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Kirchenjahr

15 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Advent kommt vom lateinischen adventus und heißt Ankunft. In den vier Wochen vor Weihnachten bereiten sich Christen auf das Fest der Geburt Jesu vor und erinnern sich an die Hoffnung, dass Christus wiederkommt. 2026 beginnt der Advent am Sonntag, 29. November. Mit ihm startet das neue Kirchenjahr, die liturgische Farbe ist Violett.

Steckbrief

BedeutungAnkunft, von lateinisch adventus
Dauervier Sonntage vor Weihnachten, 22 bis 28 Tage
Adventssonntage 202629. November, 6., 13. und 20. Dezember
Adventssonntage 202728. November, 5., 12. und 19. Dezember
Liturgische FarbeViolett, am 3. Advent (Gaudete) Rosa möglich
Feiertag in ThüringenNein, die Adventssonntage sind normale Sonntage
BesonderheitMit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr
BräucheAdventskranz, Adventskalender, Rorate, Barbarazweige, Nikolaus
Inhalt

Kaum ist der November zur Hälfte vorbei, blinkt überall Weihnachten. Supermärkte spielen Lieder, Kalender füllen sich mit Feiern, die To-do-Liste wird länger. Der Advent ist eigentlich das Gegenteil davon: vier Wochen, in denen es langsamer werden darf, weil man auf etwas wartet, das sich lohnt.

Die Adventszeit hat ihre eigenen Zeichen: den Kranz mit vier Kerzen, die Farbe Violett, frühe Messen im Kerzenlicht. Wer sie versteht, erlebt den Dezember anders. Und am 24. Dezember bleibt dann mehr übrig als Erschöpfung.

Was bedeutet Advent?

Advent kommt vom lateinischen Wort adventus und heißt Ankunft. Christen bereiten sich in dieser Zeit auf Weihnachten vor, das Fest der Geburt Jesu, und sie erinnern sich an die Hoffnung, dass Christus am Ende der Zeit wiederkommt.

Im Römischen Reich war adventus ein politisches Wort. So nannte man die feierliche Ankunft des Kaisers in einer Stadt. Man schmückte die Straßen, die Menschen gingen ihm entgegen. Die ersten Christen haben das Wort übernommen und umgedeutet. Wer bei ihnen ankommt, ist kein Herrscher mit Heer, sondern ein Kind in einem Stall.

Zwei Ankünfte in einer Zeit

Der Advent hat einen doppelten Blick. Die Grundordnung des Kirchenjahres, das offizielle Regelwerk für den katholischen Festkalender, beschreibt ihn so: Er bereitet auf Weihnachten vor, auf das Gedächtnis des ersten Kommens des Gottessohnes. Und er lenkt die Herzen auf die zweite Ankunft Christi am Ende der Zeiten. Beides zusammen macht den Advent zu einer Zeit hingebender und freudiger Erwartung.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 524) sagt es ähnlich. In der Adventsliturgie lässt die Kirche die lange Erwartung des Messias wieder aufleben. Wer mitfeiert, geht den Weg der Menschen mit, die jahrhundertelang auf den Retter gewartet haben, und erneuert zugleich die eigene Sehnsucht nach seinem Kommen.

Das klingt abstrakt, ist aber sehr menschlich. Jeder kennt Warten, das leer ist: auf den Bus, auf die Klausurnote. Und Warten, das voll ist: auf einen Menschen, den man liebt. Der Advent meint die zweite Sorte.

Advent 2026 und 2027: die Adventssonntage

Der Advent hat immer vier Sonntage. Der vierte ist der letzte Sonntag vor dem 25. Dezember, und von dort zählt man drei Wochen zurück. Der erste Advent liegt deshalb immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember.

2026 2027
1. Advent So, 29. November So, 28. November
2. Advent So, 6. Dezember (zugleich Nikolaustag) So, 5. Dezember
3. Advent (Gaudete) So, 13. Dezember So, 12. Dezember
4. Advent So, 20. Dezember So, 19. Dezember
Heiligabend Do, 24. Dezember Fr, 24. Dezember

2026 dauert der Advent 26 Tage, 2027 sind es 27. Am längsten ist er mit 28 Tagen, wenn Heiligabend auf einen Samstag fällt. Am kürzesten wird er, wenn der 24. Dezember ein Sonntag ist. Dann ist der vierte Advent zugleich Heiligabend, das nächste Mal 2028.

