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Fürbitten

14 Min. LesezeitStand: 7 Quellen

Kurz beantwortet

Fürbitten zur Hochzeit sind kurze Gebete, die in der kirchlichen Trauung nach dem Jawort und dem Trauungssegen gesprochen werden. Man bittet Gott für das Brautpaar, für Familie und Freunde, für Verstorbene und für die Welt. Üblich sind vier bis sechs Bitten mit je ein bis zwei Sätzen. Meist lesen Trauzeugen, Geschwister oder Freunde sie vor.

Steckbrief

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Die Einladungen sind verschickt, die Kirche ist gebucht, und dann schreibt dir das Brautpaar: „Magst du eine Fürbitte lesen? Oder vielleicht gleich alle schreiben?“ Du bist Trauzeugin, Bruder, beste Freundin. Du willst etwas sagen, das nicht nach Kalender klingt. Und du merkst, dass ein Gebet für zwei Menschen, die du gut kennst, schwerer zu schreiben ist als eine Rede.

Hier findest du 36 Fürbitten zur Hochzeit, die wir selbst formuliert haben: klassische und moderne, kurze, Bitten für Familie und Trauzeugen, für verstorbene Angehörige, für eine konfessionsverbindende Trauung und für die Welt. Dazu erfährst du, wo die Fürbitten in der Trauung stehen, wer sie liest und wie aus einer Vorlage eine Bitte wird, die nach diesem einen Paar klingt.

Was sind Fürbitten bei der Hochzeit?

Fürbitten sind kurze Gebete, in denen die versammelte Gemeinde Gott ihre Anliegen für andere vorträgt. Sie sind ein fester Teil der Liturgie, also des gemeinsamen Gottesdienstes der Kirche. Bei der kirchlichen Trauung folgen sie direkt auf den eigentlichen Trauritus, also nach Jawort, Ringen und Trauungssegen.

Der Ablauf ist fest. Nach dem Evangelium und der Predigt fragt der Priester oder Diakon das Paar, ob es frei und ohne Zwang kommt und die Ehe ein Leben lang halten will. Dann folgen die Segnung der Ringe, das Jawort und der feierliche Trauungssegen. Erst danach seid ihr dran. Was dabei eigentlich passiert und warum die Kirche die Ehe ein Sakrament nennt, erklären wir ausführlich im Artikel über die kirchliche Trauung und die katholische Ehe.

Die Kirche sieht ausdrücklich vor, dass die Fürbitten bei einer Trauung den Anlass aufgreifen. Die Grundordnung des Römischen Messbuchs nennt die Trauung beim Namen: Bei solchen Feiern darf die Reihe der Anliegen stärker auf das besondere Ereignis eingehen (Nr. 70). Ihr müsst also nicht die Fürbitten vom Sonntag abschreiben.

Warum beten Christen überhaupt für andere? Der Katechismus sagt: Wer für andere bittet, betet wie Jesus, der für alle Menschen eintritt (KKK 2634). Fürbitte ist Ausdruck von Gemeinschaft, man schaut dabei auf das Wohl der anderen, nicht nur auf das eigene (KKK 2635). Bei einer Hochzeit wird das greifbar. Zwei Menschen versprechen sich etwas Großes, und alle, die da sind, tragen es mit.

Wie ist eine Fürbitte zur Trauung aufgebaut?

Eine Fürbitte ist ein einziger Gedanke, an Gott gerichtet, in ein bis zwei Sätzen. Den Rahmen setzt der Priester oder Diakon: Er lädt zum Gebet ein und schließt mit einem Gebet ab. Dazwischen stehen eure Bitten, und nach jeder antwortet die Gemeinde.

Die Grundordnung beschreibt das so: Die Anliegen sollen schlicht sein, mit kluger Freiheit und in wenigen Worten abgefasst, und sie sollen das Gebet der ganzen Gemeinschaft ausdrücken (Nr. 71). Das heißt: kein Monolog, keine Pointe. Ihr sprecht für alle, die da sind.

