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Katechismus

13 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Die katholische Kirche lehrt: Himmel und Hölle gibt es wirklich, aber anders, als Bilder von Wolken und Flammen nahelegen. Der Himmel ist die vollendete Gemeinschaft mit Gott und allen, die ihn lieben (KKK 1024). Die Hölle ist der Zustand, in dem sich ein Mensch endgültig selbst von Gott ausschließt (KKK 1033). Niemand ist dafür vorherbestimmt.

Steckbrief

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Wolken, Harfen und ein Tor, vor dem Petrus mit einer Liste steht. Weiter unten Flammen und ein roter Teufel mit Dreizack. So sehen Himmel und Hölle in Cartoons, Memes und Werbespots aus. Wenn du dich fragst, ob es die Hölle wirklich gibt, hast du wahrscheinlich genau diese Bilder im Kopf. Und dazu die Frage, wie ein Gott, der Liebe sein soll, Menschen für immer leiden lassen kann.

Die katholische Kirche hat zu beidem eine klare Lehre. Sie ist ernster als jeder Cartoon und hoffnungsvoller als manche Drohpredigt von früher. Hier geht es darum, was die Kirche über Himmel und Hölle wirklich sagt, was davon nur Bild ist und was das mit deinem Leben heute zu tun hat.

Bilder und Lehre: Was ist bei Himmel und Hölle gemeint?

Die Bibel spricht von Himmel und Hölle in Bildern, weil die Sache selbst jede Vorstellung übersteigt. Die Bilder zeigen auf etwas Wirkliches. Fotos sind sie nicht.

Der Katechismus der Katholischen Kirche, kurz KKK, sagt das ausdrücklich. Die Gemeinschaft mit Gott gehe über jedes Verständnis hinaus. Die Schrift spreche davon in Bildern wie Leben, Licht, Frieden, Hochzeitsmahl, Haus des Vaters, himmlisches Jerusalem und Paradies (KKK 1027). Paulus schreibt, dass kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was Gott für die bereithält, die ihn lieben (1 Kor 2,9).

Papst Johannes Paul II. hat das 1999 in zwei Ansprachen deutlich gemacht. Der Himmel sei weder ein abstrakter Begriff noch ein Ort zwischen den Wolken. Er sei eine lebendige, persönliche Beziehung zu Gott. Und die Hölle sei mehr eine Situation als ein Ort: die Lage dessen, der sich frei und endgültig von Gott entfernt hat.

Warum „Himmel“ nicht den Himmel über dir meint

Im Deutschen steht ein Wort für zwei Dinge: für den blauen Himmel mit Wolken und für die Gemeinschaft mit Gott. Das Englische trennt das in „sky“ und „heaven“. Schon die Bibel weiß, dass Gott nicht irgendwo über den Wolken wohnt. König Salomo sagt bei der Weihe des Tempels, dass selbst der Himmel Gott nicht fassen kann (1 Kön 8,27).

Woher die Bilder mit Flammen und Teufeln kommen

Viele Vorstellungen, die heute als christlich gelten, stammen aus Kunst und Literatur. Der italienische Dichter Dante Alighieri beschreibt in seiner „Göttlichen Komödie“ (entstanden etwa zwischen 1307 und 1321) eine Hölle aus Kreisen, einen Läuterungsberg und ein Paradies. Das Werk ist Weltliteratur, weicht aber in vielen Punkten von der Lehre der Kirche ab. Hörner, Schwanz und Dreizack des Teufels stehen nirgends in der Bibel.

Dass die Bilder oft kindlich wirken, heißt nicht, dass die Sache kindlich ist.

Was ist der Himmel?

Der Himmel ist nach katholischer Lehre das vollkommene Leben mit Gott. Der Katechismus nennt ihn eine Lebens- und Liebesgemeinschaft mit der Dreifaltigkeit, mit Maria, den Engeln und allen Seligen (KKK 1024). Er ist das letzte Ziel des Menschen und die Erfüllung seiner tiefsten Sehnsucht.

Im Himmel leben heißt vor allem: mit Christus sein (KKK 1025). Paulus schreibt, dass er sich danach sehnt, bei Christus zu sein (Phil 1,23). Zu dem Mann, der neben ihm gekreuzigt wird, sagt Jesus, dass er noch heute mit ihm im Paradies sein wird (Lk 23,43). Der Himmel ist also zuerst eine Person, kein Ort.

