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Katechismus

13 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Bei der kirchlichen Trauung versprechen sich Mann und Frau vor Gott, einem Priester oder Diakon und zwei Zeugen lebenslange Treue. Für Katholiken ist die Ehe ein Sakrament: Die Brautleute spenden es sich gegenseitig durch ihr Ja-Wort. Dazu gehören Einheit, Treue, Unauflöslichkeit und Offenheit für Kinder. Vorher stehen Traugespräch, Ehevorbereitung und einige Unterlagen.

Steckbrief

Sakrament derEhe (Trauung)
Wer empfängtein Mann und eine Frau, beide getauft und frei zu heiraten
Wer spendetdie Brautleute einander; Priester oder Diakon nehmen das Ja-Wort im Namen der Kirche entgegen
Wie ofteinmal, solange beide Partner leben
Zeichendas Ja-Wort (Ehekonsens), dazu Ringe und Trauungssegen
KatechismusKKK 1601–1666
Inhalt

Ihr seid seit ein paar Jahren zusammen, vielleicht wohnt ihr schon gemeinsam, und irgendwann fällt der Satz: Wir wollen heiraten. Dann kommt schnell die nächste Frage. Nur Standesamt? Oder auch Kirche? Und was heißt eine kirchliche Trauung eigentlich, außer schöner Musik und weißem Kleid?

Für die katholische Kirche ist die Hochzeit mehr als eine Feier. Sie ist ein Sakrament, ein Versprechen vor Gott, das euer ganzes Leben tragen soll. Was dahintersteckt, wie eine katholische Hochzeit abläuft, was ihr vorbereiten müsst und was gilt, wenn einer von euch evangelisch oder gar nicht getauft ist: Darum geht es auf dieser Seite.

Was ist eine kirchliche Trauung?

Bei der kirchlichen Trauung schließen ein Mann und eine Frau vor Gott und der Kirche den Bund der Ehe. Sie versprechen sich Liebe und Treue für das ganze Leben, und die Kirche segnet diesen Bund.

Der Katechismus beschreibt die Ehe als Bund, durch den Mann und Frau eine „Gemeinschaft des ganzen Lebens“ begründen (KKK 1601). Gemeint ist kein Vertrag auf Zeit und keine Absichtserklärung. Die beiden schenken sich einander mit allem, was sie sind: Alltag, Körper, Zukunft, Geld, Sorgen, Glaube.

Katholiken sind verpflichtet, ihre Ehe in der sogenannten kirchlichen Form zu schließen, also vor einem Priester oder Diakon und zwei Zeugen (can. 1108 CIC). Heiratet ein Katholik nur standesamtlich, gilt diese Ehe für die Kirche als nicht geschlossen. Das klingt streng. Der Grund ist aber einfach: Die Ehe ist für Christen kein Privatvertrag. Sie gehört mitten in die Gemeinschaft der Glaubenden.

Warum ist die Ehe ein Sakrament?

Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, durch das Gott wirklich handelt. Die katholische Kirche zählt die Ehe zu den sieben Sakramenten, weil in der Liebe zweier Menschen etwas von Gottes eigener Liebe sichtbar wird.

Die Bibel spricht von Anfang bis Ende von der Ehe. Schon im Schöpfungsbericht heißt es, dass ein Mann Vater und Mutter verlässt, sich an seine Frau bindet und die beiden „ein Fleisch“ werden (Gen 2,24). Jesus greift diesen Satz auf und fügt hinzu, dass der Mensch nicht trennen soll, was Gott verbunden hat (Mt 19,6). Sein erstes Wunder wirkt er auf einer Hochzeit in Kana, als dort der Wein ausgeht (Joh 2,1–11). Die Kirche liest das als Zeichen: Jesus sagt Ja zur Ehe und will darin gegenwärtig sein (KKK 1613).

Paulus geht noch weiter. Er vergleicht die Liebe zwischen Mann und Frau mit der Liebe, mit der Christus die Kirche liebt und sich für sie hingibt (Eph 5,25–32). Das ist der Kern. Eine christliche Ehe soll zeigen, wie Gott liebt: treu, ganz und ohne Rückzieher.