Eine Fürbitte, wie sie gesprochen wird

Vorleserin: Guter Gott, wir beten für N. und N.,
die sich heute das Jawort gegeben haben.
Lass sie in ihrem Versprechen zu Hause sein, an hellen und an grauen Tagen.
Gott, unser Vater:
Alle: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wo in den Vorlagen „N. und N.“ steht, setzt du die Vornamen ein. So machen es auch die liturgischen Bücher.

Ein Blick auf den Trauungssegen hilft

Der feierliche Trauungssegen, den der Priester kurz vorher spricht, bittet schon um vieles: um Einheit, um wachsende Liebe, um Offenheit für die Not anderer, um Gesundheit bis ins Alter. Fragt ruhig nach, welche Fassung er nimmt. Dann wiederholen eure Bitten nicht dasselbe, sondern ergänzen es mit dem, was nur ihr über dieses Paar wisst.

Wer liest die Fürbitten bei der Hochzeit vor?

Meist lesen Menschen, die dem Paar nahestehen: Trauzeugen, Geschwister, Eltern, Freunde, manchmal ein Patenkind. Die Grundordnung nennt neben Diakon, Kantor und Lektor ausdrücklich auch gläubige Laien (Nr. 71).

Bewährt hat sich, dass jede Person eine Bitte liest, die zu ihr passt. Der Trauzeuge liest die Bitte für die Freundschaft, die Schwester die für die Familie. Das Brautpaar selbst liest normalerweise nicht. Es steht in diesem Moment vorne und lässt für sich beten, und das darf es auch.

Auch evangelische oder nicht getaufte Freunde können eine Bitte lesen. Wichtig ist nur, dass sie die Worte ehrlich sprechen können. Wer unsicher ist, nimmt eine Bitte, die vor allem dem Paar Gutes wünscht. Stimmt die Leserinnen und Leser vorher mit der Pfarrei ab.

Klassische Fürbitten für das Brautpaar

Diese Bitten stehen meist am Anfang. Sie sind ruhig formuliert und passen zu fast jeder Trauung, auch wenn Großeltern in der ersten Reihe sitzen.

  1. Guter Gott, N. und N. haben sich heute vor dir das Jawort gegeben. Segne ihren Bund und lass ihn wachsen, Jahr für Jahr.
  2. Herr, du bist die Liebe. Lass N. und N. einander so annehmen, wie sie sind, und einander helfen, zu werden, wer sie sein können.
  3. Gott, schenke den beiden Geduld miteinander. Lass sie gütig bleiben, auch wenn der andere nervt, und nicht nachtragend werden.
  4. Guter Gott, schenke N. und N. ein Zuhause, in dem Frieden ist, in dem man lachen kann und in dem Gäste willkommen sind.
  5. Herr, bei der Hochzeit in Kana hast du dafür gesorgt, dass die Freude nicht ausgeht. Sei auch bei N. und N., wenn ihnen etwas ausgeht: Kraft, Zeit oder Zuversicht.
  6. Gott, lass N. und N. einander treu sein, in guten und in schweren Tagen, bis ins hohe Alter.
  7. Guter Gott, wenn N. und N. sich Kinder wünschen, dann schenke ihnen Kinder und die Kraft, sie mit Liebe großzuziehen.
  8. Herr, lass die beiden nie vergessen, dass sie heute nicht allein Ja gesagt haben. Du hast mit Ja gesagt.

Hinter mehreren Bitten stehen Bibeltexte, die oft bei Trauungen gelesen werden. Paulus beschreibt die Liebe als langmütig, gütig und nicht nachtragend (1 Kor 13,4–5). Jesus verwandelt bei einer Hochzeit in Kana Wasser in Wein, als den Gastgebern der Wein ausgeht (Joh 2,1). Der erste Johannesbrief sagt, dass Gott Liebe ist (1 Joh 4,16). Wenn das Paar eine Lesung ausgesucht hat, kann eine Bitte sie aufgreifen. So klingen Lesung und Gebet zusammen.

