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Kirchenjahr

11 Min. LesezeitStand: 8 Quellen

Kurz beantwortet

Der Aschermittwoch ist der erste Tag der Fastenzeit, 2027 am 10. Februar. Im Gottesdienst zeichnet der Priester den Gläubigen mit Asche ein Kreuz auf die Stirn. Das erinnert daran, dass das Leben endlich ist, und ruft zur Umkehr. Für Katholiken ist der Tag ein strenger Fast- und Abstinenztag.

Steckbrief

Datum46 Tage vor Ostern (2026: 18. Februar, 2027: 10. Februar, 2028: 1. März)
BedeutungBeginn der Fastenzeit, Tag der Umkehr
Liturgische FarbeViolett
ZeichenAschekreuz auf der Stirn aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres
FastenregelStrenger Fast- und Abstinenztag für Katholiken
Feiertag in ThüringenNein, normaler Arbeits- und Schultag
EvangeliumMt 6,1–6.16–18: Almosen, Beten und Fasten im Verborgenen
Inhalt

Ein grauer Fleck auf der Stirn, mitten im Februar, im Bus oder in der Mensa. Wer ihn sieht, denkt oft erst an Dreck. Tatsächlich ist es ein Kreuz aus Asche. Die Person war am Morgen im Gottesdienst, denn es ist Aschermittwoch.

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage vor Ostern. Hier liest du, was an diesem Tag passiert, woher die Asche kommt, was das Kreuz auf der Stirn bedeutet und welche Regeln gelten. Wie du die ganzen sieben Wochen gestaltest, steht auf der Seite Was ist die Fastenzeit?. Hier geht es um den ersten Tag.

Was ist der Aschermittwoch?

Der Aschermittwoch ist der erste Tag der Fastenzeit. Mit ihm endet der Karneval, und die Vorbereitung auf Ostern beginnt.

Im Mittelpunkt steht ein einfaches Zeichen. Im Gottesdienst segnet der Priester Asche und zeichnet damit jedem, der nach vorn kommt, ein kleines Kreuz auf die Stirn. Dazu sagt er einen kurzen Satz. Der eine erinnert daran, dass der Mensch Staub ist und zum Staub zurückkehrt. Der andere ruft dazu auf, umzukehren und dem Evangelium zu glauben.

Beides gehört zusammen. Der Tag sagt dir zuerst etwas Unbequemes: Dein Leben ist begrenzt. Und dann etwas Befreiendes: Du kannst jederzeit neu anfangen.

Wann ist Aschermittwoch 2027?

Aschermittwoch ist 2027 am Mittwoch, 10. Februar. Der Karneval endet am Faschingsdienstag, 9. Februar, und Ostern folgt am 28. März 2027.

Der Termin wandert jedes Jahr, weil Ostern wandert. Ostern fällt auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der Aschermittwoch liegt immer 46 Tage davor. Das sind 40 Fastentage plus die sechs Sonntage, die nicht mitgezählt werden.

Jahr Aschermittwoch Ostersonntag
2026 Mi 18.02.2026 So 05.04.2026
2027 Mi 10.02.2027 So 28.03.2027
2028 Mi 01.03.2028 So 16.04.2028

Der früheste mögliche Aschermittwoch ist der 4. Februar, der späteste der 10. März. Alle Angaben sind berechnet und ohne Gewähr.

Was bedeutet das Aschekreuz?

Das Aschekreuz bedeutet zweierlei: Erinnerung an die eigene Vergänglichkeit und Einladung zur Umkehr. Es ist kein Schmuck und keine Strafe, sondern ein Zeichen, das dich an diesem Tag begleitet.

Asche steht für das, was vergeht

Asche ist das, was übrig bleibt, wenn etwas verbrannt ist. Sie steht für alles, was nicht hält: Besitz, Erfolg, Pläne, auch das eigene Leben. Das Aschekreuz greift ein Wort aus der Schöpfungsgeschichte auf. Nach dem Sündenfall sagt Gott zu Adam: „Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ (Gen 3,19, Luther 1912)

Das klingt hart. Es ist ehrlich. Du wirst sterben.

