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Kirchenjahr

15 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Die Heiligen Drei Könige sind die Sterndeuter aus dem Matthäusevangelium, die einem Stern nach Betlehem folgten und dem Kind Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe schenkten. Dass es drei Könige waren, sagt die Bibel nicht. Die Kirche feiert am 6. Januar das Hochfest der Erscheinung des Herrn. Rund um den Tag bringen Sternsinger den Segen C+M+B an die Türen.

Steckbrief

Fest derErscheinung des Herrn (Epiphanie), Hochfest
Datum6. Januar (2026: Dienstag, 2027: Mittwoch)
Liturgische FarbeWeiß
Feiertag in ThüringenNein. Gesetzlich „religiöser Feiertag“: Schüler können für den Gottesdienst freigestellt werden
Gesetzlicher Feiertag inBaden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt
Biblischer TextMatthäus 2,1–12
BräucheSternsinger und Segen C+M+B, Dreikönigswasser, Dreikönigskuchen
ReliquienDreikönigenschrein im Kölner Dom, seit 1164 in Köln
Inhalt

Anfang Januar klingelt es an der Tür. Draußen stehen drei, vier Kinder mit Kronen, Umhängen und einem Stern an einer Stange. Sie singen, sprechen einen Segen und schreiben mit Kreide etwas wie „20*C+M+B+27“ über den Türrahmen. Viele kennen das Bild, wenige wissen genau, worum es geht. Dahinter stehen die Heiligen Drei Könige, eine der bekanntesten Geschichten der Bibel.

Wer die Heiligen Drei Könige wirklich waren, steht nur zum Teil in der Bibel. Vieles haben spätere Jahrhunderte dazuerzählt: die Kronen, die Namen, die Zahl drei. Unter all dem liegt eine Geschichte über Menschen, die suchen, und über einen Gott, der sich finden lässt.

Wer waren die Heiligen Drei Könige?

Die Heiligen Drei Könige sind die Sterndeuter aus dem Osten, von denen das Matthäusevangelium erzählt. Sie folgten einem Stern, fanden in Betlehem das Kind Jesus und beschenkten es. Könige waren sie nach der Bibel nicht, und wie viele es waren, steht dort auch nicht.

Sterndeuter, keine Könige

Im griechischen Text heißen sie „magoi“. So nannte man in der Antike vor allem Priester aus Persien, die den Himmel beobachteten und deuteten. Später stand das Wort allgemein für Gelehrte. Die Einheitsübersetzung schreibt deshalb „Sterndeuter“, Martin Luther übersetzte „Weise aus dem Morgenland“.

Zu Königen wurden sie erst in der Auslegung. Zwei Stellen im Alten Testament erzählen von Königen, die dem Gesalbten Gottes Gaben bringen: Psalm 72 und das 60. Kapitel des Propheten Jesaja (Ps 72,10-11, Jes 60,3-6). Der Kirchenschriftsteller Tertullian schrieb Anfang des 3. Jahrhunderts, die Weisen seien fast wie Könige aufgetreten. Spätere Theologen machten sie endgültig zu Königen.

Warum gerade drei?

Die Zahl drei ergibt sich aus den drei Geschenken: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Als Erster nennt der Theologe Origenes im 3. Jahrhundert drei Weise. Ganz einheitlich war das lange nicht. In einer römischen Katakombe sind vier Magier gemalt, in einer anderen zwei, und syrische Christen erzählten sogar von zwölf.

Caspar, Melchior und Balthasar

Die Namen tauchen im 6. Jahrhundert auf. In der Kirche Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna zeigt ein Mosaik aus dieser Zeit drei Männer mit phrygischen Mützen, wie man sie im Orient trug. Ihre Namen stehen darüber. Die Namen stammen aus verschiedenen Sprachen. Melchior bedeutet auf Hebräisch vermutlich „mein König ist Licht“, Balthasar geht auf einen babylonischen Namen zurück: „Herr, schütze den König“. Caspar leitet man vermutlich von einem altiranischen Wort für „Schatzträger“ ab.

Drei Erdteile und ein schwarzer König

Der englische Mönch Beda deutete die drei um das Jahr 700 als Vertreter der damals bekannten Erdteile: Asien, Afrika und Europa. Andere sahen in ihnen die drei Lebensalter, einen Jüngling, einen Mann und einen Greis. Die Botschaft dahinter: Die ganze Welt kommt zur Krippe.