Johannes Paul II. beschreibt ihn als Begegnung mit dem Vater, die sich im auferstandenen Christus durch die Gemeinschaft im Heiligen Geist verwirklicht. Die Kirche spricht von der „beseligenden Schau“ (KKK 1028). Gemeint ist: Du wirst Gott sehen, wie er ist (1 Joh 3,2). Jetzt sieht man wie in einem Spiegel, dann von Angesicht zu Angesicht (1 Kor 13,12).

Geöffnet hat den Himmel Jesus selbst, durch seinen Tod und seine Auferstehung (KKK 1026). Deshalb ist der Himmel keine Belohnung, die man sich verdient wie einen Bonus. Er ist ein Geschenk, das man annehmen kann.

Der Himmel ist keine Flucht aus der Welt

Christen hoffen nicht nur auf ein Weiterleben der Seele. Am Ende steht die Auferstehung des Leibes und ein „neuer Himmel und eine neue Erde“ (Offb 21,1). Der Katechismus sagt, dass auch die sichtbare Welt verwandelt und vollendet wird (KKK 1046–1047). Was Menschen an Gutem aufgebaut haben, an Würde, Gemeinschaft und Freiheit, werden sie dort gereinigt wiederfinden (KKK 1050). Der Himmel macht diese Welt also nicht unwichtig. Er nimmt sie ernst.

Wie ist es im Himmel? Und wird das nicht langweilig?

Genau beschreiben kann es niemand. Die Bilder der Bibel zeigen aber alle in dieselbe Richtung: Fülle, Freude, Gemeinschaft und ein Ende aller Tränen.

Die Offenbarung des Johannes sagt, dass Gott alle Tränen abwischen wird. Es wird keinen Tod mehr geben, keine Trauer, keine Klage und keinen Schmerz (Offb 21,4). Jesus spricht von einem großen Fest, zu dem Menschen aus Ost und West kommen und sich an einen Tisch setzen (Mt 8,11). Und er sagt, dass im Haus seines Vaters viele Wohnungen sind und er einen Platz vorbereitet (Joh 14,2).

Trotzdem klingt „ewig“ für viele eher nach Drohung. Eine Ewigkeit auf einer Wolke, immer dasselbe Lied: Das wäre tatsächlich langweilig. Papst Benedikt XVI. hat darauf eine kluge Antwort gegeben. Ewigkeit sei keine endlose Folge von Kalendertagen. Sie sei eher wie ein erfüllter Augenblick, ein Eintauchen in die Weite der Liebe, in dem es kein Vorher und Nachher mehr gibt (Spe salvi 12).

Vielleicht kennst du Ahnungen davon. Ein Gespräch bis tief in die Nacht, ein Konzert, ein Moment mit Menschen, die du liebst: Du schaust auf die Uhr, und die Zeit ist verschwunden. Langweilig ist das nicht. Langweilig wird nur, was leer ist.

Gibt es die Hölle wirklich?

Ja. Die Kirche lehrt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert (KKK 1035). Das gehört zum verbindlichen Glauben der Kirche und ist kein Randthema, das man bei Bedarf weglassen kann.

Die wichtigste Grundlage sind Worte Jesu selbst. Er spricht mehrmals von der „Gehenna“, dem Feuer, das nicht erlischt (Mk 9,43–48). Gehenna ist ursprünglich ein echter Ort: das Hinnomtal südlich der Jerusalemer Altstadt. Dort wurden in der Königszeit Kinder als Opfer verbrannt. Der Prophet Jeremia hat das scharf verurteilt (Jer 7,31). So wurde der Name des Tals zum Bild für den Ort des endgültigen Verderbens.

In der großen Gerichtsrede im Matthäusevangelium trennt der Menschensohn die Menschen danach, wie sie mit Hungrigen, Fremden, Kranken und Gefangenen umgegangen sind (Mt 25,31–46). Im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus liegt zwischen beiden am Ende ein Abgrund (Lk 16,19–31).

Wer Jesus ernst nimmt, kann die Hölle nicht einfach streichen.

Der Katechismus sagt aber auch, wozu diese Worte da sind. Sie sind eine Mahnung, die eigene Freiheit verantwortlich zu gebrauchen, und ein Ruf zur Umkehr (KKK 1036). Jesus warnt, weil ihm an den Menschen liegt. Wer vor einem Abgrund warnt, will nicht, dass jemand hineinfällt.

Was ist die Hölle? Eine selbstgewählte Trennung von Gott

Die Hölle ist der Zustand, in dem sich ein Mensch endgültig selbst aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen ausschließt (KKK 1033). Nicht Gott wirft jemanden hinaus. Der Mensch bleibt draußen, weil er es so will.