Wichtig ist dabei die Gnade. Die Kirche glaubt, dass Gott den Eheleuten im Sakrament Kraft gibt, einander zu lieben, zu vergeben und die Last des anderen mitzutragen (KKK 1641–1642). Niemand muss eine lebenslange Ehe aus eigener Kraft stemmen. Genau dafür ist das Sakrament da.

Was macht die katholische Ehe aus?

Die katholische Ehe hat vier Merkmale, die zusammengehören: Einheit, Treue, Unauflöslichkeit und Offenheit für Kinder. Schließt jemand eines davon beim Ja-Wort bewusst aus, kommt nach katholischem Verständnis keine gültige Ehe zustande (can. 1101 CIC).

Einheit

Die Ehe ist ein Bund zwischen genau zwei Menschen, einem Mann und einer Frau. Beide haben die gleiche Würde. Der Katechismus sagt deutlich, dass Vielehe dieser gleichen Würde widerspricht (KKK 1645).

Treue

Eheliche Liebe will endgültig sein. Sie gilt nicht „bis auf Weiteres“, wie der Katechismus schreibt (KKK 1646). Treue heißt dabei mehr als: nicht fremdgehen. Sie heißt, jeden Tag wieder Ja zu sagen, auch an den grauen Tagen. Wie Treue sich eher nach Freiheit als nach Käfig anfühlen kann, darum geht es im Artikel Treue als Freiheit.

Unauflöslichkeit

Eine gültig geschlossene und vollzogene Ehe zwischen zwei Getauften kann nach katholischer Lehre durch nichts aufgelöst werden außer durch den Tod (KKK 1640, can. 1141 CIC). Auch die Kirche selbst hat nicht die Macht dazu.

Das ist der Punkt, an dem viele schlucken. Er ist hart, und er ist ernst gemeint. Die Kirche sagt ihn nicht, um Menschen einzusperren. Sie sagt ihn, weil sie Jesus beim Wort nimmt und weil ein Versprechen, das man jederzeit kündigen kann, eben kein Versprechen für das Leben ist.

Offenheit für Kinder

Die Ehe ist darauf ausgerichtet, Kinder anzunehmen und zu erziehen (KKK 1652). Das heißt nicht, dass jedes Paar Kinder bekommen muss. Es heißt: Ihr schließt Kinder nicht von vornherein aus. Paare, die keine Kinder bekommen können, führen trotzdem eine vollständige Ehe (KKK 1654).

Wer spendet das Sakrament der Ehe?

Ihr selbst. In der lateinischen, also der westlichen katholischen Kirche spenden sich die Brautleute das Sakrament gegenseitig, indem sie vor der Kirche ihr Ja-Wort geben (KKK 1623). Das ist bei keinem anderen Sakrament so.

Der Priester oder Diakon ist trotzdem wichtig. Er fragt nach eurem Ehewillen, nimmt das Ja-Wort im Namen der Kirche entgegen und spricht den Trauungssegen (KKK 1630). Zusammen mit den zwei Trauzeugen macht er sichtbar: Diese Ehe wird nicht heimlich geschlossen, sondern öffentlich, vor der Gemeinschaft.

Entscheidend ist der Konsens, das freie Ja beider Partner. Die Ehe kommt allein dadurch zustande, und keine menschliche Macht kann dieses Ja ersetzen (can. 1057 CIC). Wer unter Druck heiratet, etwa weil die Familie es verlangt, heiratet nicht gültig (KKK 1628).

In den Ostkirchen ist das übrigens anders. Dort gilt der Priester als Spender, und das Sakrament heißt „Krönung“, weil den Brautleuten Kronen aufgesetzt werden (KKK 1623).

Standesamt und Kirche: Was ist der Unterschied?

Die standesamtliche Trauung regelt die Ehe vor dem Staat, mit Rechten und Pflichten wie Unterhalt, Erbrecht und Steuern. Die kirchliche Trauung ist ein Versprechen vor Gott und die Feier eines Sakraments.

In Deutschland heiraten die meisten Paare deshalb zweimal: erst auf dem Standesamt, dann in der Kirche, oft am selben Tag oder im selben Jahr. Die katholischen Bistümer erwarten in aller Regel, dass die standesamtliche Trauung vorausgeht. Seit 2009 ist eine rein kirchliche Trauung staatlich nicht mehr verboten. Die Kirche erlaubt sie aber nur ausnahmsweise, mit Zustimmung des Bischofs.

