
Kirche & Gemeinschaft

Kurz erklärt
Ein Konzil ist eine Versammlung der Bischöfe, die verbindlich über Fragen von Glauben und Kirchenordnung entscheidet. Das letzte war das Zweite Vatikanische Konzil.
Ein Konzil ist eine Versammlung der Bischöfe, die über Fragen des Glaubens und der Kirchenordnung berät und entscheidet. Ein ökumenisches, also allgemeines Konzil spricht für die ganze katholische Kirche. Nach heutigem Kirchenrecht beruft der Papst es ein, leitet es und bestätigt seine Beschlüsse (KKK 884). Die katholische Kirche zählt bisher 21 solcher Konzilien.
Woher kommt das Wort Konzil?
Konzil kommt vom lateinischen concilium, „Versammlung“. Das griechische Wort dafür ist sýnodos, daher die Synode. Lange bedeuteten beide dasselbe. Heute unterscheidet man sie meist: Ein Konzil entscheidet, eine Synode berät.
Das Vorbild steht schon in der Bibel. Die Apostelgeschichte erzählt, wie die Apostel und Ältesten in Jerusalem zusammenkommen, weil die junge Kirche heftig streitet: Müssen Christen aus anderen Völkern das jüdische Gesetz halten? Sie beraten und entscheiden gemeinsam (Apg 15). Man nennt das Treffen oft Apostelkonzil. Zu den 21 zählt es nicht.
Welche Konzilien waren besonders wichtig?
Viele Konzilien entstanden aus Streit. Sie mussten klären, was Christen glauben und was nicht.
- Nizäa (325): Jesus ist wahrer Gott, nicht nur ein Geschöpf. Hier entstand der Kern des Großen Glaubensbekenntnisses, das bis heute in der Messe gebetet werden kann.
- Konstantinopel (381): Auch der Heilige Geist ist Gott. Das Bekenntnis von Nizäa wurde dafür erweitert.
- Chalcedon (451): Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich.
- Trient (1545–1563): die katholische Antwort auf die Reformation, mit Lehren über Sakramente und Rechtfertigung und einer neuen Ausbildung der Priester.
- Erstes Vatikanum (1869–1870): das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes, wenn er feierlich eine Glaubensfrage entscheidet.
Was hat das Zweite Vatikanische Konzil verändert?
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) hat die katholische Kirche so stark geprägt wie kaum ein Ereignis seit der Reformation. Seit der Liturgiereform, die es anstieß, wird die Messe meist in der Muttersprache gefeiert, nicht mehr nur auf Latein. Mehr dazu steht unter Liturgie.
Das Konzil öffnete die Kirche für die Ökumene mit anderen Christen und für den Dialog mit anderen Religionen. Es bekannte sich zur Religionsfreiheit. Es stellte den ständigen Diakon wieder her und betonte die Verantwortung der Laien.
Nicht jede Versammlung ist ein Konzil. Der Synodale Weg in Deutschland (2019–2023) war ein Gesprächsformat von Bischöfen und Laien, kein Konzil. Seine Beschlüsse binden die Weltkirche nicht.
Ein Konzil zeigt: Die Kirche ringt um die Wahrheit, manchmal jahrelang und mit harten Worten. Streit ist kein Zeichen, dass der Glaube am Ende ist. Wenn du selbst Fragen hast, bist du damit in guter Gesellschaft. Lies dazu, warum Zweifel ein Anfang sein kann.
Häufige Fragen
Wie viele Konzile gab es?
Die katholische Kirche zählt 21 ökumenische, also allgemeine Konzilien. Das erste fand 325 in Nizäa statt, das bisher letzte war das Zweite Vatikanische Konzil von 1962 bis 1965. Die ersten sieben erkennen auch die orthodoxen Kirchen an. Dazu kamen im Lauf der Geschichte viele regionale Konzilien und Synoden, die nur für einen Teil der Kirche entschieden.
Wann war das letzte Konzil?
Das letzte Konzil war das Zweite Vatikanische Konzil in Rom. Papst Johannes XXIII. eröffnete es 1962, Papst Paul VI. schloss es 1965. In vier Sitzungsperioden verabschiedeten die Bischöfe 16 Dokumente. Seitdem gab es kein weiteres ökumenisches Konzil. Wenn heute von „dem Konzil“ die Rede ist, meinen die meisten dieses.
Was ist der Unterschied zwischen Konzil und Synode?
Beide Wörter bedeuten ursprünglich Versammlung, das eine lateinisch, das andere griechisch. Heute ist ein ökumenisches Konzil die höchste Versammlung der Bischöfe mit dem Papst, deren Beschlüsse verbindlich sind. Eine Synode, etwa die Bischofssynode in Rom oder eine Bistumssynode, berät dagegen meist und gibt Empfehlungen. Die letzte Entscheidung trifft dann der Papst oder der Bischof.

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