Gründonnerstag keine Brezel isst, dem wachsen Eselsohren. Das ist Volksglaube mit einem Augenzwinkern, aber es zeigt, wie fest der Tag einmal im Alltag verankert war.

Wie hängt Gründonnerstag mit Palmsonntag und Ostern zusammen?

Die Karwoche erzählt eine Geschichte in wenigen Tagen. Am Palmsonntag zieht Jesus unter Jubel in Jerusalem ein. Im Eichsfeld wird daran mit der großen Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt erinnert. Am Gründonnerstag feiert er Abschied, am Karfreitag stirbt er, am Karsamstag ist es still, und in der Osternacht feiern Christen, dass er lebt.

Ohne Ostern wäre das Abendmahl nur ein Abschiedsessen. Weil Christen glauben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, sehen sie im Brot der Messe keinen Gedenkteller, sondern ihn selbst, lebendig und gegenwärtig. Wer verstehen will, was in jeder Sonntagsmesse passiert, findet den Schlüssel am Gründonnerstag. Mehr dazu, wie so ein Gottesdienst abläuft, steht bei der Erklärung der heiligen Messe.

Gründonnerstag Kindern erklären

Für Kinder reichen wenige Sätze. Wichtig sind das gemeinsame Essen und die Geste des Dienens.

Für Kinder erklärt

  1. Am Abend vor seinem Tod hat Jesus mit seinen Freunden zusammen gegessen.
  2. Vor dem Essen hat er ihnen die Füße gewaschen. Das machten sonst nur Diener.
  3. Er wollte zeigen: Wer groß ist, hilft den anderen.
  4. Beim Essen hat er Brot geteilt und gesagt: Das bin ich, für euch. Daran denken wir in jeder Messe.
  5. Danach hat Jesus im Garten gebetet, weil er Angst hatte. Seine Freunde sind eingeschlafen.
  6. Deshalb sind die Glocken ab heute still, bis zu Ostern wieder Freude ist.

Was der Gründonnerstag heute für dich bedeuten kann

Der Gründonnerstag erzählt von einem Menschen, der weiß, was auf ihn zukommt, und trotzdem nicht wegläuft. Er deckt den Tisch, wäscht Füße, teilt Brot. Und er erzählt von Freunden, die in der entscheidenden Stunde einschlafen.

Niemand will im Ernstfall der sein, der schläft. Und doch passiert es.

Das Gute an diesem Abend: Jesus schickt keinen von ihnen weg. Nicht Petrus, der ihn gleich verleugnen wird, und nicht die anderen, die fliehen. Er wäscht allen die Füße. Wenn du den Tag bewusst erleben willst, kannst du klein anfangen.

  1. Geh einmal hinSuch dir in den Gemeinden in deiner Nähe die Abendmahlsmesse. Bleib bis zum Schluss, wenn der Altar abgeräumt wird. Du musst nichts mitmachen, was du nicht willst.
  2. Bleib eine halbe StundeSetz dich danach in die Ölbergstunde. Handy aus. Du musst nicht beten können. Einfach da sein reicht.
  3. Wasch jemandem die Füße, im übertragenen SinnÜbernimm diese Woche eine Aufgabe, die sonst keiner machen will: in der WG, in der Familie, im Job. Ohne es zu erwähnen.
  4. Iss mit anderenLade jemanden zum Essen ein, bei dem du lange nicht warst. Das Abendmahl war zuerst ein Essen unter Freunden.

Du musst an diesem Abend nicht alles verstehen. Es reicht, einmal wach zu bleiben.

Häufige Fragen

Ist Gründonnerstag ein Feiertag?

In Deutschland nicht. Gründonnerstag ist in keinem Bundesland gesetzlicher Feiertag, Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet, sofern keine Ferien sind. Thüringen zählt ihn im Feiertagsgesetz zwar zu den religiösen Feiertagen, schließt ihn aber ausdrücklich von der Freistellung für Schule und Arbeit aus. In Dänemark, Norwegen und Island ist Gründonnerstag dagegen arbeitsfrei.

Was isst man am Gründonnerstag?

Traditionell etwas Grünes: Spinat, Kräutersuppe, Salat oder junge Wildkräuter wie Brennnessel. In Österreich ist Spinat mit Spiegelei verbreitet. Der Brauch reicht bis ins Mittelalter zurück und hängt mit der Fastenzeit und dem Frühling zusammen. Eine kirchliche Vorschrift ist das nicht, es ist Volksbrauch.

Darf man am Gründonnerstag Fleisch essen?

Ja. Gründonnerstag ist nach katholischem Kirchenrecht kein Fast- und Abstinenztag. Das ist erst der Karfreitag. Viele verzichten trotzdem freiwillig auf Fleisch oder essen bewusst schlicht, weil der Tag in der Karwoche liegt. Am Abend endet mit dem Beginn der Abendmahlsmesse offiziell die Fastenzeit.

Warum läuten am Gründonnerstag keine Glocken?

Beim Gloria der Abendmahlsmesse läuten alle Glocken noch einmal, danach schweigen sie bis zum Gloria in der Osternacht. Auch die Orgel verstummt. Die Stille zeigt die Trauer über Leiden und Tod Jesu. Kindern erzählt man, die Glocken seien nach Rom geflogen. In manchen Dörfern ziehen stattdessen Ministranten mit Holzklappern oder Ratschen durch die Straßen.

Was ist die Ölbergstunde?

Die Ölbergstunde ist eine Gebetszeit nach der Abendmahlsmesse. Sie erinnert daran, dass Jesus im Garten Getsemani betete und seine Jünger ihn baten, mit ihm wach zu bleiben. Die Gläubigen beten still vor der Hostie, die an einen Nebenaltar gebracht wurde. Oft dauert das bis Mitternacht, manchmal die ganze Nacht. Jeder darf dazukommen und wieder gehen.

Feiern evangelische Christen auch Gründonnerstag?

Ja. In vielen evangelischen Gemeinden ist Gründonnerstag ein wichtiger Abendmahlstag, oft mit einem Gottesdienst am Abend oder einem gemeinsamen Essen. Das Verständnis des Abendmahls unterscheidet sich zwischen den Konfessionen, der Anlass ist derselbe: der letzte Abend Jesu mit seinen Jüngern.

Weiterlesen

Aus dem gleichen Thema.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.