Für dich heißt das: Plant beide Termine gemeinsam und klärt früh, in welcher Reihenfolge sie liegen. Die Bescheinigung vom Standesamt braucht ihr später für die Kirche.

Wie läuft eine katholische Hochzeit ab?

Die kirchliche Trauung findet entweder in einer Messe mit Eucharistie statt oder in einem Wortgottesdienst ohne Kommunion. Der Ablauf der eigentlichen Trauung ist in beiden Fällen gleich.

Die Kirche empfiehlt die Trauung in der Messe, wenn beide katholisch sind (KKK 1621). Ist einer von euch nicht katholisch oder wenig mit der Kirche vertraut, ist ein Wortgottesdienst oft die bessere Wahl. Das besprecht ihr im Traugespräch.

  1. Empfang und EinzugDer Priester oder Diakon begrüßt euch an der Kirchentür, dann zieht ihr gemeinsam ein. Wie genau, entscheidet ihr: zusammen, mit Eltern oder mit Trauzeugen.
  2. Eröffnung und WortgottesdienstNach Begrüßung und Gebet folgen Lesungen aus der Bibel und eine Predigt. Die Bibeltexte dürft ihr meist selbst aussuchen.
  3. BefragungIhr werdet gefragt, ob ihr aus freiem Entschluss gekommen seid, ob ihr einander lieben, achten und treu sein wollt, alle Tage eures Lebens, und ob ihr bereit seid, Kinder anzunehmen und im Glauben zu erziehen.
  4. Segnung der RingeDie Ringe werden gesegnet. Sie sind Zeichen der Liebe und Treue ohne Anfang und Ende.
  5. VermählungDas ist der Kern. Ihr sprecht euch das Eheversprechen zu, etwa so: Ich nehme dich an als meine Frau oder meinen Mann und verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Oder ihr antwortet mit Ja auf die Frage des Priesters. Dann steckt ihr einander die Ringe an.
  6. BestätigungDer Priester oder Diakon bestätigt im Namen der Kirche, dass ihr den Bund der Ehe geschlossen habt. Die Trauzeugen und die Gemeinde sind Zeugen dafür.
  7. Trauungssegen und FürbittenÜber euch wird der feierliche Trauungssegen gesprochen. Danach folgen die Fürbitten für das Brautpaar, die oft Freunde oder Familie vortragen.
  8. Eucharistie oder VaterunserIn der Messe folgt die Eucharistiefeier mit Kommunion, im Wortgottesdienst das Vaterunser.
  9. Unterschrift und AuszugIhr, die Trauzeugen und der Priester unterschreibt die Trauungsdokumente. Mit dem Segen zieht ihr als Ehepaar aus.

Ehevorbereitung: Wie bereitet man sich auf die kirchliche Trauung vor?

Zur Vorbereitung gehören ein Traugespräch mit dem Seelsorger und, sehr empfohlen, ein Ehevorbereitungskurs. Meldet euch am besten ein Jahr, mindestens aber ein halbes Jahr vor dem Wunschtermin in eurer Pfarrei.

Das Traugespräch ist Pflicht. Darin lernt ihr den Priester oder Diakon kennen, ihr plant gemeinsam den Gottesdienst, und er füllt mit euch das Ehevorbereitungsprotokoll aus. Dort wird geprüft, ob ihr frei seid zu heiraten und ob ihr wisst, worauf ihr euch einlasst: Einheit, Treue, Unauflöslichkeit, Offenheit für Kinder. Das ist keine Prüfung, bei der man durchfallen kann. Es ist ein ehrliches Gespräch.

Der Ehevorbereitungskurs ist in vielen Bistümern empfohlen, manche Pfarreien setzen ihn voraus. Im Bistum Erfurt gibt es dafür verschiedene Formate: Wochenendseminare, Tagesseminare, Pilgerseminare und Online-Abende. Themen sind Rollenverteilung, Streitkultur, Kinderwunsch, Alltag und die Frage, was der Glaube für eure Beziehung bedeutet.

