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Heilige

14 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Der heilige Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra in der heutigen Türkei. Sicher belegt ist über ihn wenig, dafür erzählen viele Legenden von seiner Hilfsbereitschaft, vor allem vom heimlich geschenkten Gold für drei arme Töchter. Daraus entstand der Brauch, am Abend des 5. Dezember Stiefel vor die Tür zu stellen. Sein Gedenktag ist der 6. Dezember.

Steckbrief

NameNikolaus von Myra, griechisch Nikolaos
Lebtegeboren zwischen etwa 270 und 286, gestorben an einem 6. Dezember, das Jahr ist unsicher (genannt werden 326, 345, 351 oder 365)
GeborenPatara in Lykien, heute Ruinenstätte an der Südküste der Türkei
GestorbenMyra, heute Demre (Türkei)
GrabBasilika San Nicola in Bari (Italien), seit 1087
Gedenktag6. Dezember (2026: Sonntag, 2027: Montag); orthodoxe Kirchen mit julianischem Kalender: 19. Dezember
Liturgische FarbeWeiß
Patron u. a. vonKindern, Schülern, Seeleuten, Kaufleuten, Russland und Lothringen
Bekannt fürheimlich geschenktes Gold, Nikolausstiefel, Bischofsmütze und Stab
Inhalt

Am Abend des 5. Dezember stehen in vielen Hausfluren geputzte Stiefel. Am nächsten Morgen liegen Mandarinen, Nüsse und ein Schokoladenmann darin. Ob der Schokoladenmann eine Bischofsmütze trägt oder eine rote Zipfelmütze, merkt kaum jemand. Dabei steckt genau in diesem Unterschied die ganze Geschichte.

Der heilige Nikolaus war Bischof in Myra, einer Stadt im Süden der heutigen Türkei, und lebte im 4. Jahrhundert. Hier liest du, was man über ihn sicher weiß und was Legende ist, warum wir Stiefel vor die Tür stellen, wer Knecht Ruprecht ist und wie aus einem Bischof am Ende der Weihnachtsmann werden konnte.

Wer war der heilige Nikolaus?

Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra in Lykien, einer Landschaft an der Südküste Kleinasiens. Das ist das Wenige, was als sicher gilt. Fast alles andere, was über ihn erzählt wird, stammt aus Legenden, die erst Generationen nach seinem Tod aufgeschrieben wurden.

Geboren wurde er nach der Überlieferung in Patara, einer Hafenstadt ganz in der Nähe. Heute ist davon nur noch eine Ruinenstätte übrig. Seine Eltern sollen wohlhabend gewesen sein und früh gestorben. Nikolaus habe sein Erbe genommen und damit Menschen in Not geholfen. Schon jung sei er Bischof von Myra geworden. Die Stadt heißt heute Demre.

In dieser Zeit wurden Christen im Römischen Reich noch verfolgt. Die Überlieferung erzählt, dass Nikolaus um 310 gefangen genommen und gefoltert wurde. Ob er 325 am Konzil von Nicäa teilnahm, der ersten großen Versammlung aller Bischöfe, ist nicht sicher. Von den 16 bekannten Teilnehmerlisten nennen ihn sechs, die anderen nicht. Die berühmte Szene, in der er dort den Irrlehrer Arius geohrfeigt haben soll, ist eine spätere Legende.

Gestorben ist Nikolaus an einem 6. Dezember. Das Jahr ist unsicher. Genannt werden 326, 345, 351 oder 365, am häufigsten die Zeit zwischen 345 und 351.

Zwei Männer, eine Figur

Dass wir so wenig Sicheres wissen, hat einen besonderen Grund. Im 6. Jahrhundert lebte in derselben Gegend ein zweiter Nikolaus: Abt des Klosters Sion bei Myra und später Bischof im nahen Pinara. Die Erzählungen über beide Männer sind im Lauf der Zeit ineinander geflossen. Der Nikolaus, den wir heute kennen, ist deshalb eine Art Gesamtfigur. Er trägt Züge von beiden.

Das klingt enttäuschend, ist es aber nicht. Die Kirche verehrt ihn nicht wegen einer bestimmten Jahreszahl, sondern wegen dessen, was die Menschen an ihm erlebt haben und über Jahrhunderte weitererzählen wollten: einen Heiligen, der hilft, ohne dass man ihn darum bitten muss.