Dass einer der Könige mit dunkler Haut gezeigt wird, kommt vereinzelt seit dem 12. Jahrhundert vor. Seit der Renaissance ist es fester Teil der Bilder, etwa bei Albrecht Dürer 1504. Der Gedanke war schön: Auch Afrika gehört dazu. Wie man ihn heute darstellt, darüber wird gestritten, dazu mehr bei den Sternsingern.

Was erzählt die Bibel? Die Geschichte nach Matthäus

Die Geschichte steht nur im Matthäusevangelium, im zweiten Kapitel (Mt 2,1-12). Lukas, der von Hirten und Engeln erzählt, erwähnt die Sterndeuter nicht. Was Christen an Weihnachten sonst noch feiern und wie beide Erzählungen sich unterscheiden, steht im Weihnachtsartikel.

Matthäus erzählt knapp. Sterndeuter aus dem Osten kommen nach Jerusalem und fragen nach dem neugeborenen König der Juden. Sie haben seinen Stern aufgehen sehen und wollen ihm huldigen. König Herodes erschrickt und mit ihm die ganze Stadt. Er lässt die Schriftgelehrten nachsehen, wo der Messias geboren werden soll. Die Antwort steht beim Propheten Micha: in Betlehem (Mi 5,1).

Herodes schickt die Fremden weiter und bittet sie, ihm Bescheid zu geben. Er behauptet, er wolle das Kind auch anbeten. Der Stern zieht vor ihnen her und bleibt über dem Ort stehen, an dem das Kind ist. Die Sterndeuter freuen sich riesig. Sie gehen in das Haus, sehen das Kind mit Maria, fallen nieder und öffnen ihre Schätze. Im Traum werden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzugehen. Also ziehen sie auf einem anderen Weg nach Hause.

Die dunkle Seite der Geschichte

Direkt danach wird es brutal. Herodes merkt, dass er getäuscht wurde, und lässt in Betlehem alle kleinen Jungen töten. Josef flieht mit Maria und dem Kind nach Ägypten (Mt 2,13-18).

Macht, die Angst hat, wird gefährlich.

Matthäus stellt zwei Reaktionen nebeneinander. Die Fremden aus dem Osten suchen und freuen sich. Der König in Jerusalem, der die heiligen Schriften direkt vor der Nase hat, fühlt sich bedroht. Wer Gott findet, entscheidet nicht die Herkunft, sondern die Bereitschaft, sich aufzumachen.

Gold, Weihrauch und Myrrhe: Was die Geschenke bedeuten

Die drei Geschenke waren kostbare Güter der Antike. Früh haben Christen in ihnen eine Aussage darüber gesehen, wer dieses Kind ist.

Geschenk Was es damals war Wie Christen es deuten
Gold das wertvollste Metall Jesus ist König
Weihrauch Harz, das im Tempel für Gott verbrannt wurde Jesus ist Gott
Myrrhe Harz für Arznei und zum Salben der Toten Jesus ist Mensch und wird sterben

Die Myrrhe taucht am Ende des Johannesevangeliums wieder auf. Nikodemus bringt Myrrhe und Aloe, um den toten Jesus zu salben (Joh 19,39). Schon an der Krippe liegt also ein Hinweis auf das Kreuz.

Was war der Stern von Betlehem?

Das weiß niemand sicher. Der Astronom Johannes Kepler dachte an ein Treffen von Planeten. Im Jahr 7 vor Christus standen Jupiter und Saturn im Sternbild Fische mehrmals eng beieinander. Andere denken an einen Kometen oder eine Nova, einen plötzlich hell aufleuchtenden Stern. Der Maler Giotto malte um 1304 in Padua einen Kometen über die Krippe, nachdem er 1301 den Halleyschen Kometen gesehen hatte. Nach ihm wurde später die Raumsonde benannt, die 1986 zu diesem Kometen flog.

Viele Bibelwissenschaftler lesen den Stern vor allem als Zeichen. In der Antike glaubte man, dass bei der Geburt großer Herrscher ein Stern erscheint. Matthäus sagt damit: Hier ist ein König geboren, und der Himmel weiß es.

Dreikönigstag und Epiphanie: Was feiert die Kirche am 6. Januar?