Unterschätze das nicht. Viele Paare planen ihre Hochzeit monatelang und ihre Ehe kaum einen Abend. Ein Kurs ist die Chance, Dinge anzusprechen, die im Alltag untergehen: Wie streiten wir? Wer macht was? Was, wenn einer von uns keine Kinder will?

Die Kirche empfiehlt außerdem, vor der Hochzeit zur Beichte zu gehen (KKK 1622, can. 1065 CIC). Mit leichtem Gepäck in einen neuen Lebensabschnitt zu gehen, tut gut. Und wer noch nicht gefirmt ist, sollte die Firmung nach Möglichkeit vorher nachholen.

Welche Unterlagen braucht man für die kirchliche Trauung?

Das Wichtigste ist ein aktueller Taufschein des katholischen Partners, dazu der Nachweis der standesamtlichen Trauung. Die genaue Liste nennt euch euer Pfarrbüro, denn sie kann je nach Bistum leicht abweichen.

Üblich sind:

  • Taufschein des katholischen Partners, ausgestellt vom Pfarramt des Taufortes und in der Regel nicht älter als sechs Monate. Auf ihm ist vermerkt, ob jemand schon kirchlich verheiratet war.
  • Nachweis der standesamtlichen Eheschließung oder die Anmeldung dazu.
  • Personalausweis beider Partner.
  • Ledignachweis des nicht katholischen Partners, etwa eine Bescheinigung vom Einwohnermeldeamt oder eine Erklärung vor dem Pfarrer.
  • Firmnachweis, falls die Pfarrei ihn verlangt.
  • Nachweis über den Ehevorbereitungskurs, falls ihr einen besucht habt.
  • Ehevorbereitungsprotokoll, das der Pfarrer eurer Wohnortpfarrei mit euch ausfüllt, auch wenn ihr woanders heiratet.

Einen alten Taufschein von der Erstkommunion oder aus dem Familienordner könnt ihr also nicht einfach mitbringen. Fordert einen neuen an, rechtzeitig.

Konfessionsverbindende Ehe: Katholisch und evangelisch heiraten

Wenn ein katholischer und ein evangelischer Christ heiraten, ist eine kirchliche Trauung gut möglich. Die Ehe ist dann ebenfalls ein Sakrament, weil beide getauft sind. Der katholische Partner braucht dafür eine Erlaubnis des Bistums, die das Pfarramt beantragt (can. 1124 CIC).

Umgangssprachlich heißt das oft „ökumenische Trauung“. Genau genommen gibt es keinen eigenen ökumenischen Ritus. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Trauung in der katholischen Kirche nach katholischem Ritus, auf Wunsch mit Beteiligung einer evangelischen Pfarrerin oder eines Pfarrers.
  • Trauung in der evangelischen Kirche nach evangelischem Ritus, auf Wunsch mit Beteiligung eines katholischen Geistlichen. Dafür braucht der katholische Partner eine Befreiung von der katholischen Form, die sogenannte Formdispens (can. 1127 CIC). Ohne sie ist die Ehe für die katholische Kirche nicht gültig.

Der katholische Partner verspricht dabei, seinen Glauben zu leben und sich nach Kräften darum zu bemühen, dass die Kinder katholisch getauft und erzogen werden. Der evangelische Partner wird darüber informiert, muss aber selbst nichts versprechen (can. 1125 CIC).

Die Kirche sagt ehrlich, dass solche Ehen eine eigene Herausforderung haben. Die Spaltung der Christen kann mitten in der Familie spürbar werden, etwa bei der Kommunion oder der Taufe der Kinder (KKK 1634). Sie sagt aber auch: Ihr könnt voneinander lernen, wie jeder seine Treue zu Christus lebt. Viele Paare nennen sich deshalb bewusst konfessionsverbindend statt konfessionsverschieden. Was beide Kirchen trennt und verbindet, erklärt der Artikel Katholisch und evangelisch. Wie die Kirchen insgesamt aufeinander zugehen, steht unter Ökumene.

Wenn einer von euch nicht getauft ist

In Thüringen ist das häufig: Die Mehrheit der Menschen hier gehört keiner Kirche an. Eine kirchliche Trauung ist trotzdem möglich. Der katholische Partner braucht dafür eine Befreiung vom Ehehindernis der Religionsverschiedenheit, die Dispens (can. 1086 CIC).