  1. zwischen 270 und 286Geboren in Patara in Lykien, im Süden der heutigen Türkei.
  2. frühes 4. Jh.Bischof von Myra, der Nachbarstadt von Patara.
  3. um 310Nach der Überlieferung in der Christenverfolgung gefangen und gefoltert.
  4. 325Möglicherweise Teilnehmer am Konzil von Nicäa. Nicht alle Listen nennen ihn.
  5. 6. Dezember, Jahr unsicher (meist 345–351 angegeben)Tod in Myra. Dieser Tag wird sein Gedenktag.
  6. 6. Jh.Ein zweiter Nikolaus, Abt von Sion, lebt in der Gegend. Die Geschichten beider verschmelzen.
  7. 1087Seeleute aus Bari bringen seine Gebeine nach Süditalien.
  8. ab dem MittelalterNikolaus wird zu einem der beliebtesten Heiligen in Ost und West.

Die Geschichte vom heiligen Nikolaus: die wichtigsten Legenden

Die bekannteste Nikolaus-Geschichte erzählt, wie er drei armen Schwestern heimlich Gold schenkte. Daneben gibt es Legenden vom Kornwunder, von Seeleuten im Sturm und von unschuldig Verurteilten. Alle haben einen gemeinsamen Kern: Nikolaus greift ein, wo Menschen keinen Ausweg mehr haben.

Das Gold für die drei Töchter

In Patara lebte ein Mann, der alles verloren hatte. Er hatte drei Töchter, konnte ihnen aber keine Mitgift geben. Ohne Mitgift fand damals keine Frau einen Mann. Der Vater sah nur noch einen Ausweg: Er wollte seine Töchter in die Prostitution verkaufen.

Nikolaus hörte davon. In der Nacht warf er einen Beutel mit Gold durch das Fenster des Hauses. Die älteste Tochter konnte heiraten. Später tat er dasselbe für die zweite. Beim dritten Mal passte der Vater auf, um herauszufinden, wer der Helfer war. Nikolaus bat ihn, niemandem davon zu erzählen. Eine spätere Fassung lässt das Gold durch den Kamin fallen, direkt in die Strümpfe, die zum Trocknen dort hingen.

Aus dieser Legende kommt fast alles, was wir heute am Nikolaustag tun. Das heimliche Geschenk in der Nacht, der Strumpf, später der Stiefel. Und die drei goldenen Kugeln, die Nikolaus auf alten Bildern auf einem Buch trägt.

Die drei Feldherren

Die älteste schriftliche Nikolaus-Erzählung handelt von drei Offizieren des Kaisers, die durch Verleumdung zum Tod verurteilt wurden. Nikolaus erschien dem Kaiser im Traum und forderte ihre Freilassung. Der Kaiser ließ die Männer frei. Eine ähnliche Geschichte erzählt, wie Nikolaus in Myra drei Unschuldige im letzten Moment vor der Hinrichtung rettete, indem er dem Henker das Schwert aus der Hand nahm.

Das Kornwunder

Während einer Hungersnot lagen im Hafen von Myra Schiffe voller Getreide, das für den Kaiser bestimmt war. Nikolaus bat die Seeleute, von jedem Schiff nur hundert Scheffel abzugeben. Sie hatten Angst, weil jede Ladung genau abgewogen war. Nikolaus versprach ihnen, dass nichts fehlen würde. Die Legende erzählt, dass die Schiffe in Rom mit voller Ladung ankamen, während das Korn in Myra für zwei Jahre reichte.

Rettung aus Seenot

Seeleute gerieten vor der Küste in einen schweren Sturm und riefen Nikolaus um Hilfe. Er erschien an Bord, beruhigte das Meer und brachte das Schiff sicher in den Hafen. Deshalb ist Nikolaus bis heute der Schutzpatron der Seeleute, Fischer und Schiffer. In vielen Hafenstädten stehen Nikolaikirchen.

Die drei Schüler

Eine sehr drastische Legende entstand erst im Mittelalter im Westen: Ein Wirt tötet drei reisende Schüler und legt sie in ein Pökelfass. Nikolaus deckt das Verbrechen auf und erweckt die Jungen wieder zum Leben. Kindern erzählt man diese Fassung heute meist nicht mehr. Sie erklärt aber, warum Nikolaus zum Patron der Schüler und Kinder wurde.