Der Katechismus erklärt das in zwei Schritten. Erstens: Mit Gott vereint sein kann nur, wer sich frei dafür entscheidet, ihn zu lieben. Zweitens: Wer Gott, den Nächsten oder sich selbst schwer verletzt und das bis zum Tod nicht bereut, entscheidet sich damit gegen diese Liebe. Er bleibt aus eigenem Entschluss für immer von Gott getrennt (KKK 1033).

Johannes Paul II. hat es so gesagt: Die Hölle sei keine Strafe, die Gott von außen verhängt. Sie sei die Folge dessen, was ein Mensch schon in seinem Leben angelegt hat. Gottes Urteil bestätigt nur, was der Mensch gewählt hat.

Und das Feuer?

Die Kirche hält am biblischen Wort vom „ewigen Feuer“ fest (KKK 1035). Johannes Paul II. betonte aber, dass diese Bilder richtig gedeutet werden müssen. Sie zeigen die ganze Leere eines Lebens ohne Gott. Die schlimmste Qual der Hölle ist deshalb kein Schmerz am Körper. Es ist die ewige Trennung von Gott, in dem allein der Mensch Leben und Glück finden kann (KKK 1035).

Ein Bild, das hilft

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn kommt der jüngere Bruder nach Hause, und der Vater feiert ein Fest. Der ältere Bruder wird wütend und will nicht hineingehen. Der Vater geht hinaus und bittet ihn (Lk 15,28). Wie es ausgeht, erzählt Jesus nicht. Aber das Bild zeigt, worum es geht: Die Tür ist offen, drinnen wird gefeiert, und doch kann jemand draußen stehen bleiben.

Der Philosoph Jean-Paul Sartre ließ 1944 in seinem Stück „Geschlossene Gesellschaft“ eine Figur sagen: „Die Hölle, das sind die anderen.“ Der christliche Glaube sieht es umgekehrt. Die Hölle ist der Zustand, in dem jemand niemanden mehr hereinlässt, weder die anderen noch Gott.

Wie kann ein liebender Gott die Hölle zulassen?

Weil Liebe Freiheit braucht. Ein Gott, der jedes Nein am Ende einfach überstimmt, würde niemanden als Person ernst nehmen.

Die Hölle ist nicht das Gegenteil von Gottes Liebe. Sie ist die Kehrseite davon, dass diese Liebe niemanden zwingt.

Die Kirche betont: Gott bestimmt niemanden für die Hölle (KKK 1037). Er will, dass alle Menschen gerettet werden (1 Tim 2,4). Er ist geduldig und will nicht, dass jemand verloren geht (2 Petr 3,9). Im ersten Hochgebet der Messe bittet die Kirche ausdrücklich darum, vor dem ewigen Verderben bewahrt zu werden (KKK 1037).

Es gibt noch einen zweiten Grund, und er hat mit Gerechtigkeit zu tun. Benedikt XVI. schreibt, dass Gnade kein Schwamm ist, der am Ende alles wegwischt. Die Täter sitzen am Ende nicht neben ihren Opfern am Tisch, als wäre nichts gewesen (Spe salvi 44). Wer an die Opfer von Gewalt und Unrecht denkt, spürt, dass da etwas dran ist. Eine Welt, in der alles egal ist, was Menschen getan haben, wäre keine gerechte Welt.

Fair ist auch das: Schon in der frühen Kirche haben manche Theologen gelehrt, dass am Ende alle mit Gott versöhnt werden, allen voran Origenes im 3. Jahrhundert. Man nennt das Allversöhnung. Die Kirche hat diese Lehre im 6. Jahrhundert zurückgewiesen: 543 auf einer Synode in Konstantinopel und erneut im Umfeld des Zweiten Konzils von Konstantinopel 553. Auch heute vertreten manche Christen eine Allversöhnung. Die katholische Kirche hält daran fest, dass ein endgültiges Nein zu Gott eine echte Möglichkeit ist.

Wer kommt in die Hölle? Und ist die Hölle leer?

Wer in der Hölle ist, weiß niemand. Die Kirche hat viele Menschen heiliggesprochen. Von keinem einzigen Menschen hat sie je erklärt, dass er verdammt ist.

Johannes Paul II. sagte 1999: Ohne besondere Offenbarung Gottes ist uns nicht gegeben zu wissen, welche Menschen wirklich betroffen sind. Der Katechismus sagt dasselbe von der anderen Seite: Man kann beurteilen, ob eine Tat schwer falsch ist. Das Urteil über den Menschen selbst muss man aber der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes überlassen (KKK 1861).