Mit dem Advent beginnt das Kirchenjahr

Die Kirche zählt ihr Jahr nicht ab dem 1. Januar. Das liturgische Jahr beginnt mit dem ersten Advent, genauer mit der Vesper, dem Abendgebet der Kirche am Samstag davor. 2026 ist das der Abend des 28. November. Eine Woche vorher, am Christkönigssonntag (22. November 2026), endet das alte Kirchenjahr.

Mit dem neuen Kirchenjahr wechselt auch das Evangelium, aus dem sonntags vorgelesen wird. Ab dem ersten Advent 2026 gilt das Lesejahr B. Im Mittelpunkt steht dann das Markusevangelium. Wie sich die Feste über das ganze Jahr verteilen, zeigt unser Überblick über das Kirchenjahr mit allen Festen.

Worauf Christen im Advent warten: der biblische Hintergrund

Im Advent hört man in der Kirche drei Stimmen besonders oft: die Propheten des Alten Testaments, Johannes den Täufer und Maria. Alle drei zeigen, wie Warten aussieht, das nicht passiv bleibt.

Die Propheten

Der Prophet Jesaja ist der wichtigste Begleiter durch den Advent. Er spricht zu einem Volk, das im Exil lebt und kaum noch Hoffnung hat. Er kündigt an, dass Gott selbst kommt und sein Volk tröstet. Man soll ihm in der Wüste einen Weg bahnen (Jes 40,3). An anderer Stelle spricht er von einer jungen Frau, die einen Sohn gebären wird, dessen Name Immanuel ist, „Gott mit uns“ (Jes 7,14). Christen lesen diese Texte als Ankündigung von Jesus.

Johannes der Täufer

Am zweiten und dritten Advent steht Johannes der Täufer im Mittelpunkt. Er lebt in der Wüste, trägt einen Mantel aus Kamelhaaren und ruft die Menschen zur Umkehr. Das Markusevangelium beginnt mit ihm und greift genau das Jesaja-Wort vom Weg auf, den man bereiten soll (Mk 1,3). Johannes weiß, dass er nicht die Hauptperson ist. Er sagt, dass Jesus wachsen muss und er selbst kleiner werden (Joh 3,30). Der Katechismus nennt ihn den unmittelbaren Vorläufer des Herrn (KKK 523).

Maria

Am vierten Advent richtet sich der Blick auf Maria. Das Evangelium erzählt, wie der Engel Gabriel ihr ankündigt, dass sie Mutter des Sohnes Gottes werden soll, und wie sie Ja sagt (Lk 1,26-38). Maria ist die Frau, die am konkretesten gewartet hat: neun Monate, mit allem, was dazugehört. Warum Katholiken sie so verehren, erklären wir ausführlich im Artikel über Maria, die Mutter Jesu.

Wachsam bleiben

Der erste Advent beginnt überraschend ernst. Im Evangelium spricht Jesus nicht über ein Baby, sondern über das Ende der Zeit. Seine Botschaft: Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, wann es so weit ist (Mk 13,33). Damit ist keine Angst gemeint, sondern Aufmerksamkeit. Wer wach ist, verschläft sein Leben nicht.

Geschichte: Vom Martinsfasten zu vier Sonntagen

Der Advent ist jünger als Weihnachten und hat sich über Jahrhunderte verändert. Am Anfang stand eine Fastenzeit, am Ende die heutige Form mit vier Sonntagen.

Als sich im 4. Jahrhundert der 25. Dezember als Weihnachtsdatum durchsetzte, entstanden in Gallien und Spanien bald Vorbereitungszeiten. Im 5. Jahrhundert ordnete Bischof Perpetuus von Tours an, zwischen dem Martinstag am 11. November und Weihnachten an drei Tagen pro Woche zu fasten. Weil das rund vierzig Tage waren, sprach man vom Martinsfasten. Deshalb hängen Sankt Martin und der Advent bis heute zusammen: Die Martinsgans war das letzte Festessen vor dieser Fastenzeit.