Wer bei solchen Geschichten skeptisch wird, liegt nicht falsch. Legenden sind keine Polizeiprotokolle. Sie zeigen, was Menschen an einem Heiligen erlebt haben und wofür sie ihn um Hilfe bitten. Ähnlich ist es bei Antonius von Padua, den viele bis heute anrufen, wenn etwas verloren gegangen ist.

Warum ist der Nikolaustag am 6. Dezember?

Der 6. Dezember gilt als Todestag des Nikolaus. Wie bei fast allen Heiligen feiert die Kirche den Tag, an dem sein Leben auf der Erde endete und er, so die christliche Hoffnung, bei Gott ankam.

Im katholischen Kalender ist der 6. Dezember ein nichtgebotener Gedenktag. Die Messe kann von ihm gefeiert werden, sie muss es nicht. Die liturgische Farbe ist Weiß, wie bei allen Heiligen, die nicht als Märtyrer gestorben sind. Liturgisch hat er damit einen eher niedrigen Rang. An seiner Beliebtheit hat das nichts geändert.

Nikolaus liegt immer mitten im Advent. 2026 fällt der 6. Dezember sogar auf den zweiten Adventssonntag. Dann hat der Sonntag im Gottesdienst Vorrang, der Nikolaus kommt trotzdem. Zwei Tage vor ihm steht übrigens die heilige Barbara im Kalender. An ihrem Tag, dem 4. Dezember, schneidet man Zweige, die bis Weihnachten blühen sollen. Wie die ganze Adventszeit aufgebaut ist, liest du bei Advent und Adventskranz.

Orthodoxe Kirchen, die noch nach dem julianischen Kalender rechnen, etwa die russische und die serbische, feiern Nikolaus am 19. Dezember. In Russland gilt er nach Maria als der am meisten verehrte Heilige.

Warum liegt Nikolaus in Italien?

Im 11. Jahrhundert eroberten die Seldschuken große Teile Kleinasiens, auch die Gegend um Myra. Im Frühjahr 1087 fuhren Seeleute aus der süditalienischen Hafenstadt Bari nach Myra, öffneten das Grab und nahmen die Gebeine mit. Am 9. Mai 1087 kamen sie in Bari an. Aus heutiger Sicht war das schlicht ein Raub. Damals sahen die Leute in Bari darin eine Rettung.

Über den Reliquien wurde die Basilika San Nicola gebaut. Bari wurde zu einem der großen Wallfahrtsorte Europas und ist bis heute ein Ort, an dem katholische und orthodoxe Christen gemeinsam am selben Grab beten.

Warum stellen wir am Nikolaustag Stiefel vor die Tür?

Die Stiefel gehen auf die Legende vom heimlich geschenkten Gold zurück. Wer am Vorabend einen Schuh hinstellt, macht sich bereit für ein Geschenk, das in der Nacht kommt, ohne dass man den Schenkenden sieht. Genau so hat es Nikolaus der Legende nach gemacht.

Der Weg dorthin war lang. Im Mittelalter spielten die Schüler von Klosterschulen am Nikolaustag das Bischofsspiel: Einer von ihnen wurde für einen Tag zum Kinderbischof gewählt, durfte predigen und die Erwachsenen ein wenig auf den Arm nehmen. Aus diesen Schulen kam auch der Brauch, Kinder zu beschenken.

Seit dem 15. Jahrhundert ist das Schiffchensetzen bekannt. Kinder bastelten kleine Schiffe aus Papier oder Holz, eine Erinnerung an Nikolaus als Retter der Seeleute, und stellten sie für seine Gaben auf. Später übernahmen Schuhe, Stiefel oder Strümpfe diese Rolle. Sie hatten einen praktischen Vorteil: Jedes Kind erkannte sofort, welche Gaben für wen waren.

Stiefel putzen

Dass die Stiefel geputzt sein müssen, ist eine kleine Erziehungsregel, die sich über Generationen gehalten hat. Wer Besuch von einem Bischof erwartet, stellt keine dreckigen Schuhe hin. Für viele Kinder ist das Putzen am Abend genauso Teil des Festes wie das Auspacken am Morgen.

Knecht Ruprecht und andere Begleiter

In vielen Gegenden Deutschlands hat Nikolaus seit Jahrhunderten einen Begleiter: Knecht Ruprecht, eine dunkle Gestalt mit Rute und Sack. In Österreich und Bayern ist es der Krampus, anderswo heißen die Figuren anders. Früher war die Rollenverteilung klar: Nikolaus lobt, der Begleiter droht. Dazu gehört das „goldene Buch“, in dem stehen soll, was die Kinder im Jahr gut und weniger gut gemacht haben.

