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Kirche & Gemeinschaft

Gemaltes Motiv zum Begriff Was sind Ordensleute?

Kurz erklärt

Ordensleute sind Frauen und Männer, die in einer anerkannten Gemeinschaft leben und sich durch Gelübde zu Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam verpflichten.

Ordensleute sind Frauen und Männer, die in einer von der Kirche anerkannten Gemeinschaft leben und sich durch Gelübde an Gott binden. Sie versprechen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam, die sogenannten evangelischen Räte (KKK 915). Dazu gehören Mönche und Nonnen, Ordensschwestern, Ordensbrüder und Patres.

Viele kennen Ordensleute nur aus Filmen oder vom Klosterladen. Hinter dem Ordenskleid stehen Menschen mit eigener Geschichte, die sich bewusst für ein ungewöhnliches Leben entschieden haben. Armut heißt für sie: Sie verfügen nicht frei über eigenen Besitz, geteilt wird in der Gemeinschaft. Gehorsam heißt: Entscheidungen im Hören auf Gott und die Gemeinschaft treffen, auch wenn sie unbequem sind.

Woher kommt das Wort Orden?

Orden kommt vom lateinischen ordo, „Ordnung“ oder „Stand“. Gemeint ist eine Gemeinschaft, die nach einer gemeinsamen Regel lebt, etwa der Regel des heiligen Benedikt. Mönch stammt vom griechischen monachós, „einer, der allein lebt“. Ein Pater ist ein Ordensmann, der zum Priester geweiht ist. Ein Ordensbruder ist nicht geweiht.

Welche Arten von Orden gibt es?

Beschauliche Orden leben zurückgezogen hinter Klostermauern. Ihr Alltag ist vom gemeinsamen Gebet und von Arbeit geprägt. Tätige Gemeinschaften arbeiten mitten in der Welt, in Schulen, Kliniken, Jugendarbeit oder Seelsorge. Die Bettelorden, etwa die Franziskaner, wollten von Anfang an arm und nah bei den Menschen leben. Ihr Vorbild ist Franz von Assisi. Warum es Klöster überhaupt gibt, erklärt der Artikel Warum gibt es Klöster?.

Ordensleute sind nicht automatisch Priester. Nach dem Kirchenrecht kann eine Ordensfrau oder ein Ordensbruder Laie sein, ein Pater ist Kleriker (can. 207). Wo der Unterschied liegt, steht beim Stichwort Laie.

Auch bekannte Namen kommen aus Orden. Martin Luther lebte als Augustinermönch im Augustinerkloster Erfurt. Papst Leo XIV. gehört ebenfalls dem Augustinerorden an.

Ordensleute in Thüringen

Auch in der Diaspora gibt es Ordensleben. Die Ursulinen sind seit 1667 in Erfurt. Franziskaner leben auf dem Hülfensberg im Eichsfeld. In Heilbad Heiligenstadt wirken unter anderem Redemptoristen und Vinzentinerinnen. Das Bistum Erfurt führt noch weitere Gemeinschaften auf seiner Website.

Wie wird man Ordensfrau oder Ordensmann?

Am Anfang steht meist ein Kennenlernen, oft als „Kloster auf Zeit“. Dann folgen Postulat und Noviziat, danach zeitliche Gelübde und erst nach Jahren die ewigen Gelübde. Wer sich fragt, ob so ein Weg zu ihm passt, findet Hilfe beim Thema Berufung finden.

Ordensleute zeigen, dass ein Leben ohne eigenen Besitz, ohne Partner und ohne Karriere nicht leer sein muss. Du musst nicht ins Kloster, um davon etwas zu lernen. Ein Wochenende Stille in einem Gästehaus kann schon viel verändern.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nonne und Ordensschwester?

Im Alltag werden beide Wörter oft gleich benutzt. Genau genommen ist eine Nonne eine Ordensfrau in einem beschaulichen Orden, die in Klausur lebt und vor allem betet, etwa eine Benediktinerin oder Karmelitin. Ordensschwestern gehören meist tätigen Gemeinschaften an, die in Schulen, Krankenhäusern oder in der Seelsorge arbeiten. Beide legen Gelübde ab, ihr Alltag sieht aber sehr verschieden aus.

Dürfen Ordensleute heiraten?

Nein, solange sie ihre Gelübde halten. Mit dem Gelübde der Keuschheit versprechen Ordensleute, ehelos zu leben, um ganz für Gott und die Menschen frei zu sein. Wer den Orden wieder verlässt, kann später heiraten. Nach Ablauf der zeitlichen Gelübde kann man ohne Weiteres gehen. Nach den ewigen Gelübden braucht es eine Befreiung, je nach Gemeinschaft vom Heiligen Stuhl oder vom Bischof.

Wie lange dauert es, bis man Ordensschwester oder Mönch ist?

Meist mehrere Jahre. Nach einer Zeit des Kennenlernens folgen Postulat und Noviziat, oft zusammen ein bis drei Jahre. Dann legt man zeitliche Gelübde für einige Jahre ab. Erst danach bindet man sich mit den ewigen Gelübden auf Lebenszeit. Die genauen Schritte und Zeiten regelt jede Gemeinschaft selbst. Niemand muss sich also übereilt festlegen.

Die Runde

Allein grübelnmuss niemand.

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