Eine solche Ehe ist gültig und wird kirchlich gefeiert, ist aber im strengen Sinn kein Sakrament, weil nur einer getauft ist. Der Ablauf nimmt Rücksicht auf den nicht getauften Partner. Er muss keine Worte sprechen, die er nicht glauben kann. Und die Trauung kann auch an einem anderen passenden Ort als einer Kirche stattfinden (can. 1118 CIC).

Wenn einer aus der Kirche ausgetreten ist

Auch das ist kein Ausschlussgrund. Die Taufe wird durch einen Kirchenaustritt nicht ausgelöscht. Für die Trauung braucht der Pfarrer dann eine Erlaubnis des Bistums (can. 1071 CIC). Oft wird die Situation ähnlich behandelt wie eine konfessionsverbindende Ehe. Manche nehmen die Hochzeit auch zum Anlass, wieder einzutreten.

Was passiert, wenn eine katholische Ehe scheitert?

Eine gültige Ehe kann die Kirche nicht scheiden. Sie kann aber prüfen, ob eine Ehe von Anfang an ungültig war, und das dann feststellen. Das nennt man Ehenichtigkeitserklärung.

Das ist keine katholische Scheidung durch die Hintertür. Die Kirche erklärt damit, dass eine gültige Ehe nie zustande gekommen ist (KKK 1629). Gründe können sein: Einer wurde unter Druck gesetzt, einer hat Kinder oder Treue von vornherein ausgeschlossen, einer war innerlich nicht fähig, die Verantwortung einer Ehe zu übernehmen. Zuständig sind kirchliche Gerichte. Für Thüringen ist das Interdiözesane Offizialat in Erfurt die erste Instanz. Es ist auch für die Bistümer Berlin, Dresden-Meißen, Görlitz und Magdeburg zuständig.

Wer sich trennt, bleibt Teil der Kirche. Wer geschieden ist und standesamtlich neu heiratet, ebenso. Der Katechismus sagt klar, dass diese Menschen nicht von der Kirche getrennt sind und am Leben der Gemeinde teilnehmen sollen (KKK 1651). Wie es mit der Kommunion aussieht, ist eine schwierige Frage. Der Katechismus schließt sie aus (KKK 1650). Papst Franziskus hat 2016 im Schreiben „Amoris laetitia“ betont, dass jeder Fall im Gespräch mit einem Seelsorger begleitet werden soll. Wie weit das reicht, wird bis heute kontrovers diskutiert.

Scheitern gehört zum Leben. Aber niemand ist mit seiner Geschichte bei der Kirche falsch. Wer so etwas erlebt hat, findet im Pfarrbüro oder bei der Ehe- und Lebensberatung der Bistümer Menschen, die zuhören.

Was das für euch heißen kann

Eine kirchliche Trauung ist kein Pflichtprogramm für ein schönes Foto. Sie ist ein Versprechen, das größer ist als ihr beide, und genau darin liegt ihre Kraft. Ihr müsst die Ehe nicht allein tragen.

Heiraten ist kein Gefühl. Es ist eine Entscheidung, jeden Tag neu.

Wenn ihr darüber nachdenkt, fangt so an:

  1. Redet miteinander über die großen Fragen, bevor ihr über Location und Gästeliste redet: Treue, Kinder, Glaube, Streit, Geld. Wer noch ganz am Anfang steht, findet Gedanken dazu unter christliche Werte beim Dating.
  2. Meldet euch früh in eurer Pfarrei. Ein Jahr Vorlauf ist gut. Wo eure Gemeinde ist, zeigt das Gemeindeverzeichnis.
  3. Bestellt den Taufschein beim Pfarramt eures Taufortes, sobald der Termin steht.
  4. Nehmt euch den Ehevorbereitungskurs vor, auch wenn er nicht Pflicht ist. Das ist Zeit für euch, nicht für die Kirche.
  5. Gestaltet den Gottesdienst selbst mit: Lesungen, Lieder, Fürbitten. Wer die Worte selbst aussucht, versteht sie auch.