Heute lassen viele Familien und Gemeinden die Rute weg. Das passt auch besser zum Heiligen selbst. Nikolaus hat in keiner seiner Legenden Kinder bestraft. Er hat Menschen aus der Not geholt.

Der Nikolaus zu Besuch

In Kitas, Schulen und Gemeinden kommt der Nikolaus oft persönlich: mit langem Bart, roter oder weißer Bischofskleidung, Mitra und Stab. Er erzählt eine Geschichte, lobt die Kinder und verteilt kleine Tüten. Im Rheinland gibt es dazu mancherorts den Weckmann, eine Figur aus Hefeteig, die oft als Bild des Bischofs gedeutet wird.

Nikolaus und Weihnachtsmann: Was ist der Unterschied?

Der Nikolaus war ein echter Mensch, ein Bischof aus dem 4. Jahrhundert. Der Weihnachtsmann ist eine erfundene Figur, die im 19. Jahrhundert aus ihm entstanden ist. Er hat den Bart und die Geschenke behalten, aber seine Geschichte verloren.

Das begann mit der Reformation. Martin Luther hielt nichts davon, Heilige als Gabenbringer zu feiern. Er verlegte die Bescherung auf Weihnachten und machte den „Heiligen Christ“, also Jesus selbst, zum Schenkenden. Daraus wurde das Christkind. Ausgerechnet dieses evangelische Christkind ist heute vor allem in katholischen Gegenden im Süden und Westen zu Hause.

In den Niederlanden blieb dagegen Sinterklaas lebendig. Niederländische Auswanderer brachten ihn nach Nordamerika, nach Nieuw Amsterdam, das spätere New York. Dort wurde aus Sinterklaas Santa Claus. Ein Gedicht von 1823 gab ihm Rentierschlitten und rundlichen Bauch, der Zeichner Thomas Nast ab 1863 sein Aussehen und einen Wohnsitz am Nordpol. In Deutschland verbreitete ihn unter anderem das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835. Coca-Cola hat ihn nicht erfunden, aber ab 1931 mit großen Werbekampagnen dafür gesorgt, dass er überall gleich aussieht.

Heiliger Nikolaus Weihnachtsmann
Wer ist das? Bischof von Myra, lebte im 4. Jahrhundert Kunstfigur aus dem 19. Jahrhundert
Wann kommt er? In der Nacht auf den 6. Dezember An Heiligabend, 24. Dezember
Kleidung Bischofsgewand, Mitra, Stab Roter Mantel mit Pelz, Zipfelmütze
Wohnt War in Myra zu Hause, begraben in Bari Am Nordpol, so die Erzählung
Worum es geht Hilfe für Menschen in Not, im Verborgenen Geschenke und Stimmung

Seit 2002 ruft das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken jedes Jahr zur „Weihnachtsmannfreien Zone“ auf. Das Hilfswerk ist nach Bonifatius benannt, dem Missionar, der im 8. Jahrhundert auch in Thüringen wirkte. Mit der Aktion will es den echten Nikolaus wieder bekannter machen, etwa mit Schokoladenfiguren, die Mitra und Stab tragen statt Zipfelmütze.

Du musst den Weihnachtsmann nicht verteufeln. Aber es lohnt sich zu wissen, wen er verdrängt hat.

Nikolaus in Erfurt und Thüringen

In Thüringen erinnern vor allem alte Kirchen an Nikolaus. Weil er der Patron der Kaufleute und Reisenden war, stehen Nikolaikirchen oft an Handelswegen, Brücken und Stadttoren.

In Erfurt ist von der Nikolaikirche nur der Turm geblieben. Er steht an der Augustinerstraße, direkt neben dem Augustinerkloster, in dem Martin Luther Mönch war. Die Kirche wurde 1013 zum ersten Mal erwähnt und stand als Brückenkirche an der Lehmannsbrücke. Nach einem Brand 1744 wurde sie 1747 abgerissen. Im Erdgeschoss des Turms, der aus der Zeit um 1360 stammt, liegt die Elisabethkapelle. Ihre Wandbilder aus dem 14. Jahrhundert zeigen Szenen aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen und gehören zu den frühesten Zeugnissen ihrer Verehrung.