In Rom sah es anders aus. Papst Gregor der Große, der 604 starb, legte für die römische Liturgie vier Adventssonntage fest. Diese Form setzte sich im Westen durch, bestätigt 1038 von einer Synode im Kloster Limburg an der Haardt und endgültig 1570 unter Papst Pius V. Das Erzbistum Mailand mit seinem eigenen, dem ambrosianischen Ritus, feiert bis heute sechs Adventswochen. Auch die orthodoxen Kirchen kennen eine sechswöchige Fastenzeit vor Weihnachten.

Über Jahrhunderte galt der Advent als „geschlossene Zeit“. Tanz, laute Feste und feierliche Hochzeiten waren nicht erlaubt. Mit dem Kirchenrecht von 1917 fiel die Pflicht zum Adventsfasten weg. Heute ist der Advent offiziell keine Fastenzeit mehr. Das ist ein echter Unterschied zur Fastenzeit vor Ostern, die bis heute eine Zeit der Buße ist.

Wie die Kirche den Advent feiert

In der Messe merkst du den Advent an Farben, Liedern und an dem, was fehlt. Die Liturgie wird bewusst schlichter, damit Weihnachten dann richtig hell wirkt.

Violett und Rosa

Die liturgische Farbe des Advents ist Violett. Sie steht für Vorbereitung und Umkehr. Der Priester trägt ein violettes Messgewand, oft ist auch der Altar so geschmückt. Am dritten Advent darf Rosa getragen werden. Der Sonntag heißt Gaudete, lateinisch „Freut euch“, nach dem ersten Wort des Eröffnungsverses. Er greift einen Satz von Paulus auf, der die Gemeinde auffordert, sich allezeit zu freuen, weil der Herr nahe ist (Phil 4,4). Das Violett wird heller, als würde schon etwas Weihnachtslicht durchscheinen.

Was im Advent fehlt

Im Advent entfällt in der Sonntagsmesse das Gloria, der große Lobgesang „Ehre sei Gott in der Höhe“. Er ist für Weihnachten aufgehoben, wo er mit dem Gesang der Engel an der Krippe wieder erklingt. Das Halleluja bleibt, anders als in der Fastenzeit. Der Advent ist eine Zeit der Sehnsucht, nicht der Trauer.

Die letzten Tage vor Weihnachten

Ab dem 17. Dezember wird es noch einmal dichter. Die Tage bis Heiligabend sind nach der Grundordnung unmittelbar auf Weihnachten ausgerichtet. Im Abendgebet der Kirche erklingen vom 17. bis 23. Dezember die sieben O-Antiphonen. Das sind kurze Rufe, die Jesus mit alten biblischen Titeln anreden: O Weisheit, O Schlüssel Davids, O Immanuel und andere.

Mariä Empfängnis am 8. Dezember

Mitten im Advent feiert die Kirche am 8. Dezember das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, 2026 ein Dienstag. Viele verwechseln es mit der Jungfrauengeburt. Gemeint ist etwas anderes: dass Maria selbst vom ersten Moment ihres Lebens an frei von der Erbsünde war. Papst Pius IX. hat das 1854 als Glaubenssatz verkündet.

Beichte vor Weihnachten

Weil der Advent eine Zeit der Umkehr ist, bieten viele Gemeinden Bußgottesdienste und zusätzliche Beichtzeiten an. Wer seit Jahren nicht mehr dort war, findet im Advent einen guten Anlass. Wie das konkret geht und was man sagt, steht in unserem Artikel darüber, wie die Beichte abläuft.

Der Adventskranz: Bedeutung und Geschichte

Der Adventskranz ist das bekannteste Zeichen des Advents. Er ist rund 190 Jahre alt, stammt aus der evangelischen Kirche und steht heute in fast jeder katholischen Kirche.

Wie der erste Adventskranz entstand

Erfunden hat ihn Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Theologe aus Hamburg. 1833 gründete er das Rauhe Haus, ein Heim für Kinder und Jugendliche aus armen und schwierigen Verhältnissen. So wird es erzählt: Die Kinder fragten im Dezember ständig, wie lange es noch bis Weihnachten dauert. 1839 baute Wichern deshalb einen hölzernen Kranz, etwa so groß wie ein Wagenrad, mit einer Kerze für jeden Tag des Advents. Jeden Tag wurde bei der Andacht eine Kerze mehr angezündet, bis an Heiligabend alle brannten.