Am 6. Januar feiert die katholische Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn, griechisch Epiphanie. Gemeint ist: Gott zeigt sich in Jesus der ganzen Welt, nicht nur einem Volk. Die liturgische Farbe ist Weiß.

Das Wort kommt vom griechischen „epiphaneia“, Erscheinung. In der Antike nannte man so den feierlichen Auftritt eines Herrschers oder einer Gottheit. Das Fest ist älter als das Weihnachtsdatum am 25. Dezember. Im Osten feierten Christen am 6. Januar die Erscheinung Gottes in der Welt insgesamt, auch die Geburt Jesu. Die armenische Kirche tut das bis heute.

Drei Erscheinungen an einem Tag

Die Kirche verbindet am 6. Januar drei Ereignisse, in denen sichtbar wird, wer Jesus ist:

  • Die Sterndeuter: Menschen aus fremden Völkern erkennen ihn als König.
  • Die Taufe im Jordan: Eine Stimme vom Himmel nennt Jesus den geliebten Sohn (Mt 3,13-17).
  • Die Hochzeit zu Kana: Jesus verwandelt Wasser in Wein, sein erstes Zeichen (Joh 2,1-11).

So erklärt es auch der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 528). Er nennt die Sterndeuter die Erstlinge der Völker. In ihnen kommen alle Menschen zu Jesus, die nicht zum Volk Israel gehören. Der Epheserbrief sagt das in einem Satz: Auch die Heiden haben Anteil an der Verheißung (Eph 3,6). Das ist die eigentliche Pointe des Festes. Niemand ist zu fremd, zu weit weg oder zu spät dran.

Wie der Gottesdienst aussieht

In der Messe am 6. Januar wird die Geschichte der Sterndeuter aus Matthäus 2 vorgelesen. Dazu kommen Jesaja 60, wo Völker zum Licht wandern und Gold und Weihrauch bringen, und der Epheserbrief. In vielen Gemeinden werden an diesem Tag Wasser, Kreide und Weihrauch gesegnet. Das gesegnete Wasser heißt im Volksmund Dreikönigswasser. Mit der Kreide schreiben die Sternsinger oder die Familien selbst den Segen an die Tür.

Dreikönig im Kirchenjahr

Der Dreikönigstag liegt mitten in der Weihnachtszeit, er ist nicht ihr Ende. Die endet im liturgischen Jahr erst mit dem Fest der Taufe des Herrn am Sonntag danach, 2027 am 10. Januar. Früher reichte der Weihnachtsfestkreis bis Lichtmess am 2. Februar. Bald danach beginnt die Fastenzeit, 2027 schon am 10. Februar. Wie alle Feste zusammenhängen, zeigt der Überblick über das Kirchenjahr.

Sternsinger: Was sie tun und wofür sie sammeln

Sternsinger sind Kinder und Jugendliche, die sich als Könige verkleiden, von Haus zu Haus ziehen, den Segen bringen und Spenden für Kinder in Not sammeln. In Deutschland ist das die Aktion Dreikönigssingen.

Der Brauch ist alt. Seit dem 16. Jahrhundert ist belegt, dass Jungen als Könige verkleidet durch die Orte zogen, den Weg zur Krippe nachspielten und sich dafür etwas zu essen oder ein paar Münzen erbaten. 1959 griff das Kindermissionswerk in Aachen den Brauch auf und gab ihm ein neues Ziel. Im ersten Jahr machten 100 Pfarreien mit und sammelten 90.000 Mark. Seit 1961 trägt der Bund der Deutschen Katholischen Jugend die Aktion mit.

Heute gilt das Sternsingen als größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Vor der Corona-Pandemie waren nach Hochrechnung des Kindermissionswerks jedes Jahr rund 300.000 Kinder und Jugendliche unterwegs. Bei der Aktion 2026 unter dem Motto „Schule statt Fabrik“ gegen Kinderarbeit kamen gut 47,17 Millionen Euro zusammen. Mit dem Geld werden jedes Jahr rund 1.100 Projekte für Kinder unterstützt. Die Aktion 2027 steht unter dem Motto „Gutes Essen, starke Kinder“, Beispielland ist Guatemala.

2015 wurde das Sternsingen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Jedes Jahr bringen Sternsinger den Segen auch ins Bundeskanzleramt.

C+M+B: Was bedeutet der Segen an der Tür?