Das passt gut zusammen. Nikolaus und Elisabeth stehen beide für eine Hilfe, die nicht auf Dank wartet. Der Unterschied: Nikolaus gab heimlich. Elisabeth gab so offen, dass sie dafür am Hof angefeindet wurde.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Gabenbringer. In Thüringen bringt an Heiligabend in den meisten Familien der Weihnachtsmann die Geschenke, wie in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands. Den Nikolausstiefel am 6. Dezember kennen aber auch hier fast alle Kinder, ob katholisch, evangelisch oder ohne Konfession.

Den heiligen Nikolaus Kindern erklären

Für Kinder reicht die Geschichte vom heimlichen Geschenk. Wichtig ist nicht, wann Nikolaus gelebt hat, sondern wie er geholfen hat. Du kannst die Sätze vorlesen, bevor die Stiefel vor die Tür kommen.

Der heilige Nikolaus für Kinder erklärt

  1. Nikolaus war vor sehr langer Zeit Bischof in einer Stadt am Meer.
  2. In seiner Stadt wohnte ein Vater mit drei Töchtern, der so arm war, dass er nicht mehr weiterwusste.
  3. In der Nacht warf Nikolaus heimlich einen Beutel mit Gold in ihr Haus, damit es ihnen wieder gut ging.
  4. Er wollte keinen Dank dafür, er wollte nur, dass niemand mehr traurig sein muss.
  5. Deshalb stellen wir am Abend Stiefel vor die Tür: Sie erinnern uns an Nikolaus, der anderen heimlich eine Freude gemacht hat.

Wenn Kinder fragen, ob der Nikolaus „echt“ ist, kann man ehrlich sein: Den Bischof Nikolaus gab es wirklich. Der Mann in der Kita ist jemand, der ihn spielt, damit wir uns an ihn erinnern. Das Wichtigste bleibt trotzdem wahr: Es gab einen Menschen, der so geholfen hat.

Was der heilige Nikolaus heute bedeuten kann

Das Besondere an Nikolaus ist nicht, dass er geschenkt hat. Viele Menschen schenken. Das Besondere ist, dass er es heimlich getan hat. Er wollte nicht gesehen werden. Er wollte, dass es dem anderen besser geht.

Jesus sagt in der Bergpredigt, dass beim Geben die linke Hand nicht wissen soll, was die rechte tut (Mt 6,3). Gemeint ist: Hilf, ohne dass du daraus eine Show machst. Was Jesus dort sonst noch über Geben, Beten und Fasten sagt, findest du in unserem Text zur Bergpredigt. Die Kirche zählt das Teilen mit Menschen in Not zu den Werken der Barmherzigkeit (KKK 2447).

Heute läuft vieles umgekehrt. Wer hilft, postet es. Wer spendet, will die Story.

Gutes, das niemand sieht, ist nicht weniger wert. Oft ist es mehr wert.

Das heißt nicht, dass du alles allein und im Verborgenen stemmen musst. Aber es lohnt sich, einmal auszuprobieren, wie sich Helfen anfühlt, wenn niemand klatscht. Warum Katholiken Heilige wie Nikolaus überhaupt um Fürsprache bitten, erklären wir bei der Frage, warum wir zu Heiligen beten.

  1. Stell selbst einen Stiefel hinNicht für dich, sondern für jemand anderen. Für die Mitbewohnerin, den kleinen Bruder, die Kollegin, die gerade eine harte Woche hat. Und sag nicht, dass es von dir ist.
  2. Hilf, ohne es zu erzählenEine Sache in dieser Adventszeit, von der niemand erfährt. Kein Post, keine Story.
  3. Schau, wer keinen Ausweg siehtDer Vater in der Legende hat niemanden um Hilfe gebeten. Nikolaus hat trotzdem gemerkt, dass es brennt. Wer um dich herum schweigt, obwohl es ihm nicht gut geht?
  4. Gib dem Nikolaus seinen Bart zurückWenn du Schokolade verschenkst, nimm einen Nikolaus mit Mitra. Und erzähl die Geschichte dazu. So bleibt sie lebendig.