Was führt dorthin?

In die Hölle kommt man nicht aus Versehen. Nur eine freie Abkehr von Gott, in der jemand bis zum Ende bleibt, führt dorthin (KKK 1037). Die Kirche spricht von Todsünde. Für eine Todsünde müssen drei Dinge zusammenkommen: eine schwerwiegende Sache, volles Bewusstsein und eine bewusste, freie Zustimmung (KKK 1857). Mehr dazu, was die Kirche unter Sünde versteht, steht in einem eigenen Artikel.

Druck, Angst, Sucht oder psychische Krankheit können die Verantwortung eines Menschen stark mindern (KKK 1860). Das gilt auch für Menschen, die sich das Leben genommen haben. Die Kirche sagt ausdrücklich: Man darf die Hoffnung auf ihr ewiges Heil nicht aufgeben. Gott kann ihnen auf Wegen, die nur er kennt, Gelegenheit zur Umkehr geben, und die Kirche betet für sie (KKK 2282–2283). Wenn dich das gerade selbst betrifft oder es richtig schwer ist: Auf unserer Hilfe-Seite stehen Nummern, die rund um die Uhr erreichbar sind.

Darf man hoffen, dass die Hölle leer ist?

Der Schweizer Theologe Hans Urs von Balthasar hat Mitte der 1980er-Jahre ein Buch mit dem Titel „Was dürfen wir hoffen?“ geschrieben. Seine Antwort: Man darf hoffen, dass am Ende alle gerettet werden. Wissen kann man es nicht. Die Möglichkeit, verloren zu gehen, hat Balthasar nie bestritten.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Die Kirche betet darum, dass niemand verloren geht (KKK 1058). Sie behauptet aber nicht, dass es so kommt.

Die entscheidende Frage ist nicht, wer sonst in der Hölle sein könnte. Die Frage ist, wohin du selbst unterwegs bist.

Himmel, Hölle und Fegefeuer: der Unterschied

Neben Himmel und Hölle spricht die katholische Kirche vom Fegefeuer. Die drei werden oft durcheinandergeworfen. Die Tabelle zeigt, was jeweils gemeint ist.

Himmel Fegefeuer Hölle
Was ist das? vollendete Gemeinschaft mit Gott Läuterung vor dem Himmel endgültige Trennung von Gott
Für wen? wer in der Gnade Gottes stirbt und ganz frei für ihn ist wer in der Gnade Gottes stirbt, aber noch nicht ganz geläutert ist wer Gott bewusst ablehnt und dabei bis zum Tod bleibt
Wie lange? für immer vorübergehend für immer
Katechismus KKK 1023–1029 KKK 1030–1032 KKK 1033–1037

Das Fegefeuer ist also kein Teil der Hölle. Es ist der Weg in den Himmel für alle, die dort ankommen, aber noch nicht ganz bereit sind. Wie das alles nach dem Tod zusammenhängt, vom Gericht bis zur Auferstehung, erklärt der Artikel Was passiert nach dem Tod?.

Der Katechismus zitiert dazu einen Satz des Mystikers Johannes vom Kreuz: Am Abend unseres Lebens werden wir nach unserer Liebe gerichtet werden (KKK 1022). Das ist der Maßstab. Kein Punktekonto, keine Liste mit Regeln, sondern die Frage, wie sehr du geliebt hast.

Was Himmel und Hölle mit deinem Leben heute zu tun haben

Himmel und Hölle beginnen nicht erst nach dem Tod. Johannes Paul II. sagte, der Himmel lasse sich schon jetzt im Voraus erfahren: in den Sakramenten und dort, wo Menschen sich in Liebe verschenken. Umgekehrt kennt jeder Momente, in denen er sich verschließt, niemanden an sich heranlässt und immer einsamer wird.

Die Richtung deines Lebens entscheidet sich nicht an einem einzigen Tag. Sie entsteht aus vielen kleinen Entscheidungen. Das klingt anstrengend. Es heißt aber auch: Du kannst heute umdrehen.