Bitte 7 ist mit Absicht vorsichtig formuliert. Nicht jedes Paar wünscht sich Kinder, und nicht jedes Paar kann welche bekommen. Das weiß nicht jeder in der Kirche. Fragt das Paar vorher, ob es diese Bitte will.

Moderne Fürbitten zur Hochzeit

Moderne Fürbitten sagen dasselbe wie klassische, nur in der Sprache, in der das Paar wirklich lebt. Sie nennen den Alltag beim Namen: Umzüge, Jobs, Streit, Handy, Müdigkeit. Viele Gäste merken genau hier, dass es um diese beiden geht und nicht um irgendein Paar.

  1. Gott, N. und N. haben heute Ja gesagt. Lass sie dieses Ja auch an einem Dienstagabend nach einem langen Arbeitstag wiederfinden.
  2. Guter Gott, schenke den beiden Zeit füreinander, die ihnen kein Kalender und kein Bildschirm wegnimmt.
  3. Herr, wenn N. und N. streiten, dann lass sie fair streiten, einander zuhören und abends nicht im Groll einschlafen.
  4. Gott, lass die beiden einander vertrauen, statt einander zu kontrollieren. Schenke ihnen eine Liebe, die frei lässt und trotzdem bleibt.
  5. Guter Gott, begleite N. und N. bei allen Entscheidungen, die vor ihnen liegen: wo sie wohnen, wie sie arbeiten, was ihnen wichtig ist.
  6. Herr, lass N. und N. einander um Verzeihung bitten können, und lass sie verzeihen, ohne Punkte zu zählen.
  7. Gott, bewahre den beiden ihre Neugier aufeinander. Lass sie nach zwanzig Jahren noch Fragen haben, die sie dem anderen stellen wollen.
  8. Guter Gott, schenke N. und N. Freunde, die zu ihnen halten, ehrlich mit ihnen sind und auch dann anrufen, wenn es gerade nicht gut läuft.

Hinter Bitte 11 steht ein alter Rat aus dem Epheserbrief: Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen (Eph 4,26). Das ist kein romantischer Satz, sondern ein praktischer.

Die Bitten 12 und 14 berühren Themen, an denen Beziehungen tatsächlich wachsen oder zerbrechen. Vertrauen ist keine Stimmung, sondern etwas, das man sich gegenseitig gibt und das man auch wieder aufbauen kann, wenn es beschädigt ist. Wer liebt, kennt irgendwann auch Eifersucht. Die Frage ist, ob sie verstanden wird, ohne zu kontrollieren. Und keine Ehe kommt ohne Vergebung, auch wenn es weh tut, durch das erste Jahr.

Liebe allein trägt keine Ehe. Man muss sie wählen, immer wieder. Genau darum bittet ihr in diesen Fürbitten.

Kurze Fürbitten zur Trauung

Manchmal soll es knapp sein. Die Feier ist lang, die Leserin ist neun Jahre alt oder das Paar mag es schlicht. Diese Bitten haben nur einen Satz.

  1. Guter Gott, segne N. und N. auf ihrem gemeinsamen Weg.
  2. Herr, lass ihre Liebe wachsen und nie ganz müde werden.
  3. Gott, schenke den beiden Humor, Geduld und Treue.
  4. Guter Gott, sei bei ihnen in guten und in schweren Tagen.
  5. Herr, lass ihr Zuhause offen sein für andere.
  6. Gott, lass uns alle, die heute hier sind, gute Freunde für dieses Paar bleiben.

Kurz ist nicht weniger wert. Ein ehrlicher Satz trägt mehr als ein Absatz voller Bilder.

Fürbitten für Eltern, Trauzeugen, Familie und Freunde

Eine Hochzeit verändert mehr als zwei Leben. Eltern lassen los, Geschwister bekommen einen neuen Menschen in die Familie, Freundschaften verschieben sich. Diese Bitten schauen auf die Menschen um das Paar herum.

