
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Kardinäle sind vom Papst ernannte Geistliche, meist Bischöfe. Sie beraten ihn und wählen, solange sie unter 80 sind, im Konklave den nächsten Papst.
Ein Kardinal ist ein hoher Geistlicher der katholischen Kirche, den der Papst persönlich ernennt. Fast immer ist er Bischof. Die Kardinäle bilden zusammen das Kardinalskollegium. Sie beraten den Papst, leiten oft Behörden im Vatikan und wählen, solange sie jünger als 80 Jahre sind, den nächsten Papst (can. 349).
Die meisten Menschen sehen Kardinäle nur einmal richtig: wenn im Fernsehen rote Gewänder in die Sixtinische Kapelle ziehen und alle auf den Rauch warten.
Woher kommt das Wort Kardinal?
Kardinal kommt vom lateinischen cardo, „Türangel“, und cardinalis, „wichtig, grundlegend“. Ursprünglich hießen so die Geistlichen, die an den Hauptkirchen Roms Dienst taten. Daran erinnert bis heute ein Detail: Fast jeder Kardinal bekommt eine Titelkirche in Rom, auch wenn er in Köln oder Manila lebt.
Das leuchtende Rot der Kardinäle hat eine ernste Bedeutung. Es steht für die Bereitschaft, für den Glauben bis zum Blutvergießen einzustehen.
Welche Aufgaben hat ein Kardinal?
Die bekannteste Aufgabe ist die Papstwahl. Seit dem Jahr 1059 liegt die Wahl des Bischofs von Rom bei den Kardinälen. Wahlberechtigt sind nur Kardinäle unter 80, das hat Paul VI. 1970 festgelegt. Gewählt ist, wer mindestens zwei Drittel der Stimmen bekommt. Im Mai 2025 wählten 133 Kardinäle im Konklave Robert Francis Prevost zum Papst, er nennt sich Leo XIV. Warum es das Amt des Papstes überhaupt gibt, erklärt der Artikel über das Papsttum.
Auch außerhalb einer Papstwahl haben Kardinäle Gewicht. Viele leiten große Bistümer, andere arbeiten an der Kurie, der Verwaltung des Vatikans. Bei wichtigen Fragen ruft der Papst sie zu einem Konsistorium zusammen.
Wer wird Kardinal?
Der Papst wählt Kardinäle frei aus. Sie müssen mindestens zum Priester geweiht sein. Wer noch kein Bischof ist, soll die Bischofsweihe empfangen; ältere Kandidaten bitten manchmal um eine Befreiung davon (can. 351). Kardinal ist keine eigene Weihe, sondern eine Ernennung.
Kardinal und Thüringen
Das Bistum Erfurt ist kein Kardinalssitz. Aber ein bekannter deutscher Kardinal hat seinen Weg in Thüringen begonnen: Joachim Meisner wurde 1962 in Erfurt zum Priester geweiht, leitete die Caritas und wurde 1975 Weihbischof in Erfurt. 1980 ging er als Bischof nach Berlin, 1983 wurde er Kardinal, später Erzbischof von Köln. Mehr über die Kirche vor Ort steht beim Bistum Erfurt.
Das Rot der Kardinäle erinnert an etwas Unbequemes: Glaube kann etwas kosten. Im Kleinen gilt das auch für dich, wenn du im Seminar oder in der WG sagst, dass du glaubst. Du stehst damit nicht allein.
Häufige Fragen
Ist ein Kardinal höher als ein Bischof?
Im Rang ja, in der Weihe nein. Kardinal ist keine eigene Weihestufe, sondern ein Titel und ein Amt, das der Papst verleiht. Die höchste Weihe bleibt die Bischofsweihe. Ein Kardinal steht in der Rangordnung der Kirche direkt nach dem Papst und hat besondere Aufgaben in Rom, aber sakramental ist er nicht mehr als ein Bischof.
Kann nur ein Kardinal Papst werden?
Nach dem Kirchenrecht nicht. Wählbar ist grundsätzlich jeder katholische Mann, der zum Bischof geweiht werden kann. Wer noch kein Bischof ist, würde nach der Wahl geweiht. In der Praxis wählen die Kardinäle aber seit Jahrhunderten immer einen aus ihrer eigenen Mitte. Auch Leo XIV. war vor seiner Wahl im Mai 2025 Kardinal.
Was passiert mit Kardinälen, die älter als 80 sind?
Sie bleiben Kardinäle und behalten Titel und Kleidung. Sie dürfen aber nicht mehr im Konklave abstimmen. Diese Altersgrenze hat Papst Paul VI. 1970 eingeführt. An den Beratungen vor einer Papstwahl, den sogenannten Generalkongregationen, können ältere Kardinäle weiter teilnehmen. Viele übernehmen auch weiterhin Aufgaben in der Kirche.

Die Runde
Allein grübelnmuss niemand.
In der Runde redest du mit jungen Leuten aus Thüringen weiter. Mitlesen ist okay, Fragen sind willkommen.