Nikolaus steht am Anfang eines langen Festkreises. Er führt über Weihnachten und die Heiligen Drei Könige, die in Spanien und Italien bis heute am 6. Januar die Geschenke bringen, bis zu Lichtmess am 2. Februar, wo früher die Weihnachtszeit endete. Und er ist verwandt mit Sankt Martin, dessen Fest ein paar Wochen vorher gefeiert wird. Beide zeigen dasselbe: Heiligkeit fängt dort an, wo jemand die Not des anderen nicht übersieht. Das kannst du heute Abend schon ausprobieren.

Häufige Fragen

Wann ist Nikolaus 2026?

Der Nikolaustag ist am Sonntag, 6. Dezember 2026. Das ist zugleich der zweite Adventssonntag. Die Stiefel stellen die meisten Familien am Abend vorher raus, also am Samstag, 5. Dezember 2026. Im Jahr 2027 fällt der Nikolaustag auf einen Montag, die Stiefel kommen dann am Sonntagabend vor die Tür. Viele Kitas und Schulen feiern am Tag davor oder danach.

Ist der Nikolaustag ein Feiertag?

Nein. Der 6. Dezember ist in keinem deutschen Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Thüringen. Schulen, Betriebe und Geschäfte haben normal geöffnet. In der katholischen Kirche ist der Tag ein nichtgebotener Gedenktag. Die Messe kann vom heiligen Nikolaus gefeiert werden, eine Pflicht zum Gottesdienstbesuch gibt es aber nicht. Fällt der 6. Dezember wie 2026 auf einen Sonntag, hat der Adventssonntag Vorrang.

Kommt der Nikolaus am 5. oder am 6. Dezember?

In der Nacht dazwischen. Nach altem Brauch beginnt ein Fest schon am Vorabend. Deshalb stellen Kinder am Abend des 5. Dezember ihre geputzten Stiefel oder Schuhe vor die Tür und finden am Morgen des 6. Dezember Nüsse, Mandarinen oder Schokolade darin. Wo der Nikolaus persönlich in Kita, Gemeinde oder Familie auftritt, kommt er meist am 5. oder am 6. Dezember am Nachmittag.

Wo ist der heilige Nikolaus begraben?

Seine Gebeine liegen seit 1087 in Bari in Süditalien. Seeleute aus Bari holten sie damals aus seinem Grab in Myra, als die Gegend unter seldschukische Herrschaft geraten war. Für die Reliquien baute die Stadt die Basilika San Nicola, in deren Krypta das Grab bis heute liegt. Bis heute pilgern katholische und orthodoxe Christen dorthin.

Was bedeutet der Name Nikolaus?

Nikolaus kommt vom griechischen Nikolaos. Das Wort setzt sich aus nike, Sieg, und laos, Volk, zusammen und heißt also ungefähr „Sieg des Volkes“. Aus dem Namen sind viele Formen entstanden: Klaus, Nils, Niklas, Nico, Colin, Nicole oder Nikola. Wer einen dieser Namen trägt, kann am 6. Dezember Namenstag feiern.

Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?

Nein. Die Figur war lange vorher da. Ein Gedicht aus New York beschrieb ihn 1823 als rundlichen, fröhlichen Mann mit Rentierschlitten, der Zeichner Thomas Nast prägte ab 1863 sein Aussehen. Rot-weiße Weihnachtsmänner gab es schon auf Titelbildern und in Werbung vor 1931. Coca-Cola hat ab 1931 mit den Bildern von Haddon Sundblom aber stark dazu beigetragen, dass er heute weltweit gleich aussieht.

Warum trägt der Nikolaus Mitra und Bischofsstab?

Weil er Bischof war. Die Mitra ist die hohe, spitze Mütze, die Bischöfe im Gottesdienst tragen. Der Stab erinnert an den Hirtenstab: Ein Bischof soll sich um seine Leute kümmern wie ein Hirte um seine Herde. Auf alten Bildern hält Nikolaus oft ein Buch mit drei goldenen Kugeln. Die Kugeln stehen für das Gold, das er den drei armen Töchtern geschenkt haben soll.

Feiern evangelische Christen auch Nikolaus?

Ja. Nikolaus ist ein Heiliger der ungeteilten Kirche, den katholische, orthodoxe und evangelische Christen kennen. Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung ab und machte den „Heiligen Christ“ zum Gabenbringer an Weihnachten. Den Nikolausabend mit Stiefeln haben aber auch evangelische Familien behalten, und im evangelischen Kalender steht der 6. Dezember ebenfalls als Gedenktag für Nikolaus.

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