C+M+B steht für die lateinische Bitte „Christus mansionem benedicat“: Christus segne dieses Haus. Ursprünglich waren es die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar. Die Deutung als Segensspruch ist spätestens seit den 1950er-Jahren verbreitet.

Im Januar 2027 steht über der Tür: 20*C+M+B+27. Die Jahreszahl wird geteilt und rahmt den Segen ein. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen gefolgt sind, und zugleich für Christus. Die drei Kreuze stehen für Vater, Sohn und Heiligen Geist. Geschrieben wird mit gesegneter Kreide, heute oft auch mit einem Aufkleber, der wie Kreide aussieht.

Der Segen ist kein Zauberspruch, der Unglück abwehrt. Er ist eine Bitte: Gott möge in diesem Haus wohnen, bei allen, die hier ein und aus gehen, das ganze Jahr lang.

Wenn die Sternsinger klingeln

Die Pfarrei vor Ort entscheidet, wann die Sternsinger gehen. Das ist meist zwischen dem 27. Dezember und dem dritten Freitag im Januar. Manche Pfarreien besuchen alle Haushalte, andere nur die, die sich vorher angemeldet haben. Wer sicher besucht werden will, meldet sich rechtzeitig im Pfarrbüro.

Echte Gruppen haben meist einen Sternsinger-Ausweis mit dem Stempel ihrer Pfarrei. Die Spende ist freiwillig. Die Kinder dürfen Süßigkeiten für sich annehmen, das gesammelte Geld geht vollständig an das Kindermissionswerk.

Die Frage nach der Schminke

Lange wurde einer der Sternsinger schwarz geschminkt, als König aus Afrika. Das Kindermissionswerk und der BDKJ empfehlen seit einigen Jahren, darauf zu verzichten, weil viele schwarze Menschen das als verletzend erleben. Die Kinder sollen so mitgehen, wie sie sind.

Die Könige brauchen keine Schminke, um glaubwürdig zu sein.

Die Botschaft bleibt dieselbe: Menschen aus allen Teilen der Welt kommen zur Krippe. Eine Gruppe, in der Kinder mit ganz unterschiedlicher Herkunft einfach als sie selbst mitgehen, zeigt das oft besser als jede Farbe im Gesicht.

Die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom

Die Gebeine, die als Reliquien der Heiligen Drei Könige verehrt werden, liegen im Kölner Dom. Ob sie wirklich von den Sterndeutern stammen, lässt sich nicht beweisen. Ihre Geschichte bis ins 12. Jahrhundert kennen wir nur aus Legenden.

Die Legende erzählt, dass Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, die Gebeine um 326 in Palästina fand. Über Konstantinopel sollen sie nach Mailand gekommen sein. Dort sind sie in der Kirche Sant’Eustorgio erstmals sicher belegt. Nachdem Kaiser Friedrich Barbarossa Mailand 1162 erobert hatte, schenkte er die Reliquien seinem Kanzler Rainald von Dassel, dem Erzbischof von Köln. Am 23. Juli 1164 kamen sie in Köln an.

Für sie entstand zwischen etwa 1190 und 1225 der Dreikönigenschrein, ein Werk des Goldschmieds Nikolaus von Verdun und seiner Werkstatt. Er ist über zwei Meter lang, aus Gold, vergoldetem Silber und Kupfer und gilt als größter erhaltener Reliquienschrein des Mittelalters. Heute steht er hinter dem Hochaltar.

Köln wurde durch die Reliquien zu einem der wichtigsten Pilgerziele Europas. Die vielen Pilger waren ein Grund dafür, 1248 mit dem Bau des gotischen Doms zu beginnen. Die drei Kronen im Kölner Stadtwappen erinnern bis heute an die Könige. Wer die Kathedrale als Wallfahrtsort besucht, steht am Ende einer langen Reihe von Menschen, die gesucht haben. 1903/04 gab Köln einige kleine Teile der Reliquien nach Mailand zurück.

Bräuche am Dreikönigstag

Viele Winterbräuche drehen sich um Licht, Segen und Geschenke. Sie beginnen im Dezember mit dem Advent und den Barbarazweigen am 4. Dezember und enden rund um den 6. Januar.

