
Sakramente & Messe

Kurz erklärt
Liturgie ist der öffentliche, gemeinsame Gottesdienst der Kirche nach festen Formen. Dazu gehören die Messe, die Sakramente und das Stundengebet.
Liturgie ist der öffentliche, gemeinsame Gottesdienst der Kirche. Dazu gehören vor allem die Heilige Messe, die Feier der Sakramente und das Stundengebet. Liturgie folgt festen Formen, die für die ganze Kirche gelten. Nach katholischem Verständnis handelt darin Christus selbst mit seiner Kirche.
Woher kommt das Wort Liturgie?
Das Wort stammt aus dem Griechischen. „Leiturgia“ bedeutete ursprünglich ein öffentliches Werk, einen Dienst des Volkes und für das Volk (KKK 1069). In der Antike konnte das auch ein Dienst für die Stadt sein, den reiche Bürger übernahmen.
Im Neuen Testament meint das Wort mehr als nur Gottesdienst. Es steht auch für die Verkündigung des Evangeliums und für tätige Nächstenliebe (KKK 1070). Liturgie ist also nie nur Zeremonie. Sie hat mit dem Leben draußen zu tun.
Was gehört in der katholischen Kirche zur Liturgie?
Zur Liturgie zählen vor allem:
- die Messe, in der die Eucharistie gefeiert wird,
- die Feier der sieben Sakramente, etwa Taufe, Firmung, Trauung oder Krankensalbung (KKK 1113),
- das Stundengebet, zu dem Gebetszeiten wie Laudes am Morgen und Vesper am Abend gehören,
- Segnungen und Beerdigungen nach den Büchern der Kirche.
Die Liturgie hat ihren eigenen Kalender, das Kirchenjahr. Es beginnt mit dem Advent und führt über Weihnachten, Ostern und Pfingsten bis zum Christkönigssonntag. Farben, Lesungen und Lieder folgen diesem Rhythmus.
Die meisten Katholiken in Deutschland feiern im römischen Ritus. Daneben gibt es weitere Riten, etwa in den katholischen Ostkirchen, mit eigenen Gebeten und Gesängen. Sie gehören genauso zur einen katholischen Kirche.
Das Zweite Vatikanische Konzil nennt die Liturgie den Höhepunkt, auf den das Tun der Kirche zuläuft, und zugleich die Quelle ihrer Kraft (Sacrosanctum Concilium 10). Es wünscht sich, dass alle Gläubigen „voll, bewusst und tätig“ teilnehmen (SC 14). Deshalb gibt es Lektoren, Kantoren und Messdiener, und deshalb antwortet die Gemeinde laut.
Liturgie, Andacht, persönliches Gebet: Was ist der Unterschied?
Liturgie ist das offizielle Gebet der ganzen Kirche. Eine Andacht, etwa eine Maiandacht oder ein Kreuzweg, ist gemeinsames Gebet, aber freier gestaltet. Das persönliche Gebet ist dein eigenes Gespräch mit Gott, zu Hause oder unterwegs. Alle drei haben ihren Platz. Wie du selbst anfangen kannst, zeigt der Artikel Beten lernen.
Feste Formen wirken auf viele erst fremd. Sie haben aber einen Vorteil: Du musst dir nicht selbst ausdenken, was du Gott sagst. Du kannst dich in etwas hineinstellen, das seit Jahrhunderten trägt. Wie das in einer Messe konkret aussieht, erklärt der Text über den Ablauf der Heiligen Messe.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Liturgie und Gottesdienst?
Die Begriffe überschneiden sich stark. Gottesdienst ist das Alltagswort für jede Feier, in der Menschen Gott loben und beten. Liturgie ist der Fachbegriff für den offiziellen, gemeinsamen Gottesdienst der Kirche nach festgelegten Formen, etwa die Messe, die Feier der Sakramente oder das Stundengebet. Eine Andacht oder ein freies Gebet in der Gruppe ist Gottesdienst, aber im strengen Sinn keine Liturgie.
Warum ist die Liturgie immer gleich?
Die feste Form schützt die Feier davor, von der Laune eines Einzelnen abzuhängen. Sie gehört der ganzen Kirche. Deshalb kannst du in Erfurt, Rom oder Lima eine Messe mitfeiern und findest dich zurecht. Gleich ist sie aber nicht ganz: Lesungen, Gebete, Lieder und Farben wechseln mit dem Kirchenjahr, und der Priester hat bei Predigt und einzelnen Texten Spielraum.
Seit wann ist die Messe auf Deutsch?
Das Zweite Vatikanische Konzil erlaubte 1963 in seiner Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“, die Muttersprache in der Messe stärker zu verwenden. In den folgenden Jahren wurde die Messe in Deutschland schrittweise auf Deutsch umgestellt. Latein ist bis heute die offizielle Sprache der römischen Liturgie und kann weiterhin verwendet werden, etwa bei einzelnen Gesängen.

Die Runde
Allein grübelnmuss niemand.
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