Meist heißt es, die Sonntage seien durch vier große weiße Kerzen markiert gewesen, die Werktage durch kleine rote. Ob das von Anfang an so war, ist nicht sicher belegt. Ein Sprecher des Rauhen Hauses sagte 2020, dafür gebe es keinen Beleg. Die einzige erhaltene Zeichnung zeigt gleich große Kerzen. Ab etwa 1860 wurde der Kranz mit Tannengrün geschmückt.

Vom Wagenrad ins Wohnzimmer

Ein Kranz mit über zwanzig Kerzen passt in keine normale Wohnung. Also blieben die vier Sonntagskerzen übrig. So wanderte der Brauch in evangelische Familien. In eine katholische Kirche kam der Adventskranz zum ersten Mal 1925 in Köln, 1930 folgte München. Überall verbreitet hat er sich in katholischen Gegenden erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute segnen viele Priester den Adventskranz am ersten Advent oder am Abend davor.

Was der Adventskranz bedeutet

Die Form trägt schon die Botschaft. Der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende und steht für die Ewigkeit Gottes. Das Grün bleibt auch im Winter lebendig und steht für Hoffnung und Leben. Das Licht wächst von Woche zu Woche und zeigt: Die Dunkelheit wird weniger, je näher das Fest rückt. Christen sehen darin Jesus, den das Johannesevangelium das Licht der Welt nennt.

Bei den Kerzenfarben gibt es keine feste Regel. In katholischen Familien sind drei violette und eine rosa Kerze verbreitet, passend zu den liturgischen Farben. Im Erzgebirge sind rote Kerzen üblich, anderswo weiße.

Bräuche im Advent

Viele Adventsbräuche sind aus Frömmigkeit entstanden, manche aus dem Kalender der Bauern, andere schlicht aus Kinderungeduld. Hier die wichtigsten.

Adventskalender

Früher malte man 24 Kreidestriche an die Tür und wischte jeden Tag einen weg. In katholischen Familien legten Kinder für jede gute Tat einen Strohhalm in die Krippe, damit das Jesuskind weich liegt. Den ersten gedruckten Kalender, eine Weihnachtsuhr, brachte 1902 eine evangelische Buchhandlung in Hamburg heraus. Ein Jahr später folgte in München der Verleger Gerhard Lang mit einem Bogen zum Ausschneiden und Aufkleben. Türchen gibt es seit den 1920er-Jahren, Schokolade dahinter seit 1958.

Rorate-Messe

Rorate-Messen werden früh am Morgen vor Sonnenaufgang gefeiert, oft nur im Kerzenlicht. Der Name kommt vom lateinischen Eröffnungsvers „Rorate caeli“: Tauet, ihr Himmel, von oben (Jes 45,8). Jede Rorate ist zugleich eine Marienmesse, im Evangelium hört man die Verkündigung an Maria. Die Tradition ist mindestens seit dem 15. Jahrhundert belegt. Danach gibt es in vielen Gemeinden gemeinsames Frühstück. Wer sich einmal um sechs Uhr morgens in eine dunkle Kirche gesetzt hat, weiß, warum die Leute wiederkommen.

Barbarazweige

Am 4. Dezember, dem Gedenktag der heiligen Barbara, schneidet man Zweige vom Kirsch- oder Apfelbaum und stellt sie in eine Vase. Mit etwas Glück blühen sie an Weihnachten. Blüten mitten im Winter sind ein Bild für neues Leben, wo keiner es erwartet. Wer Barbara war und warum sie Schutzpatronin der Bergleute ist, liest du bei der heiligen Barbara und ihren Zweigen.

Nikolaus

In der Nacht zum 6. Dezember stellen Kinder geputzte Stiefel vor die Tür, am Morgen sind sie gefüllt. 2026 fällt der Nikolaustag auf den zweiten Advent. Der historische Nikolaus war Bischof von Myra in der heutigen Türkei und bekannt dafür, heimlich zu schenken. Die ganze Geschichte steht beim heiligen Nikolaus.

Frauentragen und Herbergssuche

Vor allem in Bayern und Österreich wird in den neun Tagen vor Weihnachten ein Marienbild von Haus zu Haus getragen. Jede Familie nimmt es für eine Nacht auf und betet davor. Der Brauch erinnert daran, dass Maria und Josef in Betlehem keine Herberge fanden. Er ist aus der Herbergssuche hervorgegangen, einem Brauch, der auf mittelalterliche Weihnachtsspiele zurückgeht.