Kreide, Wasser und Weihrauch

Wer den Segen selbst an die Tür schreiben möchte, kann sich am Dreikönigstag in vielen Kirchen gesegnete Kreide mitnehmen. Mit dem Dreikönigswasser, einem Weihwasser aus dem Gottesdienst, segneten Familien früher Haus, Stall und Felder. In manchen Gegenden gehen Familien mit Weihrauch durch die Räume und beten um Schutz für das neue Jahr.

Dreikönigskuchen

In der Schweiz und im Südwesten Deutschlands gibt es den Dreikönigskuchen. Im Teig ist eine kleine Königsfigur versteckt. Wer sie findet, darf sich für einen Tag die Krone aufsetzen. In Frankreich heißt der Kuchen Galette des Rois.

Geschenke am 6. Januar

In Deutschland bringt der heilige Nikolaus am 6. Dezember kleine Geschenke, an Weihnachten dann das Christkind. In Spanien sind es die Könige selbst, die „Reyes Magos“. Am Abend des 5. Januar ziehen sie in bunten Umzügen durch die Städte, in der Nacht legen sie den Kindern Geschenke hin. In Italien bringt die Hexe Befana in derselben Nacht Süßigkeiten für brave Kinder und Kohle für die anderen.

Die Krippe wandert

In vielen Familien stehen die Könige an Heiligabend noch weit weg von der Krippe. Jeden Tag rücken sie ein Stück näher und kommen genau am 6. Januar an. Nach altem Volksglauben enden an diesem Tag auch die Rauhnächte, die zwölf Nächte nach Weihnachten.

Ist Heilige Drei Könige in Thüringen ein Feiertag?

Nein. In Thüringen ist der 6. Januar ein Arbeits- und Schultag. Gesetzlicher Feiertag ist er nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt.

Ganz ohne Schutz ist der Tag in Thüringen aber nicht. Das Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz nennt den Dreikönigstag einen „religiösen Feiertag“. Schülerinnen und Schüler bekommen auf Antrag frei, wenn sie am Gottesdienst ihrer Religionsgemeinschaft teilnehmen wollen. Wer arbeitet oder in der Ausbildung ist, hat auf Antrag Anspruch auf unbezahlte Freistellung, solange keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegenstehen.

Für Katholiken im Bistum Erfurt ist der 6. Januar außerdem ein gebotener Feiertag. Das heißt: Katholiken sollen an diesem Tag die Messe mitfeiern wie an einem Sonntag, auch wenn er im Kalender wie ein normaler Mittwoch aussieht.

In Thüringen sind nur rund 7 Prozent der Menschen katholisch. Viele Pfarreien sind groß, und nicht jede kann alle Straßen besuchen. Oft gehen die Sternsinger deshalb vor allem zu Haushalten, die sich angemeldet haben. Welche Pfarrei für deinen Wohnort zuständig ist, findest du im Gemeindeverzeichnis.

Heilige Drei Könige Kindern erklären

Kinder lieben diese Geschichte, weil sie eine Reise ist. Fünf Sätze reichen, am besten beim Weiterrücken der Krippenfiguren.

Für Kinder erklärt

  1. Vor langer Zeit sahen weise Männer im Osten einen neuen, hellen Stern am Himmel.
  2. Sie dachten: Dieser Stern zeigt, dass ein besonderer König geboren ist, und machten sich auf den Weg.
  3. Der Stern führte sie nach Betlehem zu einem kleinen Haus, in dem Maria mit dem Kind Jesus wohnte.
  4. Sie knieten sich hin und schenkten Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe.
  5. Heute ziehen Kinder als Sternsinger von Tür zu Tür, bringen Gottes Segen und sammeln Geld für Kinder, denen es nicht gut geht.

Was der Dreikönigstag heute bedeuten kann

Die Sterndeuter hatten keine Garantie. Sie sahen ein Zeichen, verstanden nur einen Teil davon und gingen trotzdem los. Sie fragten nach dem Weg, auch bei den Falschen. Und als sie ankamen, lag da kein Herrscher im Palast, sondern ein Kind in einem einfachen Haus.

Wer nur wartet, bis alles klar ist, bleibt zu Hause.