  1. Prüf deine BilderWelche Vorstellung von Himmel und Hölle trägst du mit dir herum, und woher kommt sie? Lies die Gerichtsrede in Matthäus 25 einmal selbst und vergleiche.
  2. Schau, wer draußen stehtNach Matthäus 25 zählt, wie du mit Menschen in Not umgehst. Denk an eine Person in deinem Umfeld, die gerade allein ist, und melde dich bei ihr.
  3. Lass nichts Schweres liegenWenn dich etwas belastet, musst du es nicht allein tragen. In der Beichte kannst du es aussprechen und neu anfangen.
  4. Denk an die, die dir fehlenChristen beten für ihre Toten, weil sie auf den Himmel hoffen. Ein Gebet für Verstorbene kann dir Worte geben, gerade um Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November.
  5. Red darüberSolche Fragen denkt man besser nicht allein zu Ende. In der Runde sprechen junge Leute aus Thüringen offen über Glauben und Zweifel.

Die Hölle ist eine ernste Möglichkeit, und Jesus hat nicht darüber gescherzt. Aber sie ist nicht das letzte Wort des Glaubens. Das letzte Wort ist eine Einladung an einen Tisch, an dem noch Platz ist. Auch für dich.

Häufige Fragen

Kann man aus der Hölle wieder herauskommen?

Nein. Die Kirche lehrt, dass die Hölle ewig dauert (KKK 1035). Der Grund liegt nicht darin, dass Gott irgendwann aufhört zu vergeben. Mit dem Tod wird die Entscheidung eines Menschen endgültig. Jesus beschreibt das im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus mit einem Abgrund, den niemand überqueren kann (Lk 16,26). Die Zeit, in der man umkehren kann, ist dieses Leben. Und in diesem Leben ist es nie zu spät.

Erkennen wir uns im Himmel wieder?

Die Kirche beschreibt den Himmel als Gemeinschaft: mit Gott, mit Maria, den Engeln und allen Seligen (KKK 1024). Niemand löst sich dort in einem großen Nebel auf. Der Katechismus sagt, dass die Menschen im Himmel ihre wahre Identität, ihren eigenen Namen finden (KKK 1025). Wie genau das Wiedersehen sein wird, beschreibt die Bibel nicht. Christen hoffen aber seit jeher darauf, die Menschen wiederzufinden, die sie geliebt haben.

Kommen Menschen, die nicht an Jesus glauben, in die Hölle?

Nicht automatisch. Die Kirche lehrt: Wer Christus und die Kirche ohne eigene Schuld nicht kennt, Gott aber ehrlich sucht und seinem Gewissen folgt, kann das ewige Heil erlangen (KKK 847). Gott führt Menschen auch auf Wegen, die nur er kennt. Das heißt nicht, dass Glaube egal ist. Die Kirche hält daran fest, dass Christus der Weg zum Heil ist, und sie soll ihn allen bekannt machen (KKK 848).

Was bedeutet „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ im Glaubensbekenntnis?

Der Satz meint nicht die Hölle der Verdammten. Gemeint ist der Ort der Toten, den die Bibel Scheol oder Hades nennt. In älteren Übersetzungen stand dort das Wort „Hölle“. Der Katechismus erklärt: Jesus ist wirklich gestorben und zu den Toten gegangen, und zwar als Retter für die Gerechten, die vor ihm gelebt hatten (KKK 632–633). Die Hölle als Ort der Verdammung hat er dabei nicht aufgehoben.

Ist das Fegefeuer ein Teil der Hölle?

Nein. Das Fegefeuer hat mit der Hölle nichts zu tun. Der Katechismus sagt ausdrücklich, dass diese Läuterung „von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden“ ist (KKK 1031). Ins Fegefeuer kommt nur, wer in der Freundschaft mit Gott stirbt und seines Heils schon sicher ist (KKK 1030). Es ist eher der Vorraum des Himmels: Dort wird ein Mensch frei für die Begegnung mit Gott.

Glaubt die Kirche an den Teufel?

Ja. Die Kirche lehrt, dass es Satan gibt, einen Engel, den Gott gut geschaffen hat und der sich selbst frei und endgültig gegen Gott entschieden hat (KKK 391–392). Er ist kein Gegengott, sondern nur ein Geschöpf, und seine Macht ist begrenzt (KKK 395). Mit Hörnern, Schwanz und Dreizack hat das nichts zu tun: Diese Bilder stammen aus der Kunst, nicht aus der Bibel.

Kommen Tiere in den Himmel?

Dazu gibt es keine festgelegte Lehre der Kirche. Sicher ist: Die Bibel spricht davon, dass am Ende die ganze Schöpfung erneuert wird, nicht nur der Mensch (Röm 8,19–23; KKK 1046–1047). Gott wirft nichts achtlos weg, was er geschaffen hat. Ob und wie dein Hund oder deine Katze dazugehört, weiß niemand. Die Hoffnung darauf widerspricht dem Glauben aber nicht.

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