  1. Guter Gott, wir danken dir für die Eltern von N. und N. Lohne ihnen alles, was sie gegeben haben, und hilf ihnen, jetzt loszulassen, ohne sich zu verlieren.
  2. Herr, zwei Familien wachsen heute zusammen. Lass sie einander mit Neugier und Respekt begegnen, auch da, wo sie verschieden sind.
  3. Gott, wir beten für die Trauzeugen N. und N. Sie bezeugen heute, dass N. und N. einander das Jawort gegeben haben. Lass sie auch später da sein, wenn das Paar sie braucht.
  4. Guter Gott, wir beten für alle Freundinnen und Freunde, die heute hier feiern. Lass diese Freundschaften halten, auch wenn Wege und Wohnorte sich ändern.
  5. Herr, wir beten für alle Paare hier, ob frisch verliebt, lange verheiratet oder in einer schweren Zeit. Erneuere ihre Liebe und schenke ihnen einen neuen Anfang, wo sie einen brauchen.

Die Trauzeugen haben in der katholischen Trauung übrigens eine echte Aufgabe. Ihre Anwesenheit zeigt sichtbar, dass die Ehe nicht nur Privatsache ist, sondern vor der Kirche geschlossen wird (KKK 1630–1631). Bitte 25 passt deshalb gut, wenn einer der beiden sie selbst liest.

Fürbitten für verstorbene Angehörige

Bei vielen Hochzeiten fehlt jemand. Ein Vater, der die Braut nicht zum Altar führen kann. Eine Oma, die sich seit Jahren auf diesen Tag gefreut hat. Eine Freundin, die zu früh gegangen ist. Für sie zu beten, gehört fest zur katholischen Tradition, auch bei einem Fest.

  1. Guter Gott, wir denken an alle aus unseren Familien, die heute nicht mehr bei uns sind. Lass sie bei dir mitfeiern und uns spüren, dass die Liebe nicht endet.
  2. Herr, wir denken an N., die sich so auf diesen Tag gefreut hätte. Schenke ihr das ewige Leben und uns den Trost, dass sie nicht vergessen ist.
  3. Jesus, du bist Herr über die Lebenden und die Toten. Nimm unsere Verstorbenen auf in dein Licht, und lass ihre Liebe in N. und N. weiterleben.

Drei Dinge helfen, damit diese Bitte trägt und die Stimmung nicht kippt:

  • Vorher fragen: Soll ein Name fallen? Bei einem frischen Verlust kann das jemanden in der ersten Reihe überrollen.
  • Nicht an den Anfang stellen: Die erste Bitte gehört dem Paar. Die Bitte für Verstorbene steht besser gegen Ende.
  • Hoffnung statt Schwere: Eine Hochzeit ist ein Freudenfest. Die Bitte darf traurig sein, aber sie endet im Licht.

Wenn du ausführlichere Worte für Verstorbene suchst, findest du sie bei unseren Fürbitten zur Beerdigung.

Fürbitten für eine ökumenische Trauung

Viele Paare sind konfessionsverbindend: einer katholisch, einer evangelisch. Bei einer sogenannten ökumenischen Trauung feiert eine Kirche die Trauung nach ihrer Ordnung, und ein Geistlicher der anderen Kirche wirkt mit. Für Deutschland gibt es dafür ein gemeinsames Buch der katholischen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Fürbitten sehen in beiden Kirchen fast gleich aus, und der Antwortruf „Wir bitten dich, erhöre uns“ ist beiden vertraut.

  1. Guter Gott, N. und N. kommen aus verschiedenen Kirchen. Lass sie im anderen nicht das Fremde sehen, sondern den Reichtum, den er mitbringt.
  2. Herr, lass N. und N. einen gemeinsamen Weg im Glauben finden, mit Respekt vor der Herkunft des anderen und Mut für etwas Eigenes.
  3. Gott, wir beten für alle Christen, katholisch und evangelisch. Lass uns an diesem Tag spüren, dass uns mehr verbindet als trennt.

Diese Bitten passen besonders, wenn ein Gast aus der jeweils anderen Konfession sie liest. Was Katholiken und Evangelische wirklich unterscheidet und was sie teilen, erklären wir im Artikel katholisch und evangelisch. Was Ökumene bedeutet, steht im Glossar.