Viele junge Leute denken selten daran, und das ist normal. Der Aschermittwoch holt den Gedanken einmal im Jahr bewusst nach vorn. Nicht um Angst zu machen, sondern damit du klarer siehst, was wirklich zählt.

Asche steht für Reue und Neuanfang

In der Bibel ist Asche auch ein Zeichen der Reue. Als der Prophet Jona der Stadt Ninive den Untergang ankündigt, steigt der König vom Thron, zieht ein Bußgewand an und setzt sich in die Asche (Jona 3,6). Die ganze Stadt kehrt um, und Gott verschont sie. Wer sich Asche aufs Haupt streute, zeigte: Ich habe Fehler gemacht, und ich will mich ändern.

Genau hier liegt der zweite Teil des Zeichens. Der Satz, mit dem der Priester das Kreuz zeichnen kann, stammt aus dem Markusevangelium. Dort fasst Jesus seine ganze Botschaft in einem Satz zusammen: Die Zeit ist erfüllt, kehrt um und glaubt an das Evangelium (Mk 1,15).

Warum ein Kreuz?

Die Asche wird nicht einfach als Fleck aufgetragen, sondern in Form eines Kreuzes. Das Kreuz ist das Zeichen, dass Jesus den Tod durchschritten hat. Die Vergänglichkeit hat damit nicht das letzte Wort. Auf dem Weg durch die Fastenzeit steht am Ende nicht der Staub, sondern Ostern und die Auferstehung Jesu.

Woher kommt die Asche?

Die Asche stammt aus den Palmzweigen des letzten Palmsonntags. Die Zweige werden verbrannt, die Asche wird fein gesiebt und im Gottesdienst gesegnet.

In Deutschland wachsen keine Palmen. Die „Palmzweige“ sind darum meist Buchsbaum, Weide, Wacholder oder andere Zweige, die am Palmsonntag geweiht und oft ein Jahr lang zu Hause hinters Kreuz gesteckt wurden. Viele Gemeinden sammeln sie vor dem Aschermittwoch wieder ein.

So schließt sich ein Kreis. Die Zweige, mit denen Christen im vergangenen Jahr Jesus als König begrüßt haben, werden zur Asche, mit der das neue Jahr der Umkehr beginnt. Im Eichsfeld, wo die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt jedes Jahr sehr viele Menschen auf die Straße bringt, ist dieser Zusammenhang besonders gut sichtbar.

Wie läuft der Gottesdienst am Aschermittwoch ab?

Der Gottesdienst ist meist eine Messe, manchmal ein Wortgottesdienst. Nach den Lesungen und der Predigt wird die Asche gesegnet und ausgeteilt. Das dauert je nach Gemeinde etwa 45 Minuten bis eine Stunde.

  1. EröffnungDer Gottesdienst beginnt ruhig. Die liturgische Farbe ist Violett, die Farbe der Umkehr. Das Halleluja vor dem Evangelium fällt bis Ostern weg. Auch das Gloria entfällt in der Fastenzeit, außer an einzelnen Hochfesten.
  2. LesungenDer Prophet Joel ruft dazu auf, mit ganzem Herzen umzukehren (Joel 2,12–18). Paulus bittet: Lasst euch mit Gott versöhnen (2 Kor 5,20–6,2).
  3. EvangeliumJesus spricht über Almosen, Gebet und Fasten und warnt vor Show: Tu es im Verborgenen, Gott sieht es (Mt 6,1–6.16–18).
  4. Segnung der AscheNach der Predigt spricht der Priester ein Segensgebet über die Asche und besprengt sie mit Weihwasser.
  5. AusteilungAlle, die möchten, gehen nach vorn. Der Priester, oft auch ein Diakon oder eine beauftragte Helferin, zeichnet ein Kreuz auf die Stirn und sagt dazu einen der beiden Sätze. Du antwortest nichts oder leise „Amen“.
  6. Weiter wie gewohntDanach geht die Messe mit der Gabenbereitung und der Eucharistie weiter.