Viele junge Leute kennen das Gefühl: Da ist eine Frage nach Gott oder nach dem Sinn, aber keine fertige Antwort. Die Geschichte der Könige sagt: Das reicht für den Anfang. Ein paar Ideen, wie du den 6. Januar bewusst erleben kannst:

  1. Lies die Geschichte selbstMatthäus 2,1-12 dauert fünf Minuten. Achte darauf, wer sich freut und wer Angst bekommt.
  2. Lass dir den Segen schreibenMelde dich im Pfarrbüro für einen Besuch der Sternsinger an. Oder hol dir gesegnete Kreide und schreib 20*C+M+B+27 selbst über deine Tür, auch an der WG-Tür.
  3. Geh als Begleitung mitPfarreien suchen jedes Jahr Jugendliche und Erwachsene, die Sternsingergruppen begleiten. Ein, zwei Tage im Januar reichen.
  4. Nimm einen anderen WegDie Weisen gingen verändert nach Hause. Überleg dir eine Sache, die du im neuen Jahr anders machen willst, und fang damit an.

Du musst nicht alles verstehen, um dich auf den Weg zu machen. Die Sterndeuter wussten auch nicht, wohin der Stern sie führt. Sie sind trotzdem angekommen.

Häufige Fragen

Wann ist Heilige Drei Könige 2027?

Der Dreikönigstag ist immer am 6. Januar, 2027 also an einem Mittwoch. In Deutschland wird das Fest nicht auf einen Sonntag verlegt. Die Sternsinger sind je nach Pfarrei zwischen dem 27. Dezember und dem dritten Freitag im Januar unterwegs, oft an den Wochenenden. Am Sonntag nach dem 6. Januar, 2027 am 10. Januar, feiert die Kirche die Taufe des Herrn.

In welchen Bundesländern ist Heilige Drei Könige ein Feiertag?

Gesetzlicher Feiertag ist der 6. Januar in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. In allen anderen Bundesländern, auch in Thüringen, ist er ein normaler Arbeits- und Schultag. In Österreich ist der Dreikönigstag bundesweit frei, in der Schweiz nur in einigen Kantonen wie Schwyz, Uri und dem Tessin.

Darf ich mir den Segen anschreiben lassen, wenn ich nicht katholisch bin?

Ja. Die Sternsinger fragen nicht nach der Konfession, und der Segen ist ein Geschenk, kein Mitgliedsausweis. Viele evangelische und konfessionslose Haushalte lassen sich C+M+B an die Tür schreiben. Auch beim Sternsingen selbst können alle Kinder mitmachen, unabhängig von Religion und Herkunft. Wer den Segen nicht möchte, sagt das einfach freundlich an der Tür.

Muss ich den Sternsingern Geld geben?

Nein. Die Spende ist freiwillig, und der Segen ist kein Kaufpreis. Das gesammelte Geld geht vollständig an das Kindermissionswerk, das damit Projekte für Kinder weltweit unterstützt. Echte Gruppen tragen meist Sternsinger-Ausweise mit dem Stempel ihrer Pfarrei. Wenn du unsicher bist, frag nach dem Ausweis oder im Pfarrbüro nach.

Wie lange bleibt der Sternsinger-Segen an der Tür?

Eine feste Regel gibt es nicht. Die meisten lassen die Kreideschrift oder den Segensaufkleber stehen, bis die Sternsinger im nächsten Jahr wiederkommen und den neuen Segen schreiben. Weil die Jahreszahl dabeisteht, sieht man, aus welchem Jahr er stammt. Wegwischen ist kein Unglück: Der Segen hängt nicht an der Kreide, sondern an der Bitte, die dahintersteht.

Ist mit dem Dreikönigstag die Weihnachtszeit vorbei?

Nein. Die Weihnachtszeit endet in der katholischen Kirche erst mit dem Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar, 2027 am 10. Januar. Viele räumen trotzdem am Dreikönigstag den Baum ab. In vielen Kirchen und Familien bleibt die Krippe sogar bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen, dem alten Ende des Weihnachtsfestkreises.

Feiern evangelische Christen den Dreikönigstag?

Ja, unter dem Namen Epiphanias. Der 6. Januar steht auch im evangelischen Kirchenjahr, die Sonntage danach heißen Sonntage nach Epiphanias. Im Mittelpunkt steht wie bei den Katholiken, dass Jesus sich der ganzen Welt zeigt. Sternsingen ist eine katholische Aktion, aber vielerorts machen evangelische Kinder mit oder beide Gemeinden organisieren es gemeinsam.

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