Fürbitten für Kirche und Welt

Eine Hochzeit ist ein großes Fest, aber kein abgeschlossener Raum. Die Grundordnung sieht vor, dass in den Fürbitten auch für die Kirche, für die Regierenden, für Menschen in Not und für das Heil der ganzen Welt gebetet wird (Nr. 70). Eine dieser Bitten gehört in jeden Satz Fürbitten.

  1. Guter Gott, wir beten für alle Menschen, die heute in Krieg, Armut oder auf der Flucht leben. Lass sie Menschen finden, die ihre Not sehen und lindern.
  2. Herr, wir beten für alle Ehen, die gerade zerbrechen, und für alle, die einsam sind. Schenke ihnen Menschen, die bleiben.
  3. Gott, wir beten für deine Kirche. Lass sie ein Ort sein, an dem Paare Rückhalt finden, Fragen stellen dürfen und willkommen sind.

Bitte 35 wirkt an einem Hochzeitstag vielleicht mutig. Sie ist ehrlich. Wahrscheinlich sitzt in der Kirche jemand, dem gerade genau das passiert.

Was gehört nicht in Fürbitten zur Hochzeit?

Eine Fürbitte ist keine Rede. Sie ist ein Gebet. Daraus folgt fast alles andere.

  • Keine Ansprache ans Paar: „Liebe N., lieber N., wir wünschen euch …“ gehört auf die Karte oder in die Rede beim Essen. In der Fürbitte sprichst du mit Gott.
  • Keine Insider: Der Urlaub, bei dem alles schiefging, sorgt beim Fest für Lacher. In der Kirche verstehen ihn drei Leute.
  • Keine versteckten Botschaften: „dass N. endlich lernt, pünktlich zu sein“ ist ein Witz auf Kosten des Paars, kein Gebet.
  • Kein Druck: Keine Bitte um „baldigen Nachwuchs“, wenn das Paar das nicht ausdrücklich will.
  • Keine Belehrung: Gott muss nicht erklärt bekommen, was er tun soll. Bitte, statt zu befehlen.
  • Nicht zu lang: Wer drei Sätze schreibt, sollte einen streichen.

Und wenn du selbst nicht so recht glaubst? Dann schreib nur, was du ehrlich sagen kannst. „Lass sie einander treu bleiben“ geht über fast jede Lippe. Das ist kein Schummeln. Es ist ein Anfang, und Treue ist ein Wort, das viele verstehen, auch ohne Kirche. Wie Treue als Freiheit statt als Zwang aussehen kann, beschreibt unser Artikel über Treue in Beziehungen.

Eigene Fürbitten für die Hochzeit schreiben: so geht es

Aus 36 Vorlagen werden in der Feier meist vier bis sechs. So findest du eure.

  1. AuswählenNimm zwei Bitten für das Paar, eine für Familie oder Freunde, eine für Kirche und Welt und, wenn es passt, eine für Verstorbene. Das ist der Kern.
  2. MischenKlassisch und modern dürfen nebeneinanderstehen. Eine ruhige Bitte am Anfang, eine alltagsnahe in der Mitte wirkt oft am besten.
  3. Persönlich machenSetze die Namen ein und tausch ein Wort gegen etwas, das nur zu diesem Paar passt: die Lesung, die sie ausgesucht haben, der Ort, an dem sie sich kennengelernt haben, eine gemeinsame Leidenschaft.
  4. Laut lesenLies jede Bitte einmal laut, am besten jemandem vor. Wo du stolperst, stolpert auch die Leserin am Ambo.
  5. Leser verteilenJede Person bekommt ihre Bitte auf einem eigenen Zettel in großer Schrift. Ein Handy geht aus, wenn man es am wenigsten braucht.
  6. AbstimmenSchickt die Bitten rechtzeitig an den Priester oder Diakon. Er weiß, welcher Antwortruf gilt und ob er selbst schon Bitten vorbereitet hat.

