
Sakramente & Messe

Kurz erklärt
Ein Requiem ist eine heilige Messe für Verstorbene, oft bei der Beerdigung. Der Name kommt vom ersten Wort des lateinischen Eröffnungsverses: „Requiem“, Ruhe.
Ein Requiem ist eine heilige Messe für einen oder mehrere Verstorbene. Man nennt es auch Totenmesse oder Seelenamt. Gefeiert wird es oft bei der Beerdigung, aber auch Wochen oder Jahre später. Die Gemeinde betet für den Toten, vertraut ihn Gott an und hält an der Hoffnung auf die Auferstehung fest.
Woher kommt das Wort Requiem?
Das Wort stammt aus dem Eröffnungsvers der lateinischen Totenmesse: „Requiem aeternam dona eis, Domine“, auf Deutsch: Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr. „Requiem“ ist das erste Wort und heißt Ruhe. Der Vers lebt im bekannten Gebet weiter, das viele von Friedhöfen kennen:
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.
Lass sie ruhen in Frieden.
Amen.
Was passiert bei einem Requiem?
Ein Requiem läuft ab wie jede Heilige Messe, nur mit eigenen Gebeten und Lesungen. Der Sarg oder die Urne kann in der Kirche stehen, daneben brennt oft die Osterkerze. Sie erinnert an die Taufe und an Ostern. Die Farbe der Gewänder ist Violett oder Schwarz.
Der Katechismus sagt: Die Kirche bringt in dieser Messe das Opfer Christi für den Verstorbenen dar und bittet, dass Gott ihn von seinen Sünden reinigt (KKK 1689). Dahinter steht der Glaube an eine Läuterung nach dem Tod, das Fegefeuer. Für Tote zu beten ist deshalb kein leeres Ritual. Es ist Liebe, die über den Tod hinausreicht.
Ein Requiem wird nicht nur direkt zur Beerdigung gefeiert. Viele Familien bestellen eines zum Sechswochenamt oder zum Jahrestag. An Allerseelen, dem 2. November, denkt die ganze Kirche an alle Verstorbenen. Viele Gemeinden nennen dann im Gottesdienst die Namen derer, die im letzten Jahr gestorben sind. Mehr dazu unter Allerheiligen und Allerseelen.
Oft gehören Fürbitten zur Beerdigung dazu, die Angehörige selbst formulieren.
Das Requiem in der Musik
Weil der Text so stark ist, haben ihn viele Komponisten vertont. Mozart starb 1791 über seinem Requiem, es blieb unvollendet. Verdi schrieb 1874 ein großes Requiem für den Konzertsaal. Brahms nannte sein Werk „Ein deutsches Requiem“ (1868), verwendete aber keine Messtexte, sondern selbst ausgewählte Bibelverse aus der Lutherübersetzung. Die berühmte Sequenz „Dies irae“ über das Jüngste Gericht gehört seit der Liturgiereform von 1970 nicht mehr fest zur Totenmesse.
Warum das auch heute zählt
Trauer braucht einen Ort. Ein Requiem gibt ihr Worte, wenn dir selbst keine einfallen. Vergessen ist nicht die Antwort auf den Tod. Wer wissen will, was Christen nach dem Sterben erhoffen, findet mehr unter was nach dem Tod passiert. Und wenn dir jemand fehlt: Das Gebet für Verstorbene hilft, ihn jeden Tag neu Gott anzuvertrauen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Requiem und Beerdigung?
Die Beerdigung ist der Abschied am Grab oder in der Trauerhalle. Das Requiem ist die Messe, die dazu gefeiert werden kann, meist vorher in der Kirche, manchmal auch danach. Eine katholische Beerdigung ist auch ohne Requiem möglich, etwa als Wortgottesdienst. Wie es vor Ort gehandhabt wird, bespricht die Familie mit der Pfarrei.
Darf ich als Nichtkatholik zu einem Requiem gehen?
Ja, jeder ist willkommen. Du kannst still dabei sein, aufstehen und dich setzen, wenn die anderen es tun. Zur Kommunion gehen in der Regel nur Katholiken. Wer nicht zur Kommunion geht, bleibt einfach sitzen oder geht mit vor der Brust gekreuzten Armen nach vorn und bittet so um einen Segen.
Was ist ein Sechswochenamt?
Ein Sechswochenamt ist ein Requiem etwa sechs Wochen nach dem Tod. Viele Familien lassen außerdem am Jahrestag eine Messe feiern, das Jahrgedächtnis. So bleibt der Verstorbene im Gebet der Gemeinde, auch wenn der erste Schock vorbei ist und der Alltag zurückkommt.

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