In Italien und in Rom ist es üblich, die Asche auf den Kopf zu streuen, statt ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. Beide Formen sind in der Liturgie der Kirche üblich, je nach örtlichem Brauch.

Ist das Aschekreuz ein Sakrament?

Nein. Das Aschekreuz ist ein Sakramentale. So nennt die Kirche heilige Zeichen und Segnungen, die das Leben begleiten, etwa Weihwasser oder den Blasiussegen. Der Katechismus erklärt, dass solche Zeichen nicht wie die Sakramente wirken, sondern durch das Gebet der Kirche darauf vorbereiten, Gottes Gnade zu empfangen (KKK 1667–1670).

Das hat eine praktische Folge. Du musst weder getauft sein noch vorher gebeichtet haben, um das Aschekreuz zu bekommen. Es genügt, dass du es ehrlich meinst.

Welche Regeln gelten am Aschermittwoch?

Der Aschermittwoch ist für Katholiken ein strenger Fast- und Abstinenztag. Neben dem Karfreitag ist er der einzige solche Tag im ganzen Jahr.

  • Abstinenz: kein Fleisch. Das gilt für alle Katholiken ab 14 Jahren.
  • Fasten: nur eine volle Mahlzeit, dazu morgens und abends eine kleine Stärkung. Das gilt für Erwachsene von 18 bis 60 Jahren.
  • Ausnahmen: Wer krank oder schwanger ist oder aus einem anderen ernsten Grund nicht fasten kann, etwa bei schwerer körperlicher Arbeit, ist befreit.

Eine Pflicht zum Gottesdienst gibt es am Aschermittwoch nicht. Trotzdem ist er für viele Katholiken der Tag, an dem sie auf jeden Fall in die Kirche gehen.

Die Regeln sind bewusst schlicht. Sie sollen den Tag spürbar machen, nicht zur Leistungsprüfung werden. Der Katechismus sagt klar, worauf es ankommt: Die Umkehr beginnt im Herzen, nicht bei äußeren Werken wie Sack und Asche. Die äußeren Zeichen sind nur echt, wenn innen etwas passiert (KKK 1430–1431).

Wer die Regeln einhält und sonst nichts ändert, hat den Tag formal erfüllt und doch verpasst.

Geschichte: Vom Bußgewand zum Kreuz für alle

Das Aschekreuz war ursprünglich ein Zeichen für wenige. In der Spätantike galt es Menschen, die öffentlich Buße taten. Erst im Mittelalter wurde daraus ein Zeichen für die ganze Gemeinde.

In der frühen Kirche mussten Christen, die schwere Sünden begangen hatten, eine öffentliche Buße auf sich nehmen. Zu Beginn der Fastenzeit bekamen sie ein Bußgewand und wurden mit Asche bestreut. Bis zum Gründonnerstag blieben sie von der Kommunion ausgeschlossen. Dann wurden sie feierlich wieder in die Gemeinschaft aufgenommen.

Dass die Fastenzeit an einem Mittwoch beginnt, hat mit der Rechnung zu tun. Als man die Sonntage vom Fasten ausnahm, fehlten Tage, und der Beginn rückte auf den Mittwoch vor. Nach verbreiteter Darstellung geht das auf Papst Gregor den Großen zurück, der von 590 bis 604 regierte.

Um das Ende des 10. Jahrhunderts verschwand die öffentliche Buße. Schon vorher hatten sich einzelne Gläubige aus Solidarität mit den Büßern Asche auflegen lassen. Im 11. Jahrhundert wurde daraus ein Brauch für alle, weil alle Menschen Umkehr brauchen. Auf der Synode von Benevent empfahl Papst Urban II. im Jahr 1091 diesen Brauch der ganzen Kirche. Seit dem 12. Jahrhundert wird die Asche aus den Palmzweigen des Vorjahres gewonnen.

Bräuche am Aschermittwoch

Rund um den Aschermittwoch haben sich Bräuche entwickelt, die mit dem Ende des Karnevals und dem Beginn des Fastens zu tun haben. Manche sind kirchlich, andere eher weltlich.

