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Kirche & Gemeinschaft

Gemaltes Motiv zum Begriff Was ist ein Laie in der Kirche?

Kurz erklärt

Laien sind getaufte Christen, die nicht geweiht sind und keinem Orden angehören. Sie sind die große Mehrheit der Kirche.

Laien sind in der katholischen Kirche alle getauften Christen, die weder geweiht sind noch einem Orden angehören (KKK 897). Das sind fast alle Katholiken: Schülerinnen, Azubis, Studierende, Eltern, Rentner. Laien haben durch die Taufe vollen Anteil an der Sendung der Kirche. Sie sind keine Kirchenmitglieder zweiter Klasse.

Woher kommt das Wort Laie?

Laie kommt vom griechischen laós, „Volk“. Ein Laie ist also jemand aus dem Volk Gottes. Im Deutschen hat das Wort später die Nebenbedeutung „Nichtfachmann“ bekommen. Die hat in der Kirche nichts zu suchen. Laie beschreibt keinen Wissensstand, sondern einen Platz in der Kirche.

Welche Rolle haben Laien in der Kirche?

Laien tragen den Glauben dorthin, wo Geweihte selten hinkommen: in Familie, Schule, Betrieb, Verein und Politik. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt das den „Weltcharakter“ der Laien (Lumen gentium 31). Der Glaube soll nicht in der Sakristei bleiben, sondern im Alltag sichtbar werden.

Dahinter steht ein Gedanke, der viele überrascht: Jeder Getaufte hat Anteil am Priestertum Christi. Der Katechismus spricht vom gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen (KKK 1546). Mehr darüber, was mit der Taufe beginnt, steht im eigenen Artikel.

In den Gemeinden übernehmen Laien viele Aufgaben. Sie lesen im Gottesdienst, teilen die Kommunion aus, leiten Jugendgruppen, sitzen im Pfarrgemeinderat. Hauptberuflich arbeiten sie als Gemeindereferentinnen, Pastoralreferenten oder Religionslehrer. Auf Bundesebene vertritt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) die katholischen Laien.

Gerade in der Diaspora zählt das. In Thüringen sind die Pfarreien groß und Priester wenige. Vieles, was eine Gemeinde lebendig hält, tragen Ehrenamtliche. Wie sich katholisches Leben dort anfühlt, beschreibt der Artikel Katholisch in der Diaspora.

Laien, Kleriker, Ordensleute: der Unterschied

Kleriker sind die Geweihten: Diakone, Priester und Bischöfe. Alle anderen Getauften sind nach dem Kirchenrecht Laien (can. 207).

Etwas verwirrend wird es bei den Ordensleuten. Eine Ordensschwester ist nicht geweiht, rechtlich also Laiin. Der Katechismus behandelt Ordensleute trotzdem als eigenen Stand, weil sie ihr Leben durch Gelübde ganz an Gott binden (KKK 914–916). Ein Ordenspriester dagegen ist Kleriker.

Wichtig ist: Diese Stände sind keine Rangliste. Sie sind verschiedene Wege, dieselbe Taufe zu leben. Ob jemand heiratet, Single bleibt, ins Kloster geht oder Priester wird, ist eine Frage der persönlichen Berufung, nicht der Wertigkeit. Zur Heiligkeit sind alle gerufen, egal in welchem Stand (KKK 2013).

Laie sein heißt nicht, am Rand zu stehen. Wenn du getauft bist, hast du keinen Zuschauerplatz bekommen. Du hast einen Auftrag. Wo du ihn heute leben kannst, weißt du wahrscheinlich besser als jeder Pfarrer.

Häufige Fragen

Ist ein Laie in der Kirche ein Amateur?

Nein. Im Alltag heißt Laie „Nichtfachmann“, in der Kirche hat das Wort diese Bedeutung nicht. Es beschreibt keinen Mangel an Wissen, sondern einen Stand: getauft, aber nicht geweiht. Eine Theologieprofessorin, eine Religionslehrerin oder ein Pastoralreferent sind Laien, obwohl sie viel mehr über den Glauben wissen als mancher Geweihte. Laie ist also keine Abstufung, sondern eine eigene Berufung.

Dürfen Laien in der Kirche predigen?

Teilweise. Die Predigt in der Messe nach dem Evangelium, die Homilie, ist nach Kirchenrecht Priestern und Diakonen vorbehalten (can. 767). In anderen Gottesdiensten, etwa in Wort-Gottes-Feiern, Andachten oder Schulgottesdiensten, können Laien nach den Regeln des Bistums predigen oder eine Auslegung geben (can. 766). In Deutschland ist das an vielen Orten üblich.

Darf ein Laie taufen?

Im Notfall ja. Wenn Lebensgefahr besteht und kein Priester oder Diakon erreichbar ist, darf jeder Mensch taufen, sogar jemand, der selbst nicht getauft ist. Er muss nur Wasser über den Kopf gießen, die Taufformel sprechen und tun wollen, was die Kirche bei der Taufe tut (KKK 1256). Die Nottaufe ist gültig. Später wird sie in der Pfarrei eingetragen.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

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