Advent in Thüringen

In Thüringen ist der Advent für die meisten Menschen eine Zeit ohne Kirche. Nur rund 7 Prozent der Menschen hier sind katholisch, die Mehrheit ist konfessionslos. Adventskalender, Glühwein und Lichterketten kennt trotzdem jeder.

Das sichtbarste Bild dafür steht in Erfurt. Jedes Jahr baut sich der Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz auf, direkt vor den Stufen des Erfurter Doms. Oben feiert die Kirche Advent, unten beginnt Weihnachten schon Ende November. Man kann das beklagen. Man kann aber auch die Stufen hochgehen.

Am ersten Advent 2023 wurde im Dom die bundesweite Adveniat-Aktion eröffnet. Adveniat ist das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, 1961 von den Bischöfen gegründet. Der Name kommt aus dem Vaterunser: „Adveniat regnum tuum“, dein Reich komme. Jedes Jahr im Advent stellt das Hilfswerk ein Thema in den Mittelpunkt, die Kollekte in allen katholischen Weihnachtsgottesdiensten geht an seine Projekte.

Viele Gemeinden im Bistum Erfurt laden im Dezember zu Rorate-Messen, Adventskonzerten und Bußgottesdiensten ein, besonders im katholisch geprägten Eichsfeld. Zeiten stehen bei den Pfarreien selbst. Über unser Gemeindeverzeichnis findest du die Gemeinde in deiner Nähe.

Advent Kindern erklären

Für Kinder ist der Advent vor allem Warten, und Warten ist schwer. Genau deshalb hilft es, wenn man erklärt, worauf man wartet.

Den Advent für Kinder erklärt

  1. Advent heißt Ankunft. Wir warten darauf, dass Jesus Geburtstag hat.
  2. Vier Sonntage lang zünden wir am Adventskranz jede Woche eine Kerze mehr an.
  3. Mit jeder Kerze wird es heller, so wie Jesus Licht in die Welt bringt.
  4. Wenn alle vier Kerzen brennen, ist Weihnachten ganz nah.
  5. Im Advent können wir anderen eine Freude machen, so wie wir uns auf Weihnachten freuen.

Ein kleines Ritual hilft mehr als jede Erklärung. Kerze an, ein Lied, ein kurzer Satz zum Tag, Kerze aus. Kinder erinnern sich an solche Abende oft länger als an Geschenke.

Was der Advent heute bedeuten kann

Der Dezember ist für viele die vollste Zeit des Jahres. Klausuren, Projektabgaben, Weihnachtsfeiern, Geschenke, Familie. Der Advent wirkt dagegen wie ein Relikt aus einer Welt, in der man noch Zeit hatte.

Doch der Advent war nie ein Luxus für Menschen mit freiem Kalender. Er war eine Entscheidung, sich in der dunkelsten Zeit des Jahres auf etwas auszurichten. Du kannst Weihnachten vier Wochen lang vorfeiern und am 24. leer sein. Oder du kannst warten.

Wer nie wartet, freut sich auch nie richtig.

Das heißt nicht, dass du auf Plätzchen und Weihnachtsmarkt verzichten musst. Es heißt nur, dass zwischen all dem Platz bleibt für die eigentliche Frage des Advents: Worauf warte ich eigentlich? Und was wäre, wenn Gott tatsächlich ankommen will, auch bei mir?

  1. Zehn Minuten KerzeEinmal am Tag das Handy weg, eine Kerze an, nichts tun. Wer mag, liest dazu einen Vers aus dem Tagesevangelium oder sagt Gott in einem Satz, was gerade los ist.
  2. Einmal zur RorateStell dir einmal im Advent den Wecker früh und geh in eine Kerzenmesse. Du musst nichts können und nichts wissen, nur da sein.
  3. Jemanden besuchenWer ist im Dezember allein? Die Großmutter, der Kommilitone, der über die Feiertage nicht nach Hause fährt. Ein Besuch ist mehr wert als vieles aus dem Laden.
  4. Weniger kaufen, mehr teilenGib einen Teil deines Geschenkbudgets an eine Tafel oder ein Hilfswerk. Dann bekommt das Warten eine Richtung.
  5. Aufräumen, was schwer istEin Streit, der noch offen ist. Eine Entschuldigung, die fehlt. Der Advent ist eine gute Zeit dafür, bevor alle unter einem Baum sitzen.