Wenn Trauung und Taufe an einem Tag gefeiert werden, lassen sich die Bitten verbinden. Vorlagen für das Kind, die Eltern und die Paten findest du bei den Fürbitten zur Taufe. Wer dem Paar zusätzlich einen persönlichen Segen mitgeben will, etwa beim Fest oder auf der Karte, findet Anregungen bei unseren Segensgebeten.

Eure Fürbitten sind die ersten Gebete, die öffentlich für diese Ehe gesprochen werden. Sie müssen nicht perfekt sein. Sie müssen ehrlich sein. Und wenn ein Paar noch eine Kirche für seine Trauung sucht: Unter Gemeinden in Thüringen findet ihr einen ersten Anlaufpunkt.

Häufige Fragen

Wie viele Fürbitten sind bei einer Hochzeit üblich?

Meist vier bis sechs. Damit könnt ihr für das Brautpaar, für Familie und Freunde, für Verstorbene und für die Welt beten, ohne dass die Feier ins Stocken gerät. Mehr als sieben Bitten werden schnell zäh, weil nach jeder die ganze Gemeinde antwortet. Die genaue Zahl sprecht ihr im Traugespräch mit dem Priester oder Diakon ab.

Wann kommen die Fürbitten bei der kirchlichen Trauung?

Direkt nach dem eigentlichen Trauritus. Nach Evangelium und Predigt folgen die Befragung, die Segnung der Ringe, das Jawort und der feierliche Trauungssegen. Dann schließen sich die Fürbitten an. In einer Trauung mit Messe geht es danach mit der Gabenbereitung weiter, in einem Wortgottesdienst meist mit dem Vaterunser und dem Schlusssegen.

Wer liest die Fürbitten bei einer Hochzeit vor?

Meist Menschen, die dem Paar nahestehen: Trauzeugen, Geschwister, Eltern, Patenkinder oder Freunde. Eine feste Regel gibt es nicht. Oft liest jede Person eine Bitte, die zu ihr passt. Das Brautpaar selbst liest meist nicht, weil es in diesem Moment im Mittelpunkt steht und für sich beten lässt. Wer nicht gern vor Leuten spricht, muss nicht lesen.

Was antwortet die Gemeinde auf die Fürbitten?

Nach jeder Bitte antworten alle mit einem kurzen Ruf. Am häufigsten ist „Wir bitten dich, erhöre uns.“ Oft leitet der Vorleser mit „Gott, unser Vater“ oder „Herr, unser Gott“ ein. Manche Paare wählen einen gesungenen Liedruf. Welcher Ruf gilt, steht am besten im Liedheft, damit auch Gäste mitkommen, die selten in der Kirche sind.

Darf man in den Fürbitten zur Hochzeit an Verstorbene denken?

Ja. Eine Bitte für Verstorbene gehört fest zur katholischen Gebetstradition, und bei einer Hochzeit fehlt oft jemand, der sich sehr gefreut hätte. Sprecht vorher mit dem Paar, ob ein Name fallen soll. Formuliert die Bitte kurz und hoffnungsvoll und stellt sie nicht an den Anfang. So bleibt Platz für die Trauer, ohne dass sie den Tag übernimmt.

Dürfen evangelische oder nicht getaufte Gäste eine Fürbitte lesen?

In aller Regel ja. Die Fürbitten sind das Gebet der ganzen versammelten Gemeinde. Eine Kirchenmitgliedschaft wird dafür nicht verlangt. Wichtig ist nur, dass die Person den Text ehrlich sprechen kann. Wer nicht glaubt, kann eine Bitte wählen, die vor allem dem Paar Gutes wünscht. Klärt es kurz mit dem Priester oder Diakon ab.

Muss das Brautpaar die Fürbitten selbst schreiben?

Nein. Das liturgische Buch zur Trauung enthält fertige Fürbitten, die der Priester oder Diakon nehmen kann. Die Kirche wünscht sich aber, dass die Anliegen zum Anlass passen, und bei der Trauung ist das ausdrücklich vorgesehen. Viele Paare geben das Schreiben an Trauzeugen oder Freunde ab oder passen Vorlagen wie diese an.

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