Heringsessen

Weil am Aschermittwoch kein Fleisch auf den Tisch kommt, gibt es traditionell Fisch, vor allem sauren Hering. Das Heringsessen ist heute oft ein geselliges Ende der Karnevalszeit, in Vereinen, Gaststätten oder zu Hause. Nach dem Feiern schmeckt der saure Fisch auch als Katerfrühstück.

Geldbeutelwäsche

In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und in München waschen Narren am Aschermittwoch ihre leeren Geldbeutel im Brunnen aus. Das Geld ist in den tollen Tagen draufgegangen, jetzt beginnt die sparsame Zeit. Der Brauch ist augenzwinkernd gemeint.

Politischer Aschermittwoch

Am Aschermittwoch halten Parteien in ganz Deutschland Kundgebungen mit scharfen Reden. Der erste politische Aschermittwoch fand am 5. März 1919 in Vilshofen in Niederbayern statt, veranstaltet vom Bayerischen Bauernbund. Seine Wurzeln liegen im jährlichen Viehmarkt der Stadt, an dessen Rand es schon ab 1888 Versammlungen gab. Mit dem kirchlichen Sinn des Tages hat das nur noch das Datum gemeinsam.

Aschermittwoch der Künstler

Viele Bistümer laden am Aschermittwoch Künstlerinnen und Künstler zu Gottesdienst und Begegnung ein. Die Idee kam aus Frankreich. In Deutschland gibt es den Aschermittwoch der Künstler seit den 1950er-Jahren. Er will Kirche und Kunst ins Gespräch bringen, gerade mit Menschen, die mit Kirche sonst wenig zu tun haben.

Aschermittwoch in Thüringen

In Thüringen ist der Aschermittwoch ein normaler Arbeits- und Schultag. Ein gesetzlicher Feiertag ist er nach dem Thüringer Feier- und Gedenktagsgesetz nicht.

Der Karneval dagegen hat hier lange Tradition. In Erfurt reichen Belege für das Fastnachtstreiben bis ins Jahr 1342 zurück. Aus Wasungen in Südthüringen ist aus dem Jahr 1524 eine Stadtrechnung erhalten, die einen Eimer Bier für die Fastnachtsspieler auf dem Markt verbucht. Wasungen gilt heute als eine der ältesten Karnevalshochburgen Deutschlands. Auch dort ist mit dem Aschermittwoch Schluss.

Katholische Pfarreien in Thüringen feiern den Aschermittwoch mit Aschekreuz, im Eichsfeld ebenso wie in den kleinen Gemeinden der Diaspora, wo Katholiken eine Minderheit sind. Wer einen Gottesdienst in der Nähe sucht, findet die Gemeinden in Thüringen im Verzeichnis. Gottesdienstzeiten stehen auf den Seiten der jeweiligen Pfarrei. An manchen Orten gibt es auch ökumenische Andachten mit Aschekreuz, zu denen evangelische und katholische Christen gemeinsam einladen.

Aschermittwoch Kindern erklären

Für Kinder reicht eine kurze Geschichte. Wichtig ist nicht die Asche, sondern das Neuanfangen.

Für Kinder erklärt

  1. Nach dem Fasching kommt ein besonderer Tag: der Aschermittwoch.
  2. In der Kirche malt der Pfarrer allen, die möchten, mit Asche ein kleines Kreuz auf die Stirn.
  3. Die Asche kommt von den Zweigen, mit denen wir letztes Jahr am Palmsonntag gefeiert haben.
  4. Das Kreuz sagt: Wir wollen in den nächsten Wochen besser aufeinander achten und mehr an Gott denken.
  5. Nach 40 Tagen feiern wir Ostern, das größte Fest, weil Jesus lebt.

Was der Aschermittwoch heute für dich bedeuten kann

Der Aschermittwoch ist der ehrlichste Tag im Kirchenjahr. Er redet nichts schön. Und gerade deshalb kann er dir guttun.