Und wenn Weihnachten dann da ist, fängt das Fest erst an. Was Christen dann eigentlich feiern, erklärt der Artikel über Weihnachten und seine Bedeutung. Die Weihnachtszeit reicht über das Fest der Heiligen Drei Könige hinaus, und in vielen Familien bleibt die Krippe traditionell bis Lichtmess am 2. Februar stehen.

Wenn du den Advent nicht allein angehen willst: In der Runde kannst du mit jungen Leuten aus Thüringen darüber reden, wie man diese Wochen anders verbringt als im Dauerlauf.

Häufige Fragen

Wann ist der 1. Advent 2026?

Der erste Advent ist am Sonntag, 29. November 2026. Die weiteren Adventssonntage folgen am 6., 13. und 20. Dezember. Heiligabend fällt 2026 auf einen Donnerstag, der Advent dauert also 26 Tage. 2027 ist der erste Advent am 28. November, die übrigen Sonntage sind am 5., 12. und 19. Dezember.

Warum hat der Adventskranz vier Kerzen?

Jede Kerze steht für einen der vier Adventssonntage. Am ersten Advent brennt eine, jede Woche kommt eine dazu, bis am vierten Advent alle vier leuchten. Das wachsende Licht zeigt, dass Weihnachten näher kommt. Der erste Kranz von Johann Hinrich Wichern hatte 1839 noch eine Kerze für jeden Tag. Die vier Kerzen sind die alltagstaugliche Kurzform davon.

Welche Farbe haben die Kerzen am Adventskranz?

Eine feste Regel gibt es nicht. In katholischen Familien und Kirchen sind oft drei Kerzen violett und eine rosa, passend zu den liturgischen Farben. Die rosa Kerze wird am dritten Advent angezündet, dem Sonntag Gaudete. In vielen Regionen, etwa im Erzgebirge, sind rote Kerzen üblich, anderswo weiße oder naturfarbene. Wichtig ist das Licht, nicht der Farbton.

Ist der Advent eine Fastenzeit?

Heute nicht mehr. Früher fasteten Christen in vielen Gegenden ab dem Martinstag bis Weihnachten. Seit dem Kirchenrecht von 1917 ist das Adventsfasten keine Pflicht mehr. Die Kirche beschreibt den Advent als Zeit freudiger Erwartung. Violett steht trotzdem für Umkehr, und viele nutzen die Wochen, um bewusst zu verzichten oder vor Weihnachten zur Beichte zu gehen.

Kann der 4. Advent auf Heiligabend fallen?

Ja. Der vierte Advent ist immer der letzte Sonntag vor dem 25. Dezember. Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, ist Heiligabend zugleich der vierte Advent. Dann ist der Advent mit 22 Tagen so kurz wie möglich. Das passiert das nächste Mal 2028. Am Morgen wird dann noch Advent gefeiert, am Abend beginnt mit der Christmette Weihnachten.

Was ist der Unterschied zwischen Advent und Weihnachtszeit?

Der Advent ist die Vorbereitung, die Weihnachtszeit das Fest selbst. Der Advent endet am Abend des 24. Dezember. Dann beginnt die Weihnachtszeit, die in der katholischen Kirche bis zum Fest der Taufe des Herrn im Januar dauert, 2027 also bis zum 10. Januar. Viele feiern es umgekehrt: Im Advent läuft schon alles auf Hochtouren, und am 26. Dezember ist Weihnachten vorbei.

Wann zündet man die Kerze am Adventskranz an?

Traditionell am Sonntag selbst oder schon am Samstagabend davor, denn liturgisch beginnt der Sonntag mit der Vesper am Vorabend. Viele Familien zünden die Kerzen dann jeden Abend der Woche wieder an, etwa beim Essen oder bei einem kurzen Gebet. In welcher Reihenfolge du vorgehst, ist egal. Nur die rosa Kerze gehört zum dritten Advent.

Ist der Advent in Thüringen ein Feiertag?

Nein. Die Adventssonntage sind ganz normale Sonntage, und Werktage im Advent sind in Thüringen keine Feiertage. Auch das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria am 8. Dezember ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Gesetzlich frei sind in Thüringen erst der 25. und 26. Dezember. Heiligabend ist ein normaler Werktag, auch wenn viele Betriebe nachmittags schließen.

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Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.