Ihr müsst nicht perfekt sein, um zu heiraten. Ihr müsst nur ehrlich Ja sagen wollen. In alles Weitere wachst ihr hinein, gemeinsam und mit Gott an eurer Seite.

Häufige Fragen

Was kostet eine kirchliche Trauung?

Für die Trauung selbst verlangt die katholische Kirche in Deutschland keine Gebühr. Das Sakrament spenden sich die Brautleute ja gegenseitig. Kosten können für Dinge rund um die Feier entstehen, etwa für Blumenschmuck, Organistin oder Chor, oder wenn ihr in einer anderen Kirche heiratet als in eurer Pfarrei. Was dort üblich ist, erfahrt ihr im Pfarrbüro. Eine Spende für die Gemeinde ist verbreitet, aber freiwillig.

Kann man nur kirchlich heiraten, ohne Standesamt?

Staatlich ist das seit 2009 nicht mehr verboten. Die Bistümer in Deutschland erwarten aber in aller Regel, dass die standesamtliche Trauung vorausgeht. Eine rein kirchliche Trauung braucht einen besonderen Grund und eine Erlaubnis des Bischofs. Außerdem müsst ihr schriftlich bestätigen, dass ihr wisst: Diese Ehe hat keine staatlichen Folgen, also etwa kein Erbrecht, keine Steuervorteile und keinen Unterhaltsanspruch.

Muss man gefirmt sein, um katholisch zu heiraten?

Das Kirchenrecht sagt: Wer katholisch ist und noch nicht gefirmt, soll die Firmung vor der Hochzeit empfangen, wenn das ohne große Schwierigkeiten möglich ist (can. 1065 CIC). Eine Bedingung für die Gültigkeit der Ehe ist die Firmung nicht. Sprich es im Traugespräch offen an. Oft lässt sich die Firmung in der Brautzeit gut nachholen, und viele erleben das als passende Vorbereitung.

Müssen die Trauzeugen katholisch sein?

Nein. Für eine katholische Trauung braucht ihr zwei Trauzeugen. Sie bezeugen, dass ihr euch das Ja-Wort gegeben habt, und unterschreiben die Trauungsdokumente. Das Kirchenrecht schreibt keine Konfession vor. Bistümer wie Mainz empfehlen, dass sie sich zum christlichen Glauben bekennen, und verlangen ein Mindestalter von 14 Jahren. Was bei euch gilt, sagt das Pfarrbüro. Wichtiger als die Formalien: Wählt Menschen, die eure Ehe auch später begleiten.

Kann man katholisch im Freien heiraten, zum Beispiel am See?

Zwei Katholiken oder ein katholischer und ein evangelischer Partner heiraten in der Regel in einer Kirche, meist in der eigenen Pfarrkirche. Eine andere Kirche oder Kapelle ist mit Erlaubnis möglich. Einen Ort außerhalb einer Kirche kann nur der Bischof oder sein Generalvikar erlauben, und das ist die Ausnahme (can. 1118 CIC). Ist einer von euch nicht getauft, kann die Trauung leichter auch an einem anderen passenden Ort stattfinden.

Ist es ein Hindernis, wenn wir keine Kinder bekommen können?

Nein. Unfruchtbarkeit macht eine Ehe weder ungültig noch unerlaubt (can. 1084 § 3 CIC). Die Offenheit für Kinder meint, dass ihr Kinder nicht grundsätzlich ausschließt. Der Katechismus sagt ausdrücklich, dass Paare ohne Kinder ein erfülltes, sinnvolles Eheleben führen können, fruchtbar an Liebe, Hilfsbereitschaft und Einsatz für andere (KKK 1654). Wer ungewollt kinderlos bleibt, ist nicht weniger verheiratet.

Dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der katholischen Kirche heiraten?

Nein. Nach katholischer Lehre ist die Ehe ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau, und daran hat sich nichts geändert. Seit der Erklärung „Fiducia supplicans“ von 2023 erlaubt der Vatikan aber, Paare in solchen Beziehungen spontan und außerhalb eines Gottesdienstes zu segnen. Dieser Segen darf nicht wie eine Trauung aussehen. In Deutschland wird darüber offen und kontrovers diskutiert.

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