Viele leben, als hätten sie unbegrenzt Zeit. Die nächste Prüfung, das nächste Semester, der nächste Job, und irgendwann fängt das eigentliche Leben an. Die Asche auf der Stirn widerspricht leise: Es hat schon angefangen. Du hast nicht alle Zeit der Welt.

Das ist keine Drohung. Es ist eine Einladung, heute zu entscheiden, wie du leben willst.

  • Geh hin. Such dir einen Gottesdienst mit Aschekreuz, morgens vor der Uni oder abends nach der Arbeit. Du musst nichts können und nichts sagen.
  • Frag dich eine Sache. Was würde ich ändern, wenn mir klar wäre, dass meine Zeit begrenzt ist? Schreib die Antwort auf.
  • Nimm dir einen Vorsatz für die Fastenzeit. Einen einzigen, konkret und machbar. Ideen findest du auf der Seite zur Fastenzeit.
  • Fang nicht allein an. In der Runde reden junge Leute aus Thüringen über genau solche Fragen, auch darüber, wie man sieben Wochen durchhält.

Du bist Staub. Aber du bist geliebter Staub. Am Aschermittwoch darfst du neu anfangen, und niemand verlangt, dass du schon fertig bist.

Häufige Fragen

Wann ist Aschermittwoch 2027?

Aschermittwoch ist 2027 am Mittwoch, 10. Februar. Der Tag liegt immer 46 Tage vor Ostersonntag und wandert deshalb mit dem Osterdatum. 2026 war er am 18. Februar, 2028 fällt er auf den 1. März. Frühester möglicher Termin ist der 4. Februar, spätester der 10. März. Am Tag davor, dem Faschingsdienstag, endet der Karneval.

Darf man am Aschermittwoch Fleisch essen?

Für Katholiken ab 14 Jahren gilt am Aschermittwoch: kein Fleisch. Fisch, Eier, Milchprodukte und Gemüse sind erlaubt. Wer zwischen 18 und 60 ist, soll außerdem nur eine volle Mahlzeit am Tag essen, dazu morgens und abends eine kleine Stärkung. Wer krank oder schwanger ist oder aus einem anderen ernsten Grund nicht fasten kann, etwa bei schwerer körperlicher Arbeit, ist davon befreit. Für Nichtkatholiken gilt keine Regel.

Ist Aschermittwoch ein Feiertag?

Nein. Aschermittwoch ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, auch nicht in Thüringen. Schulen, Büros und Geschäfte haben normal geöffnet. Auch kirchlich ist es kein gebotener Feiertag, an dem Katholiken zur Messe verpflichtet wären. Die Gottesdienste mit Aschekreuz finden deshalb oft morgens vor der Arbeit oder am Abend statt.

Wie lange bleibt das Aschekreuz auf der Stirn?

So lange du willst. Es gibt keine Regel, dass du das Aschekreuz den ganzen Tag tragen musst. Viele lassen es bis zum Abend drauf, andere wischen es nach dem Gottesdienst ab, zum Beispiel vor der Arbeit oder der Schule. Beides ist in Ordnung. Das Zeichen gilt nicht weniger, wenn die Asche weg ist. Entscheidend ist, was es in dir anstößt.

Dürfen auch Evangelische oder Nichtgetaufte das Aschekreuz empfangen?

Ja. Das Aschekreuz ist kein Sakrament, sondern ein Sakramentale, ein Segenszeichen der Kirche. Dafür braucht es keine Taufe und keine Beichte vorher. Wer ehrlich über sein Leben nachdenken und neu anfangen will, kann nach vorn gehen. Manche evangelischen Gemeinden bieten inzwischen selbst Gottesdienste mit Aschekreuz an, oft ökumenisch zusammen mit Katholiken.

Warum heißt der Tag Aschermittwoch?

Der Name kommt von der Asche, die an diesem Mittwoch gesegnet und ausgeteilt wird. Der Wochentag ergibt sich aus der Rechnung: 40 Fastentage ohne die Sonntage, rückwärts von Ostern gezählt, beginnen immer an einem Mittwoch. Im Lateinischen heißt der Tag dies cinerum, Tag der Asche. Im Englischen sagt man